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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Synagoge Bad Neuenahr

Aus AW-Wiki
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Die Synagoge Bad Neuenahr - Foto aus dem Jahr 1908.
Gedenkstein zur Erinnerung an die Neuenahrer Synagoge.
Gecko Jesuitenstraße 09.jpg
Bronzetafel mit Inschrift am Gedenkstein zur Erinnerung an die Neuenahrer Synagoge.
Gecko Jesuitenstraße 11.jpg

Nur ein Gedenkstein erinnert heute noch an die ehemalige Synagoge Bad Neuenahr. In der Wadenheimer Straße, nur wenige Meter neben dem Wadenheimer Platz an der Jesuitenstraße, stand das 1901 errichtete jüdische Gotteshaus. Nur ein einziges Foto des Gebäudes ist erhalten.


Standort

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Geschichte

Das Grundstück in der ehemaligen Tempelstraße, im Volksmund auch "Jüddejäßche" genannt, 1938 umbenannt in Wadenheimer Straße, ist heute weit gehend von Wohnhäusern überbaut. Wann die letzten Reste der Synagoge abgerissen wurden, ist nicht mehr bekannt. Sicher ist jedoch, dass sie im Rahmen der Judenpogrome nach der Reichskristallnacht am 10. November 1938, während der Martinszug durch Bad Neuenahr ging, der Brandstiftung durch die Nazis zum Opfer fiel. Die Feuerwehr löschte nicht, sie verhinderte lediglich ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Häuser.

Im General-Anzeiger vom 9. November 2011 beschrieb Günther Schmitt die Ereignisse in der Pogromnacht folgendermaßen:

In Bad Neuenahr begannen die Ausschreitungen erst am 10. November 1938, nachdem der örtliche SS-Führer von höherer Stelle gerügt worden war, „nichts gegen die Juden unternommen zu haben“. Erste Ziele der Verwüstung waren jüdische Geschäfte und Hotels wie „Stadt London“ und „Bismarck“ an der Poststraße. Die Synagoge an der Kreuzstraße wurde von SS-Leuten in Zivil in Brand gesetzt. Es war eine Art Einsatzkommando, das mit mehreren Personenwagen unterwegs war. Nach den Verwüstungen in Bad Neuenahr rückte die Gruppe nach Remagen ab.

Die Juden aus Beul, Hemmessen und Wadenheim, 1875 zu Neuenahr zusammengeschlossen, sowie aus Heimersheim gehörten bis Ende des 19. Jahrhunderts zur Synagogengemeinde Ahrweiler.

Ab 1866 wurde jedoch im "Hotel Landskron" von Mitbruder Gottfried Borg auch in Neuenahr ein jüdischer Gottesdienst abgehalten. 1895 lebten in Neuenahr 44 und in Heimersheim 13 Juden. Als am 21. Oktober 1894 die Synagoge in Ahrweiler eingeweiht wurde, wuchs auch bald der Wunsch nach einem eigenen jüdischen Gotteshaus im Kurort. Bald wurde ein Grundstück gekauft und am 16. August 1901 wurde das vom Architekten Heinrich Schmitz entworfene Gebäude nach einem Festzug durch den Kölner Rabbiner Dr. Ludwig Rosenthal eingeweiht. Streitigkeiten gab es allerdings noch um die Baukosten, da zu den ursprünglichen Planungen zahlreiche Änderungen vorgenommen wurden. Architekt Schmitz bekam erst nach einem noch bis 1905 anhängigen Prozess seine Forderungen erfüllt.

Im Gegensatz zum jüdischen Gotteshaus in Ahrweiler war die Synagoge in Neuenahr verputzt und hell gestrichen. Eine hebräische Inschrift über dem an der Westseite gelegenen Eingang kennzeichnete das Gebäude als jüdisches Gotteshaus. Nichts ist davon geblieben, und auch das Schicksal der am 13. Mai 1942 noch elf Männer, 15 Frauen und ein Kind zählenden jüdischen Bürger verliert sich im Dunkel des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte.

Seit 1996 erinnert eine schlichte Metalltafel auf steinernem Sockel an die Synagoge Bad Neuenahr. Sie trägt folgende Inschrift: "Zur Mahnung - Zum Gedenken - In diesem Bereich stand die Synagoge der ehemaligen jüdischen Gemeinde Bad Neuenahr - Erbaut 1901 - Zerstört 1938". Die Erinnerungstafel ist eine Arbeit des heimischen Bildhauers Rudolf Kniel.

Als erster israelischer Bürger Neuenahrs beurkundet ist Gottfried Borg im Jahre 1860. Er war Inhaber des Hotels zur Landskron, wo ab 1866 jüdische Gottesdienste gefeiert wurden. Eine kleine jüdische Gemeinde hatte es bis dahin in Heimersheim gegeben; ihre Gesetzesrollen wurden 1870 nach Wadenheim überführt. Da die Zahl der Juden in Heimersheim ab-, in Neuenahr aber zunahm und viele jüdische Kurgäste anreisten, wurde 1896 eine eigene Gemeinde gegründet. Sie erbaute die Synagoge, die laut Gedenktafel 1901, laut Buchautor Heinz Lindlahr im August 1899 eingesegnet wurde. 1907 zählte die Kultusgemeinde immerhin 54 Mitglieder.

Am Abend des 9. Novembers 1938 wurde die Neuenahrer Synagoge an der Tempelstraße angezündet. Lediglich einige Bücher wurden aus dem brennenden Gotteshaus gerettet. Wann die Gebäudereste endgültig abgerissen wurden, ist nicht überliefert.[1]

Die Synagoge wurde in der "Reichskristallnacht" 1938 zerstört. Überreste sind nicht erhalten.

Mediografie

siehe auch

Portal "Zeugnisse jüdischen Lebens"

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 9. November 2015