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Nierendorfer Backes

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Im April 2012 erfolgte am neuen Feuerwehrhaus im Auelsgarten am Fuß des Americhs, des Nierendorfer Hausbergs, der symbolische erste Spatenstich zum Bau des Nierendorfer Backes, im Dezember 2013 war Richtfest und im September 2014 wurde das Backhaus eingeweiht. „Mit dem heutigen Tag geht eine Vision in Erfüllung, auf die wir 15 Jahre hingearbeitet haben“, freute sich Ideengeber Günter Bach.


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Günter Bach (vorne von links), Reiner Ackermann und Landrat Dr. Jürgen Pföhler mit Bürgermeister Achim Juchem (2.v.r.) und Mitgliedern des Backesvereins im Herbst 2013
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Standort

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Eigentümerin

Eigentümerin des Backes ist die Gemeinde Grafschaft. Der Backesverein Grafschaft-Nierendorf e.V. hat das Gebäude für 25 Jahre gepachtet.

Baufinanzierung

120.000 Euro kostete der Backes-Bau. Der Kreis Ahrweiler gewährte Zuschüsse von insgesamt 10.050 Euro (8,17 Prozent). Die Gemeinde Grafschaft unterstützte den Backesverein Grafschaft-Nierendorf e.V. mit 15.000 Euro (12,2 Prozent). Daneben unterstützten 34 weitere Sponsoren das Projekt finanziell oder in Form von Sach- oder Dienstleistungen. Etwa die Hälfte Kosten wurde durch Geld- und Sachspenden von Sponsoren und Vereinsmitgliedern sowie durch Mitgliedsbeiträge finanziert, die andere Hälfte durch Arbeit des Vorstands, der beiden Backesmeister und weiterer Helfer aus der Mitgliedschaft und von Bürgern. Bei 310 Arbeitseinsätzen haben die Helfer 2703 Stunden unentgeltlich auf der Baustelle gearbeitet.[1]

Chronik

Die Baugruppe des Backesvereins tagte im Jahr 2010 mehrmals und entwickelte einen Bauplan: Ein Satteldach sollte den zweigeteilten Raum schützen. Im Backraum sollten zwei Öfen für jeweils 28 oder 16 Brote aufgestellt werden. Kleinere Backgruppen müssten so keinen großen Ofen vorheizen, größere Gruppen fänden ausreichend Backfläche vor. Ein Teigtrog, ein Arbeitstisch und Ablageflächen seien ebenso vorgesehen wie Kühlschrank und Spüle. Im Winter solle ein Holzofen den Aufenthaltsraum beheizen, denn es fänden auch Arbeiten statt, bei denen die Backöfen nicht beheizt werden. Im Aufenthaltsbereich seien ein Tisch und Sitzgelegenheiten für ein Dutzend Personen geplant. Der Raum solle vom Backraum abgeteilt sein, damit die beim Backen entstehende Hitze von den Backgruppen besser vertragen werden kann. Er solle auch für Treffen ohne Backen geeignet sein. Auch eine Sanitäreinheit sei vorgesehen. Neben dem Backes wurde ein Holzlager geplant.

Die Pläne zum Bau des geplanten Backes machten Fortschritte, berichtete die Rhein-Zeitung am 15. Januar 2011. Gerold Schürger, Vorsitzender des Backesvereins Grafschaft-Nierendorf e.V. habe während einer Mitgliederversammlung das weitere Vorgehen erläutert. Demnächst solle der Bauantrag bei der Gemeindeverwaltung Grafschaft gestellt werden, auf deren Gelände gebaut und die auch Eigentümer des Backes werde. Architekt Manfred Dünker werde den Backesverein fachlich unterstützen. Der Vereinsvorstand hoffte, dass im Herbst 2011 mit dem Bau begonnen werden könne. Das kleine eingeschossige Gebäude werde als verputzter Mauerwerksbau mit Satteldach errichtet und mit zwei Backöfen, Möbeln, Spüle, Kühlschrank und WC ausgestattet. Das Backhaus soll nach seiner Fertigstellung allen Bürgern zur Verfügung stehen. Kindergartengruppen und Schulklassen sollen eingeladen werden, um gemeinsam Brot und Pizza zu backen.

