Zukunftsregion Ahr
(Weitergeleitet von Zukunftsregion Ahrtal)
Der Verein Zukunftsregion Ahr e. V. wurde im Jahr 2023 unter den Eindrücken des verheerenden Ahr-Hochwassers vom 14./15. Juli 2021 gegründet. Zu seinen Hauptaufgaben hat sich der Verein die Koordination, die Vernetzung sowie die Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements gemacht – und das nicht nur im Rahmen des Wiederaufbaus des Ahrtals, sondern auch hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit der gesamten Ahrregion. Ein besonderes Augenmerk soll dabei dem Klimaschutz gelten.
Anschrift
Wilhelmstraße 7 (seit 6. März 2026)
54374 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Stadtteil Ahrweiler
Kontakt
- Telefon 02641 3083303
- E-Mail s.preussner@zukunftsregion-ahr.de
Mitarbeiter
- Geschäftsführer: David Bongart (ab Juni 2025, zunächst für etwa zwei Wochen kommissarisch) Christoph Klötzer (bis Ende Mai 2025), Telefon 02641 308-3300, E-Mail c.kloetzer@zukunftsregion-ahr.de
- Assistenz der Geschäftsführung: Marion Kolling, Telefon 02641 308-3300, E-Mail m.kolling@zukunftsregion-ahr.de
- Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Social Media: Sarah Preußner, E-Mail s.preussner@zukunftsregion-ahr.de
- Jasmin Paganetti, E-Mail j.paganetti@zukunftsregion-ahr.de, Telefon 02641 308-3301
Vereinsziele
Der Verein Zukunftsregion Ahr e. V. will aktiv zur positiven Entwicklung der Ahrregion beitragen und sich dabei für eine resiliente, nachhaltige und zukunftsfähige Gestaltung der Lebensbedingungen einsetzen.
Den Impuls zur Gründung des Vereins Zukunftsregion Ahr e. V. gab die Notwendigkeit des Wiederaufbaus der Region nach der Flutkatastrophe. Deshalb ist die aktive Begleitung der Aktivitäten zur Wiederherstellung gleichwertiger Lebensbedingungen ein wichtiger Aspekt der Arbeit des Vereins. Dabei denkt der Verein Zukunftsregion Ahr e. V. jedoch über den Wiederaufbau des Ahrtals hinaus. Sein Antrieb ist die Vision einer Ahrregion, in der eine hohe Lebensqualität mit Innovation, Nachhaltigkeit und Klimaschutz Hand in Hand geht. Dazu gehört, Altes wiederaufzubauen, aber auch Neues zu schaffen.
Der Verein will einen Beitrag dazu leisten, vorhandene Potenziale zu nutzen, um die Region in eine starke Zukunft zu führen und sie weit über die Region hinaus bekannt zu machen.
Mitglieder
Die Mitglieder des Vereins kommen aus nahezu sämtlichen Bereichen der Gesellschaft, insbesondere aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie aus Kultur, Sport und Kirchen. Hinzu kommen Umwelt- und Naturschutzverbände, Wohlfahrtspflege und Zivilgesellschaft und sind in Kammern, Verbänden und Vereinen aktiv. Sie alle eint das Ziel, ein Netzwerk zu knüpfen, das innovative und nachhaltige Lösungen für die Zukunft einer lebenswerten Ahr-Region entwickelt und umsetzt.
