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Freiwillige Feuerwehr Niederzissen

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Die Freiwillige Feuerwehr Niederzissen ist eine Einheit der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Brohltal. Sie bildet eine von drei Stützpunktwehren im Brohltal und ist Sitz der Funkeinsatzzentrale. Hierdurch ist sie auch die zentrale Anlaufstelle der Feuerwehrführungsstaffel Brohltal und war der Hauptstützpunkt des Löschzugs Retten (LZR Brohltal), der 2011 mit Wegfall der Wehrpflicht aufgelöst wurde. Des Weiteren ist sind in dem Stützpunkt Niederzissen das Schlauchlager und die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Brohltal eingerichtet.


Schaukasten neben dem Gerätehaus

Standort Gerätehaus

Mitgliederzahl

Die Freiwillige Feuerwehr Niederzissen hatte im Dezember 2014 43 aktive Mitglieder, darunter drei Frauen. Die Jugendfeuerwehr Niederzissen hat acht Mitglieder, darunter ein Mädchen.

Leitung

Wehrführer: Markus Meid (seit 2005)

Chronik

Bei der geschichtlichen Betrachtung dieser Wehr zieht sich ein Punkt wie ein roter Faden durch alle vorliegenden Aufzeichnungen. Vielfach wurden wichtige und dringend benötige Ausrüstungsgegenstände nicht von dem zuständigen Träger, sondern durch Verzicht auf Einsatzgelder seitens der Wehrleute, persönliche Bürgschaften sowie Spenden und Zuwendungen von dritter Seite getragen. Diese Feststellung gilt von der Gründung im Jahr 1925 bis heute.

Gründung (die Jahre 1925 bis 1930)

Die Freiwillige Feuerwehr Niederzissen wurde im Juni 1925 gegründet und ist damit, gemessen an den Feuerwehren der umliegenden Orte und Kreise, eine sehr junge Feuerwehr. Bis dahin waren die Brandbekämfung und der Katastrophenschutz bei Notständen im Amtsbereich auf eine ungeregelte Nachbarschaftshilfe angewiesen. Es gab weder Führungsstrukturen noch geeignete Gerätschaften.

Der damalige Amtsbürgermeister Hundshausen erhielt im Frühling 1925 vom damaligen Landrat Dr. Mayers den Auftrag, den Brandschutz wenigstens im Hauptort sicherzustellen. Der Autrag zur Gründung wurde an Bäckermeister Jakob Roth weitergegeben, der bei ca. 20 Männern im Ort eine Listenbefragung durchführte. Hierdurch wurde das Interesse geweckt, und über die Befragung erhielt der Kreis einen Bericht. Nach Aufklärung über Aufgaben, Vorschriften und Ähnliches durch Kreiswehrführer Weißgerber fand im Juni 1925 die Gründungsveranstaltung statt. Insgesamt stellten sich hierbei 40 Freiwillige, darunter viele Jugendliche, zur Verfügung. Als Gründer der freiwilligen Feuerwehr Niederzissen gelten folgende Bürger: Jakob Roth, Hermann Phillip Felden, Peter Erb, Paul Felden, Josef Lehmann und Matthias Adams Servatius Groß. Jüngstes Mitglied war Richard Berger, der später aufgrund der Nürnberger Rassengesetze zunächst im Konzentrationslager Dachau interniert wurde und später über Belgien in die USA emigrierte. Gemäß dem Organisationsplan wählten sich die Mitglieder ihre Führung. Hierbei wurden Jakob Roth als Wehrführer sowie Servatius Groß als sein Stellvertreter und Hermann Phillip Velten als Schlauchführer gewählt.

