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Hospiz im Ahrtal (Bad Neuenahr)

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Das Hospiz im Ahrtal am Dorotheenweg 6 in Bad Neuenahr, unmittelbar hinter dem Krankenhaus „Maria Hilf“ Bad Neuenahr, ist als stationäre Einrichtung für sterbenskranke Menschen konzipiert, die nicht die Möglichkeit haben, zu Hause zu sterben. Todkranke sollen in dieser Einrichtung auf mehr als 1000 Quadratmetern Nutzfläche „in kompetenter liebevoller Betreuung die letzte Reise antreten können“, berichtete die Rhein-Zeitung anlässlich der Grundsteinlegung, „und zwar ungeachtet ihrer Weltanschauung oder ihres Geldbeutels.“ Gäste müssen für die Betreuung keinen Eigenanteil an den Kosten übernehmen. Trägerin der Einrichtung ist die Hospiz im Ahrtal gGmbH. Der Bau wird ein ökumenisches Projekt, denn durch die beiden Mitgesellschafter sind beide Kirchen beteiligt. Offen steht die Einrichtung allen Menschen, gleich welcher Konfession oder Weltanschauung. Das Konzept der Einrichtung sieht eine palliativpflegerische und palliativmedizinische Versorgung, Schmerztherapie und Symptomkontrolle sowie psychosoziale und seelsorgerische Begleitung mit ergänzenden Therapien vor.


Standort

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Leitung

Pflegedienstleiterin: Yasmin Brost

Mitarbeiterin Sozialdienst, Aufnahmemanagement: Anna Louen

Chronik

Seit seiner Gründung im Jahr 1992 strebte der Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V. den Bau einer stationären Einrichtung als Ergänzung zu seiner ambulanten Arbeit an. Denn die Mitarbeiter des Verein stellten rasch fest, dass es immer wieder Situationen gibt, in denen die ambulante Betreuung an ihre Grenzen stößt. "Medizinische, pflegerische oder auch soziale Gründe wie das Fehlen familiärer Strukturen können dafür ausschlaggebend sein, dass ein schwerstkranker Mensch in den letzten Wochen oder Monaten seines Lebens zu Hause nicht mehr adäquat versorgt werden kann", sagte Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Vereins. In dieser Situation brauche es ein stationäres Hospiz, in dem Schwerstkranke und Sterbende Aufnahme finden und in dem sie Zuwendung, palliativmedizinische Pflege und ärztliche Versorgung sowie auf Wunsch ehrenamtliche und seelsorgliche Begleitung erfahren und so die letzten Wochen ihres Lebens selbstbestimmt, in Würde und möglichst frei von Schmerzen verbringen können.[1] Die Palliativstation des Krankenhauses "Maria Stern" in Remagen könne die hohe Nachfrage nach solchen Plätzen nicht bedienen könne, sagte Dobrowolny bei der Grundsteinlegung zum Bau des Hospizes im September 2014.[2] Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter hatten zuvor immer wieder und zunehmend erlebt, dass die ambulante Betreuung von Sterbenden an ihre Grenzen stößt, weil beispielsweise familiäre Strukturen fehlen oder medizinische sowie psychosoziale Gründe dagegen sprechen. In vielen Fällen wichen die Menschen aus dem Kreis Ahrweiler deshalb in den Jahren zuvor nach Nordrhein-Westfalen aus. Mit dem Bau des Hospizes in Bad Neuenahr sollte deshalb eine Versorgungslücke geschlossen werden.[3]

Deshalb plante der Vorstand ab 2011, zunächst zusammen mit der Marienhaus GmbH und den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, das Alten- und Pflegeheim "St. Maria-Josef" Ahrweiler aufzustocken, um auf dem umgebauten Gebäude ein ökumenisches Hospiz einzurichten. Im Herbst 2012 verabschiedete sich der Hospizverein jedoch von der Idee. Damit zog er die Konsequenzen aus einem Gespräch, das zwei der drei potenziellen Träger Anfang September 2012 mit der damaligen Sozialministerin Malu Dreyer geführt hatten. Die Ministerin habe ihre Gesprächspartner um eine klare Trennung bei der Errichtung eines stationären Hospizes gebeten. Im Gespräch verständigte man sich darauf, für den Bau eines stationären Hospizes nach einem geeigneten Grundstück mit Garten in Bad Neuenahr-Ahrweiler zu suchen, um dort ein separates Gebäude zu errichten.[4]

Im Januar 2013 war das Gelände hinter dem Krankenhaus "Maria Hilf" Bad Neuenahr als Hospiz-Standort im Gespräch, wie Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Vereins beim Neujahrsempfang am 18. Januar 2013 sagte. Noch stand dort das alte Schwesternheim, das zugunsten eines Neubaus abgerissen werden sollte. Der Standort werde in einer Bauvoranfrage geprüft.