Arbeit
Über die Arbeit des Vereins heißt es in einer Selbstdarstellung:
- Die Ahrregion in eine echte Zukunftsregion zu entwickeln, ist ein Ziel, das nur dann nachhaltig erreicht werden kann, wenn Bürger, Wirtschaft, Verwaltung und Politik an einem Strang ziehen. Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Möglichkeiten zur Vernetzung von Akteuren in der Region zu schaffen. Wir vernetzen Akteure aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Umwelt- und Naturschutz, Wissenschaft und Bildung, Kammern und Institutionen vorwiegend aus unserer Region. Wir schaffen Plattformen zum Informations- und Wissenstransfer. Um das zu erreichen, organisieren wir Veranstaltungen verschiedenster Art wie Fachkonferenzen, Workshops und ähnliche Formate, bei denen es stets auch Raum für Gespräche gibt. Wir stellen Bildungs- und Beratungsangebote bereit. Daneben arbeiten wir eng mit kommunalen Aufbaugesellschaften zusammen, schaffen Synergien und koordinieren Kooperationen verschiedener Akteure. Wir initiieren und unterstützen Projekte in der Region, insbesondere dann, wenn sie den Wiederaufbau vorantreiben. Dazu gehört auch, dass wir innovative Möglichkeiten und zukunftsgerichtete Ansätze erkennen und bewerten. Dabei behalten wir immer den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit im Blick.
Geschäftsstelle
Die Geschäftsstelle des Vereins, die sich an der Wilhelmstraße 1 in einem Gebäude der Kreissparkasse Ahrweiler in Ahrweiler befindet, ist die zentrale Anlaufstelle des Vereins Zukunftsregion Ahr. Alle organisatorischen und administrativen Aufgaben des Zusammenschlusses, von Verwaltung und Mitgliederbetreuung über die Planung von Veranstaltungen bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit werden dort erledigt.
Vorstand
Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, dem 1. und 2. stellvertretenden Vorsitzenden sowie mindestens vier weiteren Mitgliedern aus Zivilgesellschaft und Politik. Satzungsgemäß ist der Landrat des Kreises Ahrweiler der 1. stellvertretende Vorsitzende. Der Staatssekretär für Kommunalentwicklung übernimmt die Rolle des 2. stellvertretenden Vorsitzenden. Aufgabe des Vorstandes, der den Verein Zukunftsregion Ahr e. V. als leitendes Organ nach außen vertritt, ist es, die Beschlüsse der Mitgliederversammlung umzusetzen.
Chronik
Vertreter des Landes Rheinland-Pfalz und der Kommunen des Kreises Ahrweiler gründeten im Juli 2023, gut zwei Jahre nach dem Ahr-Hochwasser vom 14./15. Juli 2021, im Kreishaus in Ahrweiler den Verein Zukunftsregion Ahr und gaben ihm den Auftrag, die Akteure des Wiederaufbaus nach der Flut miteinander zu vernetzen.
Gründungsmitglieder des Vereins waren die Mainzer Staatskanzlei, verschiedene Landesministerien, die oberen Landesbehörden ADD und SGD Nord, der Kreis Ahrweiler, die Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler, Remagen und Sinzig, die Verbandsgemeinden Adenau, Altenahr, Bad Breisig und Brohltal sowie die Gemeinde Grafschaft. „Vor allem sollen maßgebliche Protagonistinnen und Protagonisten der Zivilgesellschaft, öffentlicher Institutionen, privater Unternehmen und Politik miteinander vernetzt und eine Plattform für einen zukunftsgerichteten, nachhaltigen Aufbau geschaffen werden“, sagte