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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Bürgermeisterwahl Sinzig 2017

Aus AW-Wiki
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Der Rechtsanwalt und Diplom-Verwaltungswirt (FH) Andreas Geron ging aus der Bürgermeisterwahl klar als Sieger hervor.
Ergebnis des Stichwahl vom 8. Oktober 2017
Ergebnis des ersten Wahlgangs vom 24. September 2017
Andreas Geron mit Ehefrau Esther am Abend der Stichwahl im Sitzungssaal des Sinziger Rathauses, wo die Ergebnisse aus den Wahllokalen zusammenliefen
Die drei noch verbliebenen Kandidaten Martin Braun (v.l.), Andreas Geron und Manfred Ruch (r.) besichtigten im August 2017 mit Museumsleiterin Agnes Menacher und Karl-Friedrich Amendt (2.v.r.), Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig e.V., den Kultursaal des Sinziger Schlosses, dessen Kassettendecke gerade restauriert wurde.
CDU-Kandidat Martin Braun schaffte es knapp in die Stichwahl, in der er sich dann aber sehr deutlich geschlagen geben musste.
Manfred Ruch bewarb sich als parteiunabhängiger Kandidat um das Amt des Bürgermeisters. Im ersten Wahlgang erhielt er 25,8 Prozent der Stimmen und schied damit aus.
Alexander Albrecht (FWG) zog seine Kandidatur bereits nach drei Monaten zurück.
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Der zu dieser Zeit 52-jährige Andreas Geron (unabhängig) wurde bei der Bürgermeisterwahl in Sinzig im Jahr 2017 als Nachfolger von Wolfgang Kroeger (CDU) zum Bürgermeister der 17.600 Einwohner zählenden Stadt Sinzig gewählt. Zum 1. Januar 2018 tritt er sein Amt an. Der ebenfalls parteiunabhängige Manfred Ruch (unabhängig, 25,8 Prozent) war im ersten Wahlgang am 24. September ausgeschieden. Andreas Geron (45,4 Prozent Stimmenanteil im ersten Wahlgang) und CDU-Kandidat Martin Braun (28,7 Prozent im ersten Wahlgang) gingen am 8. Oktober in die Stichwahl.[1] 13.591 Wahlberechtigte in der Kernstadt Sinzig und den Stadtteilen Westum, Löhndorf, Bad Bodendorf, Koisdorf und Franken waren zur Wahl aufgerufen worden.


Kandidaten

Drei Kandidaten stellten sich zur Wahl:

Chronik

Am 23. März 2016 berichtete die Rhein-Zeitung (RZ), der seit Jahresbeginn 2002 amtierende und im Jahr 2009 im Amt bestätigte Bürgermeister Wolfgang Kroeger (CDU) werde für Wahl im Jahr 2017 erneut kandidieren. Auf RZ-Anfrage sagte Kroeger: „Wenn es meine Gesundheit zulässt, trete ich nächstes Jahr noch mal an.“ Als Amtsinhaber habe er diese Möglichkeit auch ohne Nominierung durch die CDU oder eine andere Partei. Friedhelm Münch, Vorsitzender der FWG-Fraktion im Stadtrat Sinzig, der zweitstärksten Fraktion dieses Gremiums, sagte auf RZ-Anfrage: „Die Freien Wähler sind geschlossen für einen Neuanfang in Sinzig mit einer jüngeren Frau oder einem jüngeren Mann. Das hat die Stadt nötig ...“ Zum Ende einer möglichen dritten Amtszeit würde Kroeger 72 Jahre alt sein – und damit gerade jüngere Menschen nicht mehr erreichen. Münch sagte der RZ weiter: „Wenn er aber noch mal antreten sollte, würden wir einen Gegenkandidaten mit den Parteien suchen und aufstellen, die auch für einen Neuanfang sind.“ Am liebsten wäre es der FWG, wenn Wolfgang Kroeger bis Mitte des Jahres 2016 erklärt, dass dies seine letzte Amtszeit ist. Denn die CDU würde sich nach Münchs Ansicht „sehr schwer damit tun, einen Gegenkandidaten aufzustellen.“ René Zerwas, Vorsitzender der CDU-Fraktion des Sinziger Stadtrats, sagte der Rhein-Zeitung, für eine Nachfolgedebatte sei es noch zu früh. Der Vorstand des CDU-Stadtverbands und die CDU-Stadtratsfraktion würden sich im Mai und Juni zu diesem beraten und auch mit Amtsinhaber Kroeger sprechen. Bei einer Mitgliederversammlung würden Vorstand und Fraktion Kandidatenvorschläge präsentieren – voraussichtlich nach den Sommerferien. Hartmut Tann, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, sagt der RZ ebenfalls, für die Nominierung eines Kandidaten sei es noch zu früh. Möglicherweise werde die SPD mit anderen Parteien gemeinsam eine Kandidatin oder einen Kandidaten aufstellen.[2]

