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Friedhelm Münch

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Der Vermessungstechniker i.R. Friedhelm Münch (* 8. November 1956) aus Löhndorf, Mitglied der Freien Wählergruppe Sinzig e.V., war vom 1. September 1989 bis 16. September 2014 Ortsvorsteher von Löhndorf.


Münch Friedhelm.jpg

Anschrift

St.-Georg-Straße 11

53489 Sinzig (Stadtteil Löhndorf)

Vita

Friedhelm Münch besuchte die Volksschule in Löhndorf und wechselte dann zur Sinziger Hauptschule (Barbarossaschule Sinzig). 1972 trat er seinen Dienst als Landesbeamter bei der Außenstelle Sinzig des Vermessungs- und Katasteramts Bad Neuenahr-Ahrweiler an. Mit der Schließung der Außenstelle im Jahr 2012 schied Münch aus dem Berufsleben aus.

1979 wurde Friedhelm Münch Mitglied der FWG. Seine politischen Lehrjahre absolvierte Friedhelm Münch von 1984 bis 1989 als stellvertretender Ortsvorsteher von Löhndorf an der Seite seines Vorgängers Manfred Schmickler, bevor er am 1. September 1989 Ortsvorsteher wurde. Bei seinem Amtsantritt mit 32 Jahren war er einer der jüngsten Ortsvorsteher im Landkreis. Dieses Amt übte er bis zur Kommunalwahl 2014 aus. Beim Löhndorfer Martinsmarkt im November 2013 hatte er erklärt, dass er zur Kommunalwahl 2014 nicht erneut für das Ortsvorsteher-Amt kandidieren werde.[1] Bei der Kommunalwahl 1994 wurde Münch erstmals in den Stadtrat Sinzig gewählt; 1996 wurde er Vorsitzender der FWG-Fraktion. Im März 2001 war Münch von den Freien Wählern als Kandidat für die Urwahl des Sinziger Bürgermeisters am 10. Juni 2001 nominiert worden.

Münch ist verheiratet und hat drei Kinder.

In einem Beitrag der Rhein-Zeitung (RZ) vom August 2014 zog Münch ein Fazit seiner 25-jährigen Amtszeit als Löhndorfer Ortsvorsteher: „Ich glaube, es ist mir gelungen, Löhndorf zukunftsfähig zu machen und zu einem lebenswerten Ort, der durch seinen einmaligen Charakter weit über die Region bekannt ist.“ Weiter hieß es in dem Beitrag:

1998 griff er die Idee eines heimischen Ehepaars auf, sich näher mit der Rose zu beschäftigen. Heute ist Löhndorf als Rosendorf weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt. ... Und es dürfte wohl einmalig sein, dass die beständigen Bemühungen im Rahmen der Dorferneuerung eine Gemeinde in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit der Goldmedaille in der Sonderklasse beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ gekrönt wurden.[2]

Münch selbst sagte der RZ dazu: „Wir sind im Landkreis das Dorf, das die meisten privaten Fördergelder erhalten hat.“ Um dem Problem von Leerständen im Ortskern zu begegnen, sei in Löhndorf während der 1980er- und 1990er-Jahren bewusst auf die Ausweisung neuer Baugebiete verzichtet worden. Die wichtigsten Dorferneuerungsprojekte seien die Restaurierung des historischen Torbogens und der alten Schule gewesen. Auch der Martinsmarkt Löhndorf geht auf Münchs Initiative zurück. „Es war mir immer sehr wichtig, die Kirchengemeinde St. Georg und die Ortsgemeinde miteinander zu verbinden“, sagte Münch der Rhein-Zeitung. Ergebnisse dieser Bemühungen seien "der Rückbau des Pfarrhauses auf den historischen Kern, in dem heute das Rosencafé untergebracht ist, und die Kirche, in deren Trägerschaft der örtliche pKindergarten St. Georg bis 2012 war."

Ein herber Schlag für Münch sei eine anonyme Anzeige gegen ihn im Frühjahr 2005 wegen des vermeintlichen Führens einer schwarzen Kasse gewesen, die nach einem Jahr von der Staatsanwaltschaft Koblenz fallen gelassen wurde. "Seit 1969 wurde in Löhndorf Geld für gemeinnützige Zwecke zusammengelegt, was laut Staatsanwaltschaft nicht den Fakt einer schwarzen Kasse erfüllte", schrieb die RZ.

Wenige Tage später machte auch der Bonner General-Anzeiger Münchs Abschied vom Amt zu Thema: "Münch ist auch etwas stolz auf seine geleitete Arbeit. 25 Jahre Ortsvorsteher, das ist in Sinzig einmalig, im Kreis und sogar im Land eher selten", hieß es in dem Beitrag - und weiter:

"Historisch wertvolle Bausubstanz erhalten", mit diesem Leitsatz hatte der Ortsvorsteher des Rosendorfs seit Mitte der 80er Jahre das Dorferneuerungsprogramm vorangetrieben. "Pänz und Fachwerk", hieß dabei ein weiteres Motto. Denn Mitte der 90er Jahre war es gelungen, viele alte Fachwerkhäuser an junge Familien zu vermitteln. Doppelter Nutzeffekt. Die alten Gebäude blieben erhalten, und es wuselten viele Pänz durch die schmucken Gassen.[3]

Münch selbst sei der Fachwerk-Sanierung Vorbild gewesen:

Er kaufte ein Fachwerkhaus und sanierte es. Aus der Fachwerkruine wurde ein Schmuckstück. Das Anwesen der Familie Münch mit Garten ist einfach nur schön.

