Freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr

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Einfahrt zum Gerätehaus an der Heerstraße.

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr ist ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Neuenahr-Ahrweiler.


Wehrleitung

Fahrzeuge

  • TLF 16/25
  • LF 16
  • DLK 23/12
  • ELW 2
  • MZF 2
  • KdoW (Kommandowagen)
  • MTF (Manschaftstransportfahrzeug)

Chronik

Die Geschichte der Feuerwehr Bad Neuenahr ist eng mit der Geschichte des Heilbades Neuenahr verbunden.

Am 4. September 1867 meldete die Ahrweiler Zeitung für Neuenahr einen Großbrand, bei dem „der Eifer, mit dem unsere Kurgäste sich den Ortsbewohnern zu Hilfe anschlossen“, besonders hervorgehoben wurde. „Wir sahen Geheimräthe, Stabsoffiziere, Professoren, Rentiers, Doktoren und selbst Damen unermüdlich neben den fleißigen Ortsbewohnern in Reih und Glied mitarbeiten“, hieß es in dem Beitrag weiter. Im November 1884, gab es in der Kurstadt innerhalb von nur acht Tagen zwei große Brände. Damals gab es zwar bereits Löschgeräte, etwa Handdruckspritzen und Löscheimer. Wenn es brannte, wurden diese Hilfsmittel aber nicht immer koordiniert eingesetzt; sämtliche Helfer liefen vielmehr durcheinander und jeder tat, was er für richtig hielt.

So hieß es in der Ahrweiler Zeitung vom 17. November 1884: „Das Verhalten eines großen Teils unserer erwachsenen Bevölkerung beim gestrigen Brande war ein überaus betrübendes. Kinder mühten sich ab, aus den ferner liegenden Häusern Wasser zu den Spritzen herbeizuschleppen, aber eine regelmäßige Bedienung der Spritzen fehlte. Trotz mehrfacher Aufforderung fiel es so manchem Erwachsenen nicht ein, mit Hand anzulegen und in die Kette mit einzutreten. Selbst die Aufforderung des anwesenden Herrn Landrats sowie des Herrn Bürgermeisters fruchteten nur für Augenblicke. Die große Menge verharrte in träger Neugier.“ Beklagt wird weiter der Mangel an Gemeinsinn. So folgte bald der verzweifelte Ausruf: „Was uns not thut, ist eine wohl organisierte Feuerwehr.“[1]

Am 8. März 1896 trafen sich erstmalig rund 30 Neuenahrer Männer, um dann am 1. April 1896 die Freiwillige Feuerwehr Neuenahr zu gründen. Am 13. Dezember 1896 hieß es in der Heimatzeitung: „So wollen wir dann noch unserer jungen Wehr empfehlen, mit Ernst an die Ausbildung zu gehen, nicht im Feiern von Festen ihr Heil zu suchen und die Uniform spazieren zu führen, sondern echte, rechte Feuerwehrleute zu werden, die sich ihrer ernsten Aufgabe bewusst sind.“[2]

Im Jahr 2001 zog die Wehr vom alten Gerätehaus neben dem Hotel „Zur Traube“ an der Hauptstraße in der Stadtmitte in das neue Gerätehaus an der Heerstraße um, dessen Bau 5,3 Millionen D-Mark gekostet hatte.

362 Stunden waren die 40 Wehrmänner und ihre zwei weiblichen Kameradinnen des Löschzugs Bad Neuenahr im Jahr 2012 im Einsatz. Die Anzahl der Hilfeleistungen war im Laufe der Jahre immer weiter angestiegen. Waren es im Jahr 2010 noch 82, so stieg die Zahl 2011 auf 100 und im Jahr 2012 nochmals auf 128. Im Einzelnen waren das im Jahr 2012 22 Kleinbrände, elf Mittelbrände, 45 technische Hilfeleistungen, 15 sonstige Einsätze und 35 Fehlalarmierungen. Hinzu kamen drei Brandsicherheitswachen am Nürburgring und 31 Brandsicherheitswachen zu kulturellen Veranstaltungen im Kurhaus Bad Neuenahr. Diese Zahlen nannte Zugführer Richard Lindner bei einem Kameradschaftsabend im Januar 2013 im Evangelischen Gemeindehaus Bad Neuenahr. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler beschaffte im Jahr 2012 neue Wärmebildkameras, um die Effektivität der Brandbekämpfung zu erhöhen. Auch neue Überdrucklüfter dienen diesem Zweck. In den ersten Tagen des Jahres 2013 wurden Digitalfunkgeräte in die Einsatzfahrzeuge eingebaut.[3]