Der parteilose Andreas Geron kandidiert

Am 20. Mai 2016 brachte die Rhein-Zeitung (RZ) ein Interview mit dem zu dieser Zeit 51-jährigen Rechtsanwalt und Diplom-Verwaltungswirt (FH) Andreas Geron, Sprecher der Bürgerinitiative "Wir lieben Sinzig". Geron wolle als parteiloser Kandidat zur Bürgermeisterwahl antreten. Im Gegensatz zu Amtsinhaber Kroeger stammt Geron aus Sinzig und wohnt mit seiner Familie auch dort. „Sinzig braucht einen Sinziger als Bürgermeister“, sagte Geron der RZ. Zu seinen politischen Hauptanliegen zähle Transparenz: „Die fehlt mir ganz überwiegend in der Sinziger Verwaltungsarbeit“, sagte er, „hier wird zu viel hinter verschlossenen Türen entschieden.“ Darüber hinaus könne er „als unabhängiger Kandidat offener an Problemlösungen herangehen.“ Geron sagte weiter, er wolle die Abwanderung von Gewerbetreibenden aus Sinzig beenden und sich dafür einsetzen, dass sie bleiben und nicht wie etwa die Firma Sprengnetter in Nachbarstädte ziehen. Familienfreundlichkeit sei ein weiteres Thema, das die Sinziger gerade wieder wegen der Schließung oder mangelnder Pflege von Kinderspielplätzen beschäftige. Weiter wolle er mit Vereinen und Bürgern ein Leitbild definieren, aus dem heraus klar wird, wofür Sinzig steht. „Remagen steht für Kultur, Bad Breisig für Wellness, aber bei Sinzig weiß man es nicht“, so Geron.[3] Für ihn als Bürgermeister spreche seine „berufliche Spezialisierung auf das Verwaltungsrecht, das Kommunalrecht, das Baurecht und das Ordnungsrecht sowie meine Ausbildung bei der Kreisverwaltung Ahrweiler und der Stadtverwaltung Sinzig, sagte Geron weiter, dadurch sei er „mit den anfallenden kommunalen Aufgaben bestens vertraut.“[4]

Amtsinhaber Wolfgang Kroeger werde bei der Bürgermeisterwahl im Herbst nicht erneut kandidieren. Das berichtete general-anzeiger-bonn.de (GA) am 13. Januar 2017. Kroegers Amtszeit ende am 31. Dezember. „In den zurückliegenden 15 Jahren konnte viel erreicht werden und ich sehe die Stadt Sinzig auf gutem Weg“, sagte Kroeger dem GA. Auf der Habenseite seiner Bilanz sehe Kroeger „Gewerbeneuansiedlungen wie Finzelberg, Obi, Netto, DM oder Kaufland mit mehr als 250 neuen Arbeitsplätzen“, hieß es im GA.[5]

