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Rudolf P. Schneider

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Rudolf P. Schneider
Rudolf P. Schneider wohnt und arbeitet in der Alten Volksschule Kreuzberg.
Schreitende Madonna mit Jesuskind und Rosenkranz über dem Portal der (Wallfahrtskapelle "Sancta Maria Immaculata" Pützfeld)
Skulptur vor dem Alten Pfarrhaus Kesseling

Rudolf P. Schneider (* 1959 in Kreuzberg/Ahr) lebt und arbeitet als Bildhauer und Restaurator im Altenahrer Ortsteil Kreuzberg. Schneider arbeitet mit Holz, Bronze, Stein und Beton. Atelier und Wohnung befinden sich in der Alten Volksschule Kreuzberg. Neben seinem Beruf ist er Löschgruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzberg. Bis 2014 war er mit der Journalistin und Heilpraktikerin Martina Schneider verheiratet.


Atelier-Anschrift

Münstereifeler Straße 16

53505 Kreuzberg/Ahr

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Kontakt

Vita

Rudolf P. Schneider wurde von seinem Großvater in Kindheitstagen an die Bildhauerei herangeführt, indem er ihm das Schnitzen beibrachte. Später erlernte Schneider das Tischlerhandwerk, bevor er an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer und Schnitzer in Oberammergau angenommen wurde. Neun Jahre lang war er in dem Bildhauer- und Restaurierungsbetrieb Karl-Heinz Müller in Brühl/Rheinland tätig. Dort arbeitete er an romanischen, gotischen und barocken Kunstwerken.[1]

Seit 1990 arbeitet Schneider im eigenen Atelier. In den Anfangsjahren wurde er von den Bildhauern Georg Gehring und Bernhard Müller-Feyen gefördert. Daneben studierte er bei Rosemarie Bassi drei Jahre lang Malerei und Zeichnen. Schneider restaurierte die Gauben und barocken Spiegelrahmen im Palais Erthaler Hof in Mainz. Er schuf eine Madonna für die Wallfahrtskapelle "Sancta Maria Immaculata" Pützfeld und restaurierte das Holzwerk am Freiligrath-Haus in Unkel/Rhein.

Im Jahr 2004 wurde er von dem ebenfalls in Kreuzberg lebenden Philipp Freiherr von Boeselager beauftragt, eine bronzene Büste von Generalmajor Henning von Tresckow, dem "Kopf des militärischen Widerstandes gegen Adolf Hitler", zu schaffen. Fast ein halbes Jahr lang beschäftigte sich Schneider mit dem Generalmajor, um ein zumindest annähernd authentisches Abbild entstehen zu lassen. Die Tresckow-Büste wurde im Jahr des 60. Jahrestages des Attentags auf Hitler in der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg enthüllt. Weitere Büsten stehen in Magdeburg und Potsdam.

Aber auch Philipp Freiherr von Boeselager saß für Rudolf P. Schneider Modell; die Vollendung seiner Büste im Mai 2008 durfte der Freiherr jedoch nicht mehr erleben.

Schneider schuf auch einen Brunnen, der im Sommer 2014 vor dem Dorfgemeinschaftshaus "Alte Schule" Kalenborn übergeben wurde. Der Brunnen verdankt seine Existenz dem Umstand, dass mit der Förderung der energetischen Sanierung des ehemaligen Schulgebäudes durch das Land die Verpflichtung zu einer künstlerischen Gestaltung - Stichwort "Kunst am Bau" - verknüpft war. Schneider schlug den Brunnen aus einer Basaltsäule. Der Brunnen zeigt das Wappen der Gemeinde Kalenborn mit Wellenkamm und drei Füllhörnern. Außerdem wurden Kinder, eine lesende Frau und ein alter Mann in den Stein gehauen. Diese Gestaltung soll zeigen: Die alte Schule ist heute ein Platz für sämtliche Generationen. "Alt und Jung, alles unter einem Dach", sagte Konrad Löhndorf, in dessen Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Kalenborn Planung und Realisierung von Bürgerhaus und Brunnen fielen, bei der feierlichen Inbetriebnahme. Samt Einsegnung durch Pfarrer Friedemann Bach und Pater Clemens aus Rheinbach war sie eine der letzten Amtshandlungen Löhndorfs als Bürgermeister.[2]

Im Jahr 2015 führte Rudolf P. Schneider zum sechsten Mal im Auftrag des Maternus-Stifts Altenahr das Projekt "Gestalt-end" durch. Sechs schwer demenziell veränderte Männer im Alter zwischen 75 und 90 Jahren arbeiteten im Rahmen dieses Projekts aus zwei Baumstämmen innerhalb von zwölf Wochen eine sitzende Frau sowie einen Mann heraus, der in die Sterne guckt. Angelika Furth dokumentiert die Ergebnisse fotografisch. "Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Erfolge phänomenal sind", berichtete der General-Anzeiger (GA) am 4. Juni 2015. Elisabeth Schroeder-Solf, die Leiterin der Einrichtung, sagte dem GA: "Männer beteiligen sich nicht viel an den klassischen Aktivitäten wie Malen, Singen oder Basteln. Sie kommunizieren und integrieren sich wenig, geben sich eher einem Essen-Schlafen-Rhythmus hin." Bei dem Bildhauer-Projekt aber sei alles anders. "Die Männer nehmen sich und ihre Umgebung durch die Aktivierung der Sinne wieder wahr, die Anleitung des Bildhauers, das Werkzeug und das Holz." Ob das Wohlgefühl der Erkrankten positiv beeinflusst wird, das untersucht die Uni Bonn mit einer Evaluation des Projekts.[3]

Am Sonntag, 7. September 2015, wurde ein vor dem am gleichen Tage als Dorgemeinschaftshaus wiedereingeweihten Alten Pfarrhaus Kesseling stehender Brunnen übergeben, den Rudolf P. Schneider mit Figuren von Bauer, Mönch und Kind gestaltet hatte.[4]

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles erwarb im Januar 2017 aus dem Atelier von Rudolf P. Schneider privat ein Holzkreuz mit grünen LED-Leuchten.[5]

Mediografie

Weblink

http://www.atelier-alteschule.de

Fußnoten

  1. Quelle: galerie-rosemarie-bassi.eu: Rudolf P. Schneider, Bildhauer und Restaurator, gesehen am 19. Februar 2012
  2. Quelle: Neuer Brunnen: Alles unter einem Dach, general-anzeiger-bonn.de vom 4. Juli 2014
  3. Quelle: Marion Monreal: Demenzkranke Senioren als Holzbildhauer - Mit dem Werkzeug in der Hand sind sie hellwach, general-anzeiger-bonn.de vom 4. Juni 2015
  4. Quelle: Horst Bach: Altes Pfarrhaus Kesseling: Lohn für Kraftakt - Nach mehr als drei Jahren aufwendiger Restaurierung wurde das historische Gebäude nun eingeweiht und eingesegnet, in: Rhein-Zeitung vom 7. September 2015
  5. Quelle: Rhein-Zeitung vom 28. Januar 2017