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Eifelverein Remagen

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Der Eifelverein Remagen wurde im September 1888 gegründet. Anfang der 1950er Jahre kamen die Vereinsaktivitäten zum Erliegen - bis der Verein im Jahr 2008 wiederbelebt wurde. Im September 2013, fünf Jahre nach seiner Wiedergründung und 125 Jahre nach seiner Grünung, zählt der Verein 71 Mitglieder, darunter 38 Frauen. 158 Wanderungen mit insgesamt 2311 Kilometern Strecke bot er in diesen fünf Jahren an. Zählt man alle Teilnehmer zusammen, machten sich 2821 Wanderer auf den Weg.[1]


Gründung und Entwicklung

Aufgrund der langen Pause und weil das Archiv des Hauptvereins im Jahr 1944 bei einem Bombenangriff vernichtet wurde, war das tatsächliche Gründungsdatum der Ortsgruppe lange unbekannt. Der älteste Hinweis stammte aus dem Jahr 1904, das deshalb lange als Gründungsjahr angenommen wurde. Tatsächlich aber gründete Adolf Dronke im Jahr 1888 zunächst den Hauptverein und anschließend 21 Ortsgruppen des Eifelvereins. Eine davon war die Ortsgruppe Remagen, die im September 1888 in einem Rolandsecker Hotel aus der Taufe gehoben wurde. Federführend bei der Gründung war der damalige Remagener Bürgermeister Clemens von Lassaulx. Das entsprechende Dokument im Staatshauptarchiv in Koblenz listet als weitere Gründungsmitglieder den Musikdirektor Paul Reullaux und Georg Caracciola, Onkel des späteren Rennfahrers Rudolf Caracciola, auf. Schon im folgenden Jahr 1889 legte die Ortsgruppe zwei neue Wanderwege an. Einer führte vom Calmuth-Tal hinauf zum Hochwald, der zweite über den Reisberg durch das Knaustal nach Bodendorf. Beide sind heute Teil des Rheinburgenweges. In den Anfangsjahren war der Eifelverein kein Wanderverein, vielmehr hatte er sich die Erschließung der Eifel auf die Fahnen geschrieben. Im 19. Jahrhundert erwirtschafteten die Bauern hier bisweilen nicht einmal genug zum Überleben. Nach Missernten herrschte Hungersnot, und schon damals sah man in der Ankurbelung des Tourismus eine Lösung der wirtschaftlichen Probleme. An dem Wegebau war damals vermutlich auch der Verschönerungsverein Remagen e.V. beteiligt; zwischen den beiden Vereinen gab es nämlich von Anfang an enge Verbindungen. Aber schon bald wurde es ruhig in der Ortsgruppe Remagen, die im Jahr 1905 gerade noch 24 Mitglieder zählte. Nachdem Paul Reuleaux den Vorsitz übernommen hatte, stieg die Zahl der Mitglieder wieder auf 42. Mit Freifrau von Spieß aus Bodendorf gehörte erstmals auch eine Frau dazu. Im März 1913 lud die Remagener Ortsgruppe zu einem „Ausflug mit Damen“ von Dernau über die Saffenburg nach Mayschoß ein. Jährlich acht Wanderungen standen damals auf dem Programm. Nach dem Ersten Weltkrieg und während der Weltwirtschaftskrise war es erneut ruhig im Verein, bis Jakob Sollhé im Jahr 1932 Vorsitzender wurde; der frühere Bürgermeister von Gerolstein war nach seiner Pensionierung nach Remagen gezogen. Während seiner Amtszeit stieg die Mitgliederzahl auf mehr als 70. 1942 veröffentlichte Jakob Sollhé eine umfangreiche Geschichte der Ortsgruppe, die allerdings verschollen ist.[2]

Bis Anfang der 1950er-Jahre war der Verein aktiv. Dann kamen die Aktivitäten zum Erliegen. Zahlreiche Remagener wanderten in den Jahrzehnten bis zur Wiederbelebung im benachbarten Eifelverein Sinzig mit oder waren direkt beim Hauptverein als Mitglieder gemeldet.

