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Bahnbetriebswerk Kreuzberg

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Das Bahnbetriebswerk (Bw) Kreuzberg (Ahr) entstand um 1918, noch während des 1. Weltkrieges. Eine weitere zweigleisige Eisenbahnstrecke (Ruhr-Mosel-Bahn) war aus ökonomischen und strategischen Erwägungen geplant. Ausgehend vom Bahnhof Holzheim (b Neuss) über die (teilweise im Bau befindlichen) Bahnhöfe Rommerskirchen, Niederaußem, Quadrath-Ichendorf, Horrem, Mödrath, Liblar, Bliesheim, Rheinbach, Ringen nach Süden, an Lantershofen vorbei, führte sie oberhalb von Ahrweiler am Hang entlang und durch viele Tunnels langsam auf das Niveau der Unteren Ahrtalbahn herab. Zwischen Rech und Mayschoß (Bk bzw. Abzw Rech) sollte die Einführung in die Untere Ahrtalbahn erfolgen. Bis mindestens 1924 wurde an dieser Strecke weitergebaut, zu einer vollständigen Eröffnung kam es aber nie. Nur aus dem militärischen Stellenwert heraus ist es zu verstehen, dass in Kreuzberg (Ahr) ein im Vergleich zu den bisherigen Lokstationen Ahrweiler und Adenau ungleich groß dimensioniertes Bw angelegt wurde.


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Standort

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Sonstiges

Mit einem Drehscheibendurchmesser von 20 m war das Bw für die damals größten Güterzuglokomotiven ausgelegt. Auch der neun lange Lokomotivstände umfassende Ringlokschuppen belegt die gestiegene Bedeutung der Ahrtalbahnen. Die Gleisanlagen des zweiseitig angeschlossenen Bw wiesen einen entsprechend hohen Umfang auf, an der stärksten Stelle befanden sich 14 Gleise nebeneinander in Kreuzberg (Ahr).

Mit dem schrittweisen Rückbau der Ahrtalbahnen seit dem 2. Weltkrieg und insbesondere der Stilllegung des Streckenabschnittes nach Adenau im Jahr 1985 verlor das Bw Kreuzberg (Ahr) seinen Nutzen für die Deutsche Bundesbahn und wurde im Jahr 1987 stillgelegt.

In der Rechtsverordnung vom 22. April 1998 über die Einrichtung der „Denkmalzone Eisenbahnanlage Kreuzberg“ wurden in einer ca. 110.000 m² großen Denkmalzone folgende Bauwerke unter Denkmalschutz gestellt:

Ahrbrücke, Empfangsgebäude Bahnhof Kreuzberg, Güterschuppen Bahnhof Kreuzberg, Rampen und Mauern der Ladestraße, Gleisanlage, Lokschuppen, Drehscheibengrube, Kohlenbansen und Diesellager, Fundamente des Kohlenbansens und der Tankanlagen, Trafohaus und alle weiteren Nebengebäude, wie Pumpenhaus und Hochbehälter.

Schutzzweck war Erhalt und Pflege der Gesamtanlage, wie folgendes Zitat aus der Rechtsverordnung belegt: „Die noch vorhandenen Anlagen geben trotzdem einen Eindruck von der flächenmäßigen Dimension, dem technischen Umfang und der wirtschaftlichen Bedeutung der Eisenbahnanlagen in Kreuzberg.“

Die längst marode gewordene Lokschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerks Kreuzberg (Ahr) ist viel eindrucksvoller als das östlich stehende Empfangsgebäude des Bahnhofs Kreuzberg (Ahr). Neun Gleise laufen in den halbrunden Bau, große Tore und Fenster machen die Dimensionen des zugewuchertens Schuppens deutlich, dieses Zeugnisses einstiger Eisenbahnblüte in der Eifel. Vor der Halle befindet sich eine Drehscheibe. Seit Anfang der 1990er Jahre ist die Zukunft des ehemaligen Bahnbetriebswerkes ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Der Förderverein Museums-Bahnbetriebswerks Kreuzberg (Ahr) e.V. scheiterte 2004 mit seinem Plan, den als Denkmal geschützten Lokschuppen zu erhalten und zu einem Museum umzubauen. Trotz Denkmalschutz darf die Deutsche Bahn AG, nach wie vor Eigentümerin der Anlage, den Lokschuppen abreißen. Weil es der Bahn nicht zuzumuten sei, eine Anlage zu erhalten, die ihr nichts nützt und die ihr nur eine Last sei, hat die Kreisverwaltung Ahrweiler den Abriss genehmigt. Einheimische befürchten, dass das Areal als Baugelände ausgewiesen wird, sobald der Lokschuppen abgerissen wurde. Zuvor allerdings muss wohl noch der mit Dieselöl verunreinigte Boden unter dem Bau saniert werden.

Im November 2006 wurde die Denkmalzone per Rechtsverordnung aufgehoben, da – wie das Landesamt für Denkmalpflege feststellte – eine Dachsanierung des Lokschuppens die Denkmaleigenschaft der gesamten Denkmalzone beieinträchtigen würde.

Im Jahr 2008 hat die Verbandsgemeinde Altenahr einen Flächennutzungsplan aufgestellt bzw. fortgeschrieben, der die Flächen weiter als Eisenbahngelände ausweist.

Siehe auch

Video

Mediografie

Weblinks