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Kreissparkasse Ahrweiler

Levana-Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler

Aus AW-Wiki
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Die Levana-Schule im Schulzentrum Bachem, nach Lavana, der Göttin der Kinder, benannt, ist eine von fünf Förderschulen in Kreisträgerschaft. Förderschwerpunkte sind ganzheitliche und motorische Entwicklung. Das Leitwort der Schule heißt: „Ich nehme Dich mit all Deinen Eigenschaften an!“


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Baustellenbegehung im Zuge der Sanierung und Erweiterung der Schule im Januar 2010 mit Landrat Dr. Jürgen Pföhler (3.v.l.), Schulleiter Gerd P. Jung (4.v.l.) und Architekt Manfred Dünker (3.v.r.).
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Anschrift und Standort

St.-Pius-Straße 25

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Bachem)

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Kontakt

  • Telefon 02641 36611
  • Fax 900899

Schülerzahl

Januar 2001: 62 Schüler mit besonderem Förderbedarf besuchten im die Schule. Dort wurden sie von 19 Lehrkräften betreut.

Januar 2013: 63 Schüler

Schulleitung

(Ehemalige) Lehrer

Petra Bendel, Ute Gerling (1980 bis August 2009), Dietmar Korbach, Maria Meyerhoff, Alois Schmickler (1994 bis Juli 2016), Ulla Schüren, Erika Schell, Jutta Kroll, Edith Sturm (seit etwa 1977)

Schulträger

Kreis Ahrweiler

Sonstiges

Das Levana-Prinzip bedeutet grundsätzliche bedingungslose Annahme des Mitmenschen, unabhängig von Merkmalen und Leistungsvermögen (levare [lat.] = aufheben, annehmen). Hinter dem klangvollen Namen verbirgt sich eine Schule für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Sie wurde 1974 eingerichtet und liegt im Schulzentrum Bachen, in direkter Nachbarschaft zur Don Bosco-Schule (Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen) und der Erich Kästner-Schule (Hauptschule).

Da die Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer geistigen Behinderung spezielle Fördermaßnahmen benötigen, werden sie in vergleichsweise kleinen Gruppen unterrichtet (ca. 8 Schüler) pro Klasse. So können die individuellen Lernvoraussetzungen jedes Einzelnen besser berücksichtigt werden. Im Vergleich zu ihren nichtbehinderten Alterskameraden lernen sie langsamer, und ein großer Teil von ihnen kann viele alltägliche Handlungen – wenn überhaupt - dann nur in Ansätzen erlernen. Die Kinder benötigen je nach Grad ihrer Behinderung Hilfe und Unterstützung in allen Bereichen des täglichen Lebens (An- und Ausziehen, Toilettengang, Körperpflege, Nahrungsaufnahme etc.). Dementsprechend unterscheiden sich die Ziele dieser Schule stark von denen der Regelschulen.

Oberstes Ziel dieser Sonderschulform ist es, den behinderten Menschen entsprechend ihrer Bedürfnisse und Lernvoraussetzungen lebenspraktische Fähigkeiten zu vermitteln, damit sie ein weitestmöglich selbstständiges und sinnerfülltes Leben in sozialer Integration führen können. Nicht isoliertes Lernen einzelner Fertigkeiten sondern die ganzheitliche Entwicklung der Behinderten steht im Vordergrund.

Die Levana-Schule ist eine Ganztagseinrichtung (8.30–15.30 Uhr). So können innerhalb des Tagesablaufs möglichst viele Anlässe genutzt werden, die Selbstständigkeit der Schüler zu fördern. Hierzu werden Lernsituationen innerhalb und außerhalb des Schulgebäudes gestaltet. In der Regel besuchen die Schüler mit geistiger Behinderung 12 Jahre die Schule. Hierbei durchlaufen sie die Schulstufen: Unter-, Mittel-, Ober- und Werkstufe mit ihren besonderen alters- und entwicklungsgemäßen Lerninhalten und –zielen.