Staatssekretär Fabian Kirsch, Chef der Mainzer Staatskanzlei, in der Gründungsversammlung. Guido Mombauer, Vorstand der Kreissparkasse Ahrweiler, wurde zum Vorsitzenden des neuen Zusammenschlusses gewählt, zu seiner ersten Stellvertreterin Landrätin Cornelia Weigand. Außerdem sind in das Führungsgremium gewählt worden: Innen-Staatssekretärin Simone Schneider (zweite Stellvertreterin), Dominik Gieler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, Bad Breisigs Stadt- und Verbandsgemeindebürgermeister Marcel Caspers, Hönningens Ortsbürgermeister Jürgen Schwarzmann und Bad Neuenahrs Ortsvorsteher Richard Lindner. Ab Herbst 2023 sollten auch Vertreter der Zivilgesellschaft eingeladen werden, dem Verein beizutreten, und auch die Ortsgemeinden des AW-Kreises sollen Mitglieder werden können. Innenstaatssekretärin Schneider sagte: „Durch die Mitgliedschaft und durch die vorgesehene Förderung des Vereins unterstreicht die Landesregierung, dass sie weiterhin fest an der Seite der Menschen im Ahrtal steht. Mit 400.000 Euro jährlich wolle das Land die Vereinsarbeit fördern. Der General-Anzeiger erinnerte anlässlich der Gründung:
- Diskussionen hatte es im Vorfeld der Vereinsgründung sowohl um die Satzung als auch um eine Personalie gegeben. Die Satzung verabschiedete der Kreistag erst, nachdem diese nochmals mit dem Land abgestimmt worden war. Dabei ging es darum, dass die Kommunen ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis gegenüber dem Land festgehalten wissen wollten. Ein zweiter Hemmschuh war die Diskussion um die ehemalige ADD-Vizepräsidentin Begoña Hermann, die als Geschäftsführerin des Vereins gehandelt wurde. Nach einer umstrittenen Dienstreise in die USA während der Corona-Pandemie stand sie jedoch in der Kritik. Nach wachsendem öffentlichen Druck nahm Hermann von ihrem Wechsel an die Ahr Abstand.[1]
Guido Mombauer sagte, die Suche nach einem Geschäftsführer könne nun einige Zeit in Anspruch nehmen. Er hoffte, dass bis Anfang 2024 ein geeigneter Kandidat gefunden wird.
Bereits Monate vor der Gründung hatte es geheißen, Aufgabe des zu gründenden Vereins solle es sein, die Aktivitäten des Wieder- und Neuaufbaus nach der Hochwasserkatastrophe vom Juli 2021 zu begleiten und zu stärken, die Akteure der Zivilgesellschaft, aus Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Politik besser zu vernetzen, gleichwertige Lebensbedingungen wiederherzustellen und die Zukunftsfähigkeit der Ahrregion zu stärken. Mitglieder des Vereins sollten Kreis und Kommunen, das Land, Einrichtungen wie die Kammern, Behörden, Unternehmen und alle Bürger sein, die die Vereinsziele unterstützen möchten. Ein Vorstand solle gewählt, eine Geschäftsstelle eingerichtet und Arbeitskreise sollten eingerichtete werden. Außerdem wurden eine Geschäftsführung sowie ein dreiköpfiger Mitarbeiterstab vorgeschlagen.
Das Vereinsmodell solle an das der „Zukunftsregion Westpfalz“ angelehnt werden; und es beruht auf einem Vorschlag der Staatskanzlei. Zur Finanzierung reichten die Mitgliedsbeiträge zunächst nicht aus, hieß es. Deshalb werde das Land den Verein mit rund 400.000 Euro jährlich unterstützen. Die Gelder würden aus dem Landeshaushalt stammen und nicht dem Wiederaufbaufonds entnommen.