Am Freitag, 1. Juni 2012, wurde der symbolische erste Spatenstich zum Backes-Bau vollzogen. "Stolz ist der 86 Mitglieder starke Verein, dass das, was 1999 als Idee in den Köpfen entstand, nun sowohl finanziell als auch baulich in trockenen Tüchern ist", berichtete der General-Anzeiger am Tag darauf. "Das Backes ist kein protziges Bauwerk", hieß es am gleichen Tag in der Rhein-Zeitung, "es wirkt schon auf der Planzeichnung schlicht, gradlinig, und auf einer Fläche von gut 40 Quadratmetern soll es mit seinen beiden Öfen möglichst viel bieten." 2013 sollten die Öfen erstmals angeheizt werden. „Hier wird ein neuer Kommunikationstreff, eine Herzkammer zur Stärkung des dörflichen Miteinanders geschaffen“, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler beim Baubeginn. „Das Backes soll nicht nur der Geselligkeit der Vereinsmitglieder dienen, sondern auch der nachwachsenden Generation die alte Tradition des Brotbackens näher bringen“, erklärte Gerold Schürger, Vorsitzender des Backesvereins. Der habe sich zum Ziel gesetzt, die alte Backkunst wiederzubeleben und dabei einen Beitrag zur Erhaltung und Pflege der Gemeinschaft zu leisten. Er wolle auch Kindergartengruppen und Schulklassen einladen. „Mit diesem Engagement für die Jugend und die Dorfgemeinschaft gibt der Backesverein einen wichtigen Impuls zur Wiederbelebung der alten Backeskultur und vermittelt wichtige Werte wie Zusammengehörigkeit im Ort“, sagte Landrat Pföhler. Läuft alles nach Plan, soll der Rohbau samt Dach bis Jahresende 2012 stehen.

Im Dezember 2012 wurde der Rohbau fertig gestellt und das Dach war gedeckt. Grund für die Vereinsmitgliedern, mit Helfern und Sponsoren Richtfest zu feiern. Anne Kaiser trug den Richtspruch vor. Ein Dankeschön ging an Josef Schnitzler, dessen Dachdeckerfirma das Dach herstellte und dem Verein damit 6500 Euro schenkte. Dankesworte des stellvertretenden Vorsitzenden Günter Bach galten außerdem u.a. der Firma Floßdorf und dem Bauhof der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. In dem mit Planen abgedichteten geheizten Raum waren die Tische mit selbst gebackenem Brot, Äpfeln und Kerzen gedeckt. Vom Spatenstich am 1. Juni bis zum Richtfest wurden 72 Arbeitseinsätze mit 779 Arbeitsstunden geleistet.[2]

Auszubildende des RWE kümmerten sich im Februar 2013 um die Elektroinstallation des neuen Backhauses. Die Arbeiten umfassten das Fräsen der Leitungsschlitze, Anbringen der Unterverteilung und Verdrahtung sowie Installation der Lichtschalter und Steckdosen. RWE-Ausbilder Matthias Schmidgen hatte sich für eine finanzielle Unterstützung von 2000 Euro aus dem Mitarbeiterprojekt „Aktiv vor Ort“ zur Anschaffung des Materials eingesetzt. Bei „Aktiv vor Ort“ engagieren sich Mitarbeiter in ihrer Freizeit für Projekte. Wer selbst die Ärmel hochkrempelt und sich für einen guten Zweck in seiner Heimatgemeinde einbringt, erhält bis zu 2000 Euro für die Maßnahme. Auf diese Weise fördert das RWE soziales und ehrenamtliches Engagement seiner Mitarbeiter. „Wir legen Wert darauf, dass unsere Auszubildenden über den Tellerrand schauen und sich im sozialen Bereich engagieren“, sagte Schmidgen.[3]

Bei einer Vorstandsitzung im Februar 2013 zog der Vorstand des Backesverein Grafschaft-Nierendorf e.V. unter der Führung des neuen Vorsitzenden Reiner Ackermann und im Beisein von Bürgermeister Achim Juchem und der Beigeordneten Michael Schneider und Helga Dohmganz ein positives Resümee, was den Baufortschritt am Backes betrifft. Gegen Herbst 2013 werde das Backes voraussichtlich eröffnet. Die Vereinsmitglieder Thomas und Roland Schaaf aus Lantershofen, die sich auch als Grafschafter Ratsmitglieder für die Belange des Vereins einsetzten, hätten in Abstimmung mit dem Vorstand eine eigene Internetseite für den Backesverein eingerichtet. Zum Zweck des Backes, alte Backkunst zu pflegen und zu praktizieren, sei dort viel zu lesen.

