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Kreissparkasse Ahrweiler

Ahrtor Ahrweiler

Aus AW-Wiki
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Ahrtor Ahrweiler 2017.jpg
Niedertor 01.jpg
Die St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V. zieht 2015 durch das Ahrtor zur Kranzniederlegung an der Kriegsopfer-Gedenkstätte Ahrweiler.
Von den Bildhauer Hanns Matschulla geschaffene steinerne Statue von St. Barbara, der Schutzheiligen der Ahrhut, an der Innenseite des Tores
Ahrtor Gecko.jpg
Auszug der Prozession zum Calvarienberg aus dem Ahrweiler Ahrtor.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Foto der einzigen erhaltenen Station des alten Sieben-Stationen-Kreuzwegs zum Kalvarienberg

Das aus einem fünfgeschossigen Torturm und zwei flankierenden dreigeschossigen Halbtürmen bestehende Ahrtor ist das größte der vier Tore im Ring der Stadtbefestigung Ahrweiler. Wie die katholische Pfarrkirche „St. Laurentius“ und der Weiße Turm gehört es zu den Wahrzeichen des Rotweinstädtchens. Das Ahrtor, das eine Traufhöhe von 23,5 Metern und eine Gesamthöhe von 29 Metern hat, wurde im Jahr 1297 als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Ahrweiler erbaut. Der äußere Torbogen besteht aus Trachyt, einem Ergussgestein vom Drachenfels, und er verfügt über Blende, Fallgitterschlitz und massive Torflügel. Im Obergeschoss hat der Turm zwei Schießschlitze. Im Tordurchgang befand sich ein in Tuffstein gemeißeltes Hochrelief aus dem 16. Jahrhundert, das die Kreuztragung Christi darstellt. Nach seiner Restaurierung war das Original des Reliefs im 2013 geschlossenen Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zu sehen. Im Tordurchgang wurde eine Fotografie in Originalgröße angebracht. Bei einem Bombenangriff auf Ahrweiler am 29. Januar 1945 wurde das Tor fast vollständig zerstört. Lediglich der Torbogen und die Rümpfe der beiden Flügel blieben stehen. Mit Hilfe von Spenden wurde das Stadttor bis 1957 wieder aufgebaut und um einen – nicht authentischen – begehbaren Wehrgang im Westen ergänzt.


Standort

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Chronik

Das Ahrtor mit seiner Traufhöhe von 23,5 und seiner Gesamthöhe von 28 Metern besteht aus einem fünfgeschossigen Torturm und zwei flankierenden dreigeschossigen Halbtürmen. Es wurde im Jahr 1297 errichtet. In seiner Geschichte diente es nicht nur als Stadttor, sondern auch als Waffenmagazin, Schmiede und Gefängnis. Im Original erhalten ist heute nur noch die untere Etage des Turm mit dem spitzen Durchgang.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau

Bei einem Bombenangriff auf Ahrweiler am 29. Januar 1945 wurden die über dem Tor liegenden Etagen weitgehend zerstört. Deshalb stand nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch der Rumpf des Tores. 1949 waren die Trümmer, die der Krieg zurückgelassen hatte, im Wesentlichen geräumt und der Durchgang durch das Tor gesichert. Aber die Bürger von Ahrweiler vermissten das Tor, auf das sie immer stolz gewesen waren. Ein Wiederaufbau schien aber zunächst unmöglich.

Aber nachdem die größte Wohnungsnot in Ahrweiler beseitigt war, berief Christian Ulrich, Bürgermeister der damals noch selbstständigen Stadt Ahrweiler, im Sommer 1949 eine Bürgerversammlung ein. Sie hatte die Gründung des Heimatvereins „Alt-Ahrweiler“ e. V. zur Folge – mit Christian Ulrich als Gründungsvorsitzendem. In der Satzung wurden die Förderung des heimischen Brauchtums sowie Erhalt und Pflege historischer Bauten und Anlagen festgehalten – und damit auch der Wiederaufbau des Ahrtores.

Zwei Jahre später wurde der in Richtung Schützbahn und Obertor stehende Flankenturm wegen Einsturzgefahr abgetragen. Der zweite Flankenturm und der Hauptturm wurden im Ruinenzustand gesichert. Im Jahr 1955 wurden die Schließung der beiden Mauerdurchbrüche in Angriff genommen und der Wehrgang gebaut, bevor 1957 der Hauptturm wieder errichtet worden ist. Im Jahr darauf sind die beiden Flankentürme auf ihre ursprüngliche Größe hochgemauert und die zweiflügelige Pforte angebracht worden. Unter der Bauleitung von Stadtbaumeister Achilles Mark wirkten die Baufirmen Peter Josef Monreal, Matthias Jüliger und Konrad Poppelreuter, die Zimmerermeister Gebrüder Groß, Peters und Mombauer sowie der Dachdecker Heinrich Peters mit.

