FacebookLogo.png   TwitterLogo.png   Wordpress-logo-notext-rgb.png

Kreissparkasse Ahrweiler

Kolpingfamilie Dernau

Aus AW-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Kolpingfamilie Dernau, Mitglied des Kolping-Bezirks Rhein-Ahr, versteht sich als eine Gemeinschaft, in der sich jeder „mit seinen Mitteln an seinem Ort und mit seinen Möglichkeiten einsetzt“. Eingebettet in das Leben der Pfarrei, organisiert sie zahlreiche Angebote und Veranstaltungen.[1] In dem neuen Altar der Katholischen Pfarrkirche "St. Johannes Apostel", der am Sonntag, 20. August 2000, vom damaligen Trierer Bischof Leo Schwarz konsekriert wurde, befinden sich Reliquien von Adolph Kolping.[2]


Die Mitglieder des bei der Generalversammlung im März 2016 gewählten Vorstands
Kolping Dernau.jpg
Sommerausflug 2013 nach Köln
Winzerfest Dernau 2013, im Vordergrund: der Präses der Kolpingfamilie, Pfarrer Lothar Anhalt
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kolpingfamilie Dernau wurde am 4. Dezember 2015 südlich der Pfarrkirche eine Jubiläums-Eiche gepflanzt.
Kolping-Eiche 2.jpg

Mitgliederzahl

März 2013: 160

Dezember 2015: 164

März 2016: 170

Chronik

Vorläufer

Der 1813 in Kerpen geborene Schuhmachergeselle und spätere Priester Adolph Kolping gründete im Jahr 1849 den Kölner Gesellenverein – mit dem Ziel, jungen Handwerksburschen eine Unterkunft und Möglichkeiten zur Weiterbildung und religiösen Schulung zu bieten. Ein Jahr später hatte der Verein bereits 550 Mitglieder. Kolping starb 1865, aber seine Idee lebte weiter. In Dernau wurde 1913 der „katholische Jünglingsverein“ gegründet. Auch wenn in seinem Namen Kolping nicht genannt ist, so hatte er doch die gleichen Ziele. Der damalige Dernauer Pfarrer Matthias Münch rief im März 1913 den Katholischen Jünglingsvereins Dernau ins Leben. Der Verein bestand zunächst aus 15 außerordentlichen Ehrenmitgliedern und Helfern, darunter nebst Pfarrer Münch auch ein Pater Athanasius Bierbaum aus Remagen sowie honorigen Bürger aus Dernau und Marienthal. 47 weitere außerordentliche Mitglieder verstärkten die Vereinigung, darunter Ehrenbürgermeister Fabry. Den Vorstand bildeten im ersten Jahr, also von März 1913 bis März 1914:[3]

Präfekt: Peter Schell, Winzer, Dernau – Brandesgasse

Stellvertreter: Josef Kriechel, Winzer – Marienthal

1. Schriftführer: Hermann Jos. Kreuzberg, Winzer, Dernau, Teichgasse

2. Schriftführer: Anton Marner, Winzer, Dernau – Teichgasse

1. Kassierer: Aloys Hub. Ley, Winzer, Dernau – Brandesgasse

2. Kassierer: Albert Jos. Sebastian, Arbeiter, Dernau – Brandesgasse

Beisitzer:

  • Mathias Poppelreuter, Lagerarbeiter, Dernau – Nirbach
  • Johann Stodden, Winzer, Dernau – Brandesgasse
  • Heinrich Bünnagel, Kaufmann, Dernau – Hinterdorf

Ortspfarrer Matthias Münch war Präses des Vereins.

Daneben wurde ein Ortsausschuss für Jugendpflege benannt, dem der Ortsvorsteher, zwei Lehrer, zwei Hauptmänner des kameradschaftlichen Vereins und des Kriegervereins, ein Vorstandsmitglied des Männerchors "Loreley" Dernau 1857 e.V., der Ortsvorsteher von Marienthal sowie drei weitere Dernauer angehörten.

Die Kassenbucheinträge verzeichnen für 1913 insgesamt 79 ordentliche Mitglieder. Sie hatten als Beitrag 50 Pfennig zu entrichten, wohingegen die außerordentlichen Mitglieder Beiträge zwischen 3 und 5 Mark bezahlten.

