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Walburgis-Quelle Bad Neuenahr

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Die Walburgis-Quelle in Bad Neuenahr wurde 1973 als dritter Sprudel erbohrt - nach dem Großen Sprudel und dem 1907 erbohrten Willibrordus-Sprudel. Der Brunnen reicht in 359 Meter Tiefe. Von dort steigt das 36 Grad warme Wasser ohne Hilfe von Pumpen, allein durch die natürliche Kohlensäure getrieben, an die Oberfläche. Die Schüttung beläuft sich auf rund 2600 Liter stündlich.[1] Die Quelle gilt als reich an Natrium, Magnesium, Calcium und anderen Mineralien. Das Wasser soll heilsam sein für den Bewegungsapparat und den Stoffwechsel anregen.[2]


Chronik

Die Geschichte des Bad Neuenahrer Heilwassers begann im Jahre 1852 mit der Erbohrung des Apollinarisbrunnens durch den Ahrweiler Winzer Georg Kreuzberg. Bereits im Jahre 1818 hatte der damalige Kreisphysikus von Ahrweiler, Dr. Anton Velten, in einem Schreiben an die Regierung in Koblenz die Vermutung geäußert, dass sich in der "Gegend der Ahrmündung" zahlreiche Mineralquellen befinden. Hinweise sah er unter anderem darin, daß die Ahr auch in strengen Wintern unterhalb von Beul nicht zufriert und dass in zahlreiche Keller kohlensaures Gas einströmt. Zu dieser Zeit gab es lediglich in Heppingen einen Brunnen mit Mineralwasser. Dieser Hinweis blieb allerdings viele Jahre lang unbeachtet, bis ein Zufall zur Entdeckung der Heilquellen in Bad Neuenahr führte.[3] Der langjährige Bad Neuenahrer Badearzt Dr. Weidgen schilderte dies in einem Aufsatz aus dem Jahre 1869:

In einem großen, schönen Weinberge zwischen den Dörfern Wadenheim und Heppingen verkümmerten auf einer begrenzten Stelle die Weinstöcke infolge starker Kohlensäure-Exhalation aus dem Boden, wodurch der Weinberg viel an Ertrag und Schönheit einbüßte. Der Eigentümer, Herr Georg Kreuzberg, Weinhändler in Ahrweiler, versuchte diesem Übelstande durch Ableitung der Kohlensäure mittels eines Stollens abzuhelfen und entdeckte beim Graben eine starke Quelle säuerlichen Mineralwassers.

Die Analyse in Bonn ergab einen "vortrefflichen Säuerling", so dass Georg Kreuzberg den Apollinarisbrunnen gründete. Es folgten weitere Untersuchungen und Grabungen, bis schließlich im Jahre 1856 vier warme alkalische Mineralquellen mit Temperaturen bis zu 39 Grad im damaligen Dorf Beul gefunden wurden. Zwei Brunnen erwiesen sich als Nebenquellen, die beiden anderen erhielten die Namen Augusta-Quelle Bad Neuenahr und Victoria-Quelle Bad Neuenahr. In den folgenden zwei Jahren wurden die Heilquellen auf ihre medizinische Wirkung untersucht und es ergaben sich die unterschiedlichsten Heilwirkungen. Am 28. Juli 1858 schließlich erfolgte die Eröffnung der Trinkhalle, womit die eigentliche Geschichte des Heilbades Bad Neuenahr begann. In diesem Jahr wurde auch die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr gegründet. Die erste Kursaison in Bad Neuenahr folgte am 31. Mai 1859. Die Zahl der ersten Kurgäste betrug damals 197.

Am 5. Oktober 1861 wurde der "Große Sprudel" erbohrt, 1907 kam der Willibrordus-Sprudel Bad Neuenahr hinzu. Die Temperatur der beiden Brunnen betrug rund 35 Grad. Die Hauptbestandteile waren nach einer Analyse aus dem Jahr 1907 "doppeltkohlensaures Natron, Lithion, Ammonium, Kalk, Magnesia, Eisenoxydul, Natriumchlorid, Kaliumsulfat, Natriumsulfat, etwas Brom, Jod und freie Kohlensäure". Während für den "Großen Sprudel" lediglich 90 Meter tief gebohrt werden mußte, so liegt der Ursprung des Willibrordus-Sprudels in einer Tiefe von 377 Metern.