Der Verbandsgemeinderat Bad Breisig beschloss im September 2022, dem Verein nach dem Ahr-Hochwasser vom 14./15. Juli 2021 aus Gründen der Solidarität beizutreten.[2]
Landrätin Cornelia Weigand teilte dem Kreisausschuss im November 2022, nach ihrem Kenntnisstand hätten der Vereinsgründung inzwischen alle acht Hauptkommunen des Kreises zugestimmt. Nun sei der Kreis an der Reihe. Die Vereinsgründung soll im Dezember 2022 vom Kreistag Ahrweiler beschlossen werden. Und mit Begoña Hermann, Vizepräsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die kurz vor ihrer Pensionierung steht, stellte sich im November 2022 eine Kandidatin für das Amt der Geschäftsführerin des Vereins im Kreisausschuss Ahrweiler zur Verfügung. Nach ihrer Pensionierung wolle sie sich in einer solchen Position „mit ganzer Kraft im Ahrtal einbringen“, sagte sie. Ihr Vorteil: „Ich habe die besten Verbindungen nach Mainz, zur Landesregierung und zu Verwaltungen.“
Ein Verein habe gegenüber einer GmbH oder einem Zweckverband „flexiblere Möglichkeiten der Entwicklung“, sagte Begoña Hermann bei einer Sitzung des Kreisausschuss. Nun gehe es darum, wie es in der Rhein-Zeitung hieß, „die verschiedensten Bereiche des Neuaufbaus, vom Bauen bis zu Naturschutz und Gewässer, vom Tourismus bis zum Weinbau, von der Bildung und Digitalisierung bis zur Energie zu koordinieren.“ Um die Akteure vor Ort zu unterstützen, bedürfe es „eines guten Kooperationsmanagements und intensiver Kommunikation etwa zwischen Behörden und Kommunen, aber auch in Richtung Bevölkerung“, berichtete die RZ weiter. Instrumente der künftigen Vereinsarbeit seien Netzwerke, Gespräche, Veranstaltungen sowie die Koordinierung und Entwicklung von Projekten.
Ulrich van Bebber (FDP) sagte bei der Kreisausschusssitzung, er halte die Vereinsgründung zur Lösung der anstehenden Probleme für „verfehlt“. Stattdessen brauche es eine zentrale Stelle, an der sämtliche Stränge zusammenlaufen und die Entscheidungen trifft. Auch Hans-Josef Marx (FWG) befürchtete, dass ein Verein die gewaltige Aufgabe des Wiederaufbaus nicht schaffen könne. Wolfgang Schlagwein (Grüne) hingegen sagte, er könne die Vereinsform akzeptieren. CDU-Fraktionschef Michael Korden sagte, wenn das Land ein solches Angebot macht, sollte es der Kreis Ahrweiler annehmen. Christoph Schmitt (SPD) meinte, er teile viele der vorgetragenen Bedenken, trotzdem solle man dem Verein eine Chance geben. Bei mehreren Enthaltungen stimmte schließlich eine Ausschuss-Mehrzeit für den Beitritt des Kreises zum Verein. Anschließend war der Kreistag an der Reihe.[3]
Bisheriger Geschäftsführer scheidet aus
Der Verein Zukunftsregion und ihr bisheriger Geschäftsführer Christoph Klötzer beenden zum 31. Mai 2025 ihre Zusammenarbeit. Manchmal zeige sich erst in der praktischen Zusammenarbeit, dass die Erwartungen nicht vollständig zusammenpassen, teilte der Vorstand der Presse mit. Nach intensiven Gesprächen seien Verein und Klötzer „gemeinsam zu der Erkenntnis gelangt, dass es für beide Seiten die beste Lösung ist, getrennte Wege zu gehen“, berichtete daraufhin die Rhein-Zeitung. Die vakante Stelle werdse zügig ausgeschrieben und neu besetzt. Laufende Projekte und Initiativen des Vereins würden nahtlos fortgeführt, so Guido Mombauer, Vorsitzender des Vereins Zukunftsregion Ahr.[4]
Dokumentations- und Erinnerungsstätte zur Flutkatastrophe geplant
Um die Einrichtung einer zentralen Erinnerungs- und Dokumentationsstätte im Landkreis Ahrweiler geht es in vier Gesprächsrunden, zu denen der Verein Zukunftsregion Ahr alle Interessierten einlädt. Die erste Gesprächsrunde ist für Mittwoch, 26. März 2025, von 18 bis 21 Uhr in den Räumen der Shapefruit AG in Bad Neuenahr (Telegrafenstraße 13) geplant.
