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St.-Laurentius-Kirmes Oberwinter

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Die designierte Ortsvorsteherin Angela Linden-Berresheim beim traditionellen Fassanstich am Nachmittag des Kirmes-Samstag
Vereinsmeisterschaft
Festzelt
Kirmesmann
Hahneköppen
Ferdi Jonen, Hahnenkönig 2019
Kirmes Owi 2.jpg
Plakat 2019

Die St.-Laurentius-Kirmes Oberwinter wird vom Katholischen Junggesellenverein Oberwinter 1847 e.V. jährlich veranstaltet. Der reguläre Termin am zweiten August-Samstag kann nicht immer eingehalten werden, weil für die Kirmes Festzelt, Buden und Fahrgeschäfte auf dem Pausenhof der Grundschule Oberwinter aufgestellt werden. Kirmes-Anlass der Namenstag von St. Laurentius am 10. August. Er ist Pfarr- und Kirchenpatron der katholischen Pfarrgemeinde und der katholischen Pfarrkirche von Oberwinter. Höhepunkt der Kirmes ist das traditionelle Hahneköppen am Montag.


Ablauf

So lief die Oberwinterer Kirmes des Jahres 2019 ab:

Freitag

Am Freitag, 2. August, startet die Kirmes mit der „OW‐Dance‐Night“, die diesmal unter dem Motto „Schlager‐Party“ stand. DJ André (André Merken-Schönebeck) begleitete die Besucher mit einem Schlagermix durch den Abend.

Samstag

Am Samstag, 3. August, wurde die Kirmes um 17 Uhr von der designierten Ortsvorsteherin Angela Linden-Berresheim per Fassanstich eröffnet. Die 1. Bonner Böllerschützen von 1994 sorgten für „Begleitmusik“. Bei der anschließenden 20. Vereinsmeisterschaft maßen Ortsvereine aus dem Hafenort Kräfte, Ausdauer und Geschicklichkeit. Es galt, den Vorjahresgewinnern vom Tambourcorps Oberwinter den Wanderpokal abzujagen. Die Mannschaften bestanden dabei aus je zwei Mitgliedern pro Verein. Die sportlichen Ansprüche der einzelnen Disziplinen waren dabei nicht wirklich hoch; im Mittelpunkt standen vielmehr Spaß, Kurzweil und Geselligkeit. Um 19 Uhr startete dann, vom Oberwinterer Tambourcorps musikalisch begleitet, der erste von insgesamt vier Festzügen der viertägigen Kirchweih durch den Ort, sozusagen als klingende Einladung an Bewohner und Besucher zum Kirmesbesuch. Die musikalische Gestaltung der um 20 Uhr beginnenden Abendveranstaltung im Festzelt oblag den „Sunny Raindrops“. Wieder veranstaltete der Junggesellenverein dort eine Börse mit ausgesuchten Erzeugnissen diverser Bierbrauereien.

Sonntag

Der Kirmessonntag startete mit einem Gottesdienst zu Ehren der verstorbenen Mitglieder des Junggesellenvereins in der St.-Laurentius-Kirche. Das erste Ziel des anschließenden zweiten Festzugs war der Pfarrplatz der katholischen Kirche, wo die Junggesellen der Tradition folgten und ihrem Präses, Pastor Frank Klupsch, zu Ehren das Fähndel schwenkten. Zweite Station des Umzugs war das Kriegerdenkmal an der Nordeinfahrt in den Ort, wo Junggesellenverein und St.-Sebastianus-Schützen zum Gedenken an ihre in den beiden Weltkriegen gefallenen und vermissten Mitglieder gemeinschaftlich einen Kranz niederlegten. Dann zog die Kirmesgesellschaft mitten durch den Ort zum Festzelt auf dem Schulhof. Dort wurden sie von den Original Goldbach-Musikanten aus Kempenich erwartet, die zum traditionellen Frühschoppen aufspielten. Außerdem bot der Junggesellenverein den Kirmesgästen wieder die Möglichkeit, ihre Geschicklichkeit im E‐Scooter-Fahren zu testen; dazu war die Pfarrer-Sachsse-Straße für Kfz gesperrt. Das Tambourcorps hatte wieder ein Kuchenbuffet vorbereitet. DJ „Blechkonserve“ sorgte für den musikalischen Festausklang am Sonntagabend.

Montag

Während des dritten Festzugs am Morgen des Kirmesmontags wurde das Fähndel zu Ehren der designierten Ortsvorsteherin und der Bewohner des Franziskushauses geschwenkt. Dann wurde, von „Eby’s Musikexpress“ begleitet, aus den Reihen der Vereinsmitglieder der neue Hahnenkönig ermittelt.

