Sportclub „Rhein-Ahr“ Sinzig 1910 e. V.

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Der Sportclub „Rhein-Ahr“ Sinzig wurde im Jahr 1910 gegründet.


Vereinsanschrift und Kontakt

Sportclub „Rhein-Ahr“ Sinzig 1910 e. V.

Postfach 1308

53477 Sinzig

E-Mail info@scsinzig.com

Gründung und Entwicklung

Schüler und Lehrer der ehemaligen Präparandie entfalteten in Sinzig erste fußballerische Aktivitäten. Die Geburtsstunde des Sportclubs schlug im Mai 1910 - nachdem die Sinziger Zeitung für den folgenden Sonntag um 20 Uhr ins Café Zepp zur Gründungsversammlung für einen Fußballverein eingeladen hatte. Die Vereinsgründer wählten dort Heinrich von Lennep zum ersten Vorsitzenden. Weitere Vorstandsmitglieder waren Bernhard Wahl (Schriftführer), Karl Inhoffen (Kassierer) und Karl Moltmann (Fußball-Obmann).

Als Sportplatz diente zunächst die Rennbahn des Radsportvereins von 1890; die Trikot-Oberteile waren grün-weiß gestreift, die Hosen schwarz. Die Kicker aus Linz am Rhein waren die ersten Gegner. Die Premiere bestanden die Sport-Club "Rhein-Ahr" Spieler mit den ersten Akteuren in ihrer Geschichte: Breese, Willi Wihl, Josef Stich, P. Breuer, Karl Inhoffen, Walter Erbach, G. Mund, H. Hüsch, K. Moltmann, B. Wahl, J. Schlagwein - und einem 3:2-Sieg. Damals gab es jedoch noch keinen organisierten Spielbetrieb. Die Anfahrt zu den Gegnern erfolgte per Fahrrad, und als Siegprämie wurden zwei Glas Bier spendiert. Niederlagen wurden mit einem Bier "honoriert". Die Radrennbahn wurde umgebaut, so dass Ende 1910 der erste Sportplatz eingeweiht werden konnte. Er galt damals als ideales Spielfeld. Der Zusammenschluss mit dem 1911 gegründeten Konkurrenzverein "Rheinland" ergab eine spielstarke Gemeinschaft, die bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs Erfolge einheimsen konnte.

Nach dem Krieg waren erst in der Saison 1920/21 wieder ein geordneter Spielbetrieb und eine erste Klasseneinteilung möglich. Zusammen mit Kottenheim belegte der Sinziger Sport-Club den damals den ersten Platz. Das erste Mannschaftsfoto, das heute noch erhalten ist, stammt aus dem Jahr 1920. In den folgenden Jahren konnten die Sinziger viele Erfolge feiern. Sie spielten in der sogenannten A-Klasse - unter anderem gegen den TUS Mayen, die Spvgg Andernach und den Sportclub 07 Bad Neuenahr e.V. - und wurden im Jahr 1925 Meister dieser Klasse. Zu dieser Zeit begann der Aufbau einer Jugendabteilung. Für das Training und für die Spiele wurden in den folgenden Jahren verschiedene Sportanlagen benutzt - zuletzt bis ins Jahr 1945 der Platz an der Rheinallee. In den Jahren 1936 und 1938 errangen die Sinziger Fußballer die Klassenmeisterschaft, eine Klasse, die weit über die heutigen Einteilungen im Kreis hinausging. Zu den besonders verdienstvollen Spielern dieser Zeit zählen die Mittelrheinauswahl-Spieler Peter Degen und Karl Schäfgen.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kam der Spielbetrieb zum Erliegen. Mit der Kreismeisterschaft und dem Aufstieg in die Bezirksklasse gelang in der Saison 1946/47 trotz zahlreicher Hindernisse der Anschluss an die Erfolge der Vergangenheit. In dieser Zeit fiel auch der Entschluss, an der Ahr-Brück einen neuen Sportplatz zu bauen, das heutige Rhein-Ahr-Stadion. Spieler wie Werner Lücke und Heinrich Schuster sorgten für eine starke spielerische Verbesserung der Mannschaft, der in der Saison 1950/51 der Aufstieg in die Landesliga gelang.

Dank der zielstrebigen Führung von Peter Deutsch brachte auch die Jugendarbeit kontinulierlich Erfolge. Die Saison 1953/54 brachte der jungen 1. Mannschaft die Bezirksmeisterschaft und den Wettbewerb in der 2. Amateurliga. Mehr als 12.000 Zuschauer bei den Heimspielen bedeuteten damals einen Rekord. Die Entscheidungsspiele brachten den Aufstieg in die 1. Amateurliga - das war ein beispielloser Erfolg in der ganzen Fußball-Region. Spieler waren damals: Böhm, Hirsch, Becker, Herter, Schmidt, Mettner, Härtel, H. Schuster, J. Schuster, Lücke, Deutsch, Sauer, Drolshagen und Mohr.