Pränatal- und Snoezelenraum

Die speziellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen mit geistiger Behinderung erfordern neben spezifischer Unterrichtsorganisation auch eine besondere Ausstattung der Räumlichkeiten. Ein besonders für die Schüler mit umfangreicher Behinderung eingerichteter Raum ist der Pränatal- und Snoezelenraum. Dieser wurde im November 1991 eingerichtet. Der Begriff Snoezelen ist eine Wortschöpfung aus dem Niederländischen und setzt sich aus den Begriffen „snuffelen“ und „dozelen“ (schnüffeln und dösen) zusammen.

In diesem Raum genießen die Behinderten in entspannter Atmosphäre verschiedene sensorische Reize (hören, sehen, fühlen, riechen...). Durch diese basalen Erfahrungen können wiederum Entwicklungsprozesse in Gang gesetzt werden. Ausgestattet ist dieser „Wohlfühlraum“ mit einem beheizten Wasserbett inklusive Zeltüberbau. Die Wärme beschleunigt die Entspannung. Hinzu kommt das angenehme Gefühl des Getragenwerdens, so dass den Behinderten ein Gefühl der Geborgenheit und des Wohlbefindens vermittelt wird. Ferner vermittelt ein spezielles Lautsprechersystem ein intensives Hörerlebnis. Spezielle visuelle Effekte werden durch eine Spiegelkugel und die Möglichkeit verschiedener Projektionen auf einer große Leinwand hervorgerufen.

Bewegungsbad

Die Levana-Schule verfügte ursprünglich über ein Bewegungsbad, das wegen des undichten Beckens aber aufgegebenen wurde. Mit der Einrichtung des motorischen Schulzweigs für körperlich und geistig behinderte Schüler 2009 und der entsprechenden Schulerweiterung wurde über die Reaktivierung des Altbades diskutiert. Ergebnis: Die Reaktivierung ist wegen der heutigen gesetzlichen und technischen Auflagen nicht möglich.[1]

Der Kreis Ahrweiler als Träger werde knapp eine Million Euro ausgeben, um das Bewegungsbad anzubauen. Das habe der Werksausschuss Schul- und Gebäudemanagement des Kreises Ahrweiler beschlossen, wie General-Anzeiger und Rhein-Zeitung am 20. März 2013 berichteten. Die Baukosten von derzeit 947.000 Euro teilen sich das Land Rheinland-Pfalz (420.000 Euro) und der Kreis Ahrweiler (527.000 Euro). Unterhaltung und Wartung werden den Kreis jährlich etwa 30.000 Euro kosten.

Neben den 44 Kindern der Levana-Schule soll das Bad auch von den Klassen 3 und 4 der Don Bosco-Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie von den Kindern der Heilpädagogischen integrativen Kindertagesstätte "St. Hildegard" Bachem genutzt werden.

Aus Sicht der Lehrer der Levana-Schule war ein speziell eingerichtetes Bewegungsbad stets unabdingbar, um gerade schwerst- und mehrfach behinderten Kindern ein Erleben im Wasser und eine Förderung durch ganzkörperliche Erfahrungen mit dem Element Wasser zu ermöglichen. Bereits in den 90er-Jahren verfügte die Levana-Schule deshalb über ein sechs mal acht Meter großes Bewegungsbad. Wegen Undichtigkeiten und nicht mehr zeitgemäßer Ausstattung wurde es jedoch geschlossen. Seitdem nutzt die Schule das Freizeitbad TWIN. Für schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder, die auf dem Entwicklungsstand eines Halb- bis Einjährigen verharrten, die Schreiattacken und Speichelfluss hätten, die warmes Wasser, einen Lifter und einen Wickeltisch benötigten, sei das städtische Bad jedoch ungeeignet, so Schulleiter Jung.[2] Außerdem kostet der Transport der Kinder von der Schule zum Bad unverhältnismäßig viel Zeit und Geld.