Das "Hospiz im Ahrtal" sollte zunächst im Oktober 2014 eröffnet werden. Dieses Datum nannte die Vereinsvorsitzende Ulrike Dobrowolny bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2013 in Ahrweiler.[5]

Am 11. September 2014 legten die Vereinsvorsitzende Ulrike Dobrowolny, Hans-Gerd Daubertshäuser von der Stiftung Bethel und Christoph Drolshagen, Geschäftsführer der Hospiz im Ahrtal gGmbH, am Dorotheenweg oberhalb des Krankenhauses "Maria Hilf" Bad Neuenahr den Grundstein zum Bau der Einrichtung als des ersten Hospizes im nördlichen Rheinland-Pfalz. Die Einweihung ist zu dieser Zeit für Oktober 2015 geplant. Der Bau werdeein ökumenisches Projekt, hieß es; denn durch die beiden Mitgesellschafter seien beide Kirchen beteiligt. Die Baukosten wurden mit drei Millionen Euro veranschlagt. Jeweils 45 Prozent tragen die Marienhaus-Holding GmbH und die Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die restlichen zehn Prozent übernimmt der Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V.. 500.000 Euro müssen die Gesellschafter durch Spenden aufbringen. Die laufenden Kosten werden zu 90 Prozent von den Krankenkassen getragen; der Hospiz im Ahrtal gGmbH will die verbleibende Lücke mit ehrenamtlicher Arbeit und Spenden schließen. Der Verein geht davon aus, dass in der Einrichtung jährlich etwa 160 Sterbende begleitet werden. Sie sollen von zwölf Vollbeschäftigten betreut werden. Für Arbeiten im Garten und in der Küche sind Ehrenamtliche vorgesehen.

Die Rhein-Zeitung (RZ) berichtete anlässlich der Grundsteinlegung:

Das barrierefreie Hospiz wird das zweite ökumenische in Deutschland sein. In zehn Patientenzimmern mit Terrasse oder Balkon werden Sterbenskranke in einer Eins-zu-eins-Betreuung von Fachkräften mit einer Spezialausbildung fürsorglich umsorgt. Pflege und palliative ärztliche Versorgung wird auf Wunsch durch ehrenamtliche und seelsorgliche Begleitung ergänzt. Daneben gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit für Angehörige, ein Wohnzimmer, Küche, einen Raum der Stille, einen Seminarraum für interessante kulturelle Angebote und Workshops sowie einen Garten geben.[6]

"Aufgenommen werden Menschen mit nicht heilbar fortschreitenden Erkrankungen", hieß es in der RZ weiter, "wenn soziale Probleme hinzukommen, Symptome und Begleiterscheinungen nur schwer zu beherrschen sind und der Kranke nur noch kurze Zeit zu leben hat, kann er Aufnahme im Hospiz finden." Voraussetzung dafür sei, dass der Hausarzt die Notwendigkeit einer Aufnahme attestiert.

Bei der Grundsteinlegung wurde mit dem Verkauf kleiner Bausteine mit der Aufschrift "Danke! Hospiz im Ahrtal" begonnen und zum "Mitbauen" animiert. Bei Spenden ab 1000 Euro erhält der Name des Spenders einen dauerhaft eingemauerten Platz im Hospiz. Hospiz-Schirmherr Hans Stefan Steinheuer übergab bei der Grundsteinlegung einen 1500-Euro-Scheck vom Rudi-Altig-Charity-Cup. Der General-Anzeiger berichtete:

Der Sternekoch sah sich zunächst mit einem "sperrigen Thema" konfrontiert und der Frage "Wie sieht man mich in dieser Position?" Doch als er an die Verstorbenen der eigenen Familie dachte, da war ihm schnell klar, dass er Teil der Hospiz-Familie sein möchte.[7]

Mit der Inbetriebnahme des Hauses ruht die Hospizarbeit im Kreis Ahrweiler auf drei Schultern:

  1. der ambulanten Arbeit des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr e.V.,
  2. der Versorgung auf der Palliativstation des Krankenhauses "Maria Stern" in Remagen und
  3. dem stationären Hospiz in Bad Neuenahr, das die Lücke zwischen Koblenz und Bonn schließt.

Am 25. März 2015 wurde auf der Baustelle Richtfest gefeiert. Für den Jahresbeginn 2016 wurde zu diesem Zeitpunkt mit der Aufnahme der ersten Gäste gerechnet. Ministerpräsidentin Malu Dreyer soll es am 18. Dezember 2015 eröffnen.[8]

