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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Ahrtor (Ahrweiler)

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Das aus einem Torturm und zwei flankierenden dreigeschossigen Halbtürmen bestehende Ahrtor ist das größte der vier Tore im Ring der Stadtbefestigung Ahrweiler. Im Jahr 1297 wurde es als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Ahrweiler erbaut. Der äußere Torbogen besteht aus Trachyt, einem Ergussgestein vom Drachenfels, und er verfügt über Blende, Fallgitterschlitz und massive Torflügel. Im Obergeschoss hat der Turm zwei Schießschlitze. Im Tordurchgang befand sich ein in Tuffstein gemeißeltes Hochrelief aus dem 16. Jahrhundert, das die Kreuztragung Christi darstellt. Nach seiner Restaurierung war das Original des Reliefs im Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zu sehen. Im Tordurchgang wurde eine Fotografie in Originalgröße angebracht. Bei einem Bombenangriff auf Ahrweiler am 29. Januar 1945 wurde das Tor, dem nach der Katholischen Pfarrkirche "St. Laurentius" Ahrweiler Wahrzeichen von Ahrweiler gehört, fast vollständig zerstört. Lediglich der Torbogen und die Rümpfe der beiden Flügel blieben stehen. Mit Spenden wurde das Stadttor bis 1957 wieder aufgebaut und um einen begehbaren Wehrgang im Westen ergänzt.


Niedertor 01.jpg
Das Ahrtor in Ahrweiler.
Die St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V. zieht 2015 durch das Ahrtor zur Kranzniederlegung an der Kriegsopfer-Gedenkstätte Ahrweiler.
Von den Bildhauer Hanns Matschulla geschaffene steinerne Statue von St. Barbara, der Schutzheiligen der Ahrhut an der Innenseite des Tores
Ahrtor Gecko.jpg
Auszug der Prozession zum Calvarienberg aus dem Ahrweiler Ahrtor.
Nach dem Zweiten Weltkrieg

Standort

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Chronik

Das Ahrtor mit seiner Traufhöhe von 23,5 und seiner Gesamthöhe von 28 Metern besteht aus einem fünfgeschossigen Torturm und zwei flankierenden dreigeschossigen Halbtürmen. Es wurde im Jahr 1297 errichtet. In seiner Geschichte diente es u.a. als Waffenmagazin, Schmiede und Gefängnis.

Im Original erhalten ist heute nur noch die untere Etage des Turm mit dem spitzen Durchgang. Bei einem Bombenangriff auf Ahrweiler am 29. Januar 1945 wurden die darüber liegenden Etagen weitgehend zerstört.

Der Wiederaufbau des zerbombten Tores, von dem nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch der Rumpf stand, ging auf die Initiative der Ahrweiler Bürger zurück. „Motor“ war dabei der damalige Bürgermeister Christian Ulrich. Seine Devise für die zerstörte Altstadt lautete: „Wer wieder Fachwerk baut, der bekommt das Holz gratis aus dem Stadtwald.“ 1949 waren die Trümmer, die der Krieg zurückgelassen hatte, im Wesentlichen geräumt. Aber die Bürger von Ahrweiler vermissten das Tor, auf das sie immer stolz gewesen waren. Bürgermeister Ulrich lud deshalb für den Sommer 1949 zu einer Bürgerversammlung ein. Sie hatte die Gründung des Heimatvereins „Alt-Ahrweiler“ e. V. zur Folge – mit Christian Ulrich als Gründungsvorsitzendem. In der Satzung wurden die Förderung des heimischen Brauchtums sowie der Erhalt und Pflege historischer Bauten und Anlagen festgehalten – und damit auch der Wiederaufbau des Ahrtores. Heinrich Kreutzberg, ein in Ahrweiler geborener und nach Brasilien ausgewanderter Unternehmer, spendete zu diesem Zweck 1000 D-Mark. Später verfünffachte er diesen Betrag. Weitere 11.000 D-Mark stellte Josef Kreuzberg aus Hamburg zur Verfügung. Außerdem trafen Geldspenden von ehemaligen Ahrweiler Bürgern aus den USA ein. Der Heimatverein sammelte 14.500 D-Mark. Außerdem zahlten Stadt Ahrweiler, das Bundesland Rheinland-Pfalz sowie Unternehmen aus der Region und Ahrweiler Vereinen in den Wiederaufbaufonds ein. Heimische Unternehmen, der Bauhof und die Jungesellenvereine der Stadt packten beim Wiederaufbau des Tores mit an. Zwei Gedenktafeln, die später in die Mauern des Tores eingelassen wurden, erinnern noch heute an die Spender und Helfer. Anlässlich 60. Wiederaufbau-Jubiläums im Jahr 2017 schrieb Günther Schmitt im General-Anzeiger:

Nur so ganz an das einstige Original wurde sich bei den Plänen nicht gehalten. Am rechten Flankenturm entstand ein Durchgang und auch der einstige „Tormund“ unter den beiden oberen Augen-Fenstern samt „Nase“ fiel weg. Dafür wurde zwischen dem linken Flankenturm und dem Bitzenturm auf und an der wiederaufgebauten Stadtmauer ein neuer, überdachter Wehrgang samt Auf- und Abgängen errichtet. Dies mit dem Ziel, die Stadtbefestigung für Touristen ... attraktiv zu gestalten.[1]