Für die Übungsdienste, die zunächst alle 14 Tage stattfanden, stand nur eine behelfsmäßige Ausrüstung zur Verfügung. Die persönliche Schutzausrüstung bestand lediglich aus Armbinden sowie einem rot-schwarzen Gürtel und abgewandelten Militärhelmen. Erst im Jahr 1926 wurde Landrat Dr. Meyers während eines Schütenfestes angesprochen; daraufhin stellte der Kreis 500 Mark zur Verfügung. Eine Ortssammlung erbrachte weitere 250 Mark. Des Weiteren wurde eine Lotterie mit 3000 Losen zu je 0,50 Mark veranstaltet. Den damaligen Hauptpreis, ein Rind, gewann die Firma Rhodius aus Burgbrohl (heute: Rhodius Schleifwerkzeuge GmbH & Co. KG und Rhodius Mineralquellen und Getränke GmbH & Co. KG Burgbrohl), die den Preis umgehend wieder der Wehr zur Verfügung stellte. Bis heute gehört das vorgenannte Unternehmen zu den großzügisten Unterstützern der Feuerwehren im Brohltal.

Durch die nun erzielten Finanzmittel wurden von einheimischen Schneidern die ersten Uniformen aus Jagdleinen angefertigt. Hinzu kam eine Schlauchspende seitens eines Bonner Jagdpächters. Zur Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten wurde auf dem Marktplatz ein hoher und zweckmäßiger Feuerwehrturm errichtet. Die Mittel hierzu wurden im Wege der Kreditaufnahme in Höhe von 1500 Mark beschafft. Die notwendige Bürgschaft übernahmen die Wehrführer Jakob Roth und Servatius Groß.

Einen weiteren Aufschwung erreichten die damaligen Wehrleute durch ihre Einsatzleistungen. Im Frühjahr 1930 kam es zu einem Dachstuhlbrand in der Bäckerei Blankart. Durch die vorbildlichen Löscharbeiten konnten größere Schäden am Gebäude verhindert werden. Es entstand nicht einmal ein wesentlicher Wasserschaden. Daraufhin erhielt die Freiwillige Feuerwehr Niederzissen von der Provinzial Rheinland Feuerversicherung ein Geldgeschenk von 1000 Mark. Diese Zuwendung ermöglichte die Anschaffung einer Magirus-Motorspritze. Der jungen Wehr schloss sich noch ein Musikzug an.

Gleichschaltung (die Jahre 1934 bis 1945)

Wie nahzu alle Feuerwehren in Deutschland verlor auch die Freiwillige Feuerwehr Niederzissen 1934 ihren Vereinscharakter und wurde zur Hilfspolizeitruppe. Im folgenden Jahr kam es zu einem Wechsel in der Führungsspitze der Feuerwehr, da der maßgebliche Mitgründer und erste Wehrführer Jakob Roth die Amtswehr übernahm. Bedingt durch diesen Wechsel, wurde Hermann Pandorf Wehrführer in Niederzissen. Die Mehrzahl der Mitglieder wurde in den folgenden Jahren zum Kriegsdienst einberufen. Wie in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung kehrten auch viele von den Wehrmännern nie wieder heim.

Im Jahr 1937 wurde es den Feuerwehren verboten, an Fronleichnam Fahnen herauszuhängen. Die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Niederzissen gaben daraufhin am folgenden Tag fast geschlossen ihre Uniformen bei der Gemeindeverwaltung ab. Nur mit Mühe konnte man den örtlichen Konflikt anschließend wieder einrenken.[1]

Mit dem Zusammenbruch der NS-Herrschaft ging ein Verlust großer Teile der Geräte und Kleiderbestände einher. Ebenso ging die Vereinschronik verloren. Die amerikanischen Truppen nahmen bei ihrem Abzug auch die Motorspritze der Feuerwehr mit.

Wiederaufbau (die Jahre 1949 bis 1959)

Am 11. Mai 1949 trat das neue Landesgesetz für das Brandschutzwesen in Kraft. Das war Anlass, auch den Wiederaufbau der Freiwillgen Feuerwehr Niederzissen voranzutreiben. Die Kameradschaft aus der Vorkriegszeit hatte weiterhin Bestand, und so traten die „Alten“ wieder an. Außerdem meldeten sich gleich zu Beginn eine erfreulich hohe Zahl junger Kameraden zum Dienst bei der Feuerwehr. Hauptsächlich ist es jedoch der zähen Ausdauer des neuen Amtswehrführers Matthias Adams und des Ortswehrführers Josef Lehmann zu verdanken, dass in kürzester Zeit wieder eine ausgezeichnete Mannschaft zur Verfügung stand.

