Ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V.

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Logo der Ökumenischen Flüchtlingshilfe
Imad Mardo (2.v.l.) stellte sich, nachdem er im Sommer 2019 dritter hauptamtlicher Mitarbeiter der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr (ÖFH) geworden war, Landrat Dr. Jürgen Pföhler (l.) vor. Dabei wurde er von Werner Rex, Vorsitzender der ÖFH (3.v.l.) und Schatzmeister Rolf Nelles begleitet.
Die ÖFH-Vorstandsmitglieder Klaus Neufang (von links), Friedemann Bach, Maria Müller, Werner Rex, Marita Falk-Solheid und Heinz Söndgen im Mai 2016
Der Vorstand nach der Mitgliederversammlung vom Juni 2016: Falko Ritter (von links), Pastor Friedemann Bach, Imad Mado, Werner Rex, Heinz Söndgen, der zum Ehrenvorsitzenden gewählte Pastor Klaus Neufang, Maria Müller und Pélagie Wurms
Der evangelische Pfarrer i.R. Klaus Neufang war von der Gründung im Jahr 1996 bis Juni 2015 Vorsitzender des Vereins.
Hans-Joachim Dedenbach (v.r.), hauptamtlicher Mitarbeiter der ÖFH, mit Mohamed Loulou aus Syrien, ehrenamtlicher Mitarbeiter der ÖFH, und Bundesjustizminister Heiko Maas im Frühjahr 2016 am Rande einer Veranstaltung des Arbeitskreises Asyl Rheinland-Pfalz

Die Ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) betreut und berät Flüchtlinge und Asylsuchende, die vor Folter, Bomben, Bürgerkrieg, politischer Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen in die Bundesrepublik flüchteten und vom Bundesamt für Migration dem Landkreis Ahrweiler zugewiesen wurden. Mit seiner Arbeit verfolgt der Verein das Ziel, Flüchtlingen und Asylbewerbern eine ganzheitliche Unterstützung anzubieten und sie nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu befähigen, sich langfristig für ihre Belange selbst einzusetzen. Der Verein ist der einzige seiner Art im Landkreis und bietet den Flüchtlingen Schutz und eine erste Möglichkeit, sich in der neuen Gesellschaft zu orientieren, und zwar bedarfsgerecht, besonders für Kinder und Frauen. Das Angebot der Ökumenischen Flüchtlingshilfe richtet sich an alle Asylsuchende und Flüchtlinge, die neu ankommen und an diejenigen, die ohne Flüchtlingsanerkennung bleiben müssen und besonders schutzbedürftig sind. Für Asylsuchende und Flüchtlinge gibt es nämlich außer einer einfachen Versorgung keinerlei Anlaufstelle in Sozial- und Rechtsfragen. Hinzu kommt, dass Flüchtlinge häufig in einfachsten Unterkünften unter prekären Bedingungen, sozial isoliert und ohne ausreichende Verbindung mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln zur Gesundheitsversorgung und sozialen Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, Behörden etc. untergebracht sind.


Hauptamtliche Mitarbeiter

Hans-Joachim Dedenbach und Jessica Ulrich

Kontakt

E-Mail oefh.aw@gmail.com

Büros und Sprechzeiten

Träger und Finanzierung

Der Verein wird von den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden des Landkreises Ahrweiler finanziell getragen. Weitere Unterstützungen erhält der Verein von regionalen Kreditinstituten und Privatpersonen. Ein weiteres wichtiges Standbein der Finanzierung ist die Förderung durch den europäischen Flüchtlingsfonds.

Regelmäßige Veranstaltungen

Monatlich teffen sich die Vereinsmitglieder zum Erfahrensaustausch. Zudem bietet der Verein wöchentlich feste Sprechstunden in Bad Neuenahr und Remagen sowie monatliche Sprechstunden in Adenau, Niederzissen und Altenahr an. Jährlich veranstaltet die Flüchlingshilfe ein Begegnungsfest in Bad Neuenahr und beteiligt sich an Festen ausländischer Mitbürger im Ahrkreis.