Beim Wiederaufbau wurde zwar auf historische Detailgenauigkeit geachtet, trotzdem gingen viele kleine Hinweise auf die einstige Nutzung verloren. So ist auf historischen Bildern zum Beispiel erkennbar, dass sich rund um das obere der drei großen Fenster auf der Ahr-Seite im Mauerwerk sogenannte Rüstlöcher befanden. Vermutlich war dort ein sogenanntes Überzimmer angebracht, ein hölzerner Vorbau, der als Ausguck und zur Verteidigung diente. Seit 1957 präsentiert sich das Tor baulich nahezu unverändert.

Die Räume in den fünf Geschossen des Turms sind heute weitgehend leer. Die beiden seitlichen Rundtürme dienen heute als zusätzliche Durchgänge. Bis zur Zerstörung war vor dem linken Flankenturm an der Innenseite links das Haus von Viktor Kültz und an der rechten Seite das von Michael Hoffmann vorgebaut.[2]

Aus Gründen der Verkehrssicherung wurde das Mauerwerk im Herbst 2016 neu verfugt. Im Laufe der Jahre waren die Verfugungen zwischen den Natursteinen nämlich in großen Bereichen brüchig geworden und brachen vielfach heraus. Dies führte dazu, dass sich in vielen Bereichen Steine gelockert hatten. Die Verfugungsarbeiten wurden mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) abgestimmt. Dabei wurde nicht maschinell, sondern von Hand verfugt. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass das Erscheinungsbild des Ahrtores erhalten bleibt. Als Fugenmörtel wurde ein Trass-Kalk-Mörtel verwendet, wie er seit einigen Jahren auch bei anderen Arbeiten im Bereich der Stadtmauer Ahrweiler zur Anwendung kam. Während der etwa achtwöchigen Arbeiten war das Ahrtor komplett eingerüstet. 110.000 Euro hatte der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler am 11. Juli 2016 für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden für die Sanierung Fördermittel in Höhe von 66.000 Euro aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Historische Stadtbereiche“ gewährt.[3]

Im Vorfeld der 5. Landesgartenschau Rheinland-Pfalz 2022 will die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler eine halbe Million Euro in die Sanierung der Wallanlagen in Ahrweiler und des Ahrtors investieren.[4] Im Hinblick auf die Landesgartenschau 2022 gibt es außerdem Überlegungen, das Ahrtor für Besucher zugänglich zu machen.

Bei der 5. Landesgartenschau Rheinland-Pfalz 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler soll den Besuchern der bislang verschlossene Turm des Ahrtors zugänglich gemacht werden. Und Freunde des Kletterns sollen sich aus dem linken oberen Turmfenster abseilen können.[5]

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) habe im Vorfeld der 5. Landesgartenschau Rheinland-Pfalz 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler Arbeiten am Ahrtor mit dem Ziel genehmigt, das Tor für Besucher begehbar zu machen – „und zwar ständig, nicht nur zu Führungen“, wie Bürgermeister Guido Orthen bei einer Veranstaltung des CDU-Ortsverbands Ahrweiler am Mittwoch, 1. Februar 2017, in der Zehntscheuer sagte. Zu diesem Zweck soll am Ahrtor ein Durchgang zwischen dem eigentlichen Turm und dem Wehrgang westlich davon geschaffen werden. Darüber hinaus müssten die Wege verkehrssicher ausgebaut werden. Das werde eine Stange Geld kosten, aber man wolle das „Ahrtor erlebbar machen“, so Orthen. Die Fläche vor der Stadtmauer östlich des Tores werde für die Gartenschau in eine Erlebnisfläche verwandelt, auf der etwa ein Open-Air-Kino angeboten werden könne.[6]

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Weblink

kuladig.de: Ahrtor

Fußnoten

  1. Quelle: Günther Schmitt: Aus der Geschichte des Ahrtors: Die erste Spende kam aus Brasilien, general-anzeiger-bonn.de vom 12. Januar 2017
  2. Quelle: Jochen Tarrach: Vom Waffenmagazin zum Gefängnis – Die RZ durfte einen Blick in das Ahrtor werfen, in: Rhein-Zeitung vom 14. November 2016
  3. Quellen: Rhein-Zeitung vom 13. Juli 2016 und Marion Monreal: Verfugung des Wahrzeichens Ahrweiler – Ahrtor gut gerüstet, general-anzeiger-bonn.de vom 28. September 2016
  4. Quelle: Victor Francke: Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler: „Wir alle sind Laga 2022“, general-anzeiger-bonn.de vom 22. September 2016
  5. Quelle: Günther Schmitt: Aus der Geschichte des Ahrtors: Die erste Spende kam aus Brasilien, general-anzeiger-bonn.de vom 12. Januar 2017
  6. Quelle: Thomas Weber: Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler: Das Ahrtor wird dauerhaft begehbar, general-anzeiger-bonn.de vom 3. Februar 2017