Für 20 Jahre in einem höchst verantwortungsvollen Ehrenamt wurde Zugführer Richard Lindner beim Kameradschaftsabend der Bad Neuenahrer Wehr im Januar 2014 im Evangelischen Gemeindehaus von Landrat Dr. Jürgen Pföhler mit einer Dankesurkunde ausgezeichnet. Im Jahr 1994 übernahm Lindner die Leitung des Löschzuges Bad Neuenahr. In diese Zeit fielen u.a. der Neubau des Feuerwehrhauses an der Heerstraße in Bad Neuenahr, der Umzug aus der Hauptstraße in der Ortsmitte und die Neubeschaffung fast aller Fahrzeuge. Die 42 Wehrleute des Löschzuges wurden im Jahr 2013 121 Mal alarmiert - 23 Mal wegen Bränden und 56 Mal wegen technischer Hilfeleistungen. 30 Fehlalarmierungen wurden gezählt; die meisten von ihnen wurden durch Brandmelder in Wohnungen ausgelöst. 23 Brandsicherheitswachen im Kurhaus Bad Neuenahr und am Nürburgring kamen hinzu. "In der Summe kam dabei eine Gesamteinsatzdauer von 268 Stunden zusammen", rechnete Löschzugführer Lindner den Gästen des Kameradschaftsabends vor. Was Neuanschaffungen betrifft, wies Lindern auf einen Lüfter, die Wärmebildkamera und ein Ziehfix hin, der bei den zahlreichen Türöffnungen zum Einsatz komme. Niklas Marx, Thomas Krupp, Maximilian Schäfer, Maximilian Esper und Sascha Radermacher wurden vom Anwärter zum Feuerwehrmann befördert. Michael Weiland, Michael Rotter, Michael Horrmann und Robert Helmrich wurden zu Oberfeuerwehrmännern befördert. Für 15-jährige Zugehörigkeit zum Löschzug Bad Neuenahr wurde Michael Faßbender geehrt. Lars Janßen und Tobias Schmitt wurden verabschiedet, weil sie die Wehr aus beruflichen oder persönlichen Gründen verlassen hatten. Ortsvorsteher Heinz-Dieter Brand erhielt von der Wehr ein Geschenk zu seinem 70. Geburtstag. Grußworte sprachen Stadtwehrleiter Joe Platz, der letztmalig in dieser Funktion am Kameradschaftsabend der Neuenahrer Wehr teilnahm, der Erste Beigeordnete der Stadt, Detlev Koch, sowie Peter Steidle, Ehrenbrandmeister der befreundeten Wehr aus Nußdorf am Bodensee. Für Narretei unter den Wehrleuten sorgten die Bachemer Merle und die Band "Jeckediz."[4]

Zu 100 Einsätzen rückte die Bad Neuenahrer Feuerwehr im Jahr 2014 aus. Sie leistete sechs Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen am Nürburgring und 28 weitere bei Veranstaltungen im Kurhaus Bad Neuenahr. Dabei kamen 416,5 Einsatzstunden zusammen. Größere Einsätze waren 2014 allerdings nicht nötig. Hinzu kamen Übungs- und Ausbildungsstunden sowie Fahrzeug- und Gerätepflege. Diese Bilanz zog Zugführer Richard Lindner beim jährlichen Kameradschaftsabend im Januar 2015 im Saal des Evangelischen Gemeindehauses. 38 Feuerwehrleute - 36 Männer und zwei Frauen - zählt die Einheit zu dieser Zeit. Zugführer Lindner sagte, im Laufe des Jahres 2015 ziehe die Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) aus dem Feuerwehrgerätehaus Ahrweiler ins Feuerwehrgerätehaus Bad Neuenahr um. Von dort aus würden dann die Einsätze innerhalb der Kreisstadt geleitet. Die FEZ werde mit Feuerwehrleuten aus Ahrweiler, Heimersheim, Heppingen, Gimmigen und Bad Neuenahr besetzt. „Das ist eine gute Chance für die Wehren, noch enger zusammenzurücken“, sagte Wehrleiter Marcus Mandt. Nach 20 Jahren im Amt bekam Richard Lindner ein einstimmiges Votum für eine weitere Amtszeit als Wehrführer. Bürgermeister Guido Orthen sagte, die Stadt habe 2014 mehr als 278.000 Euro in den Brandschutz investiert. Im Haushalt 2015 stünden weitere 150.000 Euro bereit. Timo Dörfer und Jörg Simon wurden zu stellvertretenden Zugführern gewählt, Wolfgang Thill wechselte in die Altersabteilung. Daniela Ritter, Jennifer Phiesel und Maik Gassen wurden für zehnjährige Feuerwehrzugehörigkeit ausgezeichnet.[5]

