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Heimatmuseum der Stadt Sinzig

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Das im Dezember 1953 vom damaligen Bürgermeister Franz Josef Zimmer gegründete Heimatmuseum im Schloss Sinzig verfügte zunächst nur über einen kleinen Bestand von Exponaten. Heute besitzt das Museum mit seinen Sammlungen zu Bildern der Rheinromantik, des Malers Carl Christian Andreae, der Sammlung Philipp Niederée und den Sammlungen zur Stadtgeschichte verfügt das Museum über einen stattlichen Fundus.[1]


Plakat zur Ausstellung „Zeugnisse aus 750 Jahren Stadtgeschichte“, die vom 18. Mai bis 31. Dezember 2017 im Heimatmuseum zu sehen ist

Leitung

Agnes Menacher (seit Herbst 1985), Vorgänger: Dr. Bernhard Koll

Öffnungszeiten

Donnerstags von 10 bis 12 sowie am Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Führungen nach Vereinbarung unter Telefon 02642 3406.

Sammlungen

Das Museum und seine Ausstellungen wurden mit vielen Originalen gefördert und geprägt vor allem durch die Nachfahren des Historien- und Kirchenmalers Carl Christian Andreae (1823-1904). Möbel, Skulpturen und Kuriositäten der Stiftung Niedereé aus Linz sind den Künstler-Freundschaften Andreaes zu verdanken. Der Sinziger Lehrer Franz Steinborn (1900-1961) schuf ein Stadtmodell von Sinzig, seine Kinder überließen dem Museum heimatgeschichtliche Aquarelle und weitere Werke mit Bezug zu Sinzig. "Bodenschätze" aus der Frühzeit und Römerzeit verdankt das Museum aufmerksamen Mitarbeitern der Kiesgruben in Sinzig.

Chronik

Die Geburtsstunde des Museums schlug am 2. Dezember 1953 im damaligen Rathaus von Sinzig, als Bürgermeister Franz Josef Zimmer die Sammlung erstmals öffentlich vorstellte. "Den Stadtvätern und Bürgern der traditionsreichen Barbarossastadt wird sich heute Abend zum ersten Mal im früheren Lichthof des Rathauses die Tür zum neuen Sinziger Heimatmuseum öffnen", war am morgens der Tagespresse zu entnehmen. Bürgermeister Zimmer und seine Unterstützer hätten "kunstgeschichtlich und folkloristisch wertvolle Schätze der glanzvollen vaterstädtischen Vergangenheit zusammengetragen." Die Gründung ging auf öffentliche Kritik zurück, die Stadt Sinzig besitze außer alten Bauwerken "keinerlei Zeugnisse ihrer glanzvollen Vergangenheit" - "weder ein Heimatbuch, noch ein Heimatmuseum wie andere alte Städte ihrer Nachbarschaft". Eine weitere Konsequenz neben der Eröffnung der historischen Sammlung war, dass Karl Bruchhäuser bald damit begann, das 1953 veröffentlichte Heimatbuch der Stadt Sinzig zu verfassen.

Bürgermeister Zimmer fand Unterstützer insbesondere in Franz Flossdorf, Franz Steinborn, Gustav Strohe, Philipp Niederée, Willi Hertel und Emil Schmitz, die fleißig sammelten, um die Sammlung zu füllen. Sie "strebten offenbar eine Universalsammlung aus Kunst, naturwissenschaftlichen Objekten und Altertümern wie in der Aufklärung an", vermutete Hildegard Ginzler in einem Beitrag des General-Anzeigers (GA) anlässlich der Feier des 60-jährigen Museums-Bestehens im Jahr 2013.[2] Anlässlich des 50-jährigen Bestehens zehn Jahre zuvor hatte Ginzler am 20. Februar 2003 im GA geschrieben:

Stolz war man auf Versteinerungen aus der Zeit, als das "Urmeer in der Goldenen Meile brandete", auf den eiszeitlichen Mammutzahn, Steinzeitgeräte, römische Keramik, Glasgefäße, Münzen, römische Äxte vom Ziemert, fränkische Keramik, den Kamin aus dem alten Mönchshof samt Küchengerät und einer Eifeler Takenplatte und Franz Steinborns Aquarelle vom alten Sinzig.[3]

1956 zog die Sammlung dann vom Rathaus ins Schloss um: "In zwei Obergeschossen des Schlosses fand das vorläufige Ein-Zimmer-Museum dann eine sehr viel geräumigere Bleibe, Platz genug, um auch die von Philipp Niederée gestiftete Sammlung kostbarer Möbel, sakraler Holzplastiken, Gemälde und Bücher aufzunehmen", wie Hildegard Ginzler weiter schrieb. Nachdem Bürgermeister Zimmer in den Ruhestand gegangen war, blieb die Sammlung sich selbst überlassen, bis Karl-Heinz Weber bei der Neueröffnung im Jahr 1968 die Leitung übernahm.

Weber gelang es, Geld für Renovierung und Umbauten aufzutreiben; außerdem ordnete er die Sammlung neu. Nach Webers Tod im Jahr 1972 wechselten die Museumsleiter rasch: Ex-Bürgermeister Franz Josef Zimmer sprang ein; 1973 gab er die Museumsleitung an Gerwin Minrath, einen Sozialkunde- und Geschichtslehrer des Rhein-Gymnasiums, ab. 1976 übernahm Manfred Banaszak, Studienrat am Rhein-Gymnasiums, das Amt, 1977 die Studienrätin Flink und 1980 Studienrat Bernhard Koll. Im September 1975 wurden Skulpturen, Ölgemälde, Zinngerät und Münzen aus dem Museum gestohlen. Aber der Polizei gelang es, die vier jungen Täter aus dem Ahrkreis zu ermitteln und die Beute in einer Garage in Rolandseck sicher zu stellen. Eine Schüler-Arbeitsgemeinschaft des Rhein-Gymnasiums inventarisierte zwischen 1984 und 1987 den Museumsbestand und entwickelte Ausstellungen.

Im Jahr 1985 übernahm Agnes Menacher die Museumsleitung, die die Öffentlichkeitsarbeit forcierte, Sponsoren-Unterstützung aquirierte und vor und nach der von 1992 bis 1996 dauernden Renovierungspause Sonderpräsentationen organisierte. GA-Autorin Hildegard Ginzler hielt über die neue Museumsleiterin fest:

1989 zeigte sie im neuen Rathaus alte Sinziger Handschriften und Grafiken und holte die Ausstellung 100 Jahre Rassismus dorthin, die viele Politiker mit "versteinerten Mienen" quittierten. Viel beachtete Museumsschauen waren "Carl Andreae" (1999), "Glaskunst" (2000), "Franz Steinborn" (2001) und "Rheinromantik" (2002). Zudem beteiligt sich das Haus, in dem Menacher die Sammlungen Carl Andreae und Düsseldorfer Malerschule aufbaute und die Schenkung Werner Steinborns betreut, seit 1996 am "Internationalen Museumstag" und dem Tag des offenen Denkmals.[4]

Seit Januar 2002 wird das Museum auch vom Verein zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig e.V. unterstützt. Hildegard Ginzler:

Ein gemeinsamer Internetauftritt, kostenlose Führungen und die Publikationen Sinziger Schlossgeschichten sorgten für verstärkte Aufmerksamkeit. Dies taten auch zwei Ausstellungen und die namensgleiche Veröffentlichung "Heiß gebrannt und unverwüstlich - 140 Jahre Fliesen aus Sinzig" (2011): Unter der Leitung von Menacher und Antoinette Lepper-Binnewerg hatte ein Projektkreis erstmalig intensiv lokale Industriegeschichte erforscht und aufbereitet.[5]

Siehe auch

Verein zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig e.V.

Mediografie

Weblink

http://www.museum-sinzig.de

Fußnoten

  1. Quelle: General-Anzeiger vom 23. Oktober 2013
  2. Quelle: Hildegard Ginzler: Jubiläum: Das Heimatmuseum der Stadt Sinzig wird 60 Jahre alt, general-anzeiger-bonn.de vom 24. Oktober 2013
  3. Quelle: Hildegard Ginzler: Maulen und Meckern machen Museum möglich, general-anzeiger-bonn.de vom 20. Februar 2003
  4. Quelle: Hildegard Ginzler: Jubiläum: Das Heimatmuseum der Stadt Sinzig wird 60 Jahre alt, general-anzeiger-bonn.de vom 24. Oktober 2013
  5. Quelle: Hildegard Ginzler: Jubiläum: Das Heimatmuseum der Stadt Sinzig wird 60 Jahre alt, general-anzeiger-bonn.de vom 24. Oktober 2013