Schulleitung und Schulelternbeirat bemühten sich deshalb seit etwa 2009 darum, dass in der Schule ein neues Bad gebaut wird. Es gehe "um eine existenzielle Lebenserfahrung, die den Kindern seit Jahren vorenthalten wird“, sagte Jung der RZ weiter. Erste Pläne für ein 1,35 Meter tiefes und 107,79 Quadratmeter Grundfläche messendes Bewegungsbad wurden diskutiert, aber wegen der zu erwartenden hohen Kosten immer wieder verworfen worden. Es dauerte bis 2013, ehe mit Land, Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier und Bedarfsträgern Details und Finanzierungsfragen abgesprochen wurden. Noch im Spätherbst 2013 hatten die Behörden die Nutzung des öffentlichen Bades favorisiert. Zuletzt hatte es Verzögerungen gegeben, weil die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier den reduzierten Plänen eines Bewegungsbades ohne nach Geschlechtern getrennte Umkleidekabinen die Zustimmung verweigert hatte. Die Baupläne wurden daraufhin überarbeitet.

Im Januar 2013 bewilligte das Land eine Zuwendung in Höhe von 105.000 Euro aus seinem Schulbauprogramm und stellte einen Gesamtzuschuss in Höhe von 420.000 Euro in Aussicht. Die Kreisverwaltung Ahrweiler hatte bis dahin jedoch noch kein grünes Licht gegeben. Sie wollte zuvor in Erfahrung bringen, welche Auswirkungen die Inklusion – das gemeinsame Lernen behinderter und nicht behinderter Schüler an einer Regelschule – auf die Förderschulen im AW-Kreis hat. Mit der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans für den Kreis Ahrweiler, die sich auch mit der Inklusion befasst, war kurz zuvor eine Projektgruppe um den Schulexperten Wolf Krämer-Mandeau beauftragt worden. Ergebnisse seien erst in einigen Monaten zu erwarten.

Am 16. Mai 2014 teilte die Kreisverwaltung Ahrweiler mit, dass die Arbeiten zum Bau des neuen Bewegungsbades an der Levana-Schule begonnen hätten. Der Kreis Ahrweiler als Schulträger investiere 950.000 Euro in das sechs mal acht Meter große und 1,35 Meter tiefe Therapiebecken. Die Bestandsfläche des alten Bades und der Neubau kämen auf eine Gebäudefläche von 108 Quadratmetern. Das neue Bad sei der vorläufig letzte Mosaikstein einer Reihe von Investitionen des Kreises in die Levana-Schule. Dies gelte für das neue Erweiterungsgebäude (unter anderem drei Klassenräume, drei Kursräume, je ein Raum für Therapie, Lehrmittel, Krankengymnastik, Geräte und Pflege), die energetische Sanierung und das Bewegungsbad, so Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Das neue Bad solle von Schülern der Levana- und der benachbarten Don Bosco-Schule sowie von Kindern der Heilpädagogischen integrativen Kindertagesstätte "St. Hildegard" Bachem genutzt werden. Über den Nutzen des Bades schrieb die Kreisverwaltung:

Das Bewegungsbad dient einem therapeutischen und einem pädagogischen Wassererlebnis. So erlernen und verfestigen behinderte Schüler koordinierte Bewegungsabläufe im Wasser. Für Rollstuhlfahrer gelten solche Bäder als wichtiges Medium zur Schulung und Lockerung der Muskulatur.[3]

20 Jahre nach der Stillegung des alten Bades der 1974 eröffneten Schule und nach sechsjähriger Planungs- und Bauzeit wurde das neue Bad am 20. April 2015 feierlich zur Nutzung übergeben und von den Geistlichen Peter Dörrenbächer und Karsten Wächter eingesegnet. Unter den Ehrengästen in der mit mit Wasserbällen, Taucherbrillen und Poolnudeln dekorierten Turnhalle war auch die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. "Das Schwimmen, Spielen und Tauchen im Wasser wird für die schwerbehinderten Kinder, die oft nur liegen können, zu einer existenziellen Lebenserfahrung. Der heutige Tag hat eine Symbolik, weil es ein Bekenntnis der Gesellschaft zu den Kindern mit Handicap ist", sagte Schulleiter Gerd Jung bei der Feier. Unter der Moderation von Lehrer Dirk Schoenmakers führte die Unterstufe das "David Puhlmann Paddelboot" vor. Dann präsentierten die Schüler den Film "Hey, bald können wir schwimmen gehen!" und die Ober- und Werkstufe tanzte den "Surf"-Zumba.[4]

