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Römervilla am Silberberg

Aus AW-Wiki
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Bei Ausschachtungsarbeiten für den Bau der Bundesstraße 267 wurden im März 1980 am Fuß des Silberbergs in Ahrweiler die Reste eines römischen Herrenhauses, einer villa rustica, aus dem 2. bis 3. Jahrhundert freigelegt. Dass es an jener Stelle eine solche Villa verbarg, war allerdings schon zuvor bekannt. Denn bereits 1965 schrieb der Heimatforscher Jakob Rausch in seinem Heimatbuch der Stadt Ahrweiler: „Auch wissen wir, dass am Fuße des Silberbergs nördlich des Bahndammes Reste einer römischen Villa zu finden sind.“[1] Die gut erhaltenen Mauern mit ihren farbigen Wandmalereien machten schnell deutlich, dass es sich um einen herausragenden Fund handelte, der nördlich der Alpen seinesgleichen sucht. Mitarbeiter des Denkmalamts Koblenz legten das Wohnhaus in den folgenden zehn Jahren komplett frei. Neben den farbigen Wandmalereien förderten sie dabei nach und nach auch eine Badeanlage, eine Küche sowie komplett erhaltene Fußbodenheizungen zutage, außerdem unzählige Alltagsgegenstände von antikem Fensterglas, Tafelgeschirr und Haarnadeln bis hin zu einer Theatermaske. Die Villa wurde schließlich mit einer aufwendigen Holzkonstruktion umbaut und 1993 als Museum Römervilla am Silberberg für Besucher geöffnet. Der Gang durch die Ruinen vermittelt einen guten Einblick in das provinzialrömische Alltagsleben vor fast 2000 Jahren. „Auf einem Rundgang bietet sich dem Besucher die Möglichkeit, durch die römischen Räume hindurchzugehen und so die gehobene römische Wohnkultur und Lebensweise nachzuempfinden“, heißt es in der Eigenwerbung des Museums, das seit seiner Eröffnung mehr als 600.000 Besucher anlockte.


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Museumseingang
Museumsleiter Dr. Hubertus Ritzdorf mit Iris Klefisch
Innenansicht.
Hinweis auf die Römervilla an einem Parkplatz in der Nähe des Museums.
Landrat Dr. Jürgen Pföhler (Dritter von links) bei einem Besuch des Museums mit Marita Cwik-Rosenbach (von links) und Karl-Heinz Preuß sowie Dr. Hubertus Ritzdorf (von rechts), Angela Humke und Eberhard Schimanski
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Der Fotograf Werner Mertens (Mitte rechts) bei der Dokumentation der Ausgrabungsarbeiten an der Römervilla in Ahrweiler, die er von der ersten Stunde bis zum fertigen Museum fotografisch begleitete.

Anschrift und Lage

Am Silberberg 1

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Ahrweiler)

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Kontakt

Öffnungszeiten

  • täglich außer montags 10-17 Uhr
  • Mitte November bis Ende März geschlossen

Gebuchte Führungen für Gruppen sind auch ausserhalb dieser Zeiten möglich.

Sonderöffnungen an den Adventswochenenden (Freitag bis Sonntag) und an allen März-Wochenenden (Samstag/Sonntag)

Während der Öffnunungszeiten werden zu folgenden Terminen Turnusführungen für Individualbesucher angeboten:

  • Mittwoch ab 15 Uhr
  • Samstag ab 14 Uhr
  • Sonntag ab 14 Uhr Führung durch die "Hausherrin"

Museumsleiter

Dr. Hubertus Ritzdorf (seit Juli 2009)

Besucherzahlen

2008: 26.175
2009: 22.597 (niedrigste Besucherzahl seit Eröffnung des Museums im Jahr 1993)
2010 (bis 14. November): 24.094

Träger

Um das Museum zu betreiben, wurde im Jahr 1990 der Zweckverband Römische Villa am Silberberg als Träger gegründet.

Chronik

Die Reste der einstigen Römervilla wurden beim Bau der Umgehungsstraße Ahrweiler entdeckt. Die große archäologische Bedeutung dieses Fundes veranlasste Bund und Land, die Trassenführung in diesem Bereich gegenüber den Plänen zu ändern und das Abfahrtsohr unterhalb des Silberbergs mit einer massiven Stützmauer in seiner heutigen Form zu bauen. Das machte während der Bauphase eine ergänzende Planfeststellung notwendig. Der Baufortschritt wurde verzögert und es entstanden Mehrkosten von zwei Millionen Mark.

Im September 2008 wurde der 500.000. Besucher seit Eröffnung des Museums begrüßt. Der Jahresrekord von 38.000 Gästen wurde im Jahr 1998 verzeichnet. Wolfgang Hammer, Vorsitzender der Hemmesser Hunnen, war am Freitag, 28. September 2012, der 600.000. Besucher der im Mai 1993 eröffneten Römervilla.[2]

Karin Joachim leitete das Museum bis Juni 2009.

Das älteste Zeugnis der christlichen Religion aus Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde in der Roemervilla gefunden: ein Christus-Monogramm, auch Chi-Rho oder Konstantinisches Kreuz genannt, das auf eine Keramikscherbe gemalt wurde. Dieses eher unscheinbare Exponat war bereits bei diversen Sonderausstellungen in ganz Deutschland zu sehen. Wesentlich augenfälliger ist ein weiteres Zeugnis antiker Religiosität: Mitten in der Wand von Raum 14 des Herrenhauses befindet sich eine große Nische, in der einst, für alle Gäste des Hauses gut sichtbar, der Hausaltar stand. Dort wurde all jener Götter gedacht, die den Hausbewohnern wichtig waren: nicht nur Jupiter, Venus und Merkur, sondern auch spezielle Götter für Haus und Familie. Diese sogenannten Laren waren eher Schutzgeister denn Schutzgötter. Als „lares loci“ waren sie an bestimmte Orte gebunden, etwa an eine Quelle, einen Hain oder eben ein Gebäude wie die Römervilla. Als „lares familiares“ waren sie zusammen mit den Penaten die Beschützer einer Familie. Diese Tradition entstand aus dem Ahnenkult. Im „Lararium“ wurden sie verehrt. In der Winterpause 2015/2016 baute Bernd Walther, ein ehrenamtlicher Helfer des Museums, im Maßstab 1:1 ein Modell eines solchen Larariums. Als Grundlage dienten ihm Hausaltäre aus Pompeji. „An fast allen Wänden haben wir noch die originale antike Wandmalerei,“ wusste Museumsmitarbeiterin Karin Hewel, „nur im Lararium fehlt sie.“ Das lag möglicherweise daran, dass sich am Ahrweiler Silberberg bereits recht früh das Christentum durchsetzte. Das lässt etwa das Christus-Monogramm vermuten.[3]

Weitere Bilder

Siehe auch

Videos

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Günther Schmitt: Ahrweiler: Römervilla zeigt erstmals Exponate aus Militärlager, general-anzeiger-bonn.de vom 17. Dezember 2013
  2. Quelle: General-Anzeiger vom 29. September 2012
  3. Quelle: Religiöse Vielfalt bei den Römern – Modell eines Larenheiligtums erweitert Ausstellung der Roemervilla, blick-aktuell.de vom 19. September 2016