Im März 2013 erhielt der Backesverein den Sonderpreis des Kreises Ahrweiler aus dem Förderprogramm "Ländlicher Raum" des Kreises Ahrweiler. Landrat Dr. Jürgen Pföhler überreichte die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung an die beiden Vereinsvorsitzenden Reiner Ackermann und Günter Bach. Bei der Errichtung des Backhauses handele es sich um ein „besonders gelungenes, innovatives Projekt im Förderprogramm Ländlicher Raum", hieß es in der vom Landrat unterzeichneten Urkunde. Das Backhaus diene der Pflege der Dorfgemeinschaft und sei ein Impuls, um die alte Backestradition wiederzubeleben. Wichtig sei, dass die Vereinsmitglieder alle Arbeiten in Eigenleistung ausführen. Der Kreis- und Umweltausschuss des Kreises Ahrweiler hatte die Vergabe des Sonderpreises beschlossen. Zuvor hatte der Verein bereits einen Zuschuss von 5000 Euro aus dem AW-Förderprogramm erhalten.[4]

Im Herbst 2013 erhielt der Backesverein erneut finanzielle Unterstützung vom Kreis Ahrweiler: Diesmal gab es 2050 Euro aus dem Förderprogramm des Kreises Ahrweiler für Vereine und das Ehrenamt. „Wir wissen den ehrenamtlichen Einsatz sehr zu schätzen und fördern dieses Engagement gerne", sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler dem Vereinsvorsitzenden Reiner Ackermann und dessen Stellvertreter Günter Bach. Der Landrat besuchte die Backes-Baustelle im November 2013 gemeinsam mit Grafschaft-Bürgermeister Achim Juchem. Dort wurden zu dieser Zeit die beiden Backöfen für 28 beziehungsweise 20 Brote eingebaut. Die Bausätze kosteten rund 7000 Euro, den Einbau nahm der Verein in Eigenleistung vor. Der Verein plante, dass der Innenausbau des Gebäudes bis Jahresende 2013 weitgehend abgeschlossen sein sollte. Im Frühjahr solle es dann an die Gestaltung der Außenanlagen gehen, hieß es.[5]

Bei der Mitgliederversammlung im Januar 2014 in der Alten Schule berichteten Vorsitzender Reiner Ackermann und sein Stellvertreter Günter Bach aus dem Vereinsjahr 2013: Sieben Mal habe der Vorstand getagt, und an der Backes-Baustelle seien bei 207 Arbeitseinsätzen insgesamt mehr als 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet worden. Backesmeister Paul Raven, der die Aktivitäten mit zahlreichen Fotos dokumentiert hatte, berichtete, die beiden Öfen seien inzwischen eingebaut und „eingebrannt“ worden. Nun müssten noch die Bodenfliesen verlegt sowie Heizung und Küche eingebaut werden. Bis auf kleinere Arbeiten und die Außenanlage sei das Backes dann fertig. Für die Sponsoren solle es im Mai 2014 ein Brotbacken im Backes geben; offiziell eingeweiht werde das Backhaus aber erst im September 2014.[6]

Der Männergesangverein "Bölinger Liederkranz" 1868 e.V. stimmte die Besucher musikalisch ein, bevor Pfarrer Alexander Burg und Pastor Thomas Rheindorf das Backhaus im September 2014 einweihten. Die beiden Backesmeister Paul Raven und Manfred Bell feuerten die beiden Öfen an, in denen das Bäckerteam Brote und Flammenkuchen buk. Landrat Dr. Jürgen Pföhler gratulierte persönlich und erinnerte daran, dass die Errichtung eines Dorfbackes eines der Kernziele im Dorferneuerungskonzept von Nierendorf gewesen sei. Allerdings sei ein Backes ein Novum in der Grafschaft, und das hübsche Gebäude sei beileibe nicht nur zur Pflege der alten Brotbackkunst errichtet worden. „Hier ist zugleich ein neuer Kommunikationstreff und Mittelpunkt zur Stärkung des dörflichen Miteinanders entstanden“, sagte der Landrat. Der Bau des Backhauses diene in besonderem Maße der Pflege und Förderung der dörflichen Gemeinschaft, denn Brotbacken und zünftige Feste führten die Menschen zusammen. Genauso wichtig sei es aber auch, der jungen Generation das Wissen um die Zubereitung von Backwaren zu vermitteln.[7]

Fußnoten

  1. Quellen: Nierendorfer Backhaus in der Diskussion, wochenspiegellive.de vom 5. Dezember 2013 sowie Rhein-Zeitung und General-Anzeiger vom 22. September 2014
  2. Quellen: General-Anzeiger vom 17. Dezember 2012 und Rhein-Zeitung vom 22. Dezember 2012
  3. Quelle: General-Anzeiger vom 3. März 2013
  4. Quelle: Backesverein Nierendorf mit AW-Sonderpreis ausgezeichnet - Förderprogramm Ländlicher Raum: Arbeiten in Eigenleistung - Dorfgemeinschaft pflegen, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 18. März 2013
  5. Quelle: Zwei neue Backöfen für 48 Brote - Grafschaft-Nierendorf: Kreis Ahrweiler fördert Backesverein, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 15. November 2013
  6. Quelle: Rhein-Zeitung vom 25. Januar 2014
  7. Quellen: Rhein-Zeitung und General-Anzeiger vom 22. September 2014