Die wieder aufstrebende Wehr erhielt außerdem Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung und durch den Amtsbürgermeister. Insbesondere Amtsbürgermeister Jochen Lindener war es zu verdanken, dass bereits im Jahr 1955 eine neue Tragkraftspritze (TS8) und ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug zur Vefügung standen. Zur Unterbringung der neuen Gerätschaften und des Fahrzeugs wurde ein Raum im Anbau der Schule geschaffen. Hinzu kam ein eigener Schulungsraum zur Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten.

Zum 35-jährigen Jubiläum im Jahr 1959 fand in Niederzissen das Kreisfeuerwehrfest statt. Zum Festumzug bei dieser Gelegenheit fanden sich mehr als 1200 teilnehmende Feuerwehrmänner ein. Im Anschluss daran fand eine Schauübung der Niederzissener Wehr statt, die vom damaligen Landrat Dr. Alfons Urbanus mit viel Lob bedacht wurde.

Entwicklung (die Jahre 1959 bis 1974)

Aus Anlass der Gründung des DRK-Ortsvereins Niederzissen e.V. fand 1962 eine gemeinsame Übung am Bahnhof in Niederzissen statt. Diese Übung bildet bis heute die Basis für die fortlaufend gute Zusammenarbeit und das Miteinander der beiden Rettungsorganisationen im Ort.

Im September 1963 erhielt die Niederzissener Wehr ein damals dringend benötigtes Tanklöschfahrzeug mit einem Fassungsvermögen von 2400 Litern Wasser. In der Folge diente dieses Fahrzeug nicht nur zur Brandbekämpfung, sondern auch zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und zur Reinigung von Abwasserrohren.

Aus dieser Zeit sind zwei Einsätze als besonders bemerkenswert zu verzeichnen:

  1. Ein Brand im Jahre 1971, bei dem der ortsansässige Arzt Dr. Kaminski den Tod fand. Der Brand war wohl in der Nacht ausgebrochen, wurde jedoch erst in den Morgenstunden entdeckt. Als die Flammen unter Kontrolle waren und die Wehrleute in das Haus eindrangen, konnte nur noch die Leiche des Arztes geborgen werden.
  2. Ein Einsatz, der mit den Worten „Alpinist in Bergnot“ beschrieben wird. Ein Jugendlicher war im Steinbruch in Schwierigkeiten geraten und konnte mit Hilfe von Rettungsgurten in Sicherheit gebracht werden.

Diese Auszüge aus dem Einsatzbuch zeigen die vielfältigen Unwägbarkeiten der damaligen Einsätze. Die Freiwillige Feuerwehr Niederzissen verzeichnete zu dieser Zeit 47 aktive Mitglieder. In diesem Zeitraum wurden auch die ersten Atemschutzgeräte in den Dienst der Feuerwehr gestellt.

Die Festschrift aus diesen Jahren verzeichnet weiterhin folgende Erklärung, die sicherlich auch heute noch Bestand hat:

Die materielle Ausrüstung entspricht den finanziellen Möglichkeiten. In diesem Punkt hofft die Wehr in den nächsten Jahren auf die Hilfe der zuständigen Behörden.

Erweiterung des Aufgabenspektrums (die Jahre 1974 bis 1999)

Mit einem Zitat des ehemaligen Verbandsgemeinde-Wehrleiters Hermann Feidt lassen sich diese Jahre wohl am besten beschreiben:

Je größer der technische Fortschritt wird, umso mehr müssen sich die Feuerwehren auf größere Gefahren einstelllen und dementsprechend mit neueren Ausrüstungen vertraut machen!