Im Jahr 2008 erörterte der Hauptvorsitzende des Eifelvereins, Dr. Hans Klein aus Stolberg, mit Bürgermeister Herbert Georgi und Verkehrsamtsleiter Martin Tillmann Möglichkeiten, die Ortsgruppe wieder zu beleben. "Es wäre eine Bereicherung für die Eifel und den gesamten Eifelverein mit seinen 30.000 Mitgliedern in 160 Ortsgruppen, wenn hier in Remagen ein neuer Eifelverein Fuß fassen könnte", sagte Klein. Die Ortsgruppen des Eifelvereins seien keine reinen Wandervereine, vielmehr engagierten sie sich zum Wohle ihrer Region auch für die touristische Erschließung. Weitere Markenzeichen des Eifelvereins seien die Pflege der Kultur und der Schutz von Natur und Landschaft. Als Vorbereitung auf die Wiedergründung eines Remagener Eifelvereins luden Vertreter des Hauptvereins und der Stadtverwaltung Remagen alle Interessierten für Mittwoch, 16. Juli 2008, zu einer Informationsveranstaltung in den Ratskeller des Rathauses ein. Gut zwei Dutzend Interessierte fanden sich dort ein. Freiwillige zur Besetzung der Vorstandsposten fanden sich allerdings nicht. Versammlungergebnis: Nach dem Motto: "Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben" soll der Verein bei einer weiteren Versammlung gegründet werden. Ende Juli 2008 war es dann aber so weit: Die Ortsgruppe traf sich im Rathauskeller zur Gründungsversammlung. Wolfhart von Stackelberg aus Oberwinter wurde zum Vorsitzenden gewählt, Hans-Werner Thiemann aus Kripp zum Schatzmeister und Annette Holzapfel zur Kultur-, Natur- und Medienwartin. Für September 2008 wurde die erste Wanderung geplant.

Rückblicke und Ehrungen standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung im März 2013, bei der fast die Hälfte der Mitglieder anwesend war. Für den verhinderten Vorsitzenden Wolfhart von Stackelberg leitete die Zweite Vorsitzende Ulla Tocha die Versammlung. Die Mitgliederzahl stieg im Jahr 2012 auf 65. 2012 absolvierte der Verein 30 Touren mit einer Gesamtstrecke von 423 Kilometern. Dabei wurden insgesamt 571 Wanderer wurden. Erich Schmitz wurde für 40-jährige Mitgliedschaft im Eifelverein ausgezeichnet. Wanderkönig Peter Hardt wurde für die Teilnahme an 22 Wanderungen geehrt.[3]

Im September 2013 wurde im Steinerberghaus das 125-jährige Bestehen des Remagener Eifelvereins gefeiert. Der Vorsitzende Wolfhart von Stackelberg gewährte dort einen launigen Rückblick auf die Entwicklung der Ortsgruppe.

Bei ihrer Hauptversammlung im März 2014 gedachten die Mitglieder des Eifelvereins Remagen ihres verstorbenen Mitgliedes Albert Bauer, des eifrigsten Wanderers in ihrem Verein; bei 123 Wanderungen legte er in viereinhalb Jahren insgesamt 1853 Kilometer zurück. Für sämtliche Etappen des Rheinburgenwegs und des Rheinsteiges hatte er jeweils den ausgelobten Pokal erworben, zweimal war er Wanderkönig und wäre es erneut geworden. So stand der Wanderpokal bei der Versammlung auf dem Tisch, ohne überreicht zu werden. Wolfhart von Stackelberg wurde im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Ebenso einstimmig wurde Ingo Bosse anstelle der nicht mehr kandidierenden Ulla Tocha zu dessen Stellvertreter gewählt. Hans-Werner Thiemann blieb Kassenwart und Horst Ockenfels sowie Marianne Güthe Kassenprüfer. Marianne Hamer-Pietzsch wurde zur Wanderwartin gewählt - mit der Aufgabe, die Wandervorschläge zu sichten und gleichmäßig über das Jahr zu verteilen. Mit 72 Mitgliedern erreichte die Ortsgruppe erneut einen Mitgliederhöchststand, nachdem sie allerdings bereits 1938 schon einmal 98 Mitglieder zählte. In seinem Rückblick dankte der Vorsitzende allen, die zum guten Gelingen des 125-jährigen Jubiläums der Ortsgruppe im September 2013 auf dem Steinerberg beigetragen hatten. Im Jahr 2013 führten 43 Wanderungen über insgesamt 686 Kilometer. Die Wanderstrecken waren zwischen zehn und 25 Kilometer lang, im Mittel waren es 16 Kilometer, mit einer durchschnittlichen Zahl von 16 Teilnehmern. 20 Wanderfreunde erwarben das Deutsche Wanderabzeichen in Bronze und legten dafür bei mindestens zehn Wanderungen innerhalb des Jahres insgesamt mehr als 200 Kilometer zurück. Mehr als 400 Kilometer wanderten Carl Verkoyen, Rolf Schäfer, Helga Cohnen, Ulla Tocha und Wolfhart von Stackelberg, mehr als 500 Kilometer Marianne Güthe und Udo Volz sowie mehr als 600 Kilometer Helmut Krämer und der verstorbene Albert Bauer.[4]