In der Gerüchteküche brodelt's

In einem Artikel mit dem Titel Gerüchteküche zur Bürgermeisterwahl brodelt – In Sinzig bleiben Kandidaten noch in Deckung in der Rhein-Zeitung (RZ) vom 21. Februar 2017 nannte RZ-Redakteur Jan Lindner eine Reihe möglicher Kandidaten, über die zu dieser Zeit in Sinzig gemunkelt wird – darunter Franz Hermann Deres, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Sinzig. Auch Alexander Albrecht, dem Ortsvorsteher von Bad Bodendorf und Vorsitzenden der Freien Wählergruppe Sinzig e.V., würden Ambitionen nachgesagt. Darauf angesprochen, sagte Albrecht der RZ jedoch: „Zum jetzigen Zeitpunkt will ich mich dazu nicht äußern.“ Der Name von Hartmut Tann, Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, werde ebenfalls in der Stadt gehandelt. Tann sagte der RZ, die SPD führe „ganz aktuell Gespräche mit mehreren Interessenten.“ Dass Tann selbst kandidiert, schloss er „nicht ganz aus“, wie Jan Lindner schrieb. Sicher sei indes, dass der Sinziger Stephan Pauly, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel in Koblenz, nicht kandidiert. Auf der Liste der Namen, die derzeit in der Stadt kursieren, stehe auch Manfred Ruch, Vorsitzender des Bürgerforums Sinzig. Aber auch der zu dieser Zeit 58-Jährige wollte sich nicht recht festlegen.[6]

Alexander Albrecht als zweiter Kandidat

general-anzeiger-bonn.de berichtete am 19. März 2017, dass mit dem Bad Bodendorfer Ortsvorsteher Alexander Albrecht (FWG) ein weiterer Bewerber seinen Hut für die Bürgermeisterwahl in den Ring geworfen habe. FWG-Fraktionssprecher Friedhelm Münch habe das am Rande einer Veranstaltung am Samstag, 18. März 2017, bestätigt. Bei einer Mitgliederversammlung der Freien Wählergruppe Sinzig e.V. am Mittwoch, 22. März 2017, wurde der zu dieser Zeit 48-jährige Betriebswirt, der seit sieben Jahren bei der Kristall Rheinpark-Therme in Bad Hönningen als Vorgesetzter von 35 Mitarbeitern arbeitet, denn auch von 29 Stimmberechtigten einstimmig nominiert. „Neben der Unternehmens- und Personalführung wurde mir Prokura erteilt, Gebäude- und Energiemanagement gehören ebenso zu meinen Aufgaben wie das Marketing“, stellte sich Albrecht vor.[7]

Der CDU liegen 12 Bewerbungen vor

Dem CDU-Stadtverband Sinzig liegen vier Wochen nach Veröffentlichung der Stellenausschreibung zwölf Bewerbungen für das Amt des Bürgermeisters vor, hieß es in einer Pressemitteilung des Stadtverbands vom 22. März 2017. Die CDU-Stadtratsfraktion und der Vorstand des CDU-Stadtverbands wollen die Bewerbungen sichten, um ihrer der Mitgliederversammlung am 5. April 2017 geeignete Kandidaten vorzustellen. René Zerwas von der CDU-Stadtratsfraktion und Franz Hermann Deres vom CDU-Stadtverband erklärten, ihre Kandidaten müssten ...

  1. die erforderlichen fachlichen, insbesondere rechtlichen Kenntnisse sowie
  2. praktische Leitungserfahrungen in einer Verwaltung oder einer vergleichbaren Institution vorweisen können und
  3. sowohl ein guter Repräsentant der Gesamtstadt Sinzig als auch ein guter Interessenvertreter aller Stadtteile sein.[8]

Die CDU hebt Martin Braun auf den Schild

Martin Braun aus Gönnersdorf wurde bei einer Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbands Sinzig Anfang April 2017 im Schloss Sinzig als CDU-Kandidat für die Bürgermeisterwahl nominiert. Braun setzte sich in geheimer Wahl mit 86 Prozent der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Dr. Peter Zeidler aus Aschaffenburg durch.[9]

Kandidat Nr. 4: Manfred Ruch

Am 28. April 2017 berichtete die Rhein-Zeitung (RZ), dass sich Manfred Ruch als vierter Kandidat für das Amt des am 24. September 2017 zu wählenden Bürgermeisters der Stadt Sinzig bewerbe. Ruch trete als unabhängiger Kandidat an, hoffe aber auf die Unterstützung durch die SPD-Ortsvereine Sinzig und Bad Bodendorf, deren Mitgliedern er sich wenige Tage später vorstellen werde.[10]

