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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Bergfriedhof Ahrweiler

Aus AW-Wiki
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Der Bergfriedhof Ahrweiler wurden 1974 eröffnet, weil die Kapazitäten des Alten Friedhofs "Am Ahrtor" Ahrweiler ausgeschöpft waren. Bis August 2014 wurden dort rund 600 Verstorbene beigesetzt. Die Zahl der Bestattungen ging immer weiter zurück. Über die Gründe dafür schrieb der General-Anzeiger (GA):

Den Bürgern liegt er zu weit außerhalb, und zweitens hat der Friedhof vor dem Ahrtor Tradition. Er ist bequem zu Fuß zu erreichen, zum Bergfriedhof geht es "fast nach Ramersbach".

Ortsvorsteher Peter Diewald sagte bei einer Sitzung des Ortsbeirats Ahrweiler am Montag, 25. August 2014: "Der Bergfriedhof ist massiv ins Hintertreffen geraten und findet kaum mehr Beachtung. Wir wollen nicht, dass der vergammelt." Um den Bergfriedhof attraktiver zu machen, griff der Ortsbeirat eine Anregung des einheimischen Bestatters Heinz-Peter Hoppe auf und beschloss einstimmig, "den ersten Friedweinberg Deutschlands" zu eröffnen, wie der GA berichtete. Auch die biblische Wendung vom "Weinberg des Herrn" bekomme damit eine neue Bedeutung. Das Gremium bat zunächst um die Beratung dieser "Friedwald-Variante mit Regionalbezug" im Landschaftspflegeausschuss des Stadtrates Bad Neuenahr-Ahrweiler. Für einen Friedweinberg gebe es zwei Möglichkeiten: "Entweder die Urnenbestattung entlang von Rebenreihen oder die Urnenbestattung jeweils rund um einen Rebstock", sagte Heinz-Peter Hoppe dem GA. Außerdem solle die Anlage pflegeleicht sein. "Friedhofswein wird es aber nicht geben", stellte er klar, "es sollen Zierrebsorten sein, deren Trauben einfach abfallen." Es gebe bereits etliche Interessensbekundungen von Bürgern.[1]


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Lage

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Chronik

Mit der Anlage neuer Grabformen, den sogenannten Weinberg-Grabstätten sowie dem Friedhain, einer Alternative zum Waldfriedhof, möchte die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ab Juli 2017 auf dem Bergfriedhof dem immer stärker werdenden Trend zur Urnenbestattung gerecht werden. Vier alternative Grabformen sind von da an zusätzlich auf diesem Friedhof möglich:

  1. die Weinberggrabstätte als halbanonymes Urnenreihengrab,
  2. die Weinberggrabstätte als Familiengrabstelle,
  3. das Urnenreihengrab als Friedhain in anonymer oder halbanonymer Form und
  4. der Friedhain als Familiengrabstätte unter Familienbäumen.

Bei den sogenannten Waldfriedhofvarianten handele es sich nicht, wie es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung hieß, um klassische Waldbestattungen wie zum Beispiel in der oberhalb von Niederbreisig gelegenen Waldruhestätte RheinRuhe und im RuheForst Hümmel, sondern um Baumflächen innerhalb des Bergfriedhofes. Bürgermeister Guido Orthen erklärte in der Pressemitteilung:

Die Nachfrage zeigt es ganz deutlich: Menschen suchen neue Wege im Umgang mit Tod und Trauer. Sie wollen ihren eigenen Vorstellungen über den Tod hinaus Geltung verschaffen und Art und Gestaltung ihrer letzten Ruhestätte möglichst frei selbst wählen. Gleichwohl haben sie bei aller Neigung zur Individualität gerade auf dem Gebiet des Bestattungswesens ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit, Verlässlichkeit und Transparenz. Diesen Vorstellungen wollen wir als Stadt gerecht werden.

Nach einer Testphase auf dem Bergfriedhof, bei der die Akzeptanz der neuen Grabformen beobachtet werden soll, könnten die neuen Bestattungsformen auch auf den übrigen städtischen Friedhöfen angeboten werden.[2]

Am 27. Juni 2017 wurde auf dem Bergfriedhof neben einem Friedhain auch ein Bereich mit Weinberg-Grabstätten eingeweiht. Der katholische Pfarrer Jörg Meyrer und der evangelische Pfarrer Karsten Wächter segneten die neuen Grabflächen ein. Am Tag zuvor hatte der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler eine neue Friedhofssatzung und die Gebührensatzung beschlossen. Ab Juli 2017 seien dort Bestattungen möglich, berichtete die Rhein-Zeitung am 28. Juni 2017. Diese Form der Bestattung sei in Deutschland einzigartig. Die beiden neuen Grabfelder kosteten 65.000 Euro. Für den Friedhain wurden 22 kleinkronige Blumeneschen in die Rasenflächen gepflanzt. Dort sind Urnenbeisetzungen in anonymer (198 Urnenstellen) oder halbanonymer Form (87 Urnenstellen) mit zentralem Gedenkstein möglich. Rund um Familienbäume können zwölf Urnen beigesetzt werden. Rund um jeden Rebstock ist Platz für jeweils acht biologisch abbaubare Urnen. Insgesamt wurden 320 halbanonyme Urnenstellen sowie 43 Familiengrabstellen unter Rebstöcken geschaffen. An jedem Rebstock ist ein Kissenstein mit den Namen der Beigesetzten vorgesehen. Als Rebsorte wurde „Blauer Muskateller“ verwendet; er zeichnet sich durch hohe Pilzresistenz aus. Fruchtansätze sollen entfernt werden, sodass keine Trauben entstehen. Die Pflege der neuen Grabformen übernimmt die Stadt. Bürgermeister Guido Orthen dankte für die Idee zu einem Friedweinberg, die heimische Bestatter vier Jahre zuvor an den Ortsbeirat Ahrweiler herangetragen hatten. Friedhain und Weinberg-Grabstätten seien interessant, „weil sie eine Verbindung zur Natur und zu unserer Heimat darstellen“. Ortsvorsteher Peter Diewald sprach von einer „Herzensangelegenheit“. Ein Vorteil der neuen Bestattungsformen sei, wie Pfarrer Wächter sagte: „Ob unter einem Baum oder einem Weinstock – hier sind wir alle gleich.“[3]

Siehe auch

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Günther Schmitt: Friedweinberg auf dem Bergfriedhof - Ahrweiler Ortsbeirat votiert einstimmig für Einrichtung, general-anzeiger-bonn.de vom 27. August 2014
  2. Quelle: Ab Juli: Letzte Ruhe unter Rebstöcken – Bad Neuenahr-Ahrweiler geht mit Weinberggrabstätten neue Wege – Alternative zum Waldfriedhof, in: Rhein-Zeitung vom 22. April 2017
  3. Quelle: Frieder Bluhm: Jetzt möglich: Letzte Ruhe unter Rebstöcken – Friedhain und Weinberg-Grabstätten auf dem Ahrweiler Bergfriedhof eingeweiht – Neuheit in Deutschland, in: Rhein-Zeitung vom 28. Juni 2017, siehe auch: Günther Schmitt: Neue Anlage eingesegnet: Ahrweiler hat ersten Friedweinberg in Deutschland, general-anzeiger-bonn.de vom 29. Juni 2017