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Kreissparkasse Ahrweiler

Herbert Georgi

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Herbert Georgi (* 8. Dezember 1954 in Bonn) war von 2002 bis 2018 Bürgermeister der Stadt Remagen. Bei der Urwahl am 3. März 2002 erhielt er 54 Prozent der Stimmen; Gegenkandidat war Amtsinhaber Lorenz Denn (SPD). Georgis erste Wahlperiode endete im Jahr 2010. Bei der Wahl am 7. März 2010 wurde Georgi mit 60 Prozent der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang wiedergewählt und ließ seine Herausforderer Beate Schleitzer, unabhängig/CDU, (10,6 Prozent) und Detlev Maaß, unabhängig/SPD, (29,3 Prozent) weit hinter sich. Georgis zweite Amtszeit begann am 11. August 2010 und endet am 10. August 2018. Für eine dritte Amtszeit kandidierte Georgi nicht. Georgi war in der Wahlperiode von 2009 bis 2014 Mitglied des Jugendhilfeausschusses des Kreises Ahrweiler.


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Vita

Herbert Georgi wurde am 8. Dezember 1954 in Bonn geboren. In Bornheim-Sechtem, wo seine Eltern heute noch leben, wuchs er auf. Abitur machte er am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn. Zeitsoldat in einer Sportkompanie der Luftwaffe. Seit 1982 CDU-Mitglied. Am 3. März 2002 wurde er zum Bürgermeister von Remagen gewählt. Er siegte im ersten Wahlgang gegen den Amtsinhaber Lorenz Denn (SPD). Amtsantritt am 12. August 2002.

Georgi ist seit ca. 1989 mit Andrea Georgi, geb. Linden, verheiratet und Vater von zwei Jungen Patrick (7) und Adrian (6) (Stand: Sommer 2001). Im Hauptberuf koordinierte er zuvor alle Ausbildungsmaßnahmen für 200 Nachwuchskräfte, die Fortbildung für alle 5000 Mitarbeiter mit einem Jahresetat von 1,3 Millionen Mark, plante Führungskräfte-Trainings und -Auswahlverfahren, überwachte die Personalausgaben der Stadt Bonn in Höhe von rund 400 Millionen Mark jährlich und konzipierte Jahresfördergespräche und Teamentwicklung. Nebenberuflich unterrichtete er den Verwaltungsnachwuchs in Staats-, Arbeits- und Tarifrecht. Er war Dozent für Personalentwicklung beim Rheinischen Studieninstitut für Kommunale Verwaltung, der Akademie des Deutschen Beamtenbundes und am Kommunalen Bildungswerk in Berlin. Weiter führte er die Geschäfte der Mittelrheinischen Verwaltungsakademie Bonn. Als seine Stärke bezeichnete er vor seiner Wahl zum Remagener Bürgermeister, gut zuhören und, wenn nötig, schnell entscheiden zu können.

Von seiner früheren Leidenschaft - er hat im Verein Leichtathletik und Volleyball betrieben und war lange Zeit Mitglied einer Betriebssportmannschaft im Fußball - hatte er sich bis zu seinem Amtsantritt als Bürgermeister Einiges gerettet: Er lief drei Mal die Woche eine Stunde im Siebengebirge und ging bei gutem Wetter Rennrad fahren.

Georgi ist Mitglied im Komba-Kreisverband Ahrweiler.

Berufliche Laufbahn:

  • Berufsausbildung für den gehobenen Dienst bei der Stadtverwaltung Bonn, Abschluß als "Diplom-Verwaltungswirt"
  • sieben Jahre Tätigkeit beim Jugendamt der Stadt Bonn (Koordinierungsaufgaben für den Amtsleiter, Bürgerbeschwerden, Kontakte zu den freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, Schriftführung im Jugendwohlfahrtsausschuss und Ratsangelegenheiten)
  • danach Wechsel zum Personalamt, zunächst als Ausbildungsleiter, später als Leiter der Abteilung für Personalentwicklung
  • bis zu seinem Wechsel nach Remagen hauptberufliche Aufgaben:
    • Ausbildungsleiter für 200 Nachwuchskräfte
    • Konzeption der Fortbildung für alle 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung (jährlicher Aufwand über eine Million D-Mark)
    • Gestaltung und Weiterentwicklung der Fortbildung von 450 Führungskräften
    • Einführung und Fortentwicklung des Mitarbeitergesprächs als Jahresfördergespräch -
    • Überwachung (Controlling) aller Personalausgaben der Stadt mit einem Jahresvolumen von 400 Millionen D-Mark
    • Konzeption von Auswahlverfahren für Führungskräfte
    • Mitglied des Vorstandes des Instituts für Personalauslese der Stadt Köln und in diversen Prüfungsausschüssen
    • Amtsbezeichnung: Städtischer Oberverwaltungsrat

Nebenberufliche Aktivitäten:

  • Studium an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie mit dem Abschluss "Kommunaldiplom"

Dozent beim Rheinischen Studieninstitut für Kommunale Verwaltung in Staatsrecht, Gemeinderecht und Arbeits- und Tarifrecht