Vernetzung

Die Ökumenische Flüchtlingshilfe trifft sich regelmäßig mit Vertretern der folgenden Gruppierungen und Organisationen:

Gründung und Entwicklung

Die Ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. entstand aus dem Zusammenschluss des 1986 gegründeten Arbeitskreises Asyl Remagen und des ebenfalls 1986 gegründeten Arbeitskreises Asyl Bad Neuenahr.[1] Bei der Gründungsversammlung am 11. Mai 1996 übernahm Klaus Neufang das Amt des Gründungsvorsitzenden. Zweiter Vorsitzender wurde der damalige Remagener Pfarrer Udo Grub, dritte Vorsitzende die aus Frankreich stammende ehemalige Lehrerin Pélagie Wurms aus der Kreisstadt. Am 23. Juli 1996 wurde die Initiative ins Vereinsregister eingetragen.

Die Zahl der Asylbewerber stieg ab 2008 wieder an. Hier formulierte die Ökumenische Flüchtlingshilfe einen dringenden Beratungsbedarf, der sich auch in Anfragen in allen Angelegenheiten der asylrechtlichen und sozialen Unterstützung verdeutlicht werde.

Von 1996 bis 2005 war die Flüchtlingshilfe im Evangelischen Gemeindehaus Bad Neuenahr untergebracht. Im Jahr 2005 zog die Flüchtlingshilfe nach Walporzheim (Im Plänzert 32) um. Wegen der dezentralen Lage des Büros wurde dieses zum 31. August 2011 aufgekündigt. Mit Unterstützung durch die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler konnte der Verein zum 1. August 2011 eine neue Bleibe im Mehrgenerationenhaus im Kreis Ahrweiler/Haus der Familie Bad Neuenahr-Ahrweiler beziehen. 407 Flüchtlinge und Asylsuchende wohnen an diesem Stichtag im Kreis Ahrweiler, davon standen ca. 100 Menschen noch im Antragsverfahren. Die vom Verein betreuten Rat- und Hilfesuchenden stammten zu diesem Zeitpunkt unter anderem aus folgenden Ländern: Afghanistan, Iran, Irak, Sudan, Syrien, Nigeria, Sierra Leone, Guinea, Äquatorialguinea, Pakistan, Türkei (Kurden), Russische Föderation und Serbien.

Verschiedene Nationalitäten und Kulturen einander näher zu bringen war Sinn des Begegnungsfest der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. im September 2014 im Evangelischen Gemeindezentrum Remagen. Klaus Neufang, Pfarrer a.D. und Vorsitzender der Flüchtlingshilfe, konnte dort rund 50 große und kleine Gäste begrüßen. Syrische Flüchtlinge machten bei dem Fest mit einer Riesentorte, dekoriert in den Landesfarben ihrer Heimat, auf ihr Schicksal aufmerksam, während andere Nationen mit anderes landestypischen Leckereien aufwarteten.[2]

