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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Adenauer Bach

Aus AW-Wiki
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Bücke über den Adenauer Bach in Niederadenau
In Adenau ist der Adenauer Bach vollständig verrohrt.
In Dümpelfeld mündet der Adenauer Bach in die aus Schuld kommende Ahr.
In Dümpelfeld mündet der Adenauer Bach (links) in die Ahr.
Die Mündung des Adenauer Baches im Winter
Mit einer Ehrenurkunde dankte AW-Landrat Dr. Jürgen Pföhler (v.l.) dem Staatlichen Dr.-Erich-Klausener-Gymnasium Adenau im September 2016 für 20 Jahre Bachpatenschaft für den Adenauer Bach: Harald Fuchs, Claudia Meise, Guido Nisius, Christa Killmaier-Heimermann, Rainer Müller und Winfried Sander.

Der knapp 16 Kilometer lange Adenauer Bach, neben Armuthsbach und Trierbach einer der größeren Bäche, die in den Oberlauf der Ahr mündenden, heißt im Oberlauf Breidscheider Bach und entspringt etwa einen Kilometer südlich von Quiddelbach auf einer Höhe von circa 533 Meter über dem Meeresspiegel. Von dort fließt er nach Nordosten bis zum Adenauer Stadtteil Breidscheid in der Nordschleife des Nürburgrings. Ab dort führt er den Namen „Adenauer Bach“. Weiter fließt er in westlicher Richtung, überwiegend verrohrt, durch die Stadt Adenau und danach nordwärts, wobei er die Orte Leimbach und Niederadenau passiert. In Dümpelfeld mündet er dann von rechts auf etwa 209 Meter Höhe in die dort von Westen kommende Ahr – gegenüber der Kläranlage "Adenauer Bach".


Lage der Quelle

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Lage der Mündung

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Kenndaten

  • Höhe der Quelle: 500 Meter
  • Höhe der Mündung: 210 Meter (Ahr)
  • Höhendifferenz: 290 Meter
  • Gesamtlänge: knapp 16 Kilometer
  • Tiefe: 10 bis 20 Zentimeter, bei Hochwasser auch über 40 Zentimeter
  • Breite: zwei bis maximal drei Meter
  • Gewässergüte (biologische und chemische Qualität): II bis III, das heißt, eine mäßige Belastung mit Verunreinigungen, teils aber noch guter Sauerstoffversorgung mit großer Artenvielfalt und Individuendichte
  • Gewässerstrukturgüte (ökologische Wertigkeit des Lebensraumes Bach): im Bereich der Stadt Adenau Güte V, also sehr schlecht (stark veränderte Gewässerabschnitte, merklich beeinträchtigt), im mäandrierenden Bereich Güte II, also noch gut (gering veränderte Gewässerabschnitte, bedingt naturnah).

Angrenzende Ortschaften

Adenau, Leimbach (Gemeinde bei Adenau), Niederadenau, Dümpelfeld

Besonderheiten

Zur Erschließung eines Gewerbegebietes wurde der Adenauer Bach Mitte der 1990er Jahre verlegt. Das sich über die gesamte Talaue erstreckende und sich schlängelnde Gewässer wurde in ein weitgehend gerade verlaufendes Bett am Hang gezwungen, die Laufstrecke um etwa ein Drittel verkürzt. Dadurch erhöhten sich die Fließgeschwindigkeit sowie die Gefahr der Tiefenerosion in diesem Bereich, was den Bau mehrerer, die Geschwindigkeit begrenzenden Rampenstufen im Bachbett erforderte. Diese große Bachverlegung zur Erschließung von Gewerbeflächen war die letzte ihrer Art in Rheinland-Pfalz.[1]

Zuflüsse

Bachpatenschaft

Im Jahr 1996 wurde der erste Vertrag über die Bachpatenschaft von Kreis und Schulleitung unterzeichnet. Seitdem übernimmt das Staatliche Dr.-Erich-Klausener-Gymnasium Adenau mit dem Kreis Ahrweiler als Gewässerunterhaltungspflichtigem die Bachpatenschaft für den Adenauer Bach. Winfried Sander, damals Lehrer am EKG, war einer Initiatoren. Er stellte 1995 den Kontakt zwischen Schule und Kreisverwaltung her.

Im Jahr 2002 erhielt das EKG die Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler, im November 2006 überreichte Staatsministerin Margit Conrad dem EKG, vertreten durch Winfried Sander, den Bachpatenschaftspreis des Landes Rheinland-Pfalz. 2008 erhielt das EKG den Umweltpreis des Landes.

45 Schulklassen mit gut 1000 Schülerinnen und Schülern haben bis November 2016 rund 100 Unterrichtstage in den Fächern Erdkunde, Biologie, Chemie und Physik an dem Gewässer verbracht. Dabei fand praxisnaher Unterricht statt, der zugleich das Ziel verfolgte, die soziale Kompetenz der Schüler durch gemeinsame Gruppenarbeiten zu fördern. Schüler und Lehrer pflanzten in dieser Zeit mehr als 1000 Bäume entlang des Bachs, untersuchten an verschiedenen Standorten die Gewässerstrukturgüte, Pflanzen- und Tierarten, die Wasserqualität mit Hilfe von Zeigerarten (solche Pflanzen zeigen zum Beispiel die Feuchtigkeit in einem Gebiet an), die Fließgeschwindigkeit sowie die Flechtenvorkommen, um damit die Luftqualität zu bestimmen. Anschließend wurden die Ergebnisse analysiert und zusammengetragen, was langjährige Vergleiche des ökologischen Zustands ermöglichte.

Diese Zahlen und Fakten, die die Schüler und ihre Lehrer im Rahmen der Arbeit am Adenauer Bach gewonnen habe, seien eine beeindruckende Bilanz, sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler, der anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Bachpatenschaft im September 2016 eine Delegation des EKG ins Kreishaus nach Ahrweiler eingeladen hatte. Neben einem Dankeschön gab es dort die Ehrenurkunde des Kreises Ahrweiler für das EKG. Mit dabei waren auch Guido Nisius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, sowie Harald Fuchs und Rainer Müller, die zuständigen Fachbereichs- beziehungsweise Abteilungsleiter für Umwelt in der Kreisverwaltung Ahrweiler. Der Landrat lobte auch „die Kontinuität, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit, mit der eine unserer Kreis-Schulen zwei Jahrzehnte am Ball geblieben ist.“ Bei dem Treffen wurde der Bachpatenvertrag zwischen Kreis und EKG um vier Jahre verlängert. 2016 liegt die Federführung der Patenschaft bei der EKG-Lehrerin Claudia Meise.[2]

Chronik

Bei einem Hochwasser im Juni 2016 wurde die Jahrzehnte alte Betonbefestigung des Wehres der ehemaligen Leimbacher Mühle umspült und zum Teil weggerissen. Der Bach bahnte sich einen neuen Weg.[3]

Siehe auch

Kläranlage "Adenauer Bach"

Mediografie

Weblink

Wikipedia: Adenauer Bach

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 9. September 2009
  2. Quelle: EKG Adenau seit 20 Jahren verlässlicher Bachpate – Adenauer Bach pflegen und analysieren – 45 Klassen mit 1.000 Schülern aktiv - Schüler mit Karten, Hacken und Bodenbohrern gehören zum Stadtbild, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 11. November 2016
  3. Quelle: Gute Noten für Adenauer Bach – Gewässerschau der SGD Nord am Adenauer Bach erbrachte wenig Beanstandungen, in: Rhein-Zeitung vom 20. April 2017