FacebookLogo.png   TwitterLogo.png   Wordpress-logo-notext-rgb.png

Werner Mertens

Aus AW-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
AW-Landrat Dr. Jürgen Pföhler (v.l.), Werner Mertens und Kreisarchivar Leonhard Janta.
Werner Mertens (Mitte rechts) bei der Dokumentation der Ausgrabungsarbeiten an der Römervilla am Silberberg in Ahrweiler, die er von der ersten Stunde bis zum fertigen Museum fotografisch begleitete.
Foto von Werner Mertens: Die Sinziger Firma Agrob (heute Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG - Werk Sinzig)
foto von Werner Mertens mit dem Titel "Lichtschwingen"

Werner Mertens (* 27. April 1934 in Kasbach), Mitglied des Film- und Videoclubs Ahrweiler-Bad Neuenahr und der Are-Künstlergilde, arbeitete von 1971 bis 1997 als Fotograf, Filmautor und technischer Leiter der Kreisbildstelle Ahrweiler. Auch in seinem beruflichen Ruhestand fotografiert er Dokumentationen für das Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler. Sein Wirken unterteilt er in drei Epochen: Industriefotografie (1953-1970), Dokumentationsfotografie (1971-1996) und Fotokunst (ab 1997). Mertens' Gesamtwerk umfasst mehrere Tausend Fotos und 100 Filme.[1]


Vita

Werner Mertens wurde am 27. April 1934 in Kasbach bei Linz geboren wurde. Als Kind wollte er Musiker werden. Schon als 13-Jähriger spielte er in der Messe in Orsberg nahe seinem Geburtsort die Orgel. Sein Vater, ein Friseurmeister, hatte bereits die Passion für das Musizieren ebenso wie fürs Fotografieren und Entwickeln. Als Werner Mertens' Mutter sehr früh starb, vereitelte die Stiefmutter seinen Traum vom Konservatorium, und er wurde nach dem Schulbesuch ab 1949 mit einer Lehrstelle als Fotolaborant in Sinzig und als Fotograf bei Jakob Steinborn in Bad Neuenahr ausgebildet. So wurde das Hobby seines als Friseur arbeitenden Vaters, das Fotografieren, zu seinem Beruf. Anschließend wurde er bei Jakob Steinborn in Bad Neuenahr angestellt, wo er sich vor allem mit Portrait-, Architektur-, Industriefotografie und Industriefilmen beschäftigte. So fotografierte Mertens bei der Agrob (heute Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG - Werk Sinzig) und bei der Sohlenfirma Melangit in Sinzig und bei der Gebr. Both OHG Ahrweiler sowie Wohnsiedlungen der Deutschen Bundespost. Eine Herausforderung war das Fotografieren der „Kongo“ genannten rabenschwarzen Fabrikhalle der Kohlebürstenfabrik Rekofa in Walporzheim. Ein andermal fotografierte Werner Mertens bei der Agrob in Sinzig einen sich auflösenden Brennofen. Dort war die Hitze derart groß, dass sich das Objektiv an Mertens' Kamera auflöste.[2]

Im Jahr 1971 wechselte Werner Mertens zur Kreisverwaltung Ahrweiler auf den dort neu geschaffenen Arbeitsplatz in der Kreisbildstelle. Dort arbeitete er als Fotograf und Filmautor sowohl für Unterrichtsmedien als auch für eine Vielzahl zeitgeschichtlicher Dokumentationen. 26 Jahre blieb Mertens dort, bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Jahr 1997.[3]

„Unermüdlich unterwegs war er für die Arbeit in der Kreisbildstelle, die er auf- und ausbaute, mit dem Sucher immer auf der Suche nach neuen Themen und Motiven für Dokumentationen, Ausstellungen und Publikationen“, berichtete der General-Anzeiger anlässlich des 80. Geburtstages von Werner Mertens im April 2014.[4] Während seiner 26-jährigen Tätigkeit für die Kreisbildstelle (heute Kreismedienzentrum) des Kreises Ahrweiler drehte er Unterrichtsfilme u.a. über die Verkehrsregeln auf dem Rhein und den Eifel-Vulkanismus. Weiter berichtete der GA über Mertens:

Außerdem bildete er Lehrer aus und gab sein Wissen an der Volkshochschule weiter. Und selbst am Wochenende wurden etwa Aufnahme- und Motivlisten von der Landesbildstelle mit Ehefrau Anni, den beiden Söhnen und dem gepackten Picknickkorb im Schlepptau überall im Land Rheinland-Pfalz und darüber hinaus „abgearbeitet“.[5]

Mertens war einer der ersten, die den ehemaligen Regierungsbunker nach dessen Aufgabe durch den Bund fotografieren durften - lange bevor der Regierungsbunker zur Dokumentationsstätte umgewidmet wurde. Das Ergebnis dokumentierte Mertens unter anderem in einem Bildband. Den Rückbau des Bunkers hielt er ebenfalls fotografisch fest. Von 1999 bis 2001 arbeitete er an diesem Projekt und schuf dabei „eine Dokumentation ersten Ranges“, wie Landrat Jürgen Pföhler einmal sagte. Auch die Ausgrabungen der Römervilla am Silberberg dokumentierte Mertens fotografisch. Bei den Ausgrabungen war er von Anfang an dabei - nachdem der Amateurarchäologe Karl-Heinz Abrecht ihm damals nicht nur rote Dachziegel, sondern erstmals auch ein Stück bemalten Wandputz an Ort und Stelle gezeigt hattee.

Als der Nürburgring im Jahr 1976 aufgrund des schweren Unfalls von Niki Lauda in eine Krise geriet, drehte Mertens in Zusammenarbeit mit der Landesbildstelle Rheinland-Pfalz einen Film über die Grüne Hölle. Der Film sei auch Regierungspolitikern in Bonn gezeigt worden, „und wenn ich ein klitzekleines bisschen Anteil habe, dass damals 90 Millionen Mark für die Grand-Prix-Strecke rumgekommen sind, dann macht mich das noch heute stolz“, sagte er dem General-Anzeiger vor seinem 80. Geburtstag im April 2014. „Den Mund redet man sich manchmal fusselig, ohne etwas zu bewirken, aber wenn man etwas bildlich zeigt, ist das etwas ganz anderes“, so Mertens weiter.[6] Den Neubau des Nürburgrings und des Arp-Museums hielt er bildlich fest. Dabei ist er ein glühender Verfechter der Schwarz-Weiß-Fotografie.

1959 wurde Werner Mertens Mitglied des Film- und Videoclubs Ahrweiler-Bad Neuenahr. Von da an wirkte er federführend an Dokumentar- und Reportagefilmen mit, die zu Aushängeschildern für die Region wurden. So drehte er den Film Bad Neuenahr-Ahrweiler – Die Stadt mit den zwei Gesichtern. Und sein Film Im Tal der roten Traube wurde bei den Deutschen-Amateurfilm-Festspielen im Jahr 1980 als bester Film des Jahres prämiert. Er schuf auch eine Video-Dokumentation von der römischen Eisenschmelzersiedlung „An den Maaren“ im Ahrweiler Wald.

Im Jahr 1996 wurde Werner Mertens Mitglied der Are-Künstlergilde Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der GA berichtete:

Vom Abbilder des Realistischen wurde er zum Künstler. Was zuvor realistisch war, sollte nun künstlerisch werden und oft surreal anmuten. Bildkomposition, Linienführung und Diagonale sowie das Entdecken neuer Perspektiven, Brennweiten und Belichtungsmethoden und Darstellungsformen bekamen neue Bedeutung: Egal ob er stundenlang auf den „Ausbruch“ des kleinen Sprudels im Kurpark wartete oder sich „wie ein Brot in den Backofen“ in die Fußbodenheizung der Römervilla schieben ließ.[7]