Bei einer Mitgliederversammlung der Flüchtlingshilfe im Juni 2015 in Bad Neuenahr verabschiedete sich Pastor Klaus Neufang aus dem Amt des Vorsitzenden, das er seit der Gründung des Vereins innehatte. Neuer Vorsitzender wurde Werner Rex, Pastor Friedemann Bach wurde stellvertretender Vorsitzender. Außerdem wählten die Mitglieder Falko Ritter zum Schriftführer und Heinz Söndgen zum Kassenwart. Da die Anforderungen immer größer geworden waren, wurde der Vorstand zur besseren Verteilung der Aufgaben um drei Beisitzer erweitert. Nach entsprechender Satzungsänderung fiel die Wahl auf Imad Mado, Maria Müller und Pélagie Wurms. Der neue Vorsitzende Werner Rex würdigte Klaus Neufang, der mit der Gründung des Vereins einen wichtigen Grundstein gelegt hat: „Mit viel Weitblick haben Sie damals gehandelt. Gelder mussten aufgenommen werden, um die Vereinsziele umsetzen zu können, was vor allem mit finanzkräftiger Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde gelang. Heute steht der Verein wirtschaftlich gut da“ und beschäftigt mit Hans-Joachim Dedenbach einen festangestellten Mitarbeiter. Für Klaus Neufang war es „ganz toll ist zu erleben, wie nach anfänglichen Schwierigkeiten heute Ökumene gelebt wird.“ In seiner Abschiedsrede blickte Neufang auf viele Jahre im Verein zurück, den er über drei Jahrzehnte maßgeblich mit prägte. Die Aufgaben des Vereins hätten sich immer wieder verändert. Aktuell stehe die Familienzusammenführung im Vordergrund. Die Hilfe bei der beruflichen Integration stelle einen weiteren wichtigen Schwerpunkt dar, ebenso die differenzierte Unterstützung und Beratung nach der Ankunft der Flüchtlinge in Deutschland. Zu den Aufgaben zählte er u.a. ehrenamtlich erteilten Deutschunterricht, die Koordinierung von Sachspenden und Hilfe bei der Wohnungssuche. In Anerkennung seiner Verdienste wurde Neufang zum ersten Ehrenvorsitzenden des Vereins gewählt.[3]

Bei der Jahreshauptversammlung im Mai 2016 zählte die ÖFH 48 Mitglieder. Der Vorsitzende Werner Rex sagte, Saba Hasan und Mohammad Loulou würden regelmäßig als Übersetzer bei den Beratungen der Flüchtlinge helfen. Neu sei das Projekt ABBA (Arbeitsgruppe für Beruf, Beschäftigung und Ausbildung), bei dem Flüchtlinge entsprechend ihrer beruflichen Kompetenzen und Qualifikationen über die Arbeitsagentur, die Handwerkskammer und die IHK an Betriebe im Kreis Ahrweiler vermittelt würden. Dadurch solle eine zügige Integration in den Beruf unterstützt werden. Im Jahr 2015 seien etwa 1300 neue Flüchtlinge in den Kreis Ahrweiler gekommen und auf die Kommunen verteilt worden. Sie gehörten mehrheitlich zur Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen. Für diese Personengruppe wäre es hilfreich, das Höchstaufnahmealter für einen Besuch der Berufsbildenden Schule (BBS) herauf zu setzen. Dadurch werde es möglich, dass die Flüchtlinge die Berufsreife erreichen. 66 Prozent der Flüchtlinge im Kreis Ahrweiler stammen aus Syrien, sagte Rex. Außerdem kämen viele junge Menschen aus Afghanistan in den Kreis. Ohne eine übergeordnete Koordinierungsstelle sei es nach wie vor schwierig, Flüchtlinge in Deutsch- und Integrationskurse zu vermitteln, die ihrem Bedarf und ihrem Können entsprechen. Neue Perspektive eröffne das jetzt von der Bundesagentur für Arbeit aufgelegte Projekt „Kompass“ zur individuellen Kompetenzfeststellung. Marita Falk-Solheid wurde bei der Versammlung einstimmig als Nachfolgerin von Falko Ritter zur Schriftführerin gewählt.[4]

