Freie Wählergruppe Landkreis Ahrweiler e.V.

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Die Freie Wählergruppe Landkreis Ahrweiler e.V. (FWG) wurde im Jahr 1999 gegründet. Im Kreistag Ahrweiler wurde sie auf Anhieb drittstärkste Kraft.


Mitglieder des FWG-Kreisverbands beim Politischen Aschermittwoch im Februar 2010

Mitglieder

Gründung und Entwicklung

Ergebnis der Vorstandwahl vom November 2005:

Am 31. Dezember 2008 hatte die Kreis-FWG etwa 640 Mitglieder - 31 davon waren zu dieser Zeit in kommunalen Gremien aktiv. Die FWG war zweitstärkste Kraft im Verbandsgemeinderat Brohltal, bei den anderen Kommunen "dritte Kraft". Mit Johannes Bell stellte die FWG außerdem einen hauptamtlichen Bürgermeister. Ehrenamtliche Beigeordnete hatte sie in der Stadt Sinzig und in der Verbandsgemeinde Bad Breisig sowie acht Bürgermeister in den Gemeinden der Verbandsgemeinde Brohltal sowie in zwei weiteren Gemeinden der erste Beigeordnete und in einer weiteren Gemeinde die zweite Beigeordnete. In den Städten des Kreises - Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig und Remagen - stellte die FWG darüber hinaus etliche Ortsvorsteher und stellvertretende Ortsvorsteher.

Bei der Delegiertenversammlung des Kreisverbandes im August 2012 wurde der Kreisvorstand für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Vorsitzender blieb Hans Boes, sein Stellvertreter Bernd Kriechel, Schatzmeister blieb Richard Horn und Geschäftsführer Hans-Josef Marx. Marx übernahm zudem das Presseressort von Brohltal-Bürgermeister Johannes Bell. Hans Boes erinnerte daran, dass die FWG frühzeitig vor dem Desaster mit der Ahr Rhein Eifel Tourismus & Service GmbH (TSG) des Kreises gewarnt habe. Die Abwicklung der TSG werde mehr und mehr zu einer großen Geldvernichtungsaktion, ergänzte Hans-Josef Marx, der die Kosten für den Steuerzahler auf 500.000 Euro bezifferte. „Landrat Jürgen Pföhler hat uns die TSG bei ihrer Gründung als eine Gesellschaft verkauft, die gewinnorientiert arbeiten muss. Am Ende hat sie den Kreis 2,8 Millionen Euro gekostet“, so Marx weiter. Kritik am Landrat gab es auch beim Thema Nürburgring: FWG-Kreistagsmitglied Jochen Seifert rügte die Aufklärungspolitik der Kreisverwaltung. Für die Zukunft erwartet er, dass sich der Kreistag Ahrweiler wieder im Sinne der Region am Nürburgring positioniert. Immerhin gehe es um eine große Zahl von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben rund um die Rennstrecke.[1]

Der langjährige Vorsitzende Hans Boes wurde bei der Delegiertenversammlung im März 