  • Geschäftsführer der Mittelrheinischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Bonn, Jahresetat 300.000 D-Mark
  • Seminarleiter für Personalentwicklung und Führungskräftefortbildung beim Kommunalen Bildungswerk in Berlin und der Akademie des Deutschen Beamtenbundes ·
  • sechs Auslandsaufenthalte zum Aufbau einer leistungsfähigen Verwaltung in der Ukraine und der Mongolei

Hobbys:

  • Rennrad fahren
  • Pilze sammeln

Bilanz nach 16 Jahren als Bürgermeister

Nach 16 Jahren als Bürgermeister verlässt Herbert Georgi das Remagener Rathaus im Juli 2018 in Richtung Ruhestand. In Georgis Amtszeit fielen der Beginn des Abbaus des riesigen Schuldenbergs, der Bau der Rheinpromenade Remagen, die Beseitigung und Neubebauung der Gewerbebrachen der ehemaligen Steppdeckenfabrik Ohlig an der Fährgasse in Remagen, auf dem ehemaligen Quellen-Lehnig-Gelände in Kripp, auf dem Areal der ehemaligen Rolf Atzenroth O.H.G. Kripp und der ehemaligen Otto Becher Türenwerk GmbH Remagen an der Goethestraße und zuletzt die Neubebauung des Geländes der Verkehrs-Verlag GmbH mitten in Remagen. Den Rheinschlössern Marienfels und Ernich sowie dem Schloss Calmuth – alle drei waren dem Verfall geweiht – wurde während Georgis Amtszeit als Bürgermeister neues Leben eingehaucht. Der Rolandsbogen wurde gerettet und von Grund auf saniert. Und auch der Neubau der Sporthalle und des Sportplatzes Kripp, der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses Oedingen und des Dorfgemeinschaftshauses Bandorf fielen in Georgis Amtszeit. Das alte Remagener Jugendheim wurde in ein Kulturzentrum verwandelt. Auch dank der Ansiedlung leistungsfähiger Gewerbebetriebe stiegen die Gewerbesteuereinnahmen von Remagen von knapp zwei Millionen Euro im Jahr 2002 auf mehr als acht Millionen Euro. Die Zahl der Arbeitsplätze alleine im Gewerbepark Remagen-Süd stieg von etwa 400 im Jahr 2002 auf 1200. Zudem wurde das Gewerbegebiet Oedingen erschlossen und vermarktet. Während viele vergleichbare Städte unter Leerstand leiden, gelang während Georgis Amtszeit die Belebung der Innenstadt durch systematisches Standortmarketing, die Ansiedlung von Kunstgalerien und die Einrichtung der Remagener Stadtgespräche, die rund 100 Projekte ins Rolle brachten. Während viele vergleichbare Städte unter Leerstand litten, gelang während Georgis Amtszeit die Belebung der Innenstadt durch systematisches Standortmarketing, die Ansiedlung von Kunstgalerien und die Einrichtung der Remagener Stadtgespräche, die rund 100 Projekte ins Rollen brachten. Mithilfe von Bundesmitteln wurde das Arp-Museum Rolandseck gebaut. Mit einem Aufwand von mehr als zwei Millionen Euro wurde die Rheinpromenade Remagen neu gestaltet, die heute Aushängeschild der Stadt gilt. Außerdem gab es Umbauten und Sanierungen der Grundschulen in Remagen und Kripp sowie des Schulzentrums Remagen. Und die Realschule plus wurde in eine Integrierte Gesamtschule umgewandelt. Nachdem neue Baugebiete ausgewiesen worden waren, stieg die Zahl der Einwohner auf mehr als 18.000. Darüber hinaus war Remagen die erste Stadt in weitew Umkreis, die 2007 als Service für Senioren und behinderte Menschen ein „Rollendes Rathaus“ einrichtete.[1]

Auf Georgi geht auch die Gründung der Bürgerstiftung Remagen zurück. In einem Interview am Ende seiner Dienstzeit im Sommer 2018 sagte er gegenüber der Rhein-Zeitung:

Ich habe damals ohne Unterstützung anderer alle Handwerker, Ärzte und Rechtsanwälte abgeklappert und für diese Stiftung geworben. Das war schon klasse im Jahr 2005: Wenn man dann unterwegs ist und sich so gut wie keinen Korb abholt. Die haben fast alle mitgemacht und nicht wenig Geld in die Stiftung eingezahlt, um mittelosen Menschen zu helfen. Und heute gibt es jährlich immer noch zwischen 20.000 und 40.000 Euro Spendengelder aus der Bevölkerung ...[2]

