Stolpersteine Sinzig

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Der Beigeordnete Hans-Werner Adams sagte auf dem Kirchplatz, mit den „Stolpersteinen“ und einer Begleitbroschüre wolle die Stadt dazu beitragen, die Erinnerung an Sinziger Juden zu bewahren und an die nächsten Generationen weiter zu geben, die während der Nazizeit verfolgt und ermorden wurden.
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Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte in Sinzig persönlich die ersten „Stolpersteine“.
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Die Stadt Sinzig brachte anlässlich der Verlegung der ersten Stolpersteine am 4. Mai 2022 eine 44 Seiten starke Broschüre mit dem Titel Stolpersteine - Erinnerung an die ausgeschlöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer heraus.

Zum Gedenken an die während der Nazizeit ermordeten Sinziger Juden sollten in der Stadt bereits am Freitag, 5. März 2021, erste „Stolpersteine“ verlegt werden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig, der seit 1996 bundesweit Stolpersteine zur Erinnerung an Holocaust-Opfer verlegt, sagte den Termin jedoch ab. Er müsse zunächst Termine der Reihe nach abarbeiten, die wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden. So wurde das Verlegen der ersten Steine in Sinzig aber auf Mittwoch, 4. Mai 2022, verschoben.


Die jüdischen Opfer[Bearbeiten]

Gudestraße 12:[1]

Koblenzer Straße 7:[2]

Koblenzer Straße 5:[3]

Grabenstraße 20:[4]

Renngasse 20:[5]

Mühlenbachstraße 29:[6]

Barbarossastraße 6:[7]

Chronik[Bearbeiten]

In einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Sinzig/Andrea Stolletz-Maagh vom 13. November 2020 hieß es dazu:

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig ... Mit im Boden verlegten kleinen Messing-Gedenktafeln soll an Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert wurden und dem Holocaust zum Opfer fielen. Die Steine werden vor deren einstigen Wohnungen im Straßen- oder Gehwegpflaster verlegt. Mit insgesamt über 75.000 Steinen in 1265 deutschen Kommunen und in 21 Staaten Europas sind sie seit Jahren das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Bereits in den Jahren 2005 sowie 2014 haben sich städtische Gremien mit „Stolpersteinen“ in Sinzig befasst. Ein einstimmigen Stadtratsbeschluss zur Verlegung der Gedenksteine kam es dann am [31. Januar] 2019. Vorrausgegangen waren Initiativen des Bürgerforums sowie des Rhein-Gymnasiums Sinzig, die sich im Vorfeld zu den Gedenkveranstaltungen „80 Jahre Reichspogromnacht“ im November 2018 bereits mit dem Thema „Stolpersteine“ in Sinzig auseinandergesetzt und u.a. den „Stolpergang“ am 10. November 2018 initiiert hatten. Die Stadtverwaltung teilte im Vorfeld des ersten geplanten Termins zur Verlegung weiter mit:

Durch intensive Recherchen, die insbesondere auf den Erkenntnissen von Rudolf Menacher basieren, konnten 23 Opfer und deren letztbekannte Anschriften in Sinzig ermittelt werden, denen nun mit der Verlegung jeweils eines Stolpersteines dauerhaft gedacht werden wird. Die Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern der impulsgebenden Gruppierungen (Rhein-Gymnasium Sinzig, Bürgerforum, Rudolf Menacher) und der Verwaltung zusammensetzt, wurde jetzt von der „Stolperstein-Initiative“ darüber informiert, dass die erste Verlegung in Sinzig am Freitag, den 5. März 2021 stattfinden wird. Der Künstler und Initiator der Stolperstein-Idee Gunter Demnig wird persönlich ab 9:00 Uhr die ersten fünfzehn Steine an vier verschiedenen Adressen in der Sinziger Innenstadt verlegen. Die nächste Aufgabe der Arbeitsgruppe besteht jetzt in der Gestaltung des Rahmenprogramms während der Verlegung und der Erstellung einer Broschüre, die näher auf die Lebenswege der Opfer eingehen wird.

In einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Sinzig/Andrea Stolletz-Maagh vom 15. Februar 2021 hieß es:

„Der erneute europaweite Anstieg der Covid-19-Inifizierten und die daraus resultierenden notwendigen Maßnahmen führen dazu, dass wir schweren Herzens alle Stolperstein-Verlegungen mit Gunter Demnig bis zum 25. April 2021 absagen müssen,“ teilten die Verantwortlichen der Stolperstein-Initiative kürzlich der Stadtverwaltung Sinzig mit. Künstler Gunter Demnig wird leider nicht zu einem späteren Termin die Verlegung persönlich vornehmen können, da sein Kalender schon bis Ende 2021 verplant sei, heißt es weiter in der Mitteilung. Zwischenzeitlich wurde jedoch in Aussicht gestellt, dass Gunter Demnig dann bei einem zweiten Verlegungstermin im Jahr 2022 persönlich in Sinzig anwesend sein wird. Den betroffenen Städten werden nun die Steine überlassen, verbunden mit der Bitte, diese an einem frei gewählten Datum selbst zu verlegen. Um die Verlegung im Rahmen eines würdigen Begleitprogramms durchführen zu können, wird die Stadt Sinzig daher nicht an dem ursprünglich geplanten Termin 5. März festhalten, sondern in Abstimmung mit der lokalen Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ einen neuen Termin unter Berücksichtigung des Pandemiegeschehens festlegen. Dieser wird frühzeitig bekannt gegeben.