Trotz gelegentlicher Einbrücke setzte sich der Erfolg ab 1955 unter dem neuen Vorsitzenden Konrad Jopp fort. Die Saison 1958/59 darf dabei zu den besten gezählt werden darf. Die Mannschaft wurde Meister in der 1. Amateurliga-Staffel Ost mit den Spielern Degen, Zieminchen, Drolshagen, Kohlenbeck, Kuhn, Lessnig, Horst, Netz, Deutsch, Lücke, Jöxen, Wiescheid und Göpfert. Endspiele um den Rheinland-Pokal wurden, ebenso wie die Rheinland-Meisterschaft, nur knapp vergeben. In der DFB-Pokalrunde erreichten die Sinziger die Hauptrunde gegen die Spvgg Andernach, den FSV Mainz 05. Nach 2:0- und 1:0-Siegen verlor der Sinziger Sportclub gegen den TuS Neuendorf deutlich mit 6:0.

1960 erreichten die Sinziger Fußballer die dritte DFB-Pokalrunde und das Pokalendspiel der Amateure im Rheinland. Ein Höhepunkt war die Begegnung mit dem dreimaligen Südwestmeister FK Pirmasens - auch alter und neuer Meister der Oberliga Südwest. Diese Paarung im DFB-Pokal fand überregionales Interesse; Südwestfunk und Fernsehen berichteten. Im Spiel war ein Klassenunterschied nicht zu erkennen. Im Jubiläumsjahr 1960 siegte der Favorit und Bewerber um die deutsche Fußballmeisterschaft gegen die Sinziger Elf letztendlich mit 3:0. Die 5000 Fußballanhänger im Stadion bildeten einen würdigen Abschluss der ersten 50 Jahre Vereinsgeschichte.

Im Jahr 1962 wurden die Sinziger Rheinland-Pokal-Meister. Zur Einweihung des Rhein-Ahr-Stadions im Jahr 1964 spielte die japanische Nationalmannschaft. Vor mehr als 5000 Zuschauern verstärkten die Sinziger Spieler Karl-Josef Lessnig und Heinrich Schlebusch die Rheinland-Auswahl.

Als Tabellen-Zweiter durfte der Sinziger Sport-Club in der Saison 1967/68 an der Deutschen Amateur-Meisterschaft teilnehmen, wobei er im Stadion Reutlingen unglücklich ausschied. Im Jahr 1970 holten die Sinziger erneut den Rheinland-Pokal. Nach jahrelanger Durststrecke stiegen die Sinziger im Jahr 1975 in die Bezirksliga ab; aber schon 1977 gelang ihr der Wiederaufstieg in die 1. Amateur-Liga. Der folgende Abstieg in die Landesliga war eine Folge von Spielerabgängen und einer Abnahme der Zugänge, auch aus der eigenen Jugend. Das Leistungsniveau verflachte deshalb. In der Saison 1979/80 war der Club deshalb in einer misslichen Situation. In den folgenden Jahren wechselten sich kleine Erfolge und Misserfolgen ab. Die Saison 1982/83 verbrachten die Sinziger in der Landesliga-Gruppe Nord.

In der Folgezeit findet sich die 1. Mannschaft in der Bezirksliga wieder, 1984 heißt die neue Zugehörigkeit A-Klasse. Immerhin ist in diesen Jahren der neue Rasenplatz bespielbar. Das verhinderte allerdings nicht den weiteren Abstieg im Jahre 1986 in die Kreisliga B. Hier erreichte der SC einen Tiefpunkt. Schiedsrichter Edgar Steinborn hingegen schaffte im Jahr 1988 den Aufstieg in die 1. Bundesliga und wurde damit bundesweit zum "Aushängeschild des Sinziger SC.