Parallel zur Mitgliedschaft im Jünglingsverein wurden 1913 bereits 33 Männer in die marianische Jünglingskongregation aufgenommen, am 22. März 1914 sogar die stattliche Anzahl von 100.

Für die Zeit der Kriegsjahre 1914 bis 1918 finden sich keine weiteren Einträge, lediglich sind Anmerkungen zu Gefallenen bzw. Verstorbenen nachgetragen. Erst 1921 setzt Pfarrer Mockenhaupt auf mehreren Seiten die Chronik über besondere Ereignisse in Zusammenhang mit der Kongregation bzw. dem Jugendverein fort. Die Mitgliederliste umfasst 1921 ganze 68 Mitglieder, die meist zwischen 1901 und 1908 geboren waren, also zu dem Zeitpunkt zwischen 13 und 20 Jahre alt waren. Bis 1925 sind Einträge vorhanden. Geistlicher Leiter war zuletzt Pfarrer Josef Geuer, dem Vorstand gehörten Matthias Wollersheim, Paul Meyer, Hermann Josten, Arnold Arends, Matthias Sebastian und Jakob Schreiner an. Mitglieder waren auch Peter Pauly (Pauly Pitter), Wilhelm Wollersheim (Wolleschems Will), Willibald Bertram (Berterams Will) und Carl Josten (Vater von Peter, Kurt und Michael Josten). Kurt Josten wusste von Erzählungen, dass ungefähr zehn Mitglieder des Jünglingsvereins regelmäßig nach Ahrweiler fuhren, um sich dem dortigen Verein anzuschließen. Grund hierfür mag gewesen sein, dass sich der Dernauer Jünglingsverein unter dem allgemeinen Nachdruck des aufkeimenden NS-Regimes auflöste. Der Großvater der langjährigen Schriftführerin Angela Pätz war Mitglied der Kolpingfamilie Ahrweiler und spielte dort auch Theater. Sicher ist aufgrund der Belege, dass die Ursprünge des Katholischen Jünglingsverein Dernau in die Zeit der Gesellenvereine zurückreicht. Warum bei der Namensgebung nicht deutlich der Bezug auf Adolph Kolping hervorgehoben wurde, ist unklar. Die klare katholisch-christliche Ausrichtung ist unstrittig.

Gründung

Pfarrer Johannes Parschau veranlasste die Wiederbelebung der Kolpingfamilie Dernau am 27. Oktober 1965. Dabei standen ihm ehemalige Kolpingbrüder zur Seite, die sich zwischenzeitlich der Kolpingfamilie Ahrweiler angeschlossen hatten.[4]

Bei ihrer Generalversammlung im März 2010 bestätigte die Dernauer Kolpingfamilie ihren bisherigen Vorstand – unter anderem Bernd Schlesiger als Vorsitzenden – weitgehend. Nur Melanie Marner als 2. Schriftführerin und Gabi Kreuzberg als Beisitzerin wurden neu verpflichtet. Die Koordinierung der offenen Kindertreffs und die Jugendaktivitäten wurden weiterhin in die Hände von Mandy Großgarten und Theresa Fuhrmann gelegt; Clemens Bertram vertritt die Senioreninteressen. Als besonders gelungen bezeichnete er in seinem Jahresrückblick 2009 die Sommertour mit der Kasbachtalbahn. Das Sommerfest an der Pfarrkirche und die Teilnahme am Winzerfestumzug mit 50 aktiven Teilnehmern waren weitere Höhepunkte im Vereinsgeschehen.

Die Kolpingsfamilie Dernau gedachte am Abend des 4. Dezembers 2012, dem Todestag Adolph Kolpings, im Rahmen der von Pastor Lothar Anhalt zelebrierten Rorate-Messfeier des christlich-sozialen Engagements ihres Gründers. In der Kirche fanden sich viele Gläubige zur meditativen Besinnung in der Vorweihnachtszeit ein, und viele Mitglieder folgten anschließend der Einladung zum Beisammensein in die Weinstube am Hardtberg. Der Zweite Vorsitzende Edgar Bertram begrüßte die etwa 50 Mitglieder und ihren Präses, Pfarrer Lothar Anhalt. Fünf Mitglieder wurden für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt: Ria Müller, Marietheres Bertram, Elmar Paetz, Stefan Kalt und Rolf Nietgen. 25 Jahre in der Kolpingfamilie und davon 20 Jahre in der Funktion des Vorsitzenden, dafür wurde Bernd Schlesiger auszeichnet. „Die internationale Ausrichtung des Kolpingwerkes und die Verpflichtung, sozial Benachteiligte zu unterstützen, ist auch den Dernauern immer wieder ein Anliegen“, berichtete die Rhein-Zeitung am 19. Dezember 2012. Weiter hieß es dort:

Nachdem man zuletzt bei der Heilig-Rock-Wallfahrt eine größere Spende für ein Projekt in Bolivien überreichen konnte, war es dieses Mal ein junger Mann aus dem Südsudan, den man unterstützen wollte. Die Ärztin Lu Näkel hatte ihn zu einer Herzoperation an die Uniklinik in Homburg/Saar vermittelt, um sein Überleben zu sichern. Kassenwart Dietmar Surges und Edgar Bertram überreichten Näkel eine Spende über 800 Euro.

Edgar Bertram, bis dahin Stellvertreter, rückte bei der Generalversammlung der 160 Mitglieder zählenden Kolpingfamilie Dernau im März 2013 im Pfarrbegegnungszentrum Dernau erwartungsgemäß in die Rolle des Vorsitzenden vor und trat die Nachfolge von Bernd Schlesiger an, der das Amt nach 20 Jahren niederlegte und am Kolpinggedenktag im Dezember 2012 zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden war. Bertrams Stellvertreterin wurde Gaby Kreuzberg. Neu in den Vorstand gewählt wurde Ansgar Fisang. Bei seinem Rückblick ging der neue Vorsitzende vor allem auf die Spenden der Kolpingfamilie an soziale Projekte ein. So unterstützen die Dernauer außer der Herzoperation des jungen Afrikaners eine Näherin aus Bolivien durch den Kauf einer Nähmaschine.[5]

Am Freitag, 4. Dezember 2015 wurde das 50-jährige Bestehen der im Jahr 1965 wiederbelebten Kolpingfamilie Dernau gefeiert. 164 Mitglieder zählt sie zu dieser Zeit und ist damit die viertgrößte Kolpingfamilie im Bistum Trier. „Im Vergleich zu anderen Kolpingfamilien, die teilweise bereits seit 150 Jahren bestehen, ist die Dernauer Variante recht jung – aber dafür umso aktiver“, berichtete die Rhein-Zeitung. Die Gläubigen aus dem Weinort trafen sich zunächst zu einem Festgottesdienst mit Pastor und Bezirkspräses Axel Spiller in der Dernauer Pfarrkirche. Die Predigt hielt Diözesanpräses Thomas Gerber aus Urmitz. Anschließend wurde die bereits im Vorfeld gepflanzte „Erinnerungseiche“ vor dem Seiteneingang der Kirche eingesegnet. Zum abendlichen Festkommers konnte der Vorsitzende Edgar Bertram rund 150 Gäste im Eventsaal der Dagernova begrüßen. Dann übernahm Mandy Großgarten, ehemalige Deutsche Weinkönigin und Vorstandsmitglied der Kolpingfamilie Dernau, die Moderation. Paul Gieler, Vorsitzender der Kolpingfamilie Ahrweiler, sprach ein Grußwort. Er wusste, dass die Mitgliedschaft von Winzern im Gesellenverein ursprünglich nicht selbstverständlich war, weil sie keine offizielle Lehre machten. Bei dem Festakt unterschrieb auch Bürgermeister Alfred Sebastian einen Mitgliedsantrag. In seiner Ansprache erinnerte er daran, dass es in den 1960er- und 1970er-Jahren in Dernau praktisch keinerlei Jugendarbeit gegeben habe – außer den Angeboten der Kolpingfamilie. Ein 20-minütiges Video zeigte einen Zusammenschnitt von Super-8-Aufnahmen aus dieser Zeit. Im Rahmen der Feier wurden langjährige Mitglieder ausgezeichnet: Für 25 Jahre Zugehörigkeit wurden Norbert Henseler, Gisela Marner und Elisabeth Marienfels geehrt. Seit dem Gründungsjahr dabei waren: Clemens Bertram, Richard Bertram, Kurt Josten, Michael Josten (Dernau), Heinz Ley (Dernau) und Helmut Schurse. Sie wurden vom Vorsitzenden für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Geehrt wurden auch Vorstandsmitglieder wie Dietmar Surges, Stefan Kalt und die in der Jugendpflege engagierte Gemeindereferentin Martina Gilles.[6]

