Deutscher Kinderschutzbund - Kreisverband Ahrweiler e.V.

Aus AW-Wiki

Geschäftsstelle in der Alten Bachemer Schule
Landrat Dr. Jürgen Pföhler (von links) überreichte im Juli 2012 einen Zuschussbescheid über 17.000 Euro an Ulrike Kaiser, die Vorsitzende des Kreisverbands Ahrweiler im Deutschen Kinderschutzbund, Tagespflegebörse-Leiterin Karin Drewlani und Schatzmeister Dittmar Baumung.
Ehemalige Geschäftsstelle in der Oberhutstraße in Ahrweiler

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB), der sich als "Lobby für Kinder" versteht, hat bundesweit rund 50.000 Mitglieder, die in 16 Landesverbänden und 400 Orts- und Kreisverbänden organisiert sind. Im Ahrkreis ist der Kinderschutzbund seit dem 14. Mai 1991 aktiv. Gewaltfreie Erziehung und Bekämpfung der Kinderarmut sind zentrale Anliegen der Arbeit vor Ort. Die Erziehungsberatung und der Elternkurs "Starke Eltern - Starke Kinder" sind wichtige Angebote. Die Tagespflege-Börse und Schulungen von Tages-Eltern bilden weitere Schwerpunkte. Mit dem Eltern-Kind-Programm und den PEKiP-Kursen hat der Kreisverband auch die Allerkleinsten im Blick. Ziel des Projektes "Familienpaten" ist es, Mütter, Väter und junge Familien in den ersten Lebensjahren des Kindes zu begleiten und zu unterstützen. Familienpaten werden ehrenamtlich für begrenzte, im Einzelfall abzuklärende Zeit, in Familien eingesetzt, um Unterstützung bei der Bewältigung des Alltages zu leisten.


Geschäfts- und Beratungsstelle

Neuenahrer Straße 11

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Bachem)

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Kontakt

Geschäftszeiten

Montag und Donnerstag von 14 Uhr bis 17 Uhr

Mittwoch und Freitag von 9 Uhr bis 12 Uhr

Mitgliederzahl

Mai 2011: 160 Mitglieder

Dezember 2012: 195 Mitglieder

Vorstand

Mitarbeiter

Andrea Lipsius

Angebote

Ein bunter Mix von Familien- und Elternprojekten, Beratungs- und Hilfsangeboten steht auf dem Programm des Kinderschutzbundes. Damit will der Kinderschutzbund insbesondere Präventionsarbeit leisten, damit es gar nicht erst zu Gewaltausbrüchen von Eltern gegenüber ihren Kindern kommt. Die Geschäftsstelle ist auch Anlaufstelle für Eltern und Erzieher in Krisen. Überforderte Mütter in schwierigen Lebenssituationen erhalten dort zeitnah Rat. Seit 2010 bildet der Kinderschutzbund Ahrweiler Familienpaten aus und vermittelt die ehrenamtlichen Helfer. Sie bieten praktische Hilfen in Situationen, in denen Eltern oder Erzieher an ihre Grenzen stoßen.[1]

Tagespflegebörse

Der Kinderschutzbund betreibt eine Tagespflegebörse. Er berät, qualifiziert und vermittelt Tageseltern. Da er damit im Kreis Ahrweiler "eine wichtige Funktion bei der Betreuung von Kleinkindern und Kindern" einnehme, wird die Tagespflegebörse vom Kreis finanziell gefördert. Bei der Tagespflegebörse werden nach Angaben des Kinderschutzbundes ausnahmslos Tagespflegpersonen mit abgeschlossener Ausbildung und Pflegeerlaubnis an suchende Eltern vermittelt, die sich zuvor ausführlich beraten ließen. Tagesmütter und -väter betreuen die Kinder anderer Eltern flexibel, so dass auf die Bedürfnisse der Kinder und deren Eltern Rücksicht genommen wird.

Gründung und Entwicklung

Auf Anregung von Gerd Sebastian riefen 30 Gründungsmitglieder 1991 den Kreisverband Ahrweiler im Deutschen Kinderschutzbund ins Leben. 1993 richtete der Kreisverband zum ersten Mal das Zeugnis-Telefon für Schüler im Ahrkreis ein. 1997 gelang mit dem „betreuten Umgang“ das erste große ehrenamtliche Projekt mit einer hauptamtlichen Fachkraft. 1994 bezog der Verein die erste Geschäftsstelle an der Heerstraße in Bad Neuenahr, 1998 folgte der Umzug in die Oberhutstraße 44 in Ahrweiler.