Am 26. September 2024 hatte der erste Dialog zu diesem Thema stattgefunden. Er führte zu dem Ergebnis, dass eine zentrale Dokumentations- und Erinnerungsstätte erwünscht ist. Deren Aufgabe solle es sein, die Ereignisse im Zusammenhang mit der Flut auch für kommende Generationen präsent zu halten. Am 26. März 2025 sollen die bereits erarbeiteten Ansätze aus dem ersten Bürgerdialog vertieft und weiterentwickelt werden. „Wir freuen uns darauf, in Arbeitsgruppen und der Podiumsdiskussion das Thema gemeinsam mit den Bürgern voranzutreiben,“ erklärten die Vorstandsmitglieder Richard Lindner und Jürgen Schwarzmann in einer Mitteilung an die regionale Presse.
Weitere aufeinander aufbauende Gesprächsrunden sind für Dienstag, 8. April, Montag, 5, und Mittwoch, 21. Mai, vorgesehen. Anmeldungen über die Geschäftsstelle der Zukunftsregion Ahr.
Zweiter offener Dialog
Für den 26. März 2025 hatte der Verein Zukunftsregion Ahr zu einem zweiten offenen Dialog in die Räume der Shapefruit AG in Bad Neuenahr. Dort sollten die Ergebnisse des ersten Dialogs aus dem Jahr zuvor besprochen und das Thema einer zentralen Erinnerungs- und Dokumentationsstätte im Landkreis Ahrweiler weiter vorangetrieben und detailliert diskutiert werden. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen zur Gestaltung der Stätte sowie zu ihrem Zweck und Lehren für die Zukunft.
Die Ergebnisse des erfolgreichen Workshops hätten eine klare Tendenz gezeigt, hieß es anschließend in einer Pressemitteilung des Vereins Zukunftsregion Ahr e.V.: Eine zentrale Dokumentationsstätte werde gewünscht, während die Erinnerung dezentral über das gesamte Ahrtal verteilt stattfinden solle. Hochwassermarken, Bilder oder lokale Gedenkorte könnten helfen, das Geschehene sichtbar zu machen. Gleichzeitig solle die zentrale Stätte als Wissens-, Gedenk- und Lernort fungieren, der sowohl der Bevölkerung als auch Schulklassen und Touristen offensteht.
Neben dem Thema Exponate, bei dem sich einige konkrete Ideen aufgetan hatten, wie die Einbindung eines bereits bestehenden 1,407 Quadratmeter großen Würfels, in dem viele Objekte aus der Flut in 3,5 Tonnen Harz eingebunden wurden, und die Möglichkeit, ein begehbares nachgestelltes Tiny House zu präsentieren, ging es bei dem Treffen auch um die menschliche Seite der Flut. Dabei wurden vor allem Zeitzeugeninterviews, private Aufnahmen und die große Solidarität untereinander sowie die nationalen und internationalen Helfer in den Fokus gestellt.
Ein wichtiger Bestandteil sollten auch die Bereiche Wissenschaft, Kunst und Tourismus bilden. Die Dokumentation solle sich nicht nur auf die Ereignisse der Flut beschränken, sondern auch den zeitlichen Verlauf, die sozialen und wissenschaftlichen Hintergründe sowie mögliche Lehren für die Zukunft darstellen, wie es in der Pressemitteilung weiter hieß. Besonders betont wurden die Bedeutung von Hochwasserschutz und Resilienz für künftige Generationen, die Integration von Wissenschaft, Forschung und digitalen Technologien wie VR/AR-Visualisierungen, die Rolle von Kunst und Kultur, um das Erlebte aufzuarbeiten und darzustellen, sowie die Notwendigkeit einer touristischen Nutzung, um das Gedenken zu erhalten und die Finanzierung zu sichern.
Der Verein Zukunftsregion Ahr lädt für Dienstag, 8. April 2025, von 18 Uhr bis 21 Uhr zur nächsten Gesprächsrunde ins DüNaLü in Dümpelfeld ein. Dort sollen konkrete Konzepte weiterentwickelt und nächste Schritte definiert werden. Die weiteren Termine für Treffen wurden auf Montag, 5. Mai 2025, im Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Altenahr sowie auf Mittwoch, 21. Mai 2025, im Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Sinzig festgelegt.