Seit seiner Verabschiedung in den Ruhestand ist Werner Mertens als Gilde-Mitglied mit künstlerischen Fotoarbeiten auf Ausstellungen im In- und Ausland vertreten. Vier seiner Arbeiten erwarb die Kunstsammlung Rheinland-Pfalz.[8]

Anlässlich des 85. Geburtstags von Werner Mertens im April 2019 schrieb Hildegard Ginzler im General-Anzeiger:

Noch heute fotografiert das Geburtstagskind für das Heimatjahrbuch und dokumentiert im Auftrag des Kreises Veränderungen wie die neue Umgehungsstraße und die Situation am Bahnübergang. „Ob für den Kreis oder die Are-Gilde, mir geht es darum, etwas Kreatives zu tun“, betont Mertens und scherzt, „der Rost ist da, aber ich versuche ihm entgegenzuwirken“.

Auszeichnung

Für sein ehrenamtliches Engagement ist Werner Mertens, von 1971 bis 1997 maßgeblich am Aufbau des heutigen Medienzentrums des Kreises Ahrweiler – der früheren Kreisbildstelle – beteiligt, im April 2012 mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz geehrt worden. Staatssekretärin Beate Reich erinnerte bei der Ehrungsfeier im Kreishaus in Ahrweiler daran, dass Mertens auch Mitglied des Landesgremiums für Schulfotografie war und als Dozent im Rahmen der Lehrerfort- und -weiterbildung zahlreiche Lehrgänge und Workshops leitete.[9]

Veröffentlichung

Werner Mertens: Filmbegeisterte gründeten 1957 den Filmclub Ahrweiler. Schlaglichter auf über 60 Jahre erfolgreiche Vereinsarbeit, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2019, Ahrweiler 2018, 290 Seiten, S. 94-96

Mediografie

  • Werner Mertens: Ein Leben für das Bild - Der künstlerische Fotograf, Meister-Filmer und "Ahrweiler Jonge" wird heute 70 Jahre alt, in: Rhein-Zeitung vom 27. April 2004
  • Leonhard Janta: Ein überzeugter Vertreter der Schwarz-Weiß-Fotografie. Werner Mertens - Fotograf aus Leidenschaft, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2010, S. 105
  • Heike Hollunder: Der "Bunkerfotograf" Werner Mertens (Interview), in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2015, 277 Seiten, Seiten 84-86

Fußnoten

  1. Quelle: 65 Jahre Faszination für die Fotografie - Ausstellung im Kreishaus: Werner Mertens als Industriefotograf, Dokumentationsfotograf und Fotokünstler, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 25. Juli 2014
  2. Quelle: Hildegard Ginzler: Fotograf mit Leidenschaft: Werner Mertens wird 85 Jahre alt, in: General-Anzeiger vom 27. April 2019
  3. Quellen: Rhein-Zeitung vom 11. Juli 2009, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 8. Mai 2002 und Hildegard Ginzler: Stadtbibliothek Bad Neuenahr: Werner Mertens zeigt ausgewählte Foto-Werke, general-anzeiger-bonn.de vom 8. November 2013
  4. Quelle: Andrea Simons: Werner Mertens: Ein Rückblick auf "drei Leben" in der Ahrweiler Synagoge, general-anzeiger-bonn.de vom 25. April 2014
  5. Quelle: Andrea Simons: Werner Mertens: Ein Rückblick auf "drei Leben" in der Ahrweiler Synagoge, general-anzeiger-bonn.de vom 25. April 2014
  6. Quelle: Andrea Simons: Werner Mertens: Ein Rückblick auf "drei Leben" in der Ahrweiler Synagoge, general-anzeiger-bonn.de vom 25. April 2014
  7. Quelle: Andrea Simons: Werner Mertens: Ein Rückblick auf "drei Leben" in der Ahrweiler Synagoge, general-anzeiger-bonn.de vom 25. April 2014
  8. Quelle: Rhein-Zeitung und General-Anzeiger vom 17. April 2012
  9. Quelle: Hildegard Ginzler: Fotograf mit Leidenschaft: Werner Mertens wird 85 Jahre alt, in: General-Anzeiger vom 27. April 2019