Rundum zufrieden zeigte sich der Vorsitzende Wolfhart von Stackelberg bei der Hauptversammlung im März 2017 mit den Ergebnissen des Jahres 2016. Bei 49 Wanderungen seien insgesamt 710 Kilometer gewandert worden. 653 Wanderer hätten sich im vorangegangenen Jahr auf den Weg gemacht. Dank einiger Neuzugänge habe die Ortsgruppe nun 75 Mitglieder. Als eifrigste Wanderer wurden geehrt: Erika Lange (272 Kilometer), Marianne Hamer-Pietzsch (274), Jörg Roßberg (290), Angelika Bruns (302), Doris Heuser (321), Klara Rauwald (326), Rolf Schäfer (329), Ingo Bosse (331), Ulla Tocha (354), Marlies Roßberg (370), Carl Verkoyen (424), Marianne Güthe (476), Wolfhart von Stackelberg (493), Helmut Krämer (559) und Jan Groeneveld (564). Wanderkönig wurde erneut Udo Volz (627 Kilometer). Doris Heuser und Helmut Krämer hatten als Wanderführer Wanderungen über alle 24 Etappen des Moselsteigs vorbereitet und durchgeführt. Wolfhart von Stackelberg wurde einstimmig für weitere drei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Einstimmig wiedergewählt wurde auch Ingo Bosse als stellvertretender Vorsitzender. Marianne Hamer-Pietzsch wurde als Nachfolgerin von Hans-Werner Thiemann, der das Amt neun Jahre innehatte, einstimmig zur Kassenwartin gewählt. Wolfhart von Stackelberg sagte, „die einmalig schöne Eifellandschaft werde durch Windparks und Solarfelder zunehmend zerstört. Die Verspargelung der Landschaft durch Windkraftanlagen, manche höher als der Kölner Dom, und durch Versiegelung des Bodens für Solarfelder zur Energienutzung sei ein viel zu hoher Preis für die Illusion, die Eifel könne durch diskontinuierliche Stromquellen je stromautark werden“, wie die Rhein-Zeitung am 24. März 2017 berichtete.[5]

Mediografie

Wolfhart von Stackelberg: Die Tour der Extreme im Kreis Ahrweiler. Wanderungen der Ortsgruppe Remagen des Eifelvereins, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2010, S. 141-144

Fußnoten

  1. Quelle: Volker Jost: Eifelverein Remagen: Aus dem Dornröschenschlaf erwacht, general-anzeiger-bonn.de vom 17. September 2013
  2. Quellen: Volker Jost: Eifelverein Remagen: Aus dem Dornröschenschlaf erwacht, general-anzeiger-bonn.de vom 17. September 2013, und Rhein-Zeitung vom 17. September 2013
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 22. März 2013
  4. Quelle: Eifelverein Remagen: Er wäre Wanderkönig geworden, general-anzeiger-bonn.de vom 14. März 2014
  5. Siehe auch: Eifelverein Remagen: Wolfhart von Stackelberg beibt Vorsitzender – Udo Volz wurde mit 627 gewanderten Kilometern zum Wanderkönig ausgezeichnet, blick-aktuell.de vom 27. März 2017