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Kreissparkasse Ahrweiler

St.-Maternus-Kapelle Altenburg

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Kirche Altenburg 1.jpg
Die Kapelle steht malerisch auf einem Hügel. Oben links dahinter ist das Teufelsloch zu sehen.
Altenburg - Heinz Grates (24).jpg
Skulptur des Kapellenpatrons St. Maternus
Altenburg - Heinz Grates (33).jpg
Kriegsopfer-Gedenktafel
1998 von der Kunstglaserei Jürgen Maur (Ahrweiler) aus Ahrweiler angefertigtes Rundfenster
Schneebedeckt in der Weihnachtszeit
Kapellenstandplatz von 1824 bis 1944
Die Möhnengesellschaft Altenburg stiftete 2004 einen Gedenkstein, der am Kapellenstandplatz von 1824 bis 1944 aufgestellt wurde.

Die Vorgängerin der heutigen St. Maternus-Kapelle Altenburg wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1958 ist mit dem Neubau begonnen worden; am 24. Oktober 1962 wurde die Kapelle, die sich hochwassersicher auf einem Felsen gegenüber dem Dorf erhebt, zu Ehren von St. Maternus geweiht.


Heutiger Standort

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Standort von 1824 bis 1944

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Standort von etwa 1648 bis nach 1800

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Chronik[1]

In Altenburg wurden im Laufe der Zeit mindestens fünf Kapellen gebaut – einmal, weil eine Vorgängerin baufällig geworden war, ein anderes mal, weil eine Kapelle von einem Ahr-Hochwasser fortgespült worden war und im Jahr 1944 schließlich, nachdem die Kapelle durch Kriegseinwirkung zerstört worden war.

Wann in Altenburg die erste Kapelle gebaut wurde, ist nicht geklärt. 1944 wurde mit der damaligen Kapelle ein aus dem 16. Jahrhundert stammender Altartisch zerstört. In einem Visitationsprotokoll der Pfarrei Altenahr aus dem Jahr 1684 enthält einen kurzen Hinweis: In diesem Protokoll werden – ohne nähere Angaben – die Kapellen von Altenburg und Kreuzberg erwähnt. In dem Bericht wird auch eine Maternuskapelle genannt, die aber nicht in Altenburg stand, sondern unterhalb des Ortes, auf dem zwischen Altenahr und Altenburg gelegenen Gerhardsberg (Gieretsberg). Über diese Maternuskapelle heißt es, dass ihr Bau im Jahr 1667 von der Pfarrei Altenahr versprochen worden war. Im Jahr 1684 stand der Rohbau dieser Kapelle. Dach und Innenausstattung hingegen fehlten noch. Weil die Einwohner durch Kontributionen und andere Kriegslasten mittellos geworden waren, konnte der Bau nicht vollendet werden. Deshalb wurde die Kapelle auf dem Gieretsberg erst später fertiggestellt. Auf Landkarten aus der Zeit um 1800 ist sie eingezeichnet. Nachdem die Kapelle baufällig geworden war, ist sie nicht mehr aufgebaut worden. Teile der Fundamentmauern könne man noch heute „auf Gieretsberg“ finden, schrieb Ignaz Görtz im Jahr 1965.

Ignaz Görtz schloss daraus, der St. Maternus zu dieser Zeit in Altenburg noch nicht verehrt wurde. „Erst nach 1821, nachdem die Maternuskapelle auf dem Gieretsberg untergegangen war, wurde die neu erbaute Kapelle zu Altenburg dem hl. Maternus geweiht“, schreibt Görtz. Möglicherweise stamme die in der heutigen St.-Maternus-Kapelle stehende Holzfigur des Kapellenpatrons aus der ehemaligen Maternuskapelle auf dem Gieretsberg.

Fragebogen, die bei Pfarrvisitationen in den Jahren 1743 und 1762 ausgefüllt wurden, enthalten Informationen zu einer Kapelle in Altenburg. In diesen Berichten wird eine Kapelle in Altenberg genannt. Wegen ihrer geringen Größe seien dort keine Messen gefeiert, sondern nur der Rosenkranz gebetet worden. Diese Kapelle stand an der Stelle, an der bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1944 eine Nachfolgerin gestanden hatte. Daraus, dass die kleine Kapelle um 1743 baufällig war, schließt Görtz, dass sie zu dieser Zeit schon ein gewisses Alter hatte.

1768 wurden in der Pfarrei Altenahr die von Kesselstadtschen Güter vermessen, darunter die Altenburger Mühle. Auf einer verlässlichen Landkarte aus dieser Zeit sind in Reimerzhoven und in Kreuzberg je eine Kapelle eingezeichnet, in Altenburg hingegen nicht. „Die altersschwache Kapelle war damals sicher schon abgerissen, um Platz für den Neubau zu schaffen“, folgert Ignaz Görtz. Diese Folgerung werde durch eine Eingabe der Einwohner von Altenburg an den Kurfürsten von Köln im Jahr 1769 gestützt.

Am 19. Januar 1769 richten die Altenburger nämlich die Bitte an den Kurfürsten, ihnen drei oder vier Eichenstämme aus dem kurfürstlichen Wald „auf Boxhart" zur Verfügung zu stellen. Die Kapelle bei ihrem Dorf sei nämlich in hohem Maße baufällig. Außerdem sei sie derart klein, dass sie nicht sämtliche Gläubigen fassen kann. Aus diesen Gründen sei die alte Kapelle abgerissen worden. Den Dorfbewohnern würde es nun an Mitteln fehlen, um das Holz zu kaufen, das über das Holzwerk der alten Kapelle hinaus benötigt wird. Weil auch die Pfarrei Altenahr keinen Wald besitze, bitten die Altenburger den Kurfürsten darum, ihnen das notwendige Bauholzes zuzuweisen. So wies Forstmeister Ostler den Altenburgern im Juni 1769 zwei Eichen zu. „Die Kapelle wird bald darauf errichtet worden sein“, schreibt Görtz, „jedenfalls ist in einer um das Jahr 1780 gezeichneten Karte zu Altenburg eine Kapelle eingetragen, und zwar an der schon erwähnten Stelle beim Dorf.“ Bei der Kapelle handelte es sich, wie Görtz vermutet, wie bei Vorgängerbau, um einen Fachwerkbau auf Bruchsteinfundament. Auf einen Fachwerkbau deute auch, dass beim Bau der Kapelle das Holzwerk der Vorgängerin wieder verwendet wurde. Das Ahr-Hochwasser vom 21. Juli 1804 riss diese Kapelle fort. Im Schadensbericht heißt es, dass durch das Hochwasser auch die Glocke verloren gegangen sei. Der steinerne Altartisch hingegen wurde vom Hochwasser nicht mit fortgerissen.

Mehrere Jahre lang gab es in Altenburg keine Kapelle. Die Gläubigen des Dorfes wünschten sich zwar eine neue Kapelle, konnten diesen Wunsch aber wegen fehlender Mittel nicht erfüllen. Erst im Jahr 1821 wurden konkrete Schritte unternommen, eine neue Kapelle zu bauen: Einwohner von Altenburg, deren Namen überliefert sind, beantragen im März 1821 bei der Königlich-Preußischen Regierung zu Koblenz, den Neubau einer Kapelle zu genehmigen. Am 2. April 1821 wird der Antrag positiv beschieden. Aus den Anlagen geht hervor, dass die Familie von Gymnich das benötigte Bauholz aus ihren Waldungen zu Vischel kostenlos zur Verfügung gestellt und dass es zwischenzeitlich von Altenburger Einwohnern geschlagen worden war. Was die übrigen Kosten angeht, „so machen sich die unterzeichneten Wohltäter andurch anheischig, die Ausführung des Mauerwerks und Daches, und alle übrigen Kosten, die zum gänzlichen Aufbaue der Kapelle zu Altenburg nöthig sind, als Geschenk aus ihrem Vermögen zu bezahlen“, zitiert Görtz. Ein Wohltäter hatte bereits zuvor eine Glocke aus dem Kloster Marienforst bei Godesberg gekauft. Der Altartisch aus der beim Ahr-Hochwasser 1804 fortgespülten Vorgängerkapelle wurde in der neuen Kapelle wieder aufgestellt.

Die Altenahrer Ortschronik berichtet, dass noch im Jahr 1821 mit dem Kapellenbau begonnen wird. Im Bericht zur Visitation der Pfarrei Altenahr im Jahr 1829 wird „die Maternuskapelle zu Altenburg aus dem Jahre 1824" erwähnt, berichtet Ignaz Görtz und schließt, dass die Kapelle wohl erst im Jahr 1824 fertiggestellt wurde und vielleicht im gleichen Jahr geweiht wurde. Bei der Kapelle handelte es sich um einen einfachen Bruchsteinbau mit einer lichten Länge von 8,70 und einer Breite von 4,70 Metern. Im Jahr 1908 wurde die Kapelle von Grund auf renoviert. Außerdem sind die Außenmauern verputzt worden. Und die flache Holzdecke wurde durch eine gewölbte Stuckdecke ersetzt. Die Empore wurde entfernt, die einfachen Glasfenster wurden durch Buntglasfenster ersetzt. Der Altaraufbau wurde neu zusammengesetzt. In der Nische wurde eine Holzfigur des St. Maternus aufgestellt, rechts und links davon fanden Figuren von St. Barbara und des St. Antonius von Padua Platz. An der Kapellenwand neben dem Altar befand sich eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Holzfigur der Muttergottes. 1858 wurden zwei neue Glocken für die Kapelle gekauft. Die zu Anfang des Jahrhunderts aus dem Kloster Marienforst angekaufte Glocke wurde, weil sie gerissen war, eingeschmolzen. Eine der beiden neuen Glocken wurde im 1. Weltkrieg abgeliefert und später wieder ersetzt, bevor der 2. Weltkrieg beide Glocken forderte. „An deren Stelle traten zwei neue Stahlglocken, die auch heute wieder in der Kapelle hängen“, berichtet Ignaz Görtz 1965. Das Ahr-Hochwasser vom 13. Juni 1910 stand bis knapp unter die Kapellenfenster, zog die Kapelle dennoch kaum in Mitleidenschaft. Das Inventar war rechtzeitig fortgeschafft worden. Lediglich ein paar Ausbesserungsarbeiten und ein neuer Innenanstrich wurden vorgenommen. Die Kapelle stand in Höhe der Kreuzberger Straße 32, an der Einmündung der Dorfstraße in die Kreuzberger Straße, bis sie 1944 durch Kriegseinwirkungen völlig vernichtet worden ist. Ein Basaltstein mit der Inschrift „Standort der Dorfkapelle 1824-1944“ und einem Relief der alten Kapelle, das im Jahr 2004 von der Möhnengesellschaft Altenburg gestiftet, worden ist, wurde am ehemaligen Standort aufgestellt.

Wieder blieb Altenburg mehrere Jahre ohne Kapelle. Dann fiel der Entschluss, an anderer Stelle eine neue Kapelle zu bauen. Die Planungen zogen sich jedoch längere Zeit hin. Deshalb begannen die Bauarbeiten erst im Jahr 1958. Die Gläubigen des Dorfes spendeten 25.000 D-Mark; weitere 15.000 D-Mark wurden durch Eigenleistungen eingebracht. Die Gemeinde Altenahr, das Bistum Trier und das Land Rheinland-Pfalz gewährten Zuschüsse. Oberbaurat a. D. Pelegrini aus Hannover fertigte den Entwurf für den Neubau, K. P. Bohr aus Trier war für die Innenarchitektur zuständig. So konnte die heutige Kapelle gebaut und am 24. Oktober 1962 zu Ehren des St. Maternus geweiht werden.

Die neue Kapelle wurde mit einem neuen Altartisch aus Ettringer Tuff und mit einer zweiteiligen schmiedeeisernen Kommunionbank, einem Konturenmosaik des St. Maternus links hinter dem Altartisch und Fenster ausgestattet, von denen die vier im Chorraum die Symbole der vier Evangelisten wiedergeben. Außerdem stehen in der Kapelle vier 1964 restaurierte Holzfiguren aus dem 18. Jahrhundert: St. Maternus, Muttergottes, St. Josef und St. Antonius von Padua. Die Figur des St. Josef stand zuvor auf einem Speicher; die drei übrigen Figuren hatten bis 1944 in der alten Kapelle gestanden. Alle vier Figuren waren im 19. Jahrhundert erworben worden.

Weitere Fotos

Siehe auch

St. Maternus

Mediografie

Ignaz Görtz: Altenburg und seine Kapellen, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1965 – Dieser Beitrag wurde vollständig für den Wiki-Artikel ausgewertet.

Fußnoten

  1. Quelle: Ignaz Görtz: Altenburg und seine Kapellen, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1965