Zu diesen Treffen sind alle interessierten Bürger eingeladen, sich aktiv einzubringen und gemeinsam an der Gestaltung der Zukunftsregion Ahr mitzuwirken. Anmeldungen sind über diesen Weblink und über die Geschäftsstelle der Zukunftsregion Ahr möglich.[5]
Fachkräftezentrum vorgestellt
Im April 2025 informierte der Verein Zukunftsregion Ahr Unternehmer aus der Verbandsgemeinde Bad Breisig und aus den Rheinstädten Remagen und Sinzig über das Angebot des Fachkräftezentrums Kreis Ahrweiler.
Positionspapier zu einer nachhaltigen Energieversorgung
Die Zukunftsregion Ahr e.V. treibe die innovative Weiterentwicklung der Region voran und setze dabei auf nachhaltige Energiekonzepte“, hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins vom 28. April 2025. Anlass war ein Positionspapier zur nachhaltigen Energieversorgung, das der Verein in Auftrag gegeben hatte. Ein Baustein eines solchen Konzepts sei die geothermische Wärmespeicherung, die langfristig eine zuverlässige und umweltfreundliche Wärmeversorgung im Landkreis Ahrweiler ermöglichen könne. Ein Positionspapier zur saisonalen geothermischen Wärmespeicherung, das mit Unterstützung des Instituts für qualifizierende Innovationsforschung und -beratung Bad Neuenahr-Ahrweiler (IQUIB) erarbeitet wurde, zeige: Mitteltiefe geothermische Speicher können im Sommer gewonnene Energieüberschüsse – etwa aus Solarthermie oder erneuerbarem Strom – effizient für den Winter speichern. Dadurch entstehe ein stabiles klimafreundliches Energiesystem, das fossile Brennstoffe ersetzen und die regionale Energieunabhängigkeit stärken könne. Das Potenzial reiche aber noch weiter: Die Wärmespeicherung entfalte ihre volle Wirkung in Verbindung mit Agri-Photovoltaik und weiteren innovativen Technologien. Agri-Photovoltaik (Agri-PV) sei dabei „eine besonders zukunftsweisende Lösung.“ Sie ermögliche es, landwirtschaftliche Flächen doppelt zu nutzen: zur Energiegewinnung, gleichzeitig aber auch für die Nahrungsmittelproduktion. Im Gegensatz zu herkömmlichen Freiflächen-Photovoltaikanlagen bleibe dabei die landwirtschaftliche Nutzung vollständig erhalten. Dies sei „ein entscheidender Vorteil für eine ländlich geprägte Region wie den Landkreis Ahrweiler.“ Guido Mombauer, Vorsitzender des Vereins Zukunftsregion Ahr e.V., erklärte dazu:
- Mit Agri-Photovoltaik können wir zwei zentrale Ziele erreichen: Wir produzieren erneuerbare Energie und schützen gleichzeitig landwirtschaftliche Flächen vor extremen Wetterereignissen wie Starkregen oder Hitzewellen. Gerade in Kombination mit geothermischer Wärmespeicherung kann so eine nachhaltige, resiliente Energieversorgung entstehen, die langfristig stabile Energiepreise sichert.