Das Hahneköppen des katholischen Junggesellenvereins von 1847 ist Jahr für Jahr der Höhepunkt der Oberwinterer Kirmes, die die Oberwinterer zu Ehren ihres Kirchen- und Pfarrpatrons St. Laurentius feiern. Abermals entschieden Geschick, vor allem aber ein gerüttelt Maß Glück, über Niederlage und Sieg. Ein klarer Kopf soll der Sache ebenfalls dienlich sein. Wenn die Oberwinterer Hagestolze dabei auch eine eigene Lesart pflegen: Vor jedem Schlag nehmen die Aspiranten, vier an der Zahl waren es diesmal, mit Moderator Fred Jonen einen Klaren (Kornschnaps) zu sich – „Zielwasser“ sozusagen. Den Sieg trug am Ende Ferdinand Jonen davon: Mit dem 21. Säbelhieb schlug er um punkt 13.43 Uhr den Kopf vom Rumpf des Federtieres ab und qualifizierte sich damit als Nachfolger von Vorjahreskönig Tom-Robin Gabler. Kurz darauf tanzte er mit seiner Prinzessin Carina Holthoff auf dem Parkett des proppenvollen Festzelts den Ehrentanz. Plakate mit Fotos ehemaliger Hahnekönige baumelten dabei von der Decke des Zeltes auf dem Grundschulhof. Das Hahneköppen den Hagestolzen des Hafenorts übrigens mehrfach Probleme bereitet. Wegen eines behördlichen Verbots, einen echten Hahn zu verwenden, schlugen sie 1990 erstmals auf einen solchen aus Gummi. André Merken-Schönebeck ging 1990 als erster „Gummihahnenkönig” in die Vereinsannalen ein. Wegen mangelnder Akzeptanz stiegen die Junggesellen dann auf ein zuvor getötetes Tier um. Trotzdem gab's abermals Ärger. Den musste insbesondere Heinz Holthoff austragen, seit 1996 Chef des Junggesellenvereins. Als Verantwortlicher für den Wettkampf war er angezeigt worden. Zu seiner großen Erleichterung konnte die Mayener Kripo aber keinen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz feststellen. Trotzdem ist Holthoff vorsichtig geworden. Als Hahn dient seitdem eine Legehenne, die auf dem Remagener Geflügelhof Makein ohne menschliches Zutun gestorben ist, anschließend tiefgefroren und vor dem Hahneköppen wieder aufgetaut wurde. Und nach dem Wettkampf landet das Federtier nicht in der Biotonne, sondern im Suppentopf, sodass sie mit ihrem Tod gleich zwei Zwecken dient. Apropos guter Zweck des Festes: „Wir fliegen mit dem Kirmeserlös nicht nach Mallorca“, versichert Vereinschef Holthoff, der Reinerlös komme vielmehr auch in diesem Jahr wieder der Dorfgemeinschaft zugute.[1]

Um 18 Uhr formierte sich die Gesellschaft dann zum vierten und letzten Kirmesfestzug, um die kurz zuvor gekürten Königspaare des Junggesellenvereins und der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft abzuholen und dann gemeinschaftlich ein letztes Mal durchs Dorf und dann, abermals vom Tambourcorps musikalisch begleitet, ins Festzelt einzuziehen. Der traditionelle Königsball, Abschluss der Kirmes, begann traditionell mit der Vorstellung der Königspaare der beiden Vereine und deren Eröffnungstanz zu Klängen der „Sunny Raindrops“.

Hahnenkönige

1946: Heinz Blumenthal

1948: Bürgerkönog Willi Steinheuer

1962: Heinz-Dieter Wissen

1974 oder 1975: Pfarrer Herbert Lonquich

1976: Hans Georg Gimnich

1982: Stefan Gemein

1990: André Merken-Schönebeck (erster „Gummihahnenkönig“)

1994: Ingo Schneider

2003: Martin Schmitz[2]

2005: Dirk Assenmacher

2006: André Merken-Schönebeck, Bürgerhahnenkönig: Edgar Füllenbach

2007: Doreen Beineke

2009: Frank Gilles

2011: André Merken-Schönebeck, Bürgerhahnenkönig Stefan Gemein

2012: Benjamin Kauert, Bürgerhahnenkönig Rainer Susok

2013: Bürgerhahnenkönig Rene Elbern

2014: Benjamin Kauert[3], Bürgerhahnenkönig Kai Gantz

2015: René Elbern[4]

2016: Carsten Monjau, Bürgerhahnenkönig Ingo Ebenhöh

2017: Peter Orbonz, Bürgerhahnenkönig Ferdinand Jonen

2018: Tom-Robin Gabler, Bürgerhahnekönig wurde Patrick Assenmacher[5]

2019: Ferdi Jonen

Weitere Fotos

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Anton Simons: Hagestolze pflegen die Tradition des Hahneköppens – Ferdinand Jonen qualifiziert sich als Nachfolger des Vorjahreskönigs Tom-Robin Gabler, in: General-Anzeiger vom 6. August 2019
  2. Quelle: Ehrentanz für Martin Schmitz, rundschau-online.de vom 12. August 2003
  3. Quellen: Andreas Wetzlar: René Elbern ist Hahnenkönig – Feiern Vier Tage Sankt-Laurentius-Kirmes in Oberwinter – Mit Musik und viel guter Stimmung, in: Rhein-Zeitung vom 12. August 2019, und Kirmes in Oberwinter: Neuer Hahnekönig der Junggesellen Oberwinter – „Benedikt Kauert wurde als neuer Hahnekönig der Junggesellen Oberwinter riesig gefeiert, blick-aktuell.de vom 16. August 2014
  4. Quelle: Andreas Wetzlar: René Elbern ist Hahnenkönig – Feiern Vier Tage Sankt-Laurentius-Kirmes in Oberwinter – Mit Musik und viel guter Stimmung, in: Rhein-Zeitung vom 12. August 2019
  5. Quelle: Petra Ochs: Tradition: Wenn der Kopf fällt, steht Oberwinters König fest, in: Rhein-Zeitung vom 1. August 2019