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St.-Anna-Kapelle Bachem

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St-Anna-Kapelle Bachem.jpg
In die Fassade integrierte Skulptur der St. Anna
Blick in Richtung Altar und auf das Faltengewölbe
Bachem - Heinz Grates (28).jpg
Um 1550 entstandene St.-Anna-Skuptur
Bachem - Heinz Grates (31).jpg
Um 1420 entstandene Statue der Gottesmutter mit Kind
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Bachem - Heinz Grates (41).jpg
„Licht für St. Anna“ ist das Sessionsmotto 2018 der Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß“ Bachem 1960 e. V. Stephan Maria Glöckner entwarf den Sessionsorden.

Die aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammende romanische St.-Anna-Kapelle die älteste der insgesamt drei Kapellen in Bachem. Die ist die älteste der drei Kapellen von Bachem. Ursprünglich wurde sie der Gottesmutter geweiht. Im alten Chor hat deshalb noch heute eine Figur von St. Maria mit Jesuskind (um 1420) ihren Platz. Um das Jahr 1550 findet auch die noch heute vorhandene Figur der St. Anna ihren Platz in der Kapelle. Möglicherweise wurde zu dieser Zeit aus der Marien- die St.-Anna-Kapelle. Im Laufe der Jahrhunderte ist die Kapelle immer wieder verändert worden, wie es sich heute noch an den Fenstern nachvollziehen lässt. Sie stammen aus romanischer und gotischer Zeit, eines sogar aus der Renaissance. In den Jahren 1924/25 wurde die Kapelle nach Plänen des Bonner Baumeisters Theodor Wildemann umgebaut und nach Norden hin erweitert. Außergewöhnlich das im neugotischen Stil gestaltete Faltengewölbe der Decke.


Standort

Pfarrweg/Annastraße

Bachem

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Eigentümerin

Katholische Pfarrgemeinde "St. Pius" Bad Neuenahr-Ahrweiler

Chronik

Bis ins 18. Jahrhundert war die St.-Anna-Kapelle Filialkirche der Willibrordus-Pfarrei in Beul, dann wurde sie bis zur Gründung der Pfarrei „St. Pius“ im Jahr 1964 der Pfarrei „St. Laurentius“ in Ahrweiler zugeordnet.[1]

Der älteste Teil, der wohl um 1220 erbaute südliche Teil des heutigen Gebäudes, ist rechteckig und besitzt einen halbrunden, deutlich abgesetzten Chor. Die erste urkundliche Erwähnung der Kapelle stammt aus dem Jahr 1286. Darin heißt es:

Bruno, Priester aus Köln, Offiziant der Kapelle in Bachem, schenkt der Abtei Steinfeld sein Erbe bei Ahrweiler, nämlich seine Weinberge im Rosental, in Stote, in Rumersheck und am Kunzenberg in Bachem. Dafür wird seine Memorie in der Messe gehalten, die täglich zu Ehren der Jungfrau Maria an einem besonderen Altar gehalten wird.[2]

Weil Bruno später Pfarrer in Ahrweiler wurde, ist zu vermuten, dass die Kapelle im Jahr 1286 zur Pfarrei Ahrweiler gehörte. Urkunden aus dem Jahr 1491 bezeugen jedoch, dass die Zuständigkeit zwischenzeitlich auf die Pfarrei Wadenheim übergegangen war. Heute gehört die Kapelle zur Katholischen Pfarrgemeinde "St. Pius" Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Neun Kardinäle stellen am 2. April 1500 einen Ablassbrief aus, in dem sie ihren Wunsch formulieren, dass die Marienkapelle „auf die inständige Bitte des Peter Heyms, Rekort (Kapplan)“ dieser Kapelle, ausgebessert und in ordentlichem Bauzustand erhalten und auch mit Messbüchern, Kelchen und Ampeln versehen wird.

Kriegerische Auseinandersetzungen und Witterung setzen der Kapelle immer wieder zu. Auch deshalb wird sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder baulich verändert. Das ist beispielsweise an den Fenstern erkennbar: Die Kapelle hat romanische und gotische Fenster, eines aus der Renaissance und Fenster aus dem Jahr 1927.

Im Jahr 1893 – die Zahl der Bewohner von Bachem war inzwischen auf mehr als 500 angewachsen – wurden der Abriss der St.-Anna-Kapelle und der Neubau eines größeren Gotteshauses geplant. Der Erste Weltkrieg und die Inflation verhinderten jedoch die Realisierung dieser Pläne. Am 9. Juni 1924 ist stattdessen der Grundstein für einen Anbau nach Plänen des Bonner Baumeisters Theodor Wildemann gelegt worden. Bemerkenswert ist das im neugotischen Stil gefertigte Faltengewölbe dieses Anbaus. Die Innenausstattung der Kirche wurde damals an den neuen Anbau angepasst: Der alte Barockaltar wurde abgebaut und ein neuer Altar aufgestellt. Die Kapelle erhielt eine zweite Glocke, die ihren Platz im aufgestockten Turm fand.

Die St.-Anna-Kapelle bereite Pastor Peter Dörrenbächer und Ortsvorsteher Georg Schikowski große Sorgen, berichtete Jochen Tarrach in der Rhein-Zeitung vom 17. November 2012; denn das Gotteshaus müsse innen umfangreich renoviert werden:

Besonders die Wände blättern ab und bedürfen eines neuen Anstrichs, die Heizung ist veraltet und defekt, der Chorraum müsste neu gestaltet ..., die Orgel auf die Empore versetzt ... und besonders im alten Teil der Kapelle der kleine Chorraum, der hinter der Madonna liegt und derzeit mit einer Sperrholzplatte abgedeckt ist, wieder freigelegt werden. Im zweiten Abschnitt müssten je nach Finanzlage die derzeit kahl von der Decke hängenden Lampen erneuert und damit heller werden, die Bänke überarbeitet und auch die Sakristei renoviert werden.

125.000 Euro seien nötig, um diese Arbeiten ausführen zu lassen. Für einen ersten Bauabschnitt, der Arbeiten in einem Umfang von 65.000 Euro umfasst, habe das Bistum Trier einen Zuschuss von 24.000 Euro genehmigt. Für den Rest müssten die Gläubigen von Bachem in der Katholischen Pfarrgemeinde "St. Pius" Bad Neuenahr-Ahrweiler aufkommen, zu der die St.-Anna-Kapelle gehört. Pastor und Ortsvorsteher riefen deshalb in einem gemeinsamen Brief an die Bachemer Bürger zu Spenden auf.

Nach einer Hochzeitsmesse begannen im Oktober 2013 die Sanierungsarbeiten, an denen ehrenamtliche Helfer und professionelle Fachkräfte beteiligt werden. Architekt Michael Unger leitet die Arbeiten. Mitglieder der Karnevalsgesellschaft "Rot-Weiß" Bachem 1960 e.V. transportierten zunächst Bänke und Altarverkleidung zur Zwischenlagerung in die nahe Katholische Pfarrkirche "St. Pius". Mitglieder der Bürgergemeinschaft Bachem 1977 e.V. entfernten den Teppichboden und versahen Orgel und Hochaltar mit einer Schutzverkleidung. Der Windfang am Kapelleneingang wurde entfernt und die Heizungsverkleidung abmontiert. Außerdem ist die Wand im alten Teil der Kapelle wieder freigelegt worden, die eine Ehrentafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Bachemer trägt. Beim Ausräumen von Keller und Speicher kamen u.a. mehrere Messbücher aus den Jahren um 1720 zum Vorschein. Nachdem auch die gut erhaltene alte Treppe zum Altar wurde wieder freigelegt worden war, begannen die Schachtarbeiten für die neue Heizungsanlage.[3]

Einen Jesus-Kopf und mehrere hundert Bruchstücke von Heiligenfiguren wurden gefunden, als im Dezember 2013 im Zuge der Kapellensanierung eine Treppe zum Altarraum entfernt wurde. Sie waren bei früheren Arbeiten offensichtlich als Füllmaterial verwendet worden.[4] Überhaupt kamen bei der Kapellen-Renovierung überraschende Dinge zutage. Die Rhein-Zeitung berichtete am 17. April 2014:

So wurde in der sogenannten Burgkapelle eine längst vergessene, vom ehemaligen Theaterverein Lätitia gestiftete Gedenktafel an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges freigelegt. In einem kleinen versteckten Dachraum, der nur zum Anbringen eines Abgasrohres für die neue Gasheizung betreten wurde, fanden sich mehrere, prächtig erhaltene alte Messbücher. Das älteste Buch stammt aus dem Jahr 1716. Ortsvorsteher Georg Schikowski plant, die Bücher zukünftig in einer Glasvitrine in der Kapelle, für alle Bürger einsehbar, aufzubewahren. Ebenfalls aufgefunden wurde ein kompletter Kreuzweg aus dem Jahr 1910. Die zahlreichen Bilder mit Holzrahmen wurden inzwischen von Erwin Schumacher aufgearbeitet und sind wieder an den Seitenwänden aufgehängt worden. Einzelteile alter Figuren bildeten die Füllung einer Treppe zum Altarraum, die vermutlich 1924 gebaut und jetzt wieder entfernt wurde. Die ursprüngliche Treppenkonstruktion darunter war noch komplett erhalten und kommt nun wieder zur Geltung. Entgegen der Ansicht ihres Pastors wollten die Bachemer nicht auf die Holzverkleidung des Altars verzichten. Auch diese wurde wieder angebracht.

So wurde die Kapelle Mitte Mai 2014 nach mehr als sechsmonatiger Innenrenovierung mit Festgottesdienst und Kapellenfest wieder zur Nutzung übergeben. Der Männerchor, die KG Rot-Weiß, die Bürgergesellschaft und die Backesgruppe, die kfd St. Pius mit ihrer Strick- und Bastelgruppe und auch die Kreissparkasse und viele andere Gruppen und Einzelpersonen hatten zur Deckung der Kosten beigetragen. Außerdem gab es einen Zuschuss vom Bistum Trier.[5]

Pastor Peter Dörrenbächer sagte bei der Gedenkfeier am Volkstrauertag 2014 an der Kriegsopfer-Gedenkstätte Bachem, die Renovierung der Kapelle sei inzwischen weitgehend abgeschlossen. Lediglich eine bessere Beleuchtung fehle noch. Weil der Einbau einer neuen Heizung nötig war, sei die Renovierung allerdings erheblich teurer geworden als zunächst geplant. Dank der Spendenbereitschaft der Bürger und des Bistums-Zuschusses sei jedoch bis auf eine kleine Summe alles durchfinanziert. In Zukunft werde das allerdings nicht mehr so einfach sein, denn für die Unterhaltung der Kapelle sei künftig zu 100 Prozent die Katholische Pfarrgemeinde "St. Pius" Bad Neuenahr-Ahrweiler zuständig.[6]

Karl-Heinz Klein kümmert sich heute um die Pflege der Kapelle; und Bernd Walther hat ihre Geschichte erforscht.

Im November 2018 berichtete die Rhein-Zeitung über die zu dieser Zeit laufende Installation der neuen Kapellen-Beleuchtung. Sie war bei der Kapellensanierung im Jahr 2016 aus Kostengründen zurückgestellt war, dann aber dank einer Spendenaktion doch realisiert werden konnte. Beim Kapellenfest 2016 hatten sich Pastor Peter Dörrenbächer, Ortsvorsteher Georg Schikowski, der Kapellenvereinsvorsitzende Reinhold Kurth und die Vorsitzenden der Bachemer Vereine hatten sich beim Kapellenfest 2016 gemeinsam Gedanken über Finanzierungsmöglichkeiten gemacht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Benezif-Konzerte veranstaltet werden sollten, um eine adäquate Deckenbeleuchtung zu finanzieren. Im Oktober 2016 begann der Konzertreigen in der Kapelle. Musiker aus der Region stellten sich in den Dienst der guten Sache und gestalteten insgesamt 14 Konzerte. Außerdem gingen Privatspenden ein, und die Ortsvereine zogen alle an einem Strang, um das Projekt zu finanzieren. Ein Lichtkonzept wurde entwickelt, dass im Herbst 2018 umgesetzt wurde. Im November 2018 trafen die Leuchten beim Elektroinstallationsunternehmen Manfred Krupp ein, der sich mit seinem Team an die Arbeit machte. Beim Adventskonzert des Bachemer Männerchores am Sonntag, 16. Dezember 2018, soll die Beleuchtung der Öffentlichkeit vorgestellt werden.[7]

„Es ward Licht“ – unter diesem Motto gab der Männerchor Bachem zusammen mit der Bachemer Mundharmonikagruppe im Dezember 2018 in der Kapelle ein Konzert besonderer Art. „Es ward Licht“ stand sinnbildlich sowohl für das weihnachtliche Licht, als auch dafür, dass die 15.000 Euro teure neue Kapellenbeleuchtung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Damit war zugleich die rund 100.000 Euro teure Renovierung der Kapelle abgeschlossen.[8]

Weitere Fotos

Außen

Faltengewölbe

Fenster

Siehe auch

Hörfunkbeitrag

Das deutschlandweit einzigartige Faltengewölbe der St.-Anna-Kapelle Bachem – ein Hörbeitrag von SWR-4-Reporterin Steffi Lingscheidt vom Sonntag, 12. März 2017:

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Birgit Wittpohl: Die junge katholische Kirchengemeinde St. Pius in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Aufbruch (Wissenschaftliche Prüfungsarbeit gemäß § 12 der Landesverordnung über die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen vom 16. Juni 1982), 20. November 2006, 156 Seiten, S. 85
  2. Quelle: Jochen Tarrach: Einst Maria geweiht: Kapelle St. Anna ist ein Schmuckstück - Das älteste Gotteshaus in Bachem, in: Rhein-Zeitung vom 18. Oktober 2011
  3. Quelle: Victor Francke: Anna-Kapelle in Bachem - Kleines Gotteshaus soll wieder zum Schmuckstück werden, general-anzeiger-bonn.de vom 4. November 2013
  4. Quelle: Sankt-Anna-Kapelle: Bruchstücke von Heiligen dienten als Füllmaterial, general-anzeiger-bonn.de vom 9. Dezember 2013
  5. Quelle: Rhein-Zeitung vom 19. Mai 2014
  6. Quelle: Rhein-Zeitung vom 18. November 2014
  7. Quelle: Sankt Anna in neuem Licht – Beleuchtung für die Kapelle in Bachem wird beim Adventskonzert vorgestellt, in: Rhein-Zeitung vom 23. November 2018
  8. Quelle: Jochen Tarrach: Viele haben es geschafft: St. Anna leuchtet – Konzert zum Abschluss einer großen Gemeinschaftsleistung in Bachem, in: Rhein-Zeitung vom 21. Dezember 2018
  9. Quelle: Rhein-Zeitung vom 28. Januar 2017