Chronik

Weil es 1974 das modernste Sonderschulzentrum im ganzen Land war, kam Helmut Kohl, damals Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, zur Eröffnung der Levana- und Don-Bosco-Schule nach Bachem, wo er sagte: "Die moralische Qualität eines Staates, einer Gesellschaft und der Politik wird daran gemessen, was diese Gesellschaft bereit ist, für behinderte Mitbürger zu tun." Bei ihrer Eröffnung gehörte die Schule zu den gerade erst aufkommenden sogenannten G-Schulen. „G“ stand für geistige Behinderung. Heute steht der Buchstabe für „Förderbedarf geistige Entwicklung“. Sieben Millionen Mark waren zuvor investiert worden, um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen optimal zu fördern. Rektor Helmut Gimmler begann damals mit zehn Schülern. In den folgenden Jahrzehnten pendelten die Schülerzahlen zwischen 35 und 73. 2014, im Jahr des 40-jährigen Bestehens der Schule, werden dort 65 geistig und mehrfach behinderte Mädchen und Jungen betreut, die mit sechs Jahren eingeschult und nach zwölf Jahren in Unter-, Mittel-, Ober- und Werkstufe (Vorbereitung auf Behinderten-Werkstätten oder Berufsleben) die Schule verlassen. In den neun Klassen kümmern sich 23 Lehrkräfte, Jahrespraktikanten, Integrationshelfer und FSJler um die Kinder und Jugendlichen. In einem Beitrag des General-Anzeigers aus Anlass des 40-jährigen Schulbestehens hieß es:

Dass die Förderung personalintensiv ist, wird am Beispiel des 14-jährigen Jungen klar, der auf dem Entwicklungsstand eines Einjährigen ist, der über Sonde ernährt wird, nicht sprechen, nicht sehen und nicht greifen kann.[5]

Seit 1987 trägt die Schule, die von Anfang an als Ganztagsschule geführt wurde, den Namen "Levana-Schule". Teilhabe ermöglicht die Schule durch Kontakte nach außen - etwa durch Kooperationen etwa mit dem Peter-Joerres-Gymnasium Bad Neuenahr-Ahrweiler, das bei den Schulfesten der Lavana-Schule seine Big-Band auftreten lässt, und durch Freunde im Karneval, etwa die Karnevalsshowband "de Botzedresse" aus Niederzissen. Neben Schulfesten spielen Ausflüge und Aufführungen vor Publikum eine große Rolle. In der Werkstufe werden die Schüler auf eigenständiges Wohnen und auf das Berufsleben vorbereitet. Praktika ermöglichen gelegentlich Einblicke in den ersten Arbeitsmarkt.[6]

Um ganzheitliche Entwicklung ging es seit Eröffnung der Schule. Der Förderschwerpunkt motorische Entwicklung kam erst 2011 hinzu, als der Kreis Ahrweiler Millionen in einen Anbau investierte.

Weitere Fotos

Siehe auch

Mediografie

Weblink

http://www.levana-aw.de

Fußnoten

  1. Quelle: Neues Therapiebecken für behinderte Kinder und Jugendliche - Levana-Schule: 950.000 Euro für Bewegungsbad - Teilhabeplan schließt Schulen ein, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 16. Mai 2014
  2. Quelle: Frieder Bluhm: Bewegungsbad tritt weiter auf der Stelle - Inklusion Frust an der Levana-Schule, in: Rhein-Zeitung (RZ) vom 16. Januar 2013
  3. Quelle: Neues Therapiebecken für behinderte Kinder und Jugendliche - Levana-Schule: 950.000 Euro für Bewegungsbad - Teilhabeplan schließt Schulen ein, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 16. Mai 2014
  4. Quelle: Marion Monreal: Neues Bewegungsbecken der Levana-Schule - Dieses Bad hat keine Gegner, general-anzeiger-bonn.de vom 21. April 2015
  5. Quelle: Marion Monreal: „Ich nehme Dich an, wie Du bist“ - Levana-Schule mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung feiert 40. Geburtstag, in: General-Anzeiger vom 4. Juni 2014
  6. Quelle: Frieder Bluhm: Levana-Schule feiert 40. Geburtstag - 1974 schloss der Kreis eine Lücke in der Schullandschaft – Eltern stehen hinter Konzept, in: Rhein-Zeitung vom 5. Juni 2014