Mit dem Landesgesetz über den Brandschutz und die technische Hilfe, das seit 1. Juli 1974 in Kraft ist, gingen die Zuständigkeiten auf die Verbandsgemeinde Brohltal und damit u. a. auf die Freiwillige Feuerwehr Niederzissen über. Die Eröffnung der Autobahn 61 im Jahr 1975 erweiterte das Aufgabenspektrum der Wehrleute. Verzeichnete die Verbandsgemeinde Brohltal 1976 noch insgesamt 30 Einsätze, so stieg diese Zahl bis auf 113 Einsätze 1982. Insbesondere die technische Hilfeleistung auf der Autobahn und dem dazugehörigen Zubringer erhöhten die Einsatzmenge immens. Die steigenden Anforderungen im Einsatzbereich gingen Hand in Hand mit steigenden Anforderungen in der Ausbildung. Die Ausrüstung wurde stark erweitert und verbessert. 1977 wurde die Ausrüstung seitens des Kreises Ahrweiler um einen Gerätewagen Öl (GW-Öl)erweitert. Im Jahr 1979 erhielten die Niederzissener Wehrleute einen Gerätewagen Unfallhilfe (GW/UHW) und ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). Im Jahr 1983 kamen ein Tanklöschfahrzeug (TLF16/25) und Schlauchwagen (SW1000) hinzu. Der Schlauchwagen (SW1000) von 1983 ist noch heute bei der Feuerwehr Niederzissen im Dienst.

Am 15. August 1979 gründete die Feuerwehr Niederzissen auf Betreiben ihres damaligen Wehrführers Hans Josef Lehmann die Jugendfeuerwehr Niederzissen, die mit 28 Jungen im Alter von 12 bis 16 Jahren startete. Hiermit sollte ein Personalpolster für eine gesicherte Zukunft erschlossen werden. Tatsächlich bilden viele der damaligen Jungfeuerwehrmitglieder von damals das Rückgrat der heutigen Personaldecke.

Das Feuerwehrhaus am Markplatz konnte die Menge der Ausrüstung kaum noch fassen. So kam es beim Ausrücken zum Einsatz zu teils abenteuerlichen Rangiermanövern. Die Wehrleute waren daher froh, als sie im August 1986 das neue Feuerwehrhaus Im Fronhof beziehen konnten. Dies erleichterte auch deutlich die Zufahrt zur Autobahn.

1987 gab es Veränderungen in der Wehrführung, und mit Josef Adam wurde der stellvertretende Wehrführer von Erwin Hilger abgelöst. Im Folgenden übernahm 1992 Hans Jörg Degen den Posten als Wehrführer von Hans Josef Lehmann und Jürgen Schmitt den Posten als stellvertretender Wehrführer von Erwin Hilger.

Eine weitere Neuerung war, dass 1995 mit Carmen Pranz die erste Feuerwehrfrau in die Reihen der Freiwlligen Feuerwehr Niederzissen aufgenommen wurde.

Die Feuerwehr versuchte immer rationell zu arbeiten und konnte durch die sinnvolle Anschaffung eines optimal ausgestatteten RW1 drei Fahrzeuge in einem vereinen. Somit konnten der GW Öl und der GW UHW außer Dienst genommen werden

Bei einem Unfall während der Einsatzfahrt wurde der bisherige Rüstwagen (RW1), ein Unimog-Aufbau ähnlich den Fahrzeugen der Bundeswehr, zerstört. Die Feuerwehr Niederzissen erhielt im Anschluss einen neuen Rüstwagen (RW1). Dieses Fahrzeug wurde mit einer verbesserten und leistungsstärkeren Schere und einem Spreizer von Hurst ausgestattet. Die Kosten hierfür, die bei ca. 10.000 Mark lagen, wurden größtenteils durch eine Zuwendung Dritter getragen.

Die Feuerwehr Niederzissen zählte im Jahr 1999 47 Kameraden (davon 4 Frauen).

Jüngere Vergangenheit (die Jahre 1999 bis 2013)

Im Jahr 2006 gab es eine umfassende Änderung in der Führungsspitze der Feuerwehr Niederzissen. Nachdem Hans Jörg Degen das Amt des Wehrleiters übernommen hatte, wurde Markus Meid seitens der Mannschaft zu seinem Nachfolger als Wehrführer bestimmt. Das Amt von Jürgen Schmitt übernahmen der erste stellvertreter Anton („Toni“) Adam und der zweite Stellvertreter Arnd Millard. Bei Übernahme verzeichnete die Feuerwehr in der Spitze 135 Einsätze pro Jahr.