Drei Tage später, am 1. Mai 2017, bezog Ruch Position gegen das geplante Nahversorgungszentrum (NVZ) auf dem ehemaligen Rick-Gelände. In einem Facebook-Posting zum Thema schrieb Ruch:

Viele junge Sinziger Familien suchen dringend einen Platz für ein Eigenheim, immer mehr ältere Sinziger brauchen seniorengerechten Wohnraum. Ich halte es für einen Fehler, wenn man dieses Filetstück an der Ahr ohne Prüfung von wirtschaftlich machbaren Alternativen zum Bau eines Nahversorgungszentrums freigibt. Auch die meisten Bürger werden es nicht verstehen, wenn man diese Fläche für Supermärkte und Discounter nutzt, statt dort die Chance zu ergreifen, so weit wie möglich ein Wohnquartier für junge Familien und seniorengerechtes Bauen zu entwickeln. Ich halte es auch für absolut unglücklich, wenn man sich dort im wahren Wortsinn die letzte und einzige Möglichkeit verbaut, die Ahr zur Stadt hin zu öffnen – indem man dort auch touristisch attraktive Freizeitangebote wie einen Biergarten, ein Café oder ähnliches mit einplant. Denn immerhin werden dort in fünf Jahren Massen von Radlern auf ihrem Weg zur Landesgartenschau entlang rollen. Diese Ströme ließen sich mit einer attraktiven Gestaltung gewiss auch in die Innenstadt zu lenken. Vermutlich bringt ein NVZ dem Investor die größtmögliche Rendite auf diesem Gelände. Aber das kann nicht Ziel der Sinziger Stadtentwicklung sein. Im übrigen besteht durchaus die Möglichkeit, dass eventuelle Beschlüsse des Stadtrats für ein NVZ vor Gericht keinen Bestand haben könnten. Deswegen wäre es umso wichtiger und vorausschauender, dem Investor nahezulegen, schon jetzt auch eine alternative Planung zu durchdenken. Natürlich muss die Stadt mithelfen, dem Edeka-Markt die wirtschaftlich dringend notwendige Erweiterung zu ermöglichen. Ein NVZ auf dem Rick-Gelände ist dafür aber nicht die richtige Lösung.[11]

Wenige Tage nachdem sich Manfred Ruch als parteiunabhängiger Kandidat beworben hatte, stellte er sich im Rahmen einer Mitgliederversammlung im Gewölbekeller des Zehnthofs den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Sinzig und des SPD-Ortsvereins Bad Bodendorf vor. Ruchs Programm sei „zwischen Bürgernähe und Zukunftsplanung angesiedelt“, berichtete der General-Anzeiger von dieser Versammlung. Ruch sei auf Rückfragen der Versammlungsteilnehmer eingegangen, die sich am Ende von seinen Ideen überzeugt gezeigt hätten. Fehlende aktive Verwaltungserfahrung habe Ruch unumwunden zugegeben; aber er habe klargestellt, dass er als Journalist „jahrelang kritisch Verwaltung begleitet hat.“ Außerdem habe sich Ruch als Pragmatiker vorgestellt, „der auch scheinbar verfahrene Situation kreativ und schnell in den Griff bekäme.“ Sein Ziel sei es, „ein Stück Lähmung zu überwinden“ und für einen „Motivationsschub im Rathaus“ zu sorgen. Er wolle „früher und häufiger auf die Bürger hören und deren Beteiligung am politischen Prozess erhöhen“, berichtete GA-Reporter Sebastian Kirschner. Dazu gehöre für Ruch auch eine größere Kompetenz der Ortsbeiräte. Ein „Wunschkonzert“ habe er zwar nicht versprochen, aber er wolle „die seiner Meinung nach unzureichende Verteilung der Mittel beenden.“ Ruch stellte einen Stadtentwicklungsplan in Aussicht, der langfristige Ziele definieren und nicht länger von zufälligen Investoren-Interessen bestimmt werden solle. Nach einer Fragerunde sagten die Genossen aus Sinzig und Bad Bodendorf Ruch ihre Unterstützung zu.[12]