Das Angebot des Ahrweiler Kinderschutzbundes wuchs stetig: Spielgruppen wurden gegründet, Elternkurse angeboten und eine Hausaufgabenbetreuung eingerichtet. Zeitweise arbeitete der Kreisverband auch bei der bundesweiten Aktion „Zeugnistelefon“ mit. 2000 wurde die erste Tagespflegebörse im Kreis eingerichtet und 2002 das Projekt Schülersprechzeit in der damaligen Hauptschule Remagen gestartet.

Ulrike Kaiser wurde im Jahr 2008 zur Vorsitzenden gewählt.

Der Kreis Ahrweiler unterstützte die Tagespflegebörse des Kreisverbands im Juli 2012 mit einer Förderung von rund 17.000 Euro. Landrat Dr. Jürgen Pföhler überreichte den entsprechenden Bewilligungsbescheid an Vorsitzende Ulrike Kaiser, Schatzmeister Dittmar Baumung und Karin Drewlani, die Leiterin der Tagespflegebörse. Das Geld dient größtenteils der Finanzierung des Fachpersonals. „Flexible Betreuungsangebote wie die Kindertagespflege können für Familien und Alleinerziehende eine Ergänzung oder in bestimmten Fällen eine Alternative zur Kindertageseinrichtung darstellen“, erklärte Landrat Dr. Pföhler. „Die Tagespflegebörse des Kinderschutzbundes leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, betonte der Landrat. Insgesamt habe der Kreis den Kinderschutzbund in den vergangenen zehn Jahren mit rund 88.000 Euro unterstützt. „Der erneute Zuschuss zeigt, welch hohen Stellenwert der Kreis Ahrweiler ungeachtet der äußerst schwierigen Haushaltslage der Kindertagesbetreuung beimisst“, unterstrich Pföhler. Bei der Kindertagespflege handelt es sich um eine familiennahe Betreuungsform. Tagesmütter und -väter betreuen die Kinder anderer Eltern flexibel, so dass auf die Bedürfnisse der Kinder und deren Eltern Rücksicht genommen wird. Im Zusammenhang mit der Betreuung durch eine Tagespflegeperson ergeben sich für die Eltern in vielen Fällen verschiedene Fragestellungen und so wünschen sie sich neben der reinen Vermittlung einer geeigneten Betreuungsperson oftmals auch eine weitergehende Beratung und Begleitung. Auch die Tagespflegepersonen benötigen für ihre Tätigkeit fachliche Unterstützung und Fortbildungsangebote. Die Tagespflegebörse des Kinderschutzbundes übernimmt diese Aufgaben in Abstimmung mit dem Amt für Jugend und Familie der Kreisverwaltung Ahrweiler und bietet darüber hinaus Qualifizierungskurse für Kindertagespflegepersonen an.

Bei der vierten Schulung für das Projekt „Familienpaten“ werden von Februar bis April 2014 Freiwillige von der Diplom-Sozialpädagogin Monika Hunger ausgebildet, um anschließend für wenige Stunden in der Woche Familien bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Seit 2010 hat der Kreisverband auf diese Weise Familien entlastet werden, die nicht auf ein funktionierendes soziales Netzwerk zurückgreifen können. Im März 2013 wurde der DKSB dafür von der Volksbank RheinAhrEifel eG mit dem Zukunftspreis Heimat ausgezeichnet. Das Projekt ist allerdings nur eines von zahlreichen Angeboten des DKSB, in dem sich im Jahr 2013 rund 60 ehrenamtliche Mitarbeiter mehr als 5000 Stunden einbrachten. Der gemeinnützige Verein finanziert sich durch die Beiträge seiner knapp 200 Mitglieder sowie durch Spenden. Im Laufe der Jahre 2013 habe der Verein hunderte Familien beraten, sagt die Erste Vorsitzende Ulrike Kaiser dem General-Anzeiger - im Rahmen von Beratungsgesprächen zu Erziehungsfragen, zum Umgang mit Trennungs- und Scheidungssituationen, bei Auffälligkeiten oder Krankheiten von Kindern. Der „Familientreff“ in Bad Breisig/Oberbreisig, ein weiteres Angebot des Kreisverbands, sei zu einem festen Bestandteil im Leben vieler Menschen geworden. Interessierte können sich dort in Eltern-Kind-Gruppen austauschen, an einer Geschichtenwerkstatt oder einem Babymassagekurs teilnehmen. Im gesamten AW-Kreis biete der Kreisverbad regelmäßig Veranstaltungen wie das „Märchencafé“ im Mehrgenerationenhaus im Kreis Ahrweiler/Haus der Familie Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie die Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder“, L.U.K.E. und TAFF in der Geschäftsstelle in Ahrweiler an. Der DKSB ist in verschiedenen Gremien, Ausschüssen und Arbeitskreisen vertreten, in denen er sich für die Rechte der Kleinsten auf kommunalpolitischer Ebene einsetzt. 2013 gelang es, die private Tagespflege als alternative Betreuungsform im Kreis ein Stück nach vorn zu bringen: "Wir möchten, dass Familien die Wahl haben, ob sie ihre Kinder in die Kita oder in eine private Tagespflege bringen“, so Ulrike Kaiser.[2]