50 der zu dieser Zeit insgesamt 170 Mitglieder folgten der Einladung des Vorstands zur Generalversammlung im März 2016 im Pfarrbegegnungszentrum. Dort ließ der Vorsitzende Edgar Bertram die Höhepunkte des Jahres 2015 Revue passieren – insbesondere die Diözesanversammlung der Kolpingsfamilien des Bistums Trier im März 2015 in Dernau sowie die Feier anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kolpingsfamilie seit der Wiedergründung im Jahr 1965. Die Kinder- und Jugendarbeit stand im Fokus des Berichtes von Theresa Fuhrmann und Mandy Großgarten. Diese konnten mitteilen, dass die Kolpingjugend zwei Tage vorher ihre eigenen Vertreter Marco Nietgen und Anne-Sophie Kastenholz zur Entsendung in den Vorstand gewählt hatten. Edgar Bertram wurde als Vorsitzender bestätigt, Gabi Kreuzberg wurde für drei Jahre zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Wiedergewählt wurden auch Dietmar Surges als Kassierer und Stefan Kalt als sein Stellvertreter. Benno Kastenholz übernahm wieder die Funktion des Schriftführers. Dabei wird er von Wolfgang Poppelreuter unterstützt. Seniorvertreter seit langen Jahren ist Clemens Bertram. Zu Beisitzern wurden gewählt: Tanja Schlösser, Melanie Marner, Sylvia Josten, Rolf Nietgen und Ansgar Fisang. Die rückläufige Zahl der hauptamtlichen Pfarrer führte dazu, dass diese nicht mehr wie gewohnt, in jedem katholischen Verband das Amt des Präses bekleiden können. So ergab sich zwangsläufig die Frage, wer das Amt der geistlichen Leitung übernehmen könne. Die Satzung der Kolpingsfamilie Dernau hatte an dieser Stelle schon die Weichen bereits auf Zukunft gestellt und lässt auch Laien zu. Ingrid Großgarten hatte bereits bei der 50-Jahr-Feier einen Eindruck von der Kolpingsfamilie gewonnen. So sagte sie den Kolpingern zu, die Rolle der Geistlichen Leitung zu übernehmen.[7]

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Gabi Geller: Dernauer Kolpingfamilie feiert 50. Geburtstag - Großes Fest im Ahrtaler Weinort begann mit Gottesdienst – Mit 164 Mitgliedern ist es die viertgrößte im Bistum Trier, in: Rhein-Zeitung vom 7. Dezember 2015
  2. Quelle: Ute Müller: „Ich bin mit Ihnen glücklich“ - Bischof Leo Schwarz weihte gestern den Altar in der renovierten Dernauer Pfarrkirche - Schönes Ende einer langen Wartezeit, in: Rhein-Zeitung vermutlich vom 22. August 2000
  3. Quelle: E-Mail von Benno Kastenholz vom 22. März 2016
  4. Quelle: Christine Schulze: 50-jähriges Jubiläum der Dernauer Kolpingbrüder - Der "Katholische Jünglingsverein" ist erwachsen geworden, general-anzeiger-bonn.de vom 8. Dezember 2015
  5. Quelle: Edgar Bertram führt die Kolpingfamilie - Generalversammlung der Dernauer – Einsatz von Bernd Schlesiger gelobt, in: Rhein-Zeitung vom 26. März 2013
  6. Quellen: Christine Schulze: 50-jähriges Jubiläum der Dernauer Kolpingbrüder - Der "Katholische Jünglingsverein" ist erwachsen geworden, general-anzeiger-bonn.de vom 8. Dezember 2015, und Gabi Geller: Dernauer Kolpingfamilie feiert 50. Geburtstag - Großes Fest im Ahrtaler Weinort begann mit Gottesdienst – Mit 164 Mitgliedern ist es die viertgrößte im Bistum Trier, in: Rhein-Zeitung vom 7. Dezember 2015
  7. Quelle: Pressemitteilung der Kolpingfamilie Dernau/Benno Kastenholz vom 20. März 2016