Im Jahr 2015 rückte die aus 36 Männern und zwei Frauen bestehende Einheit 134 Mal aus. Dabei waren sie insgesamt mehr als 440 Stunden im Einsatz. Löscheinsätze bei einem Großbrand, bei vier mittelgroßen Bränden und bei 20 Kleinbränden sowie 59 technische Hilfeleistungen waren zu meistern. Hinzu kamen theoretische Schulungen und zehn praxisnahe Übungen. Diese Zahlen nannte Zugführer Richard Lindner bei einem Kameradschaftsabend am Samstag, 30. Januar 2016, im evangelischen Gemeindehaus. Eine solch hohe Anzahl an Einsätzen habe es bis dato nicht gegeben. Lindner wies auf die Arbeit der Gerätewarte hin, „die sich um Atemschutzgeräte und Schläuche ebenso wie um alle anderen Gerätschaften kümmern“, wie die Rhein-Zeitung am 3. Februar 2016 berichtete, „kommt es zum Einsatz, muss alle Technik gut funktionieren und ohne zu zögern eingesetzt werden können.“ Der Erste Stadtbeigeordnete Detlev Koch sagte, im Jahr 2015 seien rund 216.000 Euro in den städtischen Brandschutz investiert worden, und im Jahr 2016 stünden im Haushalt der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder 150.000 Euro bereit. Zusätzliche finanzielle Mittel steuere der Landkreis für Fahrzeugneubeschaffungen bereit.

Beim Kameradschaftsabend im Januar 2018 im evangelischen Gemeindehaus berichtete Zugführer Richard Lindner, die Mannschaftsstärke des Löschzugs betrage derzeit 42 Männer und zwei Frauen. Der Löschzug Bad Neuenahr habe im Jahr 2017 107 Einsätze absolviert: 20 Klein-, drei Mittel- und zwei Großbrände, außerdem 43 technische Hilfeleistungen und zehn sonstige Einsätze, beispielsweise die Begleitung von Prozessionen oder Karnevalsumzügen. Außerdem habe es neun blinde Alarme und 30 Fehlalarmierungen gegeben. Darüber hinaus sei die Löscheinheit bei sieben Brandsicherheitswachen am Nürburgring, bei fünf Brandsicherheitswachen im Kurpark und im Peter-Joerres-Gymnasium sowie bei 23 Brandsicherheitswachen im Kurhaus zur Stelle gewesen. Bei diesen Einsätzen sei eine Gesamteinsatzdauer von 563 Stunden zusammen gekommen. Neben den Einsätzen hätten die Wehrleute an sechs theoretischen Schulungen, zehn praxisnahen Schulungen sowie zahlreichen Seminaren, Lehrgängen und Workshops auf Kreis- und Landesebene teilgenommen. Besondere Aufgaben des Löschzugs seien unter anderem die Schulklassenbetreuung in Sachen Brandschutz, die Gestellung von Ausbildern auf Ebene der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie der Einsatz der Drehleiter bei jedem Wohnungs- und Gebäudebrand innerhalb der Stadt. Schließlich seien die Neuenahrer Feuerwehrkameraden und -kameradinnen bei überörtlichen Schadensereignissen aktiv. Detlev Koch, erster Beigeordneter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, kündigte weitere Investitionen der Stadt in die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr an. So soll das aus dem Jahr 1991 stammende Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug noch im Jahr 2018 durch eine Neuanschaffung ersetzt werden. Die mit 400.000 Euro kalkulierten Anschaffungskosten würden vom Land mit einem 119.000-Euro-Zuschuss unterstützt. Robert Helmrich, Michael Hormann und Michael Weiland wurden während der Veranstaltung für zehnjährige Zugehörigkeit zum Löschzug Bad Neuenahr ausgezeichnet.[6]

