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Katholische Pfarrkirche „St. Sebastianus“ Bad Bodendorf

Aus AW-Wiki
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Die Katholische Pfarrkirche „St. Sebastianus“ Bad Bodendorf wurde im Jahr 1872 von Kreisbaumeister Hermann Cuno erbaut und St. Sebastianus gewidmet. Etwa 600 Menschen lebten zu dieser Zeit in Bodendorf. An gleicher Stelle war bereits in Jahren den 1356 und 1647 Kirchen erbaut und vermutlich St. Gertrudis von Nivelles gewidmet worden. Eine Pfarrei wird in Bodendorf erstmals im Jahr 1282 erwähnt. Der Grundstein der 1872 erbauten Kirche liegt rechts unterhalb des ehemaligen Altarraums. Im einstigen Altarraum steht heute das Taufbecken.


Altarbereich
Blick aus Richtung Nordosten.
Eingangstür von Egino Günter Weinert
Die katholische Pfarrkirche "St. Sebastianus" Bad Bodendorf vom Altarraum aus in Richtung Orgel fotografiert.
Im Winter.
Pfarrkirche mit Pfarrhaus (links)
Im Rahmen des Projekts "Experimentelle Kirche" war der Altarraum der St. Sebastianus-Kirche Bad Bodendorf während der Fastenzeit 2008 dekoriert worden.
Firmlinge mit Bischof Dr. Stephan Ackermann.

Standort

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Eigentümerin

Katholische Pfarrgemeinde "St. Sebastianus" Bad Bodendorf

Inventar

Ein großer Teil der Innenausstattung der Kirche stammt von dem Kölner Bildhauer, Maler, Gold- und Silberschmied Egino Günter Weinert. Er hat die bronzenen Portale rechts und links des Turms, die biblische Motive zeigen, die ebenfalls aus Bronze gegossenen Griffe der gläsernen Innentüren angefertigt. Ebenso das Weihwasserbecken, das ein Emaille-Motiv zeigt, mit einem blauen Kreuz hinterlegt, und einen tief wurzelnden Baum. Ein Lamm weidet auf einer orangefarbenen Wiese. Im Chorraum hängt ein mit vielen kleinen Bergkristallen geschmücktes Bronzekreuz. Eine Emaille-Intarsie im Zentrum zeigt den gekreuzigten Christus. Ein weiteres Kreuz von Egino Weinert hängt über dem Seitenaltar des Westflügels. Aber auch der Seitenaltar selbst sowie der Hauptaltar stammen von Weinert. Ebenso der Tisch zur Gabenbereitung sowie fünf bronzene Hocker mit biblischen Motiven für Priester und Messdiener. Dort ist auch St. Sebastianus, der Schutzpatron der Pfarrkirche, dargestellt. Von Weinert sind außerdem der Ambo, der auf einem Keramikfeld eine biblische Szene zeigt, der Tabernakel, Kreuzwegstationen sowie acht Bronzeleuchter mit Bergkristallen.[1]

St.-Sebastianus-Skulptur

In der Kirche steht eine 120 Zentimeter hohe Plastik ihres Schutzpatrons St. Sebastianus. Max Dannath und Max Busch („Max und Mäxchen“), die in den 1970er-Jahren in Bad Bodendorf lebten, hatten diese 150 bis 200 Jahre alte Statue von einer Italienreise mitgebracht, um sie der Pfarrgemeinde zu stiften. Sie ersetzte eine bis dahin in der Kirche stehende aus Gips gefertigte Sebastianus-Statue. Die drei Holzpfeile der gestifteten Figur waren abgebrochen und entwendet worden. Außerdem hatte der Holzwurm an der Skulptur genagt, und an der Oberfläche hatten sich Staub, Ruß und Wachs abgelagert. Deshalb bedurfte das Standbild einer Aufarbeitung. Die Bonner Restauratorin Katharina Liebetrau entfernte die Schmutzschicht, verfüllte Fehlstellen und Ausfluglöcher von Insekten mit Kitt und retuschierte etliche Fehlstellen. Ein Schnitzer stellte neue Pfeile her, belegte deren Befiederungen mit Blattgold und setzte sie in die Skulptur ein.[2]

Sonstiges

In den ersten Reihen der alten Kirche standen bis in die 1950er Jahre hinein Kniebänke, auf denen die Kinder während des gesamten Gottesdienstes, von der Predigt abgesehen, knien mussten. Nachdem die Zahl der Einwohner in den 1950er- und 1960er-Jahren stark gestiegen war, wurde die Kirche unter Pastor Heil umgebaut und erweitert. Das ehemalige Längsschiff wurde dabei zum Querschiff. Während der dreijährigen Umbauphase feierte die Gemeinde die Gottesdienste in der leerstehenden Produktionshalle der ehemaligen Firma „Werbedruck“. Zu Pfingsten 1972 – 100 Jahre nach dem ersten Bau – konsekrierte der Trierer Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert die Kirche erneut.

Seit 1971 feiert die Evangelische Kirchengemeinde Remagen-Sinzig alle zwei Wochen in der katholischen Pfarrkirche einen Gottesdienst.

Renovierung 2014

Im Frühjahr 2014 wurde die Orgel repariert; außerdem erhielt die Kirche eine Innensanierung. Die Fenster, die 1972 mit dem Neubau eingesetzt wurden, waren beschädigt. Durch Korrosion waren die Querverbindungen marode geworden, sodass sie ausgetauscht werden mussten. Die zum Ellig hin gelegenen Fenster waren durch mehr als 20 Steinschläge beschädigt worden. Der Pfarrverwaltungsrat plant deshalb, eine Schutzverglasung anzubringen. Außerdem werden an sämtlichen Fenstern Regenablaufrinnen angebracht; sie sollen verhindern, dass weiterhin Wasser ins Mauerwerk eindringt. Gleichzeitig werden Mauerwerk, Putz, Anstrich und Böden saniert. Kerzen, Weihrauch und Heizungsluft haben sie in den vier Jahzehnten seit dem Umbau stark verschmutzt. Die von dem Bildhauer Egino Günter Weinert angefertigten bronzenen Eingangstüren, von denen jede 400 Kilogramm wiegt, sollen aus- und dann mit neuen Schlössern, Scharnieren und Riegeln wieder eingebaut werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 100.000 Euro; 37.000 Euro soll die Orgelreparatur kosten. Die Pfarrgemeinde kommt für die Kosten der Innensanierung in voller Höhe selbst auf, weil das Bistum Trier nur noch Sanierungen im Außenbereich mit 60 Prozent bezuschusst. Die Kosten für die Sanierung deckt die Gemeinde aus dem Verkaufserlös ihrer Immobilie, dem ehemaligen Pfarrhaus am Sebastianusweg, und aus Spenden. In absehbarer Zeit ist auch eine Außensanierung der Kirche notwendig, weil der Stahlbeton zahlreiche Frostschäden aufweist.[3]

Weitere Bilder

Weblink

Wikipedia: St. Sebastianus (Bad Bodendorf)

Fußnoten

  1. Quelle: Kunst in St. Sebastianus, in: Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf e.V. (Hrsg.): Die Dorfschelle, Heft Nr. 4/2012, S. 10
  2. Quelle: Die Dorfschelle. Notizen für Bürger und Freunde Bad Bodendorfs, 1/2013, Seiten 15 f.
  3. Quelle: Judith Schumacher: Kirchen-Sanierung kostet 100 000 Euro - Arbeiten an Bad Bodendorfer Gotteshaus sollen bis Freitag vor Palmsonntag fertig sein, in: Rhein-Zeitung vom 10. Januar 2014