Alexander Albrecht zieht seine Kandidatur zurück

FWG-Kandidat Alexander Albrecht zog seine Kandidatur Ende Mai 2017 zurück – aus beruflichen und persönlichen Gründen, wie localbook.de berichtete. „Leider ist es so, dass ich in den nächsten Wochen an mehreren betriebsinternen Seminaren im süddeutschen Raum teilnehme“, wir Albrecht zitiert, „mir bleibt somit kaum Freiraum, um mich ausreichend und für das Amt des Bürgermeisters gebührend umfänglich zu präsentieren und vorzustellen.“ Dies sei bei seiner Entscheidung zur Kandidatur drei Monate zuvor noch nicht abzusehen gewesen. Meine Amt als Ortsvorsteher von Bad Bodendorf werde er aber behalten. Alexander Albrecht, zu dieser Zeit 49 Jahre alt, ist Betriebsleiter der Kristall-Rheinpark-Therme in Bad Hönningen. Diese Therme gehört zur Kristall Bäder AG, die deutschlandweit insgesamt neun Thermen betreibt und die in Kochel am See 26 Millionen Euro in den Bau eines neuen Bades investiert. Weil er in dieses Großprojekt eingebunden sei, fahre er seit sechs Wochen alle zwei Wochen zu Seminaren und Schulungen in die AG-Zentrale nach Fürth, sagte Albrecht der RZ. Für die vier Wochen unmittelbar vor der Bürgermeisterwahl am 24. September hatte Albrecht bereits Urlaub beantragt – der aber sei ihm gestrichen worden. Das Konzept für die Zukunft Sinzig, das er als Bürgermeisterkandidat entwickelt habe, wolle er dennoch einbringen.

Mit seinem Rückzug von der Kandidatur habe Albrecht „die Sinziger FWG kalt erwischt“, berichtete die Rhein-Zeitung (RZ). Ob die Wählergruppe, die die zweitstärkste Stadtratsfraktion stellt, jetzt einen Ersatzkandidaten findet oder einen der drei verbliebenen Bewerber unterstützt, ließ Fraktionssprecher Friedhelm Münch im Gespräch mit der RZ offen. Die FWG werde die drei übrig gebliebenen Kandidaten – Martin Braun (CDU), Andreas Geron und Manfred Ruch (beide unabhängig) – dazu einladen, sich und ihr Programm bei einer Mitgliederversammlung vorzustellen. „Dann sehen wir, ob und welcher Kandidat am ehesten unsere Themen vertritt“, so Münch. Die RZ erinnerte aber auch daran, dass zuletzt ein Manöver Münchs Zweifel an seiner Loyalität zu Albrecht habe aufkommen lassen: Ohne Albrechts Wissen habe Münch zusammen mit CDU und FDP eine Pressemitteilung verschickt, in der die Unterzeichner ihre Zustimmung zum geplanten Bau des umstrittenen Nahversorgungszentrums bekunden. Albrecht sei „bekanntlich gegen das 13 Millionen Euro teure Projekt.“[13]

FDP ohne eigenen Kandidaten

Der FDP-Stadtverband Sinzig schickt keinen eigenen Kandidaten ins Rennen zur Bürgermeisterwahl Sinzig 2017. Ob ein Kandidat unterstützt wird, stand Anfang Juni 2017 noch nicht fest.[14]