Ebenfalls im Jahr 2006 wurde auf Initiative hauptsächlich von Mitgliedern der Feuerwehr Niederzissen die Feuerwehr-Sportgruppe Brohltal gegründet, in der seither so manches Mitglied der Feuerwehr seine persönliche Fitness für den Einsatzdienst verbessern kann. Diese Gruppe wurde seinerzeit neben dem sportlichen Hintergrund zur Vertiefung und Verbesserung der überörtlichen Kameradschaft im Brohltal gegründet.

Im Jahr 2007 erhielt die Feuerwehr Niederzissen im Rahmen der Ersatzbeschaffung ein Hilfeleistung-Löschfahrzeug (HLF 10/10). Durch Verzicht auf Einsatzgelder und durch Zuwendungen von dritter Seite wurde das Fahrzeug weiter aufgerüstet und hat im Innenraum vier Plätze zum Anlegen von Atemschutz. Diese Maßnahme machte das Fahrzeug damals zum modernsten seiner Art. Die Idee wurde als Innovation von vielen weiteren Feuerwehren übernommen. Die Mehrkosten lagen hierbei im fünfstelligen Bereich. Das hierdurch überflüssig gewordene Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) aus dem Jahr 1979 wurde der Nachbarwehr überlassen. Das TSF steht ebenfalls nach wie vor im Dienst.

Ebenfalls im Rahmen der Ersatzbeschaffung verließ 2011 das altgediente und innerhalb der Kameradschaft als „Panzer“ bekannte TLF 16/25 von 1983 die Feuerwehr Niederzissen. Das Fahrzeug wurde von einem ehemaligen Mitglied der Feuerwehr Niederzissen privat gekauft. Hierfür erhielt die Feuerwehr ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 20/40). Dieses Fahrzeug gab der Feuerwehr die Möglichkeit zur Großbrandbekämpfung bei Wald- und Flächenbränden mittels eines auf dem Dach montierten Wasserwerfers. Außerdem entfiel die oftmals notwendige Nachalarmierung bei Einsätzen auf der Autobahn, wenn die 2400 Liter Wasser des alten Fahrzeugs nicht für die Brandbekämpfung ausreichten.

In Kooperation mit der Brohltal-Eisenbahn veranstaltete die Feuerwehr ihr letztes offizielles Feuerwehrfest und erntete für dieses Fest große regionale und teils überregionale Aufmerksamkeit, da die Besucher des Bahnfestes die Schauübungen sehr gut annahmen und sich über das Angebot freuten.

Mitte des Jahres 2011 wurde die Feuerwehr Niederzissen an die Integrierte Leitstelle Koblenz angeschlossen; die bisherige Alamierung durch die Polizeiinspektion Remagen entfiel.

Um die Kosten bei Beschaffungen zu senken und um einen klaren Überblick über die Mannschaft zu erhalten, wurden in den letzten Jahren viele Kameraden in den inaktiven Dienst versetzt und in den Kameradschaftsverein Freiwillige Feuerwehr Niederzissen e.V. übernommen. Im Juni 2013 hatte die Freiwillige Feuerwehr Niederzissen 38 aktive Mitglieder, darunter drei Frauen. Die Jugendfeuerwehr Niederzissen hat acht Mitglieder, darunter ein Mädchen.

Die Feuerwehr Niederzissen erlangte mehrfach traurige Aufmerksamkeit der Medien, da sich im Einsatzgebiet immer wieder schwere Unfälle ereigneten. Exemplarisch sei hier der Sturz eines Lkw von der Brohltalbrücke im Dezember des Jahres 2008 genannt, der in mehreren Zeitungen erschien und zur Prime Time in der Tagesschau vermeldet wurde. Ein weiteres Beispiel ist ein Unfall mit mehreren Pkw im April 2013, den zwei Boulevardzeitungen als „Horrorunfall auf der A 61“ aufgegriffen.

