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Obertor Ahrweiler

Aus AW-Wiki
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Die Innenseite des Obertores
Die Innenseite des Obertors von der Schützbahn aus gesehen.
Historische Fotografie.
Relief von St. Ursula, der Schutzpatronin des Tors und der Oberhut an der Tor-Innenseite
Obertor-Außenseite

Das 20,50 Meter hohe Obertor von Ahrweiler wird auch, entsprechend dem Nachbarort, „Walporzheimer Tor“, der ehemaligen Wüstung Gisenhoven „Gesemer Porz“ oder „Westtor“ genannt. Es steht im Westen der Stadt und ist St. Ursula gewidmet. Bauhistorische Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass es in den Jahren zwischen 1254 und 1267 gebaut wurde. Bis zur Belagerung Ahrweilers durch Truppen des Kölner Erzbischofs Ruprecht von der Pfalz im Jahr 1474 war das Obertor ein Dreimauertor, also nach innen offen. Erst um 1500 wurde eine Innenmauer eingebaut, was man noch heute erkennen kann. An der Tor-Außenseite befinden sich ein Spitzbogentor mit Fallgitterschlitz sowie eine Pechnase.


Standort

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Sonstiges

Im zweiten Obergeschoss des Spitzbogentores befindet sich grabenseitig rechts ein Abort-Erker. Außerdem ist dort eine Vitrine mit einer Skulptur der St. Ursula, der Schutzpatronin der Oberhut von Ahrweiler und des Tores. Auf der Tor-Innenseite befindet sich eine Darstellung der Heiligen aus Basalt. Sie wird am Namenstag der Schutzpatronin am 21. Oktober mit einer Girlande aus mit weißen Rosenblüten verzierten Tannenzweigen eingefasst. Die sieben Steinkugeln, die in die Westfassade des Turms eingemauert wurden, stammen von der Belagerung Ahrweilers durch Truppen des Kölner Erzbischofs Ruprecht von der Pfalz im Jahr 1474. Auf einer bronzenen Infotafel an der Südseite heißt es zum Obertor:

Westlicher Torturm der Stadtbefestigung des 13.-15. Jahrhunderts, viergeschossig mit ausgekragtem Obergeschoss, vier Ecktürmchen und spitzem Walmdach. Außen Spitzbogentor, Fallgitterschlitz, Pechnase, drei eingemauerte Steinkugeln zum Gedenken an die Belagerung durch die burgundischen Truppen Karls des Kühnen 1476, Figur der Hl. Ursula mit Schutzmantel, Patronin der Oberhut.

Von oben nicht sichtbar, unterquert der Mühlenteich Bad Neuenahr-Ahrweiler im Bereich des Obertores die Stadtbefestigung. Damit Angreifer nicht durch den Graben in die Stadt eindringen konnten, war dieser Bereich mit Eisengittern geschützt. In Krisen- und Kriegszeiten wurde an dieser Stelle außerdem der Stadtgraben mit Wasser geflutet.

Chronik

Nach mehreren Ortsterminen gab die Generaldirektion kulturelles Erbe als oberste Denkmalschutzbehörde in Rheinland-Pfalz im Frühjahr 2019 grünes Licht für die Sanierung des Obertors. Zu dieser Zeit hatte das Bauwerk bis zu acht Zentimeter breite Risse, die vorwiegend von innen an der Südostwand und im Gewölbe über der Durchfahrt sichtbar geworden waren. In einem schlechten Zustand befanden sich auch die Einbauteile der Fassade wie Konsolen und Blendbögen sowie die Dacheindeckung, wie Bürgermeister Guido Orthen am 15. April 2019 dem Hauptausschuss der Kreisstadt sagte. Die Sanierung, die mit 386.000 Euro veranschlagt wurde, unterlag strengen Auflagen. Die Stadt rechnete mit einer Landesförderung von bis zu 75 Prozent. Im Zuge der Sanierung soll die Fassade mit einem Ankersystems statisch gesichert werden. Fehlende Steine sollen passend zum Bestand ersetzt, loser oder falscher Fugenmörtel soll durch Fugensaniermörtel ersetzt. Dacheindeckung, Holzschalung und Schiefereindeckung sollen erneuert, die Gesimse sollen saniert werden. Baubeginn soll im Frühjahr 2020 sein.[1]

Weitere Bilder

Siehe auch

Fußnoten

  1. Quelle: Günther Schmitt: Stadtbefestigung Ahrweiler: Ahrweiler Obertor soll saniert werden, general-anzeiger-bonn.de vom 17. April 2019