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Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG - Werk Sinzig

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Das Werk Sinzig der Deutschen Steinzeug Cremer & Breuer AG produziert mit rund 260 Mitarbeitern (Stand: November 2003) jährlich mehr als drei Millionen Quadratmeter Bodenfliesen.


Anschriften

  • Mutterhaus: Servaisstraße, 53015 Alfter-Witterschlick, Postfach 25 40, 53015 Bonn, Telefon 09435/391-0
  • Werk Sinzig: Rheinallee, 53489 Sinzig, Telefon 0228 391-1999

Management

Sonstiges

Chronik

Sinzig hat eine lange keramische Tradition: Wie entsprechende Funde am Sinziger Kirchberg belegen, gab es in dieser Gegend bereits in den Jahren 40 bis 70 nach Christus eine römische Militärziegelei.

Der Krefelder Unternehmer Ferdinand Frings erwarb im Jahr 1865 die Bonner „Porzellan- und Fayence-Fabrik Franz Anton Mehlem“ und verlagerte das Unternehmen dann nach Sinzig. Dafür gab es verschiedene Gründe wie die Verfügbarkeit von Grundstücken und Arbeitskräften und die Nähe zu den benötigten Rohstoffen. Laut Ortschronik fand dort im April 1870 die Grundsteinlegung statt für die „Mosaik-Fußboden-Platten- und Thonwaarenfabrik“ der „F. Frings & Cie“, die noch im Sommer des gleichen Jahres die Produktion aufnahm. Ab 1872 produzierte man dort mit 159 Arbeitskräften Blumentöpfe und Tonplatten. Ab 1879 wurden auch Mosaikplatten hergestellt. Diese Startphase verlief offensichtlich rasant und erfolgreich, denn in einem Katalog aus dem Jahr 1900 wird mit Medaillen von Ausstellungen in Wien (1873), Melbourne (1881), Adelaide (1887) Chicago (1894) und St. Petersburg (1900) geworben.

Danach folgten diverse Änderungen der Firmenbezeichnung und der Gesellschaftsform. Gleiches gilt für die Kriege, die zahlreiche schmerzliche Spuren hinterließen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in dem Sinziger Werk Zwangsarbeiter eingesetzt.

Mitte der 1950er Jahre wurde der Markenname Agrob geprägt und schließlich 1958 das Werk in „Agrob Aktiengesellschaft für Grob- und Feinkeramik“ umbenannt. Um neben Boden- auch Wandfliesen anbieten zu können, erwarb die Agrob AG Ende der 1970er Jahre 90 Prozent des Stammkapitals der „Wessel-Werk GmbH, Bonn“, die wiederum die Mehrheit an der „Servais-Werke AG, Alfter-Witterschlick“ hielt, die 1981 in „Agrob Wessel Servais (AWS) AG“ umbenannt wurde.

Ab 1982 wurde das Werk Sinzig so wie die übrigen Agrob-Werke in Ehrang und Ismaning von der AWS AG angepachtet und zusammen mit den Werken Bonn und Alfter-Witterschlick unter der Leitung der AWS AG geführt. Ende 1985 wurde diese Zentralisierung aufgehoben: Die AWS AG konzentrierte sich wieder auf modische Wand-Fliesen (Steingut), die AGROB AG auf Bodenfliesen (Steinzeug und Spaltplatten).

Ab 1990 hatte die AGROB AG nur noch reine Holding-Funktion, Fertigung und Vertrieb von Steinzeugfliesen bzw. Spaltplatten erfolgten durch die „Agrob Fliesen Gmbh“, Sinzig. Um Synergieeffekte zu erzielen und für den stark zunehmenden Verdrängungswettbewerb gewappnet zu sein, wurden Verhandlungen mit der damaligen Cremer-Gruppe, Frechen, geführt, zu der u.a. die Werke Buchtal in Schwarzenfeld (Bayern/Oberpfalz) und Annawerk in Rödental bei Coburg (Bayern/Oberfranken) gehörten.

Zum 1. Januar 1992 ging das Werk Sinzig mit der Agrob Fliesen GmbH in den Besitz der Cremer-Gruppe über, die 1994 in die jetzige „Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer (DSCB) AG umfirmiert wurde. Nachdem damals etwa 70 Beschäftigte entlassen worden waren, konnte später aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung die gleiche Zahl wieder eingestellt werden. Der Standort Sinzig ist heute eines von vier Werken* der DSCB AG und fertigt Fliesen aus (Fein)Steinzeug, die unter dem Markennamen AGROB BUCHTAL vertrieben werden.[1]

Am Sinziger Standort des Konzerns arbeiten im Januar 2015 235 Mitarbeiter, davon zehn Azubis. Jahr für Jahr verarbeiten sie rund 130.000 Tonnen Rohstoffe – größtenteils Tone und Kaolin – zu Fliesen. Daraus werden in Sinzig jährlich 3,8 Millionen Quadratmeter Fliesen produziert. Bei einem Besuch von Wirtschaftsministerin Eveline Lemke sagte Betriebsleiter Mannheim, die Fliesen aus Sinzig seien sehr hart und besonders belastbar. Deshalb würden sie vor allem in Supermärkten verlegt. Produziert werden die Fliesen in sämtlichen Farben, Mustern, Größen und mit verschiedenen Oberflächen. Doch bevor die Fliesen voll automatisiert in den 100 Meter langen und 1200 Grad heißen Brennofen einfahren, hat der Ton bereits einen langen Weg hinter sich: Er wurde verflüssigt, fein gemahlen, je nach Art der späteren Fliese gemischt, gepresst, getrocknet, gebrannt und gefärbt.[2]

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Eine „heiße“ Sache: 140 Jahre Keramikfliesen aus Sinzig, Pressemitteilung der AGROB BUCHTAL vom 21. Juni 2011
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 17. Januar 2015