Nach weiteren Jahren der Stagnation im Spielbetrieb wurde der Vereinsvorstand am 22. Januar 1993 teilerneuert; Jürgen Glück übernahm den Vorsitz. Der neue Vorstand machte die Reduzierung der Verbindlichkeiten zu seiner Hauptaufgabe. Altlasten wurden kontinuierlich abgebaut, was sich aber auch nachteilig auf das sportliche Niveau auswirkte. 1997 wurde der Club Mitglied der Kreisliga A. Zwei Jahre später, 1999, ereilte den Sport-Club der für lange Zeit tiefste Fall: der Abstieg in die Kreisliga B. Aus gesundheitlichen Gründen legte Jürgen Glück nach mehr als 15 Jahren sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Am 16. November 2007 wurde ein neuer geschäftsführender Vorstand gewählt - mit Karl-Heinz Walser (1. Vorsitzender), Jens Reinhold (2. Vorsitzender) und Dieter Brötz (Schatzmeister). Der neu gewählte Vorstand erklärte es zu seiner Hauptaufgabe, die Jugendarbeit in den Fokus zu nehmen und alle Altersgruppen des Vereins wieder in attraktive zu bringen. In der Saison 2008/09 stieg der Verein trotz verpasster Meisterschaft in die A-Klasse auf. Hinter der Grafschafter Spielvereinigung e.V. wurde der SC Sinzig Zweiter. 2011 folgte der erneute Abstieg in die B-Klasse. 2012 stieg der Verein sogar in die C-Klasse ab.[1]

Außerordentliche Mitgliederversammlung im Januar 2013

Jens Reinhold wurde Ende 2010 als Nachfolger von Karl-Heinz Walser zum Vorsitzenden des rund 300 Mitglieder zählenden Vereins gewählt. Bald musste er zusätzlich auch die Aufgaben des Schatzmeisters sowie des Schriftführers kommissarisch leisten. Im Januar 2013 kam eine außerordentliche Mitgliederversammlung für Ergänzungswahlen zusammen. Jürgen Glück, der selber gut 15 Jahre als Vorsitzender die Geschicke des Sportclubs geleitet hatte, leitete die Versammlung. „Der Verein steht sowohl finanziell als auch mit Blick auf die Mitgliederzahlen auf gesunden Beinen. Trotzdem muss sich einiges ändern, damit wir die Aufgaben auch in der Zukunft meistern könnten“, hatte der Club-Vorsitzende Jens Reinhold zuvor gesagt. Der General-Anzeiger berichtete:

Jens Reinhold, der aus beruflichen Gründen eigentlich gar nicht mehr kandidieren wollte, wurde erneut von den Mitgliedern zum Vorsitzenden gewählt. „So einen Traditionsverein wie den SC Rhein-Ahr Sinzig kann man ja nicht einfach zugrunde gehen lassen“, so Jens Reinhold gegenüber dem General-Anzeiger zu seiner Motivation, in allerletzter Minute den Job doch noch einmal für zwei Jahre zu übernehmen. Reinhold: „Wir haben viele richtige Dinge auf den Weg gebracht, ich werde aber auch viel Hilfe brauchen, um den Verein in seiner schwierigen Situation zu stabilisieren.“[2]

Sven Pörzgen wurde als stellvertretender Vorsitzender bestätigt. Die Kasse übernahm Alfons Busch, während Heinrich Becker die Aufgaben des Schriftführers übernahm. Becker trat die Nachfolge von Bruno Wulf an, der sich aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Wiederwahl stellte und der zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Abteilungsleiter Jugend wurde Bernd Krupp, Leiter der Senioren-Abteilung Franz-Josef Jansen ("Juppi"). Komplettiert wurde der neue Vorstand mit der durch die Satzung zulässigen Maximalzahl von zwölf Beisitzern. Die Rhein-Zeitung berichtete:

Die Erleichterung, den Fortbestand des SC Rhein-Ahr Sinzig zumindest aus personeller Sicht gesichert zu wissen, stand den Mitgliedern förmlich in die Gesichter geschrieben. Nichts desto trotz sieht Reinhold den Verein vor weiteren Herausforderungen. Neue Angebote wie Damenfußball oder Gymnastik seien nicht angenommen worden. Jetzt gelte es, andere neue Ideen zu entwickeln. „Nicht jede Entscheidung, die der Vorstand trifft, werden von allen akzeptiert. Sie sind aber für das Überleben notwendig“, erklärte der alte und neue Vorsitzende. Umso wichtiger sei es daher, dass sich möglichst viele Mitglieder beteiligen.[3]

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quellen: Wikipedia-Artikel "SC Rhein-Ahr Sinzig" und Homepage des Sportclubs Sinzig, beide ausgewertet am 13. Dezember 2012
  2. Quelle: Jens Reinhold bleibt Chef des SC Sinzig - Wahl klappt beim zweiten Anlauf, in: General-Anzeiger vom 14. Januar 2013
  3. Quelle: Andreas Wetzlar: Neuer Vorstand im zweiten Anlauf - SC Rhein-Ahr Sinzig beendet Vakanz an der Vereinsspitze – Neue Herausforderungen warten, in: Rhein-Zeitung vom 8. und 21. Januar 2013