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Katholische Pfarrkirche „St. Johannes d. T.“ Brohl

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Seitenaltar
St.-Josef-Seitenaltar mit Figurengruppe von Hanns Matschulla
Blick vom Altar in Richtung Orgel-Empore.
Mauritius-Glocke

Die Katholische Pfarrkirche „St. Johannes d. T.“ Brohl wurde von 1887 bis 1891 erbaut. In einer Meldung anlässlich der Feier zum 125. Jahrestag der Kirchweihe in der Rhein-Zeitung vom 4. Mai 2016 hieß es: „Seit 125 Jahren wird in der Johanneskirche das heilige Messopfer für die Lebenden und Verstorbenen gefeiert, die Sakramente der Taufe, Firmung und Ehe werden gespendet und die Gläubigen in der Beichte mit Gott versöhnt. Die Glocken der Johanneskirche rufen stets zu Gebet und Gottesdienst.“


Standort

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Ausstattung

Der St.-Josefs-Altar

Stifter des am 24. Mai 1954 geweihten St.-Josefs-Altars mit einer Figurengruppe des Bildhauers Hanns Matschulla aus Ahrweiler war der Fabrikant Josef Boltersdorf (1879-1952).[5] Das Holz, das Matschulla für die Figurengruppe verwendete, stammt aus dem 17. Jahrhundert. Matschulla hatte es in Lantershofen erworben, wo es in einer Kelter verbaut war. Der Bildhauer war vom Stifter beauftragt worden, für die Brohler Kirche eine Heilige Familie zu schaffen, in der St. Josef auf eine besondere Weise hervorragt. „Das verlangte eine thematisch ebenso außergewöhnliche wie – man möchte sagen: taktvolle – Lösung“, heißt es in einem bereits vor Fertigstellung und Einweihung des Altars veröffentlichten Artikel mit dem Titel Ein Werk Matschullas für die Brohler Kirche – Ein Stiftaltar mit dem hl. Josef im Mittelpunkt – Das Modell im Atelier, „denn zumeist ist die Madonna oder Christus Hauptgestalt der Familie, hier allein hieß es, dem hl. Josef Platz und Raum und Bedeutung zu geben“. Hans Matschulla habe dies „in einer Lösung des Dreiecks gefunden, wie jede große künstlerische Gestaltung zugleich ins archaische Maß des Einfachen mündet.“ Weiter heißt es in dem Artikel:

Er richtete die Gestalt des Josef hoch auf im Zimmermannsrock und mit der Säge in der Linken, und die beiden anderen Gestalten der hl. Familie rückte er daneben, ohne eine zu entwerten. Christus ist sitzend dargestellt, etwa in jenem Alter, als er bei den Schriftgelehrten war, und in der Tat hält er eine Schriftenrolle in der Linken. Das ließ Maria daneben rücken, die bewundernd neben dem Sohne sitzt, der ihr Ehre machte und schon auf seinem Wege war, auf seinem schmerzensvollen Wege zu Golgatha. Das rechtfertigt dieses Aufblicken zu ihm. Doch jede Form des Zurücksinkens ins Allzu-Mütterliche mildert er durch die Strenge ihres Kinntuches. ... Am Fuß der Gruppe ist ein Tabernakel mit den Symbolen der Ähre und der Traube als Gleichnisse von Brot und Wein eingelassen.

Chronik

Der Düsseldorfer Architekt Caspar Clemens Pickel fertigte im Frühjahr 1887 die Bauzeichnung für die heutige Kirche an. Am 9. Juli 1887 wurde sie dem bischöflichen Generalvikariat vorgelegt. Weil die Bistumsverwaltung rasch antwortete, konnte zügig mit dem Bau begonnen werden. Für die Pfarrgemeinde bedeutete der Bau einen finanziellen Kraftakt; die Baukosten betrugen 110.779,94 Mark. Der Einsatz der Bevölkerung war groß; insbesondere wurde viel Baumaterial – Lava und Sandstein – gespendet. Deshalb konnte die Kirche bereits am 19. März 1890 vom Remagener Dechant Franz Carl Müller eingesegnet werden. Am 6. Mai 1891 ist die Kirche von Bischof Michael Felix Korum feierlich konsekriert und dem Pfarrpatron St. Johannes der Täufer geweiht worden. Die im Jahr 1680 im Berghang (heutige Ecke Burg- und Bergstraße) erbaute alte Kapelle wurde daraufhin abgerissen. Noch heute (Stand: Mai 2016) macht an dieser Stelle regelmäßig die Fronleichnamsprozession Station.

Im Jahr 1892 erhielt die Kirche eine Orgel. Und am 13. März 1933 wurde in dem Gotteshaus erstmals eine Heizung in Betrieb genommen. Am 8. Februar 1945, nachmittags um halb fünf Uhr, verlor die Kirche durch zwei in der Nähe explodierende Bomben sämtliche Fenster. 1944 mussten die Bronzeglocken für die Rüstungsproduktion abgegeben werden. 1949 erhielt die Kirche Eisenglocken, die später durch neue Bronzeglocken ersetzt wurden. 1950/51 wurden im Chor wieder bunte Glasfenster eingesetzt. Der Brohler Maler Josef Krahforst entwarf das Bleiglasfenster über dem rechten Seitenaltar, dem St.-Josef-Altar, von „St. Johannes d. T.“. Zwei Weltkriege und die Industrie hatten dem Gotteshaus derart stark zugesetzt, dass es von 1979 bis 1991 in sechs Bauabschnitten für rund 1,51 Millionen Mark saniert wurde.[6]

Weitere Bilder

Außen

Innen

Heiligenfiguren

Fenster

Siehe auch

Katholische Pfarrgemeinde „St. Johannes d. T.“ Brohl

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Werner Fußhöller
  2. Quelle: Werner Fußhöller
  3. Siehe: Leo Stausberg: Die Mauritiusglocke zu Brohl. Ein Beitrag zur Heimatgeschichte, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1958. Die in diesem Artikel genannte Jahreszahl 1840 falsch ist. Es handelt sich vermutlich um einen Zahlendreher. Denn Brohl gehörte bis 1804 zur Pfarrei „St. Stephan“ Gönnersdorf und war bis 1869 Vikarie von „St. Marien“, bevor Brohl selbstständige Pfarrei wurde
  4. Quelle: Werner Fußhöller
  5. Quellen: Werner Fußhöller u.a.
  6. Quelle: Jochen Tarrach: Pfarrkirche in Brohl ist erst 125 Jahre alt – Explodierende Bombe zerstörte 1945 die Glasfenster von St. Johannes der Täufer, in: Rhein-Zeitung vom 9. März 2016