Stolpersteine Sinzig

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Zum Gedenken an die während der Nazizeit ermordeten Sinziger Juden sollten am Freitag, 5. März 2021, erste „Stolpersteine“ verlegt werden. Die Verlegung von Stolpersteinen für weitere Opfer aus Sinzig war für das Jahr 2022 geplant. Gunter Demnig, der seit 1996 bundesweit Stolpersteine zur Erinnerung an Holocaust-Opfer verlegt, sagte den Termin jedoch ab. Er müsse zunächst Termine der Reihe nach abarbeiten, die wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden.


Chronik[Bearbeiten]

In einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Sinzig/Andrea Stolletz-Maagh vom 13. November 2020 hieß es dazu:

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Messing-Gedenktafeln soll an Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert wurden und dem Holocaust zum Opfer fielen. Die Steine werden vor deren einstigen Wohnungen im Straßen- oder Gehwegpflaster verlegt. Mit insgesamt über 75.000 Steinen in 1265 deutschen Kommunen und in 21 Staaten Europas sind sie seit Jahren das größte dezentrale Mahnmal der Welt.
Bereits in den Jahren 2005 sowie 2014 haben sich städtische Gremien mit „Stolpersteinen“ in Sinzig befasst. Zu einem Beschluss zur Verlegung der Gedenksteine kam es dann am 31.01.2019, als sich der Rat einstimmig für die Verlegung von Stolpersteinen aussprach.
Vorrausgegangen waren Initiativen des Bürgerforums Sinzig sowie des Rhein-Gymnasiums, die sich im Vorfeld zu den Gedenkveranstaltungen „80 Jahre Reichspogromnacht“ im November 2018 bereits mit dem Thema „Stolpersteine“ in Sinzig umfassend auseinandergesetzt und u.a. den „Stolpergang“ am 10. November 2018 initiiert hatten.
Durch intensive Recherchen, die insbesondere auf den Erkenntnissen von Rudolf Menacher basieren, konnten 23 Opfer und deren letztbekannte Anschriften in Sinzig ermittelt werden, denen nun mit der Verlegung jeweils eines Stolpersteines dauerhaft gedacht werden wird.
Die Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern der impulsgebenden Gruppierungen (Rhein-Gymnasium Sinzig, Bürgerforum, Rudolf Menacher) und der Verwaltung zusammensetzt, wurde jetzt von der „Stolperstein-Initiative“ darüber informiert, dass die erste Verlegung in Sinzig am Freitag, den 5. März 2021 stattfinden wird. Der Künstler und Initiator der Stolperstein-Idee Gunter Demnig wird persönlich ab 9:00 Uhr die ersten fünfzehn Steine an vier verschiedenen Adressen in der Sinziger Innenstadt verlegen.
Die nächste Aufgabe der Arbeitsgruppe besteht jetzt in der Gestaltung des Rahmenprogramms während der Verlegung und der Erstellung einer Broschüre, die näher auf die Lebenswege der Opfer eingehen wird.

In einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Sinzig/Andrea Stolletz-Maagh vom 15. Februar 2021 hieß es:

„Der erneute europaweite Anstieg der Covid-19-Inifizierten und die daraus resultierenden notwendigen Maßnahmen führen dazu, dass wir schweren Herzens alle Stolperstein-Verlegungen mit Gunter Demnig bis zum 25. April 2021 absagen müssen,“ teilten die Verantwortlichen der Stolperstein-Initiative kürzlich der Stadtverwaltung Sinzig mit. Künstler Gunter Demnig wird leider nicht zu einem späteren Termin die Verlegung persönlich vornehmen können, da sein Kalender schon bis Ende 2021 verplant sei, heißt es weiter in der Mitteilung. Zwischenzeitlich wurde jedoch in Aussicht gestellt, dass Gunter Demnig dann bei einem zweiten Verlegungstermin im Jahr 2022 persönlich in Sinzig anwesend sein wird. Den betroffenen Städten werden nun die Steine überlassen, verbunden mit der Bitte, diese an einem frei gewählten Datum selbst zu verlegen. Um die Verlegung im Rahmen eines würdigen Begleitprogramms durchführen zu können, wird die Stadt Sinzig daher nicht an dem ursprünglich geplanten Termin 5. März festhalten, sondern in Abstimmung mit der lokalen Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ einen neuen Termin unter Berücksichtigung des Pandemiegeschehens festlegen. Dieser wird frühzeitig bekannt gegeben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]

Wikipedia: Stolpersteine