Gegenwart und Zukunft (die Jahre 2014 bis demnächst)

Mit einer großen Ausbildungsveranstaltung, an der sich auch weitere Brohltal-Wehren beteiligten, wurde im September 2014 das 90-jährige Bestehen der Niederzissener Feuerwehr gefeiert. Dabei wurde die technische Hilfeleistung für die Rettung von Personen aus Unfallfahrzeugen geübt. Unter den Gästen war mit Anton Adam ein besonders verdienter Feuerwehrmann, der einen Großteil der 90 Jahre der Niederzissener Wehr mitgestaltet hat. Im September 2014 war er zwar nicht mehr aktiv, aber immer noch Mitglied – bereits seit 70 Jahren.[2]

Wenige Tage vor diesem Feuerwehrfest kam es für die Feuerwehr Niederzissen sowie viele weitere Feuerwehren der Verbandsgemeinde Brohltal einmal mehr zur Bewährungsprobe. Durch immense Regenfälle war es in der Ortslage Niederzissen sowie in den Ortslagen Niederdürenbach und Oberdürenbach zu Überflutungen von Häusern und Straßen durch Schlammlawinen gekommen. Nur durch einen massiven Einsatz aller Feuerwehren der Verbandsgemeinde Brohltal sowie die Unterstützung durch mehrere Einheiten des Technischen Hilfswerks (THW), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der IUK konnten die Lage unter Kontrolle gebracht und weitere Schäden von den Bürgern der Dörfern abgehalten werden. Trotz des immensen personellen und materiellen Einsatzes aller zur Verfügung stehenden Mittel und der damit verbundenen Nacharbeit wurde das Feuerwehrfest zum 90-jährigen Jubiläum begangen. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, Johannes Bell, lobte während der Feierlichkeiten den mutigen und starken Einsatz der Niederzissener Wehrleute und die damit verbundene Schlagkraft der Wehr.

Des Weiteren gelang es der Wehrführung von Niederzissen durch gezielte Ansprache und eine kleine Werbeaktion, einige neue Mitglieder für den aktiven Dienst bei der Feuerwehr Niederzissen zu gewinnen. Die Mannschaftsstärke konnte hierdurch stabilisiert und leicht verbessert werden.

Zu Beginn des Jahres 2015 stellte die Feuerwehr Niederzissen seit Langem erstmals wieder eine Gruppe für die Abnahme des Feuerwehrleistungsabzeichens in Bronze des Landes Rheinland Pfalz zusammen. Die Führung der Gruppe übernahm der Gruppenführer Stefan Paffenholz (heute zweiter stellvertretender Wehrführer).

Am 28. April 2015 standen die Neuwahlen der Wehrführung der Niederzissener Feuerwehr an. Der bisherige stellvertrende Wehrführer Anton („Toni“) Adam bat im Vorfeld wegen gesundheitlicher Probleme um seine Entpflichtung aus diesem Amt. Der bisherige Wehrführer Markus Meid wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Arnd Millard wurde bei der Wahl zum ersten stellvertrentenden Wehrführer gewählt. Stefan Paffenholz rückte in die Wehrführung auf und übernahm das Amt des zweiten stellvertretenden Wehrführers.

Überörtliche Verantwortung und Kreisausbilder der Feuerwehr Niederzissen

  • Markus Meid Zweiter stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Brohltal
  • Arnd Millard Leiter Atemschutz für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Brohltal (bis 31.12.2014)
  • Markus Reuter Leiter Schlauchwerkstatt und Schlauchlager für die Feuerwehren Verbandsgemeinde Brohltal
  • Georg Theisen Kreisausbilder für Maschinisten
  • Jürgen Schmitt Kreisausbilder für Funk und Kommunikation. Mitglied der IUK Gruppe.
  • Linda Pfeif Kreisausbilderin für Funk und Kommunikation. Leiterin Funkeinsatzzentrale Brohltal.
  • Hans Jörg Degen Mitglied im Präsidium des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz sowie in der Arbeitsgemeinschaft Feuerwehr des Gemeinde- und Städtebundes (RLP). Kreisausbilder für Truppmannausbildung.

Wehrführer und stellvertretende Wehrführer von damals bis heute

Siehe auch

Mediografie

Weblink

Fußnoten

  1. Quelle: Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr gaben nach dem Verbot, an Fronleichnam ihre Fahnen herauszuhängen, ihre Uniformen ab (1937), rheinische-geschichte.lvr.de, gesehen am 13. Juli 2016
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 10. September 2014