Der Landkreis Ahrweiler habe dabei „die Chance, eine Vorreiterrolle für zukunftsfähige Energieinfrastrukturen zu übernehmen.“
Der Verein Zukunftsregion Ahr e.V. verstehe sich dabei als „Innovationsmotor, der Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Landwirtschaft und Kommunen vernetzt, um die Energiewende aktiv mitzugestalten.“ Vielversprechend sei insbesondere die Integration geothermischer Speicher in bestehende und geplante Nahwärmenetze, wie sie bereits in Marienthal (Heizwerk Marienthal) genutzt werden und beispielsweise in Dernau (Nahwärmenetz Dernau) entstehen. Projekte wie diese würden zeigen: „Die Energiewende ist längst nicht mehr nur eine Vision – sie wird vor Ort konkret umgesetzt.“
„Die geothermische Speicherung könne ein entscheidender Schritt für eine klimafreundliche und wirtschaftlich stabile Energieversorgung im Ahrtal sein“, betonte Dr. Bert Droste-Franke vom IQIB. Mit einer intelligenten Kombination erneuerbarer Technologien könne das Ahrtal „zum Modell für eine innovative, nachhaltige Energiezukunft werden.“
Mit dieser Initiative setze die Zukunftsregion Ahr ein klares Zeichen, hieß es in der Pressemitteilung weiter, „der Landkreis Ahrweiler wird nicht nur von der Energiewende profitieren, sondern sie aktiv vorantreiben.“ Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seien nun gefragt, diesen Weg zu einer unabhängigen, sicheren und nachhaltigen Energieversorgung gemeinsam mitzugehen.
Der Verein Zukunftsregion Ahr e.V. setze sich dabei für eine nachhaltige Entwicklung des Landkreises Ahrweiler ein. Im Fokus stünden innovative Energielösungen, Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und eine resiliente Infrastruktur. „Durch den Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft werden zukunftsweisende Projekte initiiert und begleitet, um die Region nachhaltig zu stärken und als Modellregion für innovative Energieversorgung zu etablieren“, hieß es in der Pressemitteilung abschließend.
Land Rheinland-Pfalz stärkt Zukunftsregion mit institutioneller Förderung
Der Verein Zukunftsregion Ahr erhielt vom rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern und für Sport eine institutionelle Förderung für das Jahr 2025. Staatssekretärin Simone Schneider übergab den entsprechenden Förderbescheid am 13. Juni 2025 im Bahnhof Rolandseck an den Vorstandsvorsitzenden des Vereins, Guido Mombauer.
„Mit der institutionellen Förderung unterstütze das Land eine zentrale Zukunftsinitiative im Landkreis Ahrweiler, hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins vom 21. Juli 2025. „Der Verein verbindet Menschen, Ideen und Kräfte – und kann damit einen Beitrag zu einer ganzheitlichen und innovativen Entwicklung der gesamten Region leisten“, sagte Staatssekretärin Simone Schneider. Die Förderung beträgt bis zu 395.000 Euro und stellt damit die maximal mögliche institutionelle Förderung des Landes für den Verein im Jahr 2025 dar. Der tatsächliche Mittelabruf richte sich nach dem konkreten Finanzierungsbedarf im laufenden Haushaltsjahr, hieß es in der Pressemitteilung weiter.
Die Finanzierung der Zukunftsregion stütze sich damit auf „zwei verlässliche Säulen“:
- die institutionelle Landesförderung und
- die Beiträge der Vereinsmitglieder.