Als Georgi im Sommer 2018, kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeister, mit Christian Koniecki, einem Redakteur der Rhein-Zeitung, Bilanz seiner beiden Amtsperioden zog, erinnerte sich Georgi auch an die schwierigste Phase seiner Bürgermeisterkarriere in den Jahren 2009 und 2010, als eine Auseinandersetzung auch vor Gericht mit Mitgliedern seiner eigenen Partei zu eskalieren drohte: „Ich habe hier auch Zeiten gehabt, in denen ich einen Großteil meiner Arbeit darauf verwendet habe, Vermerke zu schreiben, um mich abzusichern. Das waren die Zeiten so kurz vor meiner Wiederwahl, als wir Mitglieder im Rat hatten, die Opposition nach dem Motto ‚Widerstand um jeden Preis‘ verstanden haben.“ Aber acht Jahre später konnte er schmunzelnd sagen: „Das war auch die Zeit, als ich vorübergehend keine Gewichtsprobleme hatte und die Nächte oft unruhig waren.“ Der Zwist damals sei aber auch eine Zäsur gewesen, „die es ... möglich gemacht hat, mit den anderen Parteien besser zusammenzuarbeiten. Inzwischen wird im Rat Sachpolitik gemacht.“

Mit einem bunten Abend im Foyer der Rheinhalle verabschiedeten die Remagener Vereine Anfang August 2018 den scheidenden Bürgermeister. Der hatte Ehefrau Andrea und Sohn Patrick zu der Feier mitgebracht. Reihum hatten die Initiatoren in den sechs Remagener Stadtteilen um Beiträge für den Abend gebeten. Neben dem gesponserten Büffet stand ein Sektkübel für Spenden zugunsten der Bürgerstiftung Remagen. Das „letzte Wort“ hatte an diesem Tag Herbert Georgi selbst: „Ich bin überwältigt“, sagte er. Er habe gewusste, „dass da was passiert, aber nicht, dass ich so viele nette Leute hier sehe“. Offensichtlich gerührt, erklärte er: „Ich habe den Bürgern und Bürgerinnen viel zu verdanken. Es war nicht immer so einfach. Zur Halbzeit haben mich auch die Vereine getragen, da konnte ich während der Veranstaltungen am Wochenende etwas entspannen. Es war mir nicht nur Pflicht, sondern auch Freude, etwas für die Vereine zu tun.“[3]

Mitgliedschaften

Würdigungen

  • Bei einem Rückblick auf Georgis Arbeit während seiner ersten Amtszeit sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler im Juni 2010, Georgi habe ein „feines Gespür für soziale Ausgewogenheit.“ Die Bürgerstiftung Remagen sei Georgis Idee gewesen. Auch lobte der Landrat den Willen zur interkommunalen Zusammenarbeit: „Kirchturmdenken ist Ihnen immer fremd gewesen.“
  • „Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2002 haben Sie sich deutlich über das erforderliche Maß für die Belange der Feuerwehr eingesetzt“, lobte Eduard Krahe, Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Ahrweiler, über Bürgermeister Herbert Georgi beim Kameradschaftstag der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Remagen am Samstag, 22. März 2014, im Dorfgemeinschaftshaus Oedingen. Dafür wurde Georgi mit der Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung, die der Verband zu vergeben hat.[4]
  • Bei einer kommunalpolitischen Tagung des SPD-Stadtverbands Remagen im Februar 2017 lobte der Stadt-Beigeordnete Rolf Plewa (SPD), der bei dieser Veranstaltung zum Vorsitzenden des SPD-Stadtverbands gewählt wurde, Herbert Georgi (CDU): „Er hat uns als Ideengeber immer respektiert“, sagte Plewa, „es gab eine enge Zusammenarbeit.“ Außerdem habe Georgi hat „ausgezeichnete Arbeit gemacht.“[5]
  • Der Christdemokrat gilt als Mann des Ausgleichs, als Moderator, als jemand, dem das Miteinander besonders wichtig ist, ohne gleich einer unangebrachten Harmoniesucht verfallen zu sein. ... Georgi hat es immer geschafft, alle in ein Boot zu holen. Gerudert wurde dann gemeinsam. In eine Richtung: nach vorne."[6]

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Victor Francke: Stadtentwicklung in Remagen: Die Römerstadt hat sich prächtig entwickelt, general-anzeiger-bonn.de vom 28. Juli 2018
  2. Quelle: Christian Koniecki: Herbert Georgi: Abschied vom Bürgermeisteramt – Remagens Stadtchef hat am 10. August seinen letzten Arbeitstag, in: Rhein-Zeitung vom 4. August 2018
  3. Quelle: Hildegard Ginzler: Schluss nach 16 Amtsjahren: Bürgermeister Herbert Georgi in Remagen verabschiedet, general-anzeiger-bonn.de vom 6. August 2018
  4. Quelle: Christoph Lüttgen: Feuerwehr in Remagen: Siegfried Schmahl ist neuer Chef, general-anzeiger-bonn.de vom 16. März 2014
  5. Quelle: Victor Francke: Kommunalpolitik in Remagen: Rolf Plewa führt SPD-Stadtverband an, general-anzeiger-bonn.de vom 13. Februar 2017
  6. Quelle: Victor Francke: Interview mit scheidendem Bürgermeister: Remagens Bürgermeister Herbert Georgi hört nach 16 Jahren auf, general-anzeiger-bonn.de vom 28. Juli 2018