Beim Hutenfest der Hutengemeinschaft „St. Barbara“ Ahrhut des Jahres 1958 wurde das Tor unter lebhafter Beteiligung der Bevölkerung aus der gesamten Stadt wieder eingeweiht und der Allgemeinheit zur Nutzung übergeben. Der Geistliche Rat Dechant Joseph Rausch nahm die Einweihung vor. Außerdem wurde eine von Hanns Matschulla gestaltete und in dem in Richtung Kanonenwall und Niedertor befindlichen Durchgang aufgehängte Tafel enthüllt. Sie enthält die Namen sämtlicher Spender, die den Wiederaufbau des Tores unterstützt hatten. Als besonderes freigiebige Spender wurden Dr. Joseph Kreuzberg aus Hamburg und der in Ahrweiler geborene und nach Sao Paulo/Brasilien ausgewanderte Heinrich Kreutzberg gelobt. Heinrich Kreutzberg hatte zunächst 1000 D-Mark für den Wiederaufbau gespendet. Später verfünffachte er diesen Betrag. Dr. Joseph Kreuzberg hatte 11.000 D-Mark zur Verfügung gestellt. Außerdem waren Geldspenden von ehemaligen Ahrweiler Bürgern aus den USA an der Ahr eingetroffen. Der Heimatverein sammelte 14.500 D-Mark. Außerdem hatten die Stadt Ahrweiler, das Bundesland Rheinland-Pfalz sowie Unternehmen und Vereine aus der Region und aus Ahrweiler in den Wiederaufbaufonds eingezahlt. Heimische Unternehmen, der Bauhof und die Jungesellenvereine der Stadt packten beim Wiederaufbau des Tores mit an. Auch eine zweite Gedenktafel, die später in die Mauern des Tores eingelassen wurden, erinnert noch heute an die Spender und Helfer. Eine Statue von St. Barbara, der Schutzheiligen der Ahrhut, die in einer Nische über dem Durchgang auf der Innenseite des Hauptturms ihren Platz gefunden hatte, war bereits 1952 geweiht worden.

Zum Abschluss der Wiedereinweihungsfeier sang der Männergesangverein Ahrweiler das von Dr. Carl von Ehrenwall angeregte und von Engelbert Strohe verfasste Marienlied der St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler:

Im grauen morschen Turme der Residenz der Ahr
ruht, trotzend Wind und Sturme, Maria wunderbar.
Ruh' stets im morschen Turme der weinbelaubten Ahr,
ruh' trotzend jedem Sturme, Maria wunderbar.

Ein Hutenfest „em Höttche“ schloss sich an. Rektor Jakob Rausch und andere Redner würdigten dort die Bedeutung, die das Ahrtor in den Kriegen des Mittelalters und der frühen Neuzeit hatte, bei denen es immer die Hauptangriffsseite gewesen war. Und Hutenmeister Jean Kohlhaas lobte das überaus starke Engagement des Landtagsabgeordneten Dr. med. Georg Habighorst; er hatte sich in der Landeshauptstadt Mainz für die finanzielle Förderung des Tor-Wiederaufbaus stark gemacht. Umso trauriger war die Nachricht, dass Dr. Habighorst am Tag darauf, 9. Dezember 1958, plötzlich und unerwartet in Mainz verstorben war.

Anlässlich 60. Wiederaufbau-Jubiläums im Jahr 2017 schrieb Günther Schmitt im General-Anzeiger:

Nur so ganz an das einstige Original wurde sich bei den Plänen nicht gehalten. Am rechten Flankenturm entstand ein Durchgang und auch der einstige „Tormund“ unter den beiden oberen Augen-Fenstern samt „Nase“ fiel weg. Dafür wurde zwischen dem linken Flankenturm und dem Bitzenturm auf und an der wiederaufgebauten Stadtmauer ein neuer, überdachter Wehrgang samt Auf- und Abgängen errichtet. Dies mit dem Ziel, die Stadtbefestigung für Touristen ... attraktiv zu gestalten.[1]

Beim Wiederaufbau wurde zwar auf historische Detailgenauigkeit geachtet, trotzdem gingen viele kleine Hinweise auf die einstige Nutzung verloren. So ist auf historischen Bildern zum Beispiel erkennbar, dass sich rund um das obere der drei großen Fenster auf der Ahr-Seite im Mauerwerk sogenannte Rüstlöcher befanden. Vermutlich war dort ein sogenanntes Überzimmer angebracht, ein hölzerner Vorbau, der als Ausguck und zur Verteidigung diente.

Seit 1957 präsentiert sich das Tor baulich nahezu unverändert. Die Räume in den fünf Geschossen des Turms stehen heute weitgehend leer. Früher befanden sich dort Waffenmagazine; auch das städtische Gefängnis war dort eine zeitlang untergebracht. Die beiden seitlichen Rundtürme dienen als zusätzliche Durchgänge. Bis zur Zerstörung war vor dem linken Flankenturm an der Innenseite links das Haus von Viktor Kültz und an der rechten Seite das von Michael Hoffmann vorgebaut.[2]

Sanierung 2016

Der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler beschloss am 11. Juli 2016, das Ahrtor aus Gründen der Verkehrssicherung neu verfugen zu lassen. Im Herbst 2016 wurde das Bauwerk neu verfugt. Im Laufe der Jahre waren die Verfugungen zwischen den Natursteinen nämlich in großen Bereichen brüchig geworden und brachen vielfach heraus. Dies führte dazu, dass sich in vielen Bereichen Steine gelockert hatten. Die Verfugungsarbeiten wurden mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) abgestimmt. Dabei wurde nicht maschinell, sondern von Hand verfugt. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass das Erscheinungsbild des Ahrtores erhalten blieb. Als Fugenmörtel wurde ein Trass-Kalk-Mörtel verwendet, wie er seit einigen Jahren auch bei anderen Arbeiten im Bereich der Stadtmauer Ahrweiler zur Anwendung kam. Während der etwa achtwöchigen Arbeiten war das Ahrtor komplett eingerüstet. 110.000 Euro hatte der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden für die Sanierung Fördermittel in Höhe von 66.000 Euro aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Historische Stadtbereiche“ gewährt.Die Fugensanierung dauerte etwa 40 Tage.[3]

Landesgartenschau 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Im Vorfeld der 5. Landesgartenschau Rheinland-Pfalz 2022 will die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler eine halbe Million Euro in die Sanierung der Wallanlagen in Ahrweiler und des Ahrtors investieren.[4] Im Hinblick auf die Landesgartenschau 2022 gibt es außerdem Überlegungen, das Ahrtor für Besucher zugänglich zu machen.

Bei der Landesgartenschau soll den Besuchern der in den Jahrzehnten seit dem Wiederaufbau verschlossene Turm des Ahrtors zugänglich gemacht werden. Und Freunde des Kletterns sollen sich aus dem linken oberen Turmfenster abseilen können.[5]

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) genehmigte im Vorfeld der Landesgartenschau Arbeiten am Ahrtor mit dem, das Tor für Besucher begehbar zu machen – „und zwar ständig, nicht nur zu Führungen“, wie Bürgermeister Guido Orthen bei einer Veranstaltung des CDU-Ortsverbands Ahrweiler am Mittwoch, 1. Februar 2017, in der Zehntscheuer in Ahrweiler sagte. Zu diesem Zweck soll am Ahrtor ein Durchgang zwischen dem eigentlichen Turm und dem Wehrgang westlich davon geschaffen werden. Darüber hinaus müssten die Wege verkehrssicher ausgebaut werden. Das werde eine Stange Geld kosten, aber man wolle das „Ahrtor erlebbar machen“, so Orthen. Die Fläche vor der Stadtmauer östlich des Tores werde für die Gartenschau in eine Erlebnisfläche verwandelt, auf der etwa ein Open-Air-Kino angeboten werden könne.[6]

Ab Herbst 2018 soll das Ahrtor für die Landesgartenschau als Aussichtsturm gestaltet werden.[7]

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Weblink

kuladig.de: Ahrtor

Fußnoten

  1. Quelle: Günther Schmitt: Aus der Geschichte des Ahrtors: Die erste Spende kam aus Brasilien, general-anzeiger-bonn.de vom 12. Januar 2017
  2. Quellen: Hans-Georg Klein: Der Wiederaufbau des Ahrtores, in: Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler Nr. 49/2013, S. 44f., und Jochen Tarrach: Vom Waffenmagazin zum Gefängnis – Die RZ durfte einen Blick in das Ahrtor werfen, in: Rhein-Zeitung vom 14. November 2016
  3. Quellen: Rhein-Zeitung vom 13. Juli 2016 und Marion Monreal: Verfugung des Wahrzeichens Ahrweiler – Ahrtor gut gerüstet, general-anzeiger-bonn.de vom 28. September 2016
  4. Quelle: Victor Francke: Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler: „Wir alle sind Laga 2022“, general-anzeiger-bonn.de vom 22. September 2016
  5. Quelle: Günther Schmitt: Aus der Geschichte des Ahrtors: Die erste Spende kam aus Brasilien, general-anzeiger-bonn.de vom 12. Januar 2017
  6. Quelle: Thomas Weber: Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler: Das Ahrtor wird dauerhaft begehbar, general-anzeiger-bonn.de vom 3. Februar 2017
  7. Quelle: Günther Schmitt: Landesgartenschau: Ahrtor in Bad Neuenahr wird zum Aussichtspunkt, general-anzeiger-bonn.de vom 23. März 2018