FacebookLogo.png   TwitterLogo.png   Wordpress-logo-notext-rgb.png

Insel Nonnenwerth

Aus AW-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nonnenwerth 11 M.jpg
10 Okt.JPG
Blick vom Rolandsbogen auf die Insel Nonnenwerth
Die Rheinfähre Rolandswerth - Nonnenwerth verbindet die Insel Nonnenwerth mit dem linken Ufer des Rheins.
Rolandseck, Nonnenwerth und Drachenfels um 1900.
Blick vom Rolandsbogen aus über die Südspitze der Insel rheinaufwärts
Alte Ansichtskarte mit Klostergebäude auf der Rheininsel Nonnenwerth.
Insel und Kloster Nonnenwerth, Drachenfels und Siebengebirge aus Richtung Rolandseck gesehen.
Blick von Rolandseck aus auf Insel Nonnenwerth und Drachenfels.
Rolandseck (links) und Nonnenwerth

Die in Höhe des Rolandsbogens im Rhein liegende Insel Nonnenwerth ist ein Wohnplatz im Stadtteil Rolandswerth in der Stadt Remagen im Kreis Ahrweiler. Nonnenwerth ist eine von wenigen deutschen Inseln in Privatbesitz. Deshalb darf nicht jeder ungefragt das 2,5 Kilometer lange und etwa 180 Meter breite Eiland betreten. Auf die Insel dürfen Schüler und Lehrer des Gymnasiums der Insel, Gäste, Mitarbeiter und die Franziskanerinnen des dort beheimateten Klosters „St. Clemens“. Das Kloster mit dem Gymnasium steht auf dem rheinland-pfälzischen Teil der Insel, nur ein kleiner Teil der Insel gehört zu Nordrhein-Westfalen. Gäste verbringen vor allem Zeit im Kloster, um eine Auszeit zu nehmen. 1126 gründete Erzbischof Friedrich von Köln auf der Insel „Ruleicheswerth“ ein Kloster für Benediktinerinnen. Die Insel hieß bald „Liebfraueninsel“ oder „Rolandswerth“. Ihren heutigen Namen „Nonnenwerth“ trägt sie erst seit dem 19. Jahrhundert. 1854 gründeten Franziskanerinnen auf Nonnenwerth das Kloster „St. Clemens“ und bauten dort eine Schule mit Internat auf. Die aus der Benediktiner-Zeit stammenden Klostergebäude - einschließlich der Kapelle „St. Clemens“ – entstanden als komplette Neubaumaßnahme im ausgehenden 18. Jahrhundert; sie erfuhren im Verlauf der letzten beiden Jahrhunderte, ihrer jeweiligen Nutzung entsprechend, Veränderungen und Erweiterungen.


Lage

Die Karte wird geladen …

Chronik[1]

1126: Erste urkundliche Erwähnung der Insel Nonnenwerth. Gegründet wurde das Frauenkloster der Benediktinerinnen von Erzbischof Friedrich I. von Köln und Abt Cuno von Siegburg.

1148: Die Benediktinerinnen führen zusätzlich ein kleines Krankenhaus (St.-Nikolaus-Hospital Rolandseck) auf der linken Rheinseite.

1338: Der englische König Eduard III. besucht die Insel.

1477: Ein großer Teil des Hauses wird im Burgundischen Krieg zerstört.

1481: Eine neue Kapelle wird errichtet.

1507-1547: Während der Regierungszeit der Äbtissin Gertrudis von Büchel besucht Kaiser Maximilian I. die Rheininsel.

1508: Die Benediktinerinnen erhalten von Maximilian I. eine Urkunde, die ihren Besitz bestätigt.

1632: Eine schwedische Abteilung verwüstet einen großen Teil der Insel, unter anderem auch die Grabsteine in der Kirche.

1773: Ein Brand zerstört das Kloster mit dem Wohngebäude.

1776 Kloster und Wohngebäude sind wieder aufgebaut worden.

1794 Französische Revolutionstruppen marschieren ein und säkularisieren das gesamte Kloster.

1804: Die Benediktinerinnen erhalten von Napoleon (persönlich) das Recht, bis zu ihrem Tode auf der Insel zu wohnen.