Diese Grundlage ermögliche es dem Verein, seine Arbeit stabil, planbar und wirkungsorientiert fortzuführen. „Diese Förderung verleiht unserer Arbeit die nötige Stabilität, um langfristig zu planen, vernetzt zu handeln und Impulse für eine resiliente und lebenswerte Zukunft im Ahrtal zu setzen“, erklärte Guido Mombauer. In der Pressemitteilung hieß es weiter:
- Die Zukunftsregion Ahr stärkt die strukturelle Entwicklung des Ahrtals, indem sie Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft miteinander vernetzt. Als Impuls- und Umsetzungspartner arbeitet der Verein in den Bereichen nachhaltige Regionalentwicklung, Bildung, Klimafolgenanpassung, Teilhabe, Innovation und Resilienz. Ziel ist es, gemeinsam die Zukunft des Ahrtals nachhaltig, lebenswert und widerstandsfähig zu gestalten.[6]
Mediografie
- Michael Stoll: Verein „Zukunftsregion Ahr“: Kreis Ahrweiler wird erst mal kein Mitglied, rhein-zeitung.de, 20. Dezember 2022
- Michael Stoll: Kommentar zu den Problemen des Vereins „Zukunftsregion Ahr“: Fehlzündung, rhein-zeitung.de, 20. Dezember 2022
- Kreis Ahrweiler beschließt Mitgründung „Zukunftsregion Ahr e. V.“, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 21. April 2023
- Hilko Röttgers: Einstimmiger Beschluss im Kreistag: Kreis Ahrweiler tritt dem Verein Zukunftsregion Ahr bei, rhein-zeitung.de, 23. April 2023
- Neuer Verein Zukunftsregion Ahr e.V. unterstützt und vernetzt Akteure des Wiederaufbaus] (Pressemitteilung), rlp.de, 25. Juli 2023
- Sven Westbrock: Guido Mombauer ist Vorsitzender - Neuer Verein Zukunftsregion Ahr nimmt seine Arbeit auf, ga.de, 26. Juli 2023
- „Zukunftsregion Ahr“ gegründet - Verbandsgemeinde Adenau ist Gründungsmitglied, adenau.de, 10. August 2023
- Sven Westbrock: Zukunftsregion Ahr: Verein veröffentlicht Ausschreibung für neuen Geschäftsführer, ga.de, 31. August 2023
- Beate Au: Zukunftsregion Ahrtal: Verein will Weichen für Wiederaufbau stellen, rhein-zeitung.de, 25. Januar 2024
- Victor Francke: Verein nimmt Arbeit auf - Was der Verein Zukunftsregion Ahr wirklich bewegen kann - Kreis Ahrweiler · Volles Haus im Alvitha-Zentrum in Ahrweiler. Das ehemalige Gaswerk erweist sich als tolle Location für einen Startschuss, der die Region in den nächsten Jahren positiv verändern soll. Der GA war vor Ort - und hat die wichtigsten Punkte notiert, ga.de, 25. Januar 2024
- Frank Bugge: Ergebnisse des Bürgerdialogs - Flut-Erinnerung und -Dokumentation an einer Stätte, rhein-zeitung.de, 29. März 2025
- Thomas Weber: Zukunftsregion Ahr debattiert Mobilität - „Das haben wir schon immer so gemacht, funktioniert nicht mehr“, ga.de, 23. November 2025
Weblinks
Fußnoten
- ↑ Quelle: Sven Westbrock: Guido Mombauer ist Vorsitzender - Neuer Verein Zukunftsregion Ahr nimmt seine Arbeit auf, ga.de, 26. Juli 2023
- ↑ Quelle: Petra Ochs: Verein Zukunftsregion Ahr: Bad Breisig ist dabei, rhein-zeitung.de, 5. Oktober 2022, s.a. Victor Francke: Wiederaufbau im Fokus: Bad Breisig will dem Verein „Zukunftsregion Ahr“ beitreten, ga.de, 15. September 2022
- ↑ Quelle: Michael Stoll: Gründung von „Zukunftsregion Ahr“: Verein soll den Neuaufbau besser koordinieren, rhein-zeitung.de, 16. November 2022
- ↑ Quelle: Zukunftsregion Ahr trennt sich von Klötzer - Geschäftsführung des Vereins soll zügig neu besetzt werden, in: Rhein-Zeitung vom 25. Februar 2025, S. 15
- ↑ Siehe auch: Eine zentrale Dokumentationsstätte zur Katastrophe wird gewünscht - Die Zukunft des Ahrtals nach der Flut fest im Blick, blick-aktuell.de, 27. März 2025
- ↑ Quelle: Land Rheinland-Pfalz stärkt die Zukunftsregion Ahr mit institutioneller Förderung, Pressemitteilung des Vereins Zukunftsregion Ahr/Sarah Preußner vom 21. Juli 2025






