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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Weinbau-Lehrpfad Bad Neuenahr-Ahrweiler

Aus AW-Wiki
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Der am Samstag, 29. September 1984, eröffnete und 1999 erneuerte und erweiterte Weinbau-Lehrpfad Bad Neuenahr-Ahrweiler ist etwa 6,5 Kilometer lang. An 48 Standorten wird dort heute auf insgesamt 127 Schrift- und Bildtafeln über die Arbeiten im Weinberg, die Rebsorten, den Pflanzenschutz, die Anlagekosten eines Weinbergs usw. berichtet. Ausgangspunkt ist die Bahnhaltepunkt Ahrweiler Markt.


Infotafel am Start des Weinbau-Lehrpfads unterhalb der Weinberge zwischen Ahrweiler und Walporzheim.
Weinbau-Lehrpfad 1.jpg
Der Lehrpfad führt durch eine einzigartige Kulturlandschaft

Verantwortlich

Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler

Chronik

Mehr als 400 Wein- und Wanderfreunde fanden sich am 29. September 1984, einem sonnigen Samstag, am Adenbach in Ahrweiler zusammen, um an der Premieren-Wanderung über den Lehrpfad teilzunehmen. Männergesangverein Ahrweiler 1861 e.V. und Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler 1910 e.V. unterhielten die Gäste am Ausgangspunkt der Wanderung musikalisch. In seiner Eröffnungsrede stellte der damalige Bürgermeister Rudolf Weltken den beschilderten Pfad als ein „Kind mit vielen Vätern" vor.

Mitverantwortlich für das Entstehen des Pfades waren die Winzer- und Weinbruderschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V., insbesondere Heinz Bieder, der anschließend die Führung durch die Weinberge übernahm, und Norbert Görres (†). Auch Walporzheimer „Väter“ haben den Lehrpfad mitinitiiert: Karl-Heinz Binder und Rolf Binder vom Fremdenverkehrsverein "Weindorf Walporzheim" gehörten mit dazu, ebenso die damals noch bestehende Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau, Gartenbau und Landwirtschaft, die bei der Einweihung von Dr. Karl-Peter Böll vertreten wurde. Dank galt auch Wolfgang Pechtold, dem Leiter der Lokalredaktion Bad Neuenahr der Rhein-Zeitung. Von ihm stammen die Texte auf den Lehrtafeln. Pfarrer Wolfgang Rehbein und Pastor Manfred Weber segneten den Lehrpfad mit einem ökumenischen Gebet ein.

Als Symbol für die Verbundenheit mit dem Wein pflanzten der damalige Kreisdeputierte Gerhard Steffens (†), „Reblauskommissar“ Schornick vom Amt für Reblausbekämpfung und Wiederaufbau, und Burgundia Ulrike Bünnagel drei Urreben unter der hölzernen Hinweistafel. Dann wurde das rot-goldene Band von sechs Weinmajestäten durchschnitten: von Ahr-Gebietsweinkönigin Ursula Maur sowie den Ortsweinköniginnen von Ahrweiler, Heimersheim, Walporzheim und Bachem, Ulrike Bünnagel, Andrea Feldhoff, Rita Barrenstein und Elvira Schumacher. Mit von der Partie war auch die Lorely Sabine Bauer.

Nachdem der Weg freigegeben war, setzte eine wahre Völkerwanderung über den Rotweinwanderweg ein. Unterwegs informierte Heinz Bieder die Wanderer über Wein und Weinbau. Kurze Stopps wurden an den insgesamt 31 Tafeln eingelegt, deren Texte unter anderem mit den an der Ahr angepflanzten Rebsorten, mit der Flurbereinigung, dem Genossenschaftswesen und den Schädlingen vertraut machen, mit denen sich die Ahrwinzer auseinandersetzen müssen. Mit Kind, Rucksack und Hund marschierte die teils rotbestrumpfte Karawane dann zum Giesemer Berg.

Die erste Rast wurde am Giesemer Bach eingelegt. Dort ließen die Wanderer ihre Gläschen mit Wein auffüllen, den die Gebietsweinwerbung Ahr e.V., die Ahrweiler Winzer-Verein eG, die Winzergenossenschaft Walporzheim eG und der Fremdenverkehrsverein "Weindorf Walporzheim" ausschenkten. Das Restaurant & Hotel Hohenzollern stärkte die Gäste mit Käsehäppchen. Die Landskroner Burgsänger e.V. und die Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler 1910 e.V. sorgten für die musikalische Unterhaltung. „Dort rastete man gut eine Stunde, bis sich der 'Lindwurm' über den Winzerweg in Richtung Walporzheim weiterschlängelte, nicht ohne vorher gebührend Abschied vom 5000-Liter-Faß zu nehmen“, berichtete die Rhein-Ahr-Rundschau am Montag, 1. Oktober 1984.

Über den Winzerweg wurde der vier Kilometer lange Marsch fortgesetzt. In Höhe der Alten Lay wartete die Möhnengesellschaft Walporzheim mit vielen Flaschen des edlen Rebensaftes auf die Wanderer. Karl-Heinz Binder, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins "Weindorf Walporzheim", erzählte aus der Geschichte dieses Ortes und seiner Weinkultur. Eine Figur der Gottesmutter, die an dieser Stelle als Schutzmantel-Madonna Winzer und Weinernten schützen soll, wurde eingeweiht.

Nachdem der Männergesangverein "Lyra" Walporzheim 1896 e.V. frohe Lieder angestimmt hatte, ging es dem Ziel an der Prümer Straße entgegen. Dort wurden nochmals drei Urreben gepflanzt. „Das richtige Taufwasser gaben ihnen aber einige städtische Arbeiter, die zum Wasser noch einmal eine ordentliche Portion Rotwein über die Pflänzchen gaben, eine Tat, die von den anwesenden Winzern mit Beifall begrüßt wurde“, wie die Rhein-Ahr-Rundschau berichtete. Mit gefüllten Gläsern zog die Wandererschar von dort aus zum Walporzheimer Winzerverein, wo die Abschlußworte gesprochen wurden. Mit Weinproben, Kellerführungen und einem Höhenfeuerwerk klang die Eröffnungswanderung aus.

Siehe auch

Portal "Ahrwein"

Weblinks