Zum 1. April 2014 zog der Kreisverband nach 18 Jahren aus der Oberhutstraße 44 in Ahrweiler in die Alte Schule an der Neuenahrer Straße 11 in Bachem um. Im Februar hatten Ehrenämtler des Kinderschutzbundes damit begonnen, die Räume zu renovieren. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler stellt die Räume zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung. Dort soll auch wieder ein Familientreff angeboten werden.

Am Weltkindertag im September 2014 wurde die neue Beratungs- und Geschäftsstelle feierlich eröffnet. Die Einweihungsfeier koppelten die Veranstalter mit einem Familienfest, bei dem die Schülerfirma „Future-Service“ der Erich-Kästner-Schule das Catering übernahm und der Neuwieder „Verzauberkünstler“ Tullino für die Bespaßung der Gäste sorgte. Landrat Dr. Jürgen Pföhler lobte: „Sie stellen eine wichtige Ergänzung zu Kindertagesstätten, Schulen und der Familienbildungsstätte dar, sind sehr gut vernetzt und machen sich stark gegen die Kindeswohlgefährdung.“ Denn auch im schönen Kreis Ahrweiler würden schlimme Dinge passieren; da seien Menschen, die aufpassen und sensibel sind, sehr wichtig. Auch Bürgermeister Guido Orthen betonte: „Wenn alles rosarot wäre, bräuchten wir keinen Kinderschutzbund, man muss mit den Realitäten des Daseins umgehen.“ Christian Zainhofer, Vizepräsident des Bundesverbands und Vorsitzender des Landesverbandes, sagte, der Kinderschutzbund zähle zu dieser Zeit 50.000 Mitglieder in 16 Landes- und 430 Ortsverbänden. In Rheinland-Pfalz gebe es 23 Ortsverbände mit 3500 Mitgliedern. Die Vorsitzende Ulrike Kaiser sagte: „Wir möchten hier auch räumliche Angebote für Kinder und Familien vor Ort anbieten, der Elterntreff ist schon angelaufen.“ Zu den Festgästen gehörten auch Bachems Ortsvorsteher Georg Schikowski, die Katholische Frauengemeinschaft "St. Laurentius" Ahrweiler, vertreten durch Lucie Werner und Fine Gies, sowie die Bachemer Weinmajestät Michelle Skruth und ihren beiden Prinzessinnen Janina Fels und Michéle Kirch.[3]

Bei der Mitgliederversammlung im Mai 2016 sagte die Vorsitzende Ulrike Kaiser in ihrem Rechenschaftsbericht: „Dass so viele Menschen ihre Heimat wegen Krieg, Gewalt, Verfolgung und Armut verlassen müssen, hat uns im vergangenen Jahr sehr herausgefordert.“ Bei der turnusmäßigen Vorstandswahl wurden die Vorsitzende Ulrike Kaiser und ihre Stellvertreterin Ulrike Ring-Scheel in ihren Ämtern bestätigt. Zur Schatzmeisterin wurde Lucinda Spielmanns gewählt, die dieses Amt von Dittmar Baumung übernahm. Schriftführerin wurde Andrea Jahnen. Als Beisitzerinnen bestätigt wurden Michaela Wolff und Judith Piotrowski. Martha Koch, Irini Höfer und Dagmar Scheel wurden als Beisitzerinnen neu in den Vorstand gewählt. Dank galt den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Dittmar Baumung, Regine Säger, Patricia Nicolaysen und Heidi Reinnarth. Die Vorsitzende informierte die Mitglieder darüber, dass der Kreisverband mit der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler ausgezeichnet werden soll.[4]