Münch habe einiges bewegt:

In den Jahren 1997 und 1998 wurde Löhndorf zum schönsten Dorf in Rheinland-Pfalz gekürt. Und der Weg ging weiter in Richtung Rosendorf. Heute macht fast jeder Löhndorfer in Sachen Rosen mit, mehr als 50 Prozent der öffentlichen Beete und kleinen Grünflächen sind in privater Patenschaft. Der Rosengarten, der sanierte Torbogen und der Martinsmarkt mit enormer Außenwirkung sind weitere Akzente ... Mit ins Boot geholt hat Münch auch immer die Unternehmer und Künstler im Ort. Noch heute verfügt Löhndorf über eine gut entwickelte Infrastruktur im Einzelhandel. Und die kleine Werkschau mit Kunstwerken von Titus Reinarz rund um das Dorfgemeinschaftshaus "Alte Schule" ist weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt.

Mit einem Laternenumzug durch das Dorf, Fähndelschwenken des Junggesellenvereins "St. Georg" Löhndorf/Rhein 1753 e.V., Liedvorträgen des Männergesangvereins "Liederkranz" Löhndorf e.V., des Kirchenchors "Cäcilia" der katholischen Pfarrgemeinde "St. Georg" Löhndorf und des Spielmannszuges Löhndorf e.V. wurde Friedhelm Münch im September 2014 von der Bürgerschaft als Ortsvorsteher verabschiedet. Mit Münch als Motivator sei Löhndorf zu einem der schönsten Dörfer in Rheinland-Pfalz geworden, attestierte Norbert Fuchs, stellvertretender Ortsvorsteher, bei der Abschiedsveranstaltung. Fuchs bezeichnete Münchs Zielstrebigkeit und Weitsicht humorvoll als „geführte Demokratie.“ Wolfgang Kroeger, Bürgermeister der Stadt Sinzig, sagte, Münch hinterlasse ein bestelltes Feld. „Es haben viele Hände geholfen, aber Sie waren der Motor.“ - „Friedhelm, du warst ortsbildprägend“, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Münch habe gemeinsam mit den Löhndorfern vieles unternommen, um den typischen Charakter des Dorfes zu bewahren, es aber gleichzeitig zu einem attraktiven und modernen Wohnort umzugestalten. Münch habe die Gemeinschaftsleistung des Dorfes durch die Besonnenheit, Fairness und Loyalität Münchs zu einem Ganzen zusammengeführt. Auch Pastor Achim Thieser würdige Münchs Verdienste.[4]

Helga Schmitt-Federkeil, Ortsvorsteherin des Sinziger Stadtteils Franken und Mitglied des Stadtrats Sinzig, trat im Spätherbst 2015 aus der Freien Wählergruppe Sinzig e.V. (FWG) aus. Als Grund nannte sie „Differenzen mit Friedhelm Münch“, dem Sprecher der FWG-Fraktion im Sinziger Stadtrat. „Sie störe sich an dessen Art, wie Politik vertreten werde“, berichtete die Rhein-Zeitung (RZ) am 11. Dezember 2015. Friedhelm Münch konnte den Austritt „absolut nicht nachvollziehen, das kann keiner aus der Fraktion“, wie es in der RZ weiter hieß. Münch betonte, er habe Helga Schmitt-Federkeil stets unterstützt, und er habe sich immer für Franken eingesetzt.

Ämter und Mandate

Münch war während der Wahlperiode 2009-2014 Mitglied folgender Gremien des Kreises Ahrweiler:

Veröffentlichung

Friedhelm Münch: Auflösung der Katasterämter im Landkreis Ahrweiler 2012/13, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2014, Ahrweiler 2013, 282 Seiten, Seiten 97 f.

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 12. November 2013
  2. Quelle: Judith Schumacher: 25 Jahre prägte Friedhelm Münch Löhndorf - „Ich habe den Ort lebenswert und zukunftsfähig gemacht“ – Schwere Zeit nach anonymer Anzeige wegen schwarzer Kasse, in: Rhein-Zeitung vom 30. August 2014
  3. Quelle: Bernd Linnarz: Ortsvorsteher von Löhndorf: Friedhelm Münch gibt nach 25 Jahren sein Amt auf, general-anzeiger-bonn.de vom 6. September 2014
  4. Quelle: Friedhelm Münch verabschiedet - Lob für scheidenden Ortsvorsteher, in: Rhein-Zeitung vom 19. September 2014, siehe auch: Victor Francke: Ortsvorsteher: Ein Löhndorfer Urgestein geht, general-anzeiger-bonn.de vom 18. September 2014
  5. Quelle: Rhein-Zeitung vom 17. September 2013