Erster Wahlgang

Andreas Geron errang im ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl am Sonntag, 24. September 2017, 45,4 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Bis auf Franken holte Geron in allen Stadtteilen die meisten Stimmen. Ihm folgte auf dem zweiten Rang CDU-Kandidat Martin Braun mit 28,7 Prozent. Auf Platz drei mit 25,8 Prozent: Manfred Ruch; er schied damit aus dem Wahlverfahren aus. Bei der Stichwahl am 5. Oktober 2017 stehen die Namen von Andreas Geron und Martin Braun auf dem Stimmzettel. „Eine bittere Pille für den unabhängigen Bewerber mit SPD-Parteibuch“, schrieb Günther Schmitt im General-Anzeiger. Am Abend des Wahlsonntags sagte Manfred Ruch dem General-Anzeiger: „Ich habe fest damit gerechnet, dass ich in die Stichwahl komme.“ In der Kernstadt, in der Ruch vor der Wahl dreieinhalb Jahre mit dem Bürgerforum aktiv war, sei „seine Botschaft rübergekommen“. In den Stadtteilen sei ihm dies jedoch nicht gelungen, so Ruch, der aus seiner „großen Enttäuschung“ keinen Hehl machte. „Möglichst viele Wähler erneut an die Urne bringen.“ Das sah Martin Braun als seine Hauptaufgabe für die zwei Wochen bis zur Stichwahl an. Für ihn gehe es darum, sämtliche verfügbaren Kräfte zu mobilisieren und eine Aufholjagd hinzulegen. Weil der Vorsprung von Andreas Geron 16,7 Prozentpunkte betrug, sah er sich massiv gefordert: „Ich werde mit voller Energie in die Verlängerung des Wahlkampfes gehen“, sagte Braun dem General-Anzeiger. „Ich bin überwältigt von der Zustimmung und dem Vertrauen der Wähler in allen Stadtteilen“, sagte Andreas Geron dem General-Anzeiger (GA). Vor allem, weil er als Nicht-Politik-Profi derart gepunktet habe. „Jetzt dürfen keine Kräfte schwinden. Denn wenn man es soweit geschafft hat, dann will man auch gewinnen“, sagte Geron dem GA weiter. Bis zur Stichwahl werde er mit vollem Einsatz um jede Stimme kämpfen.[15]

Bei der Bürgermeisterwahl waren 13.591 Sinziger Bürger wahlberechtigt. 10.212 machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, davon waren 10.014 gültig. Die Wahlbeteiligung lag bei 75,1 Prozent. Martin Braun erhielt 2879 (28,7 Prozent) Stimmen, Andreas Geron 4551 Stimmen (45,4 Prozent) und Manfred Ruch 2584 Stimmen (25,8 Prozent). Die Ergebnisse in den Stadtteilen:

  • Sinzig Kernstadt: Braun: 1205 (24,8 %); Geron: 2200 (45,3 %); Ruch: 1454 (29,9 %).
  • Bad Bodendorf: Braun: 706 (30,1 %); Geron: 1013 (43,3 %); Ruch: 623 (26,6 %).
  • Franken: Braun: 131 (42,3 %); Geron: 118 (38,1 %); Ruch: 61 (19,7 %).
  • Koisdorf: Braun: 173 (33,1 %); Geron: 266 50,9 %); Ruch: 84 (16,1 %).
  • Löhndorf: Braun: 365 (40,5 %); Geron: 387 (42,9 %); Ruch: 150 (16,6 %).
  • Westum: Braun: 299 (27,7 %); Geron: 567 (52,6 %); Ruch: 212 (19,7 %).

Stichwahl

Andreas Geron ging aus der Stichwahl am 8. Oktober 2017 klar als Sieger hervor und tritt am 1. Januar 2018 tritt das Bürgermeister-Amt als Nachfolger von Wolfgang Kroeger (CDU) an, der 16 Jahre, also zwei Amtsperioden lang, Stadtchef war. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,8 Prozent. Von 13.741 Wahlberechtigten gingen 6684 zur Urne. 4721 davon kreuzten auf dem Stimmzettel Gerons Namen an. Das entsprach 71,5 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. In keinem der sechs Sinziger Stadtteile und in keinem der elf Wahllokale wurde CDU-Kandidat Martin Braun seinem Mitbewerber nur annähernd gefährlich. Seine besten Ergebnisse erzielte Geron in der Sinziger Kernstadt (73,3 Prozent) sowie in Westum (73,7 Prozent) und Bad Bodendorf (73,1 Prozent). Martin Braun erhielt 1886 Stimmen (28,5 Prozent).