1815: Preußen übernimmt die Insel

1821: Die Insel wird versteigert und an den Gastwirt Sommer verkauft, die sechs letzten Benediktinerinnen müssen die Insel verlassen. Der Gasthof beherbergt immer wieder bekannte Personen, so z.B. Ernst Moritz Arndt, Karl Simrock, Ferdinand Freiligrath. Ein besonders berühmter Gast ist der Komponist Franz Liszt. Er besuchte den Gasthof mehrfach. Zu seinem 30. Geburtstag pflanzte er 1841 eine Platane auf der Insel, die heute der höchste Baum dort ist. Außerdem komponierte er ein Stück mit dem Titel Die Zelle in Nonnenwerth.

1835: Das Hotel bringt nicht die erhofften Einahmen, bleibt aber in Sommers Besitz.

22. Oktober 1841: Heute ist der 30. Geburtstag von Franz Liszt. Für den Vorabend lädt er viele Gäste ein und pflanzt eine Platane, die heute noch der höchste Baum der Insel ist.

1845: Die Hauptgläubigerin des verschuldeten Gastwirts Sommers, Frau Geheimrat von Cordier, übernimmt nun die Insel.

1846: Frau von Cordier liegt im Sterben und trägt an ihre Kinder die Bitte heran, das ehemalige Kloster seiner Bestimmung zurückzugeben.

1848: Fräulein Anna von Proff aus Honnef erwirbt die Insel. Frau von Cordiers Tochter Auguste von Cordier, bekannt auch als Mutter Angela, trägt sich mit dem Wunsch, auf der Insel ein Pensionat zu gründen.

1853: Auguste von Cordier begegnet der Stifterin der Franziskanerinnen von Heythuysen (Holland), Magdalena Damen.

1854: Auguste von Cordier wird Leiterin von Schule und Internate; Nonnenwerth schließt sich an die Schwestern von Heythuysen an.

1874: In diesem Jahr landen die ersten drei Nonnenwerther Schwestern mit der Generaloberinn Mutter Aloysia Lenders im Hafen von New York.

1879: Die Schwestern müssen sich wegen des Kulturkampfes in ihr Exil in den Niederlanden zurückziehen.

1891: Rückkehr der Schwestern nach Nonnenwerth

1914-1918 und 1939-1945: Während beider Weltkriege werden Lazarette auf der Insel eingerichtet. Im Zweiten Weltkrieg beherbergt die Insel auch das Ausweichkrankenhaus der Universitätsklinik von Köln. In dieser Zeit bewahren die Franziskanerinnen etwa 200 Geisteskranke und Kinder vor der Vergasung durch die Nazis.

1941: Die Schule wird von der NS-Regierung geschlossen.

1945: Die Schule wird wiedereröffnet; Schwester Evodia Wolff wird Schulleiterin.

1972: Schwester Bernhardine Rahsskopff wird Schulleiterin.

1978: Mit Oberstudiendirektor Rolf Vorderwülbecke bekommt die Schule erstmals einen weltlichen Schulleiter. In diesem Jahr wurden auch die ersten Jungen aufgenommen.

1982-1985 Die Schule wird um- und ausgebaut. Sie bekommt neue naturwissenschaftliche Räume, eine Außensportanlagen und eine neue Turnhalle. Es entstehen zusätzliche Fachräume für Musik und Kunst Alle Klassen- und Fachräume, die Verwaltungszimmer und das Lehrerzimmer werden gründlich renoviert.

1983: Das Internat wird geschlossen.

1985: Feierliche Übergabe der Um- und Erweiterungsbauten.

1991: Das kleine klostereigene Bötchen wird durch die Rheinfähre Rolandswerth - Nonnenwerth ersetzt. Das Klostermuseum wird eröffnet und informiert über die Geschichte Nonnenwerths.

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quellen: Website des Inselgymnasiums, gesehen im März 2001, und Maria Hörl: Mit der Fähre zur Schule auf die Insel, general-anzeiger-bonn.de vom 28. Oktober 2008