Der Löschzug Bad Neuenahr rückte im Jahr 2018 zu 117 Einsätzen und zehn weiteren Hilfeleistungen, wie Brandsicherheitswachen und die Begleitung von Prozessionen oder Karnevalsumzügen, aus. Im gesamten Stadtgebiet waren es für die Löschzüge und -gruppen rund 210 Alarmierungen. Hinzu kamen zahlreiche Ausbildungsstunden und Zeit für die Pflege der Ausrüstung. Diese Zahlen nannte Löschzugführer Richard Lindner beim Kameradschaftsabend 2019 im Februar 2019 im Dorint-Parkhotel Bad Neuenahr. Der Löschzug hat zu dieser Zeit eine Mannschaftsstärke von 37 Männern und drei Frauen. Dort hieß es auch, vorausslichtlich im April 2019 werde das 400.000 Euro teure neue Hilfeleistungsfahrzeug 20 geliefert, das das alte Löschgruppenfahrzeug 16 aus dem Jahr 1991 ersetzen soll.[7]

Das 125-jährige Bestehen der Löscheinheit wäre unter normalen Umständen im April 2021 groß gefeiert worden, wurde wegen der Corona-Pandemie aber verschoben. In einem Beitrag, den die Rhein-Zeitung am 31. März 2021 anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Wehr veröffentlichte, hieß es:

Die Anforderungen an die Blauröcke werden in Zukunft weiter steigen. Gebäudebrände werden durch die Verwendung neuer Baustoffe problematischer. Durch große Trockenheit und das Absterben von Bäumen in den Wäldern wird die Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden in den Sommermonaten größer. Gleichzeitig ... steigt ... die Bedrohung durch Starkregenereignisse, die zu Hochwasser in Bächen und Flüssen führen. Heute noch leicht zu bekämpfende Pkw-Brände wird es durch den steigenden Anteil von E-Autos immer weniger geben. Brennende Batterien stellen die Wehren vor große Probleme. Vor allem im Bereich der technischen Hilfeleistung werden die Aufgaben komplexer.[8]

Sieben Einsatzfahrzeuge und viele Zusatzgeräte füllen 125 Jahr nach deren Gründung das Gerätehaus der 35 Männer und drei Frauen zählenden Bad Neuenahrer Wehr.

Wehrführer

...

Anton Wershofen, 1896-1904

...

10. Richard Lindner, seit 1993

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 26. Januar 2015
  2. Quelle: Jochen Tarrach: Vor 125 Jahren in Bad Neuenahr: Lauter Ruf nach einer Feuerwehr, rhein-zeitung.de, 31. März 2021
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 29. Januar 2013
  4. Quelle: Feuerwehr Bad Neuenahr: 121 Mal rückte die Wehr im Kalenderjahr 2013 aus, general-anzeiger-bonn.de vom 26. Januar 2014, siehe auch: Löschgruppe Bad Neuenahr feierte Kameradschaftsabend – Löschgruppenführer Richard Lindner für zwei Jahrzehnte Führungsarbeit geehrt – Insgesamt mussten die 42 Bad Neuenahrer Blauröcke im vergangenen Jahr 121 Mal ausrücken, blick-aktuell.de vom 30. Januar 2014
  5. Quelle: Jochen Tarrach: Wehr rückte 2014 zu 100 Einsätzen aus - Die Mitglieder des Löschzugs Bad Neuenahr zogen beim Kameradschaftsabend Bilanz, in: Rhein-Zeitung vom 26. Januar 2015, und 100 Einstätze in 2014 - Die Einsatzzentrale zieht um, general-anzeiger-bonn.de vom 28. Januar 2015
  6. Quelle: Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr Bad Neuenahr – „Eine Feuerwehr, auf die rund um die Uhr Verlass ist“ – Wehrleute verzeichneten im vergangenen Jahr 107 Einsätze, blick-aktuell.de vom 29. Januar 2018
  7. Quelle: Jochen Tarrach: 117 Mal alarmiert: Ehrenamtler mit Nerven – Bilanz beim Kameradschaftsabend der Feuerwehr machte klar, warum Ausbildung und modernes Gerät so wichtig sind, in: Rhein-Zeitung vom 4. Februar 2019, siehe auch: Thomas Weber: Feuerwehr Bad Neuenahr: Richard Lindner ist seit 25 Jahren Löschzugführer, general-anzeiger-bonn.de vom 4. Februar 2019
  8. Quelle: Jochen Tarrach: Vor 125 Jahren in Bad Neuenahr: Lauter Ruf nach einer Feuerwehr, rhein-zeitung.de, 31. März 2021