AW-Landrat Dr. Jürgen Pföhler zeichnete den Kreisverband des Kinderschutzbundes und seine Vorsitzende Ulrike Kaiser im Juni 2016 mit der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler aus. Die Helfer hätten allein im Jahr 2015 insgesamt 7540 Stunden ehrenamtlich gearbeitet – etwa beim Projekt Familienpaten, im Kleiderladen "Kunterbunt 2" Sinzig und im Kinderladen "Kunterbunt" Hönningen oder auch im Familientreff Oberbreisig und im Familientreff Bachem. Außerdem sei der Kreisverband Kooperationspartner des Amtes für Jugend und Familie der Kreisverwaltung Ahrweiler.[5]

Bei der Mitgliederversammlung im Juni 2018 wurde die bisherige stellvertretende Vorsitzende Ulrike Ring-Scheel als Nachfolgerin von Ulrike Kaiser zur Vorsitzenden gewählt. Nach 16 Jahren Mitgliedschaft im Vorstand kandidierte Ulrike Kaiser nicht erneut für den Vorsitz. Irini Höfer wurde zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Neben der Schatzmeisterin Lucinda Spielmanns und der Schriftführerin Andrea Jahnen, die in ihren Ämtern bestätigt wurden, gehörten dem Vorstand weiterhin auch Martha Koch, Dagmar Scheel und Michaela Wolff als Beisitzerinnen an. Für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Ulrike Kaiser und Judith Piotrowski gab es je einen Blumenstrauß und ein kleines Geschenk.[6]

Nach rund einjähriger Vorbereitungsphase wurde 2010 das Familienpaten-Projekt des Kinderschutzbundes gegründet. Fünf der sieben Paten, mit denen das Projekt 2010 gestartet wurde, sind auch 2020 noch aktiv: Mechthild Distelrath, Rolf Mühlmann, Christine Schallenberg und Beate Mühlmann. Einige von ihnen haben bereits die siebte Patenschaft angenommen. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Projektleiterin Monika Hunger wurden sie im Frühjahr 2020 mit der Kinderschutz-Urkunde des Verbandes ausgezeichnet. Das Projekt wurde von Beginn an von der Rosemarie-und-Manfred-Rhodius-Stiftung unterstützt. Auch der Kreis Ahrweiler und die Aktion Mensch halfen mit Anschubfinanzierungen. Im Jahr 2018 dann wurde das Angebot dank der Förderung durch die Aktion Mensch um die Sparte Integrationspaten erweitert, um auch den speziellen Bedürfnissen von Menschen mit Fluchterfahrung gerecht werden zu können. 81 Paten sind seit 2010 in insgesamt neun Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet worden. Rund 140 Familien mit und ohne Migrationshintergrund sind bis zum Frühjahr 2020 von diesen Ehrenamtlern durch schwierige Lebensphasen begleitet worden.[7]

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 14. Mai 2011
  2. Quelle: Charlotte Scharf: Kinderschutzbund will Kindern Lobby geben - Rund 60 Ehrenamtler unterstützen beim Kreisverband Ahrweiler Familien – 2014 ist Umzug geplant, in: Rhein-Zeitung vom 24. Dezember 2013
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 23. September 2014
  4. Quelle: Rhein-Zeitung vom 10. Mai 2016
  5. Quellen: Rhein-Zeitung vom 10. Mai 2016 und Günther Schmitt: Feierstunde in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Kreis verleiht Ehrenplaketten, general-anzeiger-bonn.de vom 28. Juni 2016
  6. Quelle: Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Ahrweiler e.V. – Mitgliederversammlung wählt neuen Vorstand, blick-aktuell.de vom 23. Juni 2018
  7. Quelle: Der Kinderschutzbund bietet Unterstützung für Familien in herausfordernden Lebensphasen - Familienpaten erhalten Ehrung für zehn Jahre Engagement, blick-aktuell.de, 10. März 2020