Während in früheren Jahren 40 bis 50 Flüchtlinge jährlich neu im Kreis Ahrweiler ankamen, waren es im 2015 mehr als 1100. 2016 waren es noch einmal 662. Diese Zahlen nannte der Werner Rex bei der Mitgliederversammlung im August 2017. Die Vorbereitung und Begleitung von Asylverfahren, die Zusammenarbeit mit Anwälten, Prozessbetreuung, Unterstützung in Widerspruchsverfahren und Familienzusammenführung – das seien in den beiden zurückliegenden Jahren die beherrschenden Themen gewesen – und sie würden es auf absehbare Zeit bleiben. Auch die Integration in Ausbildung und Arbeit werde den Verein noch für einige Jahre beschäftigen. Die ÖFH halte Kontakt zu Organisationen wie Pro Asyl und arbeite mit Fachleuten der Kreisverwaltung Ahrweiler und der Kommunen zusammen, um bei den sich ständig ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen auf dem Laufenden zu bleiben und Beratungsfehler zu vermeiden. 2016 und 2017 seien viele allein reisende Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren im Landkreis angekommen. Hier setze die Arbeit der Gruppe Abba (Arbeit, Beruf, Beschäftigung, Ausbildung) an. Deren Arbeit habe bereits zu einer Reihe von Ausbildungs- und Arbeitsverhältnissen geführt. Bei den Vorstandsneuwahlen wurden Werner Rex und Pfarrer Friedemann Bach als Erster und Zweiter Vorsitzender bestätigt, Rolf Nelles trat als Schatzmeister die Nachfolge von Heinz Söndgen an. Marita Falk-Solheid blieb Schriftführerin, zu Beisitzern wurden Helmi Stuckenschmidt, Jessica Ulrich und Lothar Scheffel gewählt.[5]

Während in früheren Jahren 40 bis 50 Flüchtlinge jährlich neu im Kreis ankamen, waren es im 2015 mehr als 1100. 2016 kamen weitere 662 Flüchtlinge im AW-Kreis an. Mit ihren etwa 80 ehrenamtlichen Helfern halte die ÖFH kreisweit den Kontakt zu den Flüchtlingen, sagte der Vorsitzende Werner Rex bei einer Mitgliederversammlung im September 2017. „Willkommenskultur war gestern, Vorbereitung und Begleitung der Asylverfahren, Zusammenarbeit mit Anwälten, Prozessbetreuung, Unterstützung in Widerspruchsverfahren und Familienzusammenführung sind die beherrschenden Themen heute und morgen“, sagte Rex weiter. Die Integration in Ausbildung und Arbeit werde die Flüchtlingshilfe noch einige Jahre beschäftigen. Eine wachsende Herausforderung stellten junge Flüchtlinge aus afrikanischen Staaten wie Gambia, Guinea oder Somalia dar. So kämen seit 2016 viele alleinreisende Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren im Kreis Ahrweiler an. Wie Rex als Vorsitzender, wurde Pfarrer Friedemann Bach im Amt des zweiten Vorsitzenden bestätigt. Rolf Nelles übernahm den Posten des Schatzmeisters von Heinz Söndgen, der sein Amt aus Altersgründen aufgegeben hatte. Marita Falk-Solheid blieb Schriftführerin. Zu neuen Beisitzern wurden Helmi Stuckenschmidt, Jessica Ulrich und Lothar Scheffel gewählt.[6]

Mit Imad Mardo als drittem hauptamtlichen Mitarbeiter bekam die Ökumenische Flüchtlingshilfe im Sommer 2019 Verstärkung. „Die Verstärkung im Team macht es der ÖFH künftig zum Beispiel möglich, Außensprechstunden in Remagen und Adenau anzubieten“, hieß es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler.[7]

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Telefonat mit Hans-Joachim Dedenbach vom 10. Juni 2015
  2. Quelle: General-Anzeiger vom 30. September 2014
  3. Quelle: Pressemitteilung des Medienbüros Eberhard Thomas Müller vom 9. Juni 2015
  4. Quelle: Pressemitteilung der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr/Eberhard Thomas Müller vom 31. Mai 2016
  5. Quelle: Flüchtlingshilfe: Weiter viel zu tun – Bei der Mitgliederversammlung wurde der Vorsitzende Werner Rex im Amt bestätigt, in: Rhein-Zeitung vom 22. August 2017
  6. Quelle: Christoph Lüttgen: Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr: 1762 Flüchtlinge haben im Kreis Ahrweiler Zuflucht gefunden, general-anzeiger-bonn.de vom 6. September 2017
  7. Quelle: Ökumenische Flüchtlingshilfe zu Gast im Kreishaus, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 1. August 2019