Mit einem Festakt wurde am Abend des Freitag, 18. Dezember 2015, die Fertigstellung des ersten Hospizes im Kreis Ahrweiler gefeiert. Für die Gesellschafter des Hospizes konnte Hans Gerd Daubertshäuser unter den vielen Ehrengästen die rheinland-pfälzische Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, den Ersten Kreisbeigeordneten Horst Gies und Stadtbürgermeister Guido Orthen im eigens für die Feier aufgebauten Zelt auf dem Parkplatz des Krankenhauses „Maria Hilf“ begrüßen. Am Tag darauf konnte das Haus an der Bad Neuenahrer Dorotheenstraße von der Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür besichtigt werden. Rund 2,9 Millionen Euro hatte der Neubau gekostet. Bauherren waren die Gesellschafter der Hospiz im Ahrtal gGmbh, der Hospizverein Rhein-Ahr, die Marienhaus Holding GmbH und die Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Am 5. Januar 2016 sollten die ersten Gäste, wie die Todkranken dort genannt werden, einziehen. In zehn Gästezimmern wurde die Sterbenden von einem insgesamt 20-köpfigen Team betreut. Leiterin des Hospizes ist Patricia Felsberg. Eingesegnet wurde das Haus vom evangelischen Pfarrer Friedemann Bach und seinem katholischen Kollegen Peter Dörrenbächer. „Es geht hier nicht um ein Sterbehaus, sondern es geht um das Leben“, betonte Ulrike Dobrowolny in ihrem Grußwort. „Es geht um die Möglichkeiten, die in der letzten Lebensphase vorhanden sind und entdeckt werden wollen.“ Das Leben spiele im Hospizalltag eine größere Rolle als der Tod, so Dobrowolny. Palliative Pflege und palliative Medizin seien darauf ausgerichtet, das Leben zu erleichtern, am Leben teilnehmen zu können. „Teilnahme an kulturellen und seelsorgerischen Angeboten bietet die Möglichkeit, nicht ausschließlich als kranker Mensch wahrgenommen zu werden, sondern als Mensch mit kulturellen und spirituellen Bedürfnissen.“[9]

Im Dezember 2016, zwölf Monate nach der Eröffnung, liegt die Auslastung des Hospizes bei knapp 92 Prozent. 86 Menschen wurden bis dahin aufgenommen, sechs wieder entlassen, 70 starben im Hospiz. Außerdem ist es gelungen, die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen, mindestens fünf Prozent aller Kosten aus Spendenmitteln selbst aufzubringen. 90.000 Euro wurden im Laufe des Jahres 2016 gespendet. Mit diesem Betrag war es zusätzlich möglich, eine Viertelstelle für die Seelsorgerinnen Elisabeth Reuter (evangelisch) und Nicole Schumacher (katholisch) sowie eine Kunsttherapeutin zu finanzieren. Zum Team gehören zu dieser Zeit neben dem Fachpersonal für Pflege, Hauswirtschaft, Verwaltung und psychosoziale Betreuung auch zwei Seelsorgerinnen und zehn ehrenamtliche Helfer. Und ergänzend zu den Hausärzten sind vier niedergelassene Palliativmediziner als Kooperationspartner eingebunden sind.[10]

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Hospiz in Bad Neuenahr - Bauarbeiten liegen voll im Zeitplan, general-anzeiger-bonn.de vom 29. Mai 2015
  2. Quelle: Judith Schumacher: Haus für ein Sterben in Würde wird Realität - Spatenstich markiert denkwürdigen Tag in der Region, in: Rhein-Zeitung vom 12. September 2014
  3. Quellen: Hospiz in Bad Neuenahr: Baubeginn soll im Frühjahr sein, general-anzeiger-bonn.de vom 3. November 2013, und Beate Au: Hospiz im Ahrtal wird nun endlich gebaut, rhein-zeitung.de vom 4. November 2013
  4. Quelle: Rhein-Zeitung vom 29. September 2012
  5. Quelle: Stationäre Einrichtung: Hospiz-Verein plant Eröffnung für Oktober 2014, general-anzeiger-bonn.de vom 6. April 2013
  6. Quelle: Judith Schumacher: Haus für ein Sterben in Würde wird Realität - Spatenstich markiert denkwürdigen Tag in der Region, in: Rhein-Zeitung vom 12. September 2014
  7. Quelle: Marion Monreal: Hospiz im Ahrtal - Eine Heimat für Sterbende, general-anzeiger-bonn.de vom 12. September 2014
  8. Quelle: Marion Monreal: Stationäres Hospiz in Bad Neuenahr feierte Richtfest - Ein Zuhause für Sterbende, general-anzeiger-bonn.de vom 26. März 2015
  9. Quelle: Uli Adams: Hospiz eingeweiht: Es geht ums Leben – Das erste Haus für Sterbende im Kreis Ahrweiler – Festakt und Tag der offenen Tür, in: Rhein-Zeitung vom 19. September 2015, siehe auch: Gabi Geller: Den Tod aus der Tabu-Zone geholt – Redner loben den unermüdlichen Einsatz des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr – Freude über gelungenen Neubau, in: Rhein-Zeitung vom 21. Dezember 2015, und Gabi Geller: Das neue Hospiz präsentiert sich der Öffentlichkeit – Zahlreiche Besucher nutzen den Tag der offenen Tür zu einem interessierten Blick, in: Rhein-Zeitung vom 21. Dezember 2015
  10. Quelle: Beate Au: Das letzte Zuhause wird gut angenommen – Positive Bilanz nach einem Jahr: Hospiz im Ahrtal bekommt viel, in: Rhein-Zeitung vom 22. Dezember 2016