Die Wahlbeteiligung lag bei 48,6 Prozent. Im ersten Wahlgang am 24. September 2017 hatte die Wahlbeteiligung bei 75,1 Prozent gelegen. Trotz deutlich geringerer Wahlbeteiligung erhielt Geron bei der Stichwahl 170 Stimmen mehr als im ersten Wahlgang, nämlich 4721 gegenüber 4551 Stimmen. Martin Braun hingegen verlor bei der Stichwahl 993 Stimmen, nämlich 1886 gegenüber 2879. Während Geron also gegenüber dem ersten Wahlgang 3,7 Prozent Stimmen hinzu gewann, musste Martin Braun mehr als ein Drittel seiner Stimmen (etwa 34,5 Prozent) abgeben – obwohl er und die CDU nach dem ersten Wahlgang nochmal erheblich in Wahlwerbung investiert hatten.

Um 18.45 Uhr am Abend des Wahlsonntags hatte der Wahlleiter, Noch-Bürgermeister Wolfgang Kroeger (CDU), im Rathaus-Sitzungssaal das vorläufige amtliche Endergebnis bekannt gegeben. Er sei „sprachlos“ angesichts der großen Zustimmung durch die Sinziger, sagte Wahlsieger Geron und bedankte sich bei den Mitarbeitern der Stadt und den ehrenamtlichen Wahlhelfern, die eine großartige Arbeit an beiden Wahlsonntagen abgeliefert hätten. Geron dankte auch seinen Mitbewerbern Martin Braun und Manfred Ruch. Der Wahlkampf sei „zu jeder Zeit von gegenseitigem Respekt und einem fairen Miteinander geprägt“ gewesen. Gerons Dank galt außerdem seiner Familie und seinen Unterstützern. „Vom Siebenjährigen bis zu der Rentnergruppe, die mich in den vergangenen Monaten angesprochen haben und mich unterstützen wollten – wir hatten ein gemeinsames großes Ziel und das haben wir jetzt erreicht.“ In den nächsten Tagen wolle er zur Ruhe kommen, um dann im Januar 2018 mit voller Motivation sein Amt anzutreten. „Diese Ruhe hat sich Mitbewerber Martin Braun offensichtlich schon für den Wahlabend verordnet“, berichtete die Rhein-Zeitung tags darauf, „ein gesprochenes Statement wollte er gegenüber der Presse nicht abgeben.“ Bis auf: „Es trifft mich ja nicht überraschend.“ Darüber hinaus gab Braun eine kurze schriftliche Notiz ab, auf der er denen dankte, die ihm ihre Stimme gegeben hatten. Dem CDU-Stadtverband Sinzig dankte er „für das in mich gesetzte Vertrauen.“

In den Reihen der CDU, die seit 50 Jahren den Sinziger Bürgermeister stellte, habe das Wahlergebnis „blankes Entsetzen hervorgerufen“, berichtete der General-Anzeiger. Das Wahlergebnis sei „der GAU für eine Partei, die sich acht Jahre lang auch redlich um dieses Ergebnis bemüht hat“, kommentierte Uli Adams, Redaktionsleiter der Rhein-Zeitung, „acht Jahre lang hat sie die Verwaltung schalten und walten lassen, ohne deren weder von Fortüne noch von Weitsicht geprägtem Handeln Einhalt zu gebieten.“ Von der CDU habe es „kein Machtwort, keine Kurskorrektur, keine Weichenstellung“ gegeben. Für die Bürger sei nicht einmal das Bemühen erkennbar gewesen, sich von Fehlleistungen im Rathaus zu distanzieren. „Das Gefühl der Sinziger Bürger, das im Rathaus gemauschelt wird und die CDU im Hintergrund die Fäden zieht“, hätten die Christdemokraten „scheinbar ohnmächtig zugelassen.“ Der „Protest an der Wahlurne“ sei da „nur die logische Folge“ gewesen. Diese Proteststimmung hätten „Andreas Geron und seine vielfach anonym agierenden Gefolgsleute geschickt genutzt“, schreibt Adams weiter.[16]

