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Kreissparkasse Ahrweiler

Altes Rathaus Ahrweiler

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Der Schlussstein über der Seitentür stammt vermutlich von der 1566 gebauten Stadtwache, die dem Stadtbrand am 1./2. Mai 1689 zum Opfer fiel.
Bronzene Infoplakette
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Altes Rathaus Ahrweiler.JPG
Blick vom Kalvarienberg auf das Ahrweiler des Jahres 1659. Vor der Kirche deutlich zu erkennen: die Alte Helle.

Wer heute auf dem Marktplatz von Ahrweiler steht, kann auf vier ehemalige Rathaus-Standorte blicken. Eines davon, das Alte Rathaus am Marktplatz 21, um 1780 nach Plänen des Rokoko-Baumeisters Johann Georg Leydel gebaut, ist das einzige der vier Gebäude, das bis heute erhalten ist. Nach seiner Erbauung wurde das denkmalgeschützte Gebäude wenige Jahre lang, bis 1797, von Polizei und Feuerwehr als Stadtwache genutzt. Von 1797 bis 1907, also 110 Jahre lang, diente es dann als Rathaus. Eigentümerin ist heute die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler befindet.


Standort

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Architektur

Bei dem ehemaligen Rathaus handelt es sich um einen zweigeschossigen Spätrokokobau mit Mansardendach und gebrochenem Giebel. An der Schmalseite verfügt der Putzbau über drei und an seiner Längsseite über fünf Achsen. Breite Pilaster, also pfeilerartige Formelemente, aus gehauenem Naturstein gliedern die Fassade. Über der Tür befindet sich ein reicher Trophäenaufbau mit dem Wappen der Stadt Ahrweiler. Das Mansarddach besetzt einen gesprengten Giebel mit ovalem Fenster.

Chronik

Im 14. Jahrhundert gab es in Ahrweiler ein Rathaus, das in alten Quellen als „Helle“ (Halle) und ab dem 16. Jahrhundert als „Bürgerhaus“ bezeichnet wird. Der repräsentative zweistöckige Fachwerkbau stand auf der Südseite der Pfarrkirche „St. Laurentius“. Im Erdgeschoss befanden sich Tagungsraum, Küche und Erfrischungsraum. Im Obergeschoss gab es einen weiteren Versammlungsraum für festliche Gelegenheiten. Außerdem verfügte das Gebäude über einen Balkon, von dem aus der Bürgermeister den Einwohnern, von Trommelschlag und Glockengeläut begleitet, wichtige Ratsbeschlüsse verkündete. Das tat er häufig sonntags nach dem Hochamt. Vom oberen Stockwerk aus führte ein auf Pfeilern stehender Brückensteg direkt zur Empore der Kirche. Vor jeder Ratsversammlung gingen die Ratsherren über diese Brücke, um vor dem in der Kirche stehenden Heilig-Geist-Altar erleuchtenden Beistand zu erbitten.

Beim Stadtbrand am 1./2. Mai 1689 wurde dieses Bürgerhaus eingeäschert. Als Ersatz ist daraufhin ein paar Meter weiter südlich ein schlichteres Bürgerhaus ohne Brückensteg zur Kirche gebaut und 1797 wieder abgebrochen worden. Zuvor war die Stadtverwaltung in die gegenüber stehende um 1780 gebaute ehemalige Ahrweiler umgezogen. Der Entwurf für diesen Bau stammte von dem Rokoko-Baumeister Johann Georg Leydel. Sein Sohn Martin setzte den Entwurf des Vaters um, hinterließ dabei aber auch unverkennbar individuelle Spuren. Das Gebäude diente den „bürgerlichen Schützen“ von Ahrweiler als Quartier und Arrestlokal. Mehrfach wurden in Ahrweiler fremde Truppen einquartiert; die Stadtwache diente dann als Wachlokal.

110 Jahre lang, bis 1907, diente das Gebäude dann als Rathaus. Außerdem befand sich darin die Wohnung des Bürgermeisters. Der Schlussstein über der Seitentür dieses Gebäudes zeigt das Wappen der Stadt Ahrweiler und die Jahreszahl 1566. Er stammt vermutlich von dem Vorgängerbau, einem 1566 gebauten eingeschossigen Fachwerkhaus, das zuvor an dieser Stelle stand und das ebenfalls bei dem Stadtbrand zerstört wurde.[1]

Im Jahr 1907, zog die Stadtverwaltung Ahrweiler in das zuvor von der Familie Staud gekaufte und dann renovierte und erweiterte Gebäude an der Ecke Marktplatz/Altenbaustraße neben dem ehemaligen Prümer Hof um. An dieser Stelle hatte vor dem Stadtbrand am 1./2. Mai 1689 der Maastrichter Hof gestanden, dahinter das städtische Hospital.

Als Folge der kommunalen Neugliederung von 1969 mit der Zusammenlegung der bis dahin selbstständigen Städte Ahrweiler und Bad Neuenahr wurden auch die beiden Stadtverwaltungen zusammengeführt – und zwar im Gebäude des ehemaligen Grand-Hotels „Flora“ in Bad Neuenahr. Das Rathaus in Ahrweiler wurde 1978 als solches aufgegeben. Später ist das Gebäude abgerissen worden. In einem Neubau befindet sich dort am Marktplatz 11 heute die Geschäftsstelle Ahrweiler der Volksbank RheinAhrEifel eG.

1981 befand sich in dem ehemaligen Rathausgebäude die Drogerie zum alten Rathaus.

Bis Ende 2013 beherbergte das Gebäude das Schützenmuseum Ahrweiler und Sion's Fischfachgeschäft. Das Schützenmuseum der St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V. zog in die Blankart-Scheune um, die die Stadt zuvor an die Schützengesellschaft verkauft hatte. Edgar Sion, Inhaber des Fischgeschäfts, hatte sich zum Auszug entschlossen, weil die Stadt seinen Plänen zur Erweiterung des Ladenlokals nicht zustimmte. Der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler beschloss, das Gebäude zur Neuverpachtung an einen Gewerbetreibenden auszuschreiben. Die CDU-Stadtratsfraktion schlug im Mai 2014 vor, das Alte Rathaus in ein städtisches "Dienstleistungszentrum im Herzen der Altstadt" zu verwandeln. Im Parterre könnte ein Bürgerbüro eröffnet werden. Außerdem könnten in den Räumen Servicestellen der kommunalen Ahrtal-Werke GmbH und der städtischen Heilbad Gesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler mbH eingerichtet werden werden. Die Schaufenster könnten dann weiterhin vom Heimatverein "Alt-Ahrweiler" e.V. mit heimatgeschichtlichen Exponaten dekoriert werden. Das Obergeschoss könnte an gewerbliche Nutzer vermietet werden.[2]

Im September 2016 eröffneten Mehtap Turan und Meltem Turan-Aksu im Erdgeschoss die Turan Manufaktur, in der die beiden Schwestern maßangefertigte Kleidung für Damen und Herren schneidern.

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quellen: Hans-Georg Klein: Ahrweiler, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage, Jünkerath: Eifel-Verlag 2016, 64 Seiten, ISBN 978-3-943123-20-3, S. 28, Das Ahrweiler Rathaus, in: Männergesangverein Ahrweiler 1861 e.V. (Hrsg.): Ahrweiler Bilderbogen, Ahrweiler 1981, 112 Seiten, S. 19 f., und bronzene Infoplakette an der Gebäude-Fassade
  2. Quelle: Günther Schmitt: Altes Rathaus in Ahrweiler: CDU stellt Nutzungskombination vor, general-anzeiger-bonn.de vom 22. Mai 2014