Beide Sprudel liegen lediglich zehn Meter auseinander, und trotz des Unterschiedes in der Tiefe haben beide eine nahezu identische Temperatur. Es handelt sich um warme, hauptsächlich hydrogencarbonatenthaltende alkalisch-erdige Quellen. Sie haben einen hohen Gehalt an natürlich gebundener Kohlensäure bis hin zum Übersättigungsgrad. Sie eignen sich besonders auch für eine Trinkkur.

Mit der "Walburgis-Therme" wurde im Jahr 1973 in einer Tiefe von 359 Metern der dritte Sprudel erbohrt.

Das Bad Neuenahrer Heilwasser ist reich an natürlicher Kohlensäure und bindet daher auf seinem Weg durch das mineralreiche Gestein vulkanischen Ursprungs und durch seine natürliche Temperatur von 34 bis 41 Grad viele Mineralien und Spurenelemente. Getrunken fördert der Kohlendioxid-Gehalt des Wassers den Stoffwechsel. Sein hoher Gehalt an Hydrogencarbonat wirkt entzündungshemmend. Beim Bad kommt es durch die Wärme zu einer starken Mehrdurchblutung und Stoffwechselanregung. Die Gefäßerweiterung steigert nicht nur den Gewebsstoffwechsel, sie wirkt auch blutdrucksenkend. Die natürliche Wärme erhöht zudem auch den Bewegungsspielraum, lockert das Gewebe und entspannt die Muskulatur.

1988 wurde die Walburgis-Quelle umfangreich saniert. Dabei ist auch das Steigrohr ausgetauscht worden.

Quellensanierung 2014

In der ersten Jahreshälfte 2014 kam kaum noch Wasser aus der Quelle. Das war ärgerlich für die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr, die zu dieser Zeit mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler über den Verkauf der Ahr-Thermen samt Walburgis-Quelle verhandelte. Die Firma H. Anger's Söhne, eine Bohr- und Brunnenbaugesellschaft aus Hessisch-Lichtenau erhielt den Auftrag, den Brunnen zu sanieren. Mit Hilfe eines Kranwagens zog sie das 359 Meter lange kupfernde Steigrohr, das einen Durchmesser von acht Zentimetern und ein Gewicht von dreieinhalb Tonnen hatte, Stück für Stück nach oben und zerlegte es in in Fünf-Meter-Segmente. Das war die Voraussetzung, um den Brunnen zu reinigen. rhein-zeitung.de berichtete:

Mittels einer herabgelassenen Kamera zeigte sich, dass in dem perforierten unteren Teil des Rohres, das den eigentlichen Brunnen darstellt, die Öffnungen verstopft waren, durch die das Wasser gefiltert wird. Bis zu einer Tiefe von etwa 230 Metern misst das Rohr 30 Zentimeter im Durchmesser, danach verjüngt es sich auf 15 Zentimeter. Mittels Hochdruckstrahl und Kunststoffbürste wurden die Öffnungen wieder freigelegt und nebenbei noch anderthalb Meter Sediment vom Grund an die Oberfläche geholt.[4]

Siehe auch

Portal "Quellen, Baden, Kuren"

Mediografie

Bad Neuenahr: Wasser aus der Walpurgisquelle, rundschau-online.de vom 12. Juni 2007

Fußnoten

  1. Quelle: Spezialisten bringen Quelle der Ahr-Thermen in Fluss, rhein-zeitung.de vom 9. Juli 2014
  2. Quelle: Victor Francke: Ahr-Thermen: Walburgis-Quelle sorgt für Probleme, general-anzeiger-bonn.de vom 3. Juni 2014
  3. Quelle: ahrthermen.de: Bad Neuenahrer Heilwasser, gesehen am 7. Juni 2014
  4. Quelle: Spezialisten bringen Quelle der Ahr-Thermen in Fluss, rhein-zeitung.de vom 9. Juli 2014