Weitere Fotos

Am Abend der Stichwahl

Wahlplakate

Videos

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Günther Schmitt: Bürgermeisterwahl: Geron und Braun gehen in Sinzig in der Stichwahl, general-anzeiger-bonn.de vom 25. September 2017
  2. Quelle: Jan Lindner/Judith Schumacher: Wer wird 2017 Sinziger Bürgermeister? Amtsinhaber Wolfgang Kroeger (CDU) will erneut antreten – FWG ist für Neuanfang, in: Rhein-Zeitung vom 23. März 2016
  3. Quelle: Jan Lindner: Andreas Geron will Bürgermeister von Sinzig werden – 51-Jähriger tritt 2017 gegen Amtsinhaber Kroeger (CDU) an – Parteiloser Kandidat, in: Rhein-Zeitung vom 20. Mai 2016
  4. Quelle: Victor Francke: Bürgermeisterwahl in Sinzig: Alexander Albrecht bewirbt sich um Chefsessel im Rathaus, general-anzeiger-bonn.de vom 19. März 2017
  5. Quelle: Marion Monreal: Kroeger tritt nicht mehr an – Sinzig braucht einen neuen Bürgermeister, general-anzeiger-bonn.de vom 13. Januar 2017
  6. Quelle: Jan Lindner: Gerüchteküche zur Bürgermeisterwahl brodelt – In Sinzig bleiben Kandidaten noch in Deckung, in: Rhein-Zeitung vom 21. Februar 2017
  7. Quellen: Victor Francke: Bürgermeisterwahl in Sinzig: Alexander Albrecht bewirbt sich um Chefsessel im Rathaus, general-anzeiger-bonn.de vom 19. März 2017, Victor Francke: Bürgermeisterwahl in Sinzig: Freie Wähler nominieren Alexander Albrecht, general-anzeiger-bonn.de vom 23. März 2017, und Judith Schumacher: Bürgermeisterwahl: Sinziger FWG nominiert Albrecht einstimmig – 29 Stimmen für 48-Jährigen – Münch teilt kräftig gegen Kroeger aus, in: Rhein-Zeitung vom 24. März 2017
  8. Quelle: CDU Sinzig: Zwölf Bewerbungen für Amt des Bürgermeisters – Vorstand und Fraktion sichten Lebensläufe – Zwölf Bewerbungen für Amt des Bürgermeisters, aktiplan.de vom 22. März 2017
  9. Quelle: Victor Francke: Bürgermeister-Wahl in Sinzig: Martin Braun ist der CDU-Kandidat, general-anzeiger-bonn.de vom 5. April 2017
  10. Quelle: Jan Lindner: Schon vier Kandidaten: Auch Manfred Ruch will Bürgermeister von Sinzig werden, rhein-zeitung.de vom 27. April 2017
  11. Quelle: Facebook-Posting von Manfred Ruch vom 1. Mai 2017
  12. Quelle: Sebastian Kirschner: Versammlung der SPD Sinzig: Bürgermeisterkandidat will „ein Stück Lähmung überwinden“, general-anzeiger-bonn.de vom 8. Mai 2017
  13. Quellen: Alexander Albrecht zieht seine Kandidatur zurück, localbook.de vom 30. Mai 2017, Günther Schmitt: Bürgermeisterwahl: Sinzig: Albrecht zieht Kandidatur zurück, general-anzeiger-bonn.de vom 31. Mai 2017, und Jan Lindner: FWG-Kandidat Alex Albrecht zieht zurück – Sinziger Bürgermeisterwahl: 49-Jähriger sagt aus beruflichen Gründen ab, in: Rhein-Zeitung vom 1. Juni 2017
  14. Quelle: Rhein-Zeitung vom 8. Juni 2017
  15. Quelle: Günther Schmitt: Bürgermeisterwahl: Geron und Braun gehen in Sinzig in der Stichwahl, general-anzeiger-bonn.de vom 25. September 2017
  16. Quellen: Victor Francke: Neuer Chef im Rathaus: Andreas Geron gewinnt Bürgermeisterwahl in Sinzig, general-anzeiger-bonn.de vom 8. Oktober 2017, Uli Adams/Celina de Cuveland: Großer Wahlsieg für Andreas Geron in Sinzig – Parteiunabhängiger Kandidat erhält bei der Stichwahl ums Bürgermeisteramt 71,5 Prozent – Debakel für die CDU, in: Rhein-Zeitung vom 9. Oktober 2017, und Uli Adams: Spannende Zeiten kommen auf Sinzig zu (Kommentar), in: Rhein-Zeitung vom 9. Oktober 2017