Am 11. April 2022 teilte die Stadtverwaltung Sinzig der Presse mit, dass die ersten Stolpersteine nun am Mittwoch, 4. Mai 2022, verlegt würden. An insgesamt vier Orten in der Innenstadt werde Gunter Demnig diese Verlegungen persönlich vornehmen. Begleitet werde die Aktion von Schülern des Rhein-Gymnasiums. Sie würden Texte über die Opfer vorlesen und Musikstücke vortragen. Anlässlich der Verlegung werde eine Broschüre Stolpersteine – Erinnerung an die ausgelöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer veröffentlicht. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr auf dem Kirchplatz. Nach einer kurzen Einführung würden die folgenden Adressen angesteuert, an denen die Steine verlegt werden: Gudestraße 12, Koblenzer Straße 5 und 7 sowie Mühlenbachstraße 29. Die Verlegung an den übrigen vorgesehenen Adressen im Stadtgebiet sei für später geplant. Insgesamt würde auf diese Weise an 28 jüdische Sinziger erinnert, die Opfer des Nationalismus wurden.

Vor den Häusern Gudestraße 12, Koblenzer Straße 5, Koblenzer Straße 7 und Mühlenbachstraße 29 verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig am Nachmittag des Mittwoch, 4. Mai 2022, persönlich die ersten Stolpersteine. Die Verlegung an weiteren Adressen im Stadtgebiet wurde für einen späteren Zeitpunkt geplant. Zur Erinnerung an Sinziger Juden, die während der Nazizeit verfolgt und ermordet wurden, ist in Sinzig die Verlegung von insgesamt 18 zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten geplant. Mit Texten und Musik gestalteten Schülerinnen und Schüler des Rhein-Gymnasiums den reierlichen Rahmen für die Verlegung. „Mit der heutigen Verlegung der „Stolpersteine“ und der Veröffentlichung der begleitenden Broschüre, die einen Einblick in das Leben der Opfer gibt, möchten wir mit dazu beitragen, die Erinnerung an diese Mitbürger*innen zu bewahren und an die nächsten Generationen weiter zu geben“, sagte der Beigeordnete Hans-Werner Adams, der den aus persönlichen Gründen kurzfristig verhinderten Bürgermeister Andreas Geron vertrat.[8] Im Grußwort von Bürgermeister Andreas Geron in der Broschüre heißt es u.a.:

Auch die Stadt Sinzig ist von den unseligen Auswirkungen der nationalsozialistischen Ideologie nicht verschont geblieben. 28. Opfer waren ehemals Mitbewohner*innen unserer Gemeinde. Die Orte, an denen wir über die Gedenksteine „stolpern“, verdeutlichen uns, dass die Unmenschlichkeit nicht irgendwo stattfand, sondern mitten in unserer Stadt. Mit der Verlegung der „Stolpersteine“ und der Veröffentlichung dieser begleitenden Broschüre, die einen Einblick in das Leben der Opfer gibt, möchten wir mit dazu beitragen, die Erinnerung an diese Mitbürger*innen zu bewahren und an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Video[Bearbeiten]

Mediografie[Bearbeiten]

Uli Martin/Rudolf Menacher: Stolpersteine - Erinnerung an die ausgeschlöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer, hrsg.: Stadt Sinzig, 2022, 44 Seiten

Weblink[Bearbeiten]

Wikipedia: Stolpersteine

Fußnoten

  1. Quelle: Uli Martin/Rudolf Menacher: Stolpersteine - Erinnerung an die ausgeschlöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer, hrsg.: Stadt Sinzig, 2022, 44 Seiten, S. 11
  2. Quelle: Uli Martin/Rudolf Menacher: Stolpersteine - Erinnerung an die ausgeschlöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer, hrsg.: Stadt Sinzig, 2022, 44 Seiten, S. 13
  3. Quelle: Uli Martin/Rudolf Menacher: Stolpersteine - Erinnerung an die ausgeschlöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer, hrsg.: Stadt Sinzig, 2022, 44 Seiten, S. 15
  4. Quelle: Uli Martin/Rudolf Menacher: Stolpersteine - Erinnerung an die ausgeschlöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer, hrsg.: Stadt Sinzig, 2022, 44 Seiten, S. 17
  5. Quelle: Uli Martin/Rudolf Menacher: Stolpersteine - Erinnerung an die ausgeschlöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer, hrsg.: Stadt Sinzig, 2022, 44 Seiten, S. 11
  6. Quelle: Uli Martin/Rudolf Menacher: Stolpersteine - Erinnerung an die ausgeschlöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer, hrsg.: Stadt Sinzig, 2022, 44 Seiten, S. 21
  7. Quelle: Uli Martin/Rudolf Menacher: Stolpersteine - Erinnerung an die ausgeschlöschte jüdische Gemeinde Sinzig und ihre Opfer, hrsg.: Stadt Sinzig, 2022, 44 Seiten, S. 23
  8. Quellen: Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Mitbürger*innen verlegt, Pressemitteilung der Stadtverwaltung Sinzig/Petra Niebuhr vom 5. Mai 2022, Hildegard Ginzler: Erste Stolpersteine in Sinzig verlegt: Die Erinnerung an die Opfer wachhalten, ga.de, 4. Mai 2022, und Judith Schumacher: Künstler erinnert an Schicksal ermordeter Juden: 18 neue Stolpersteine in Sinzig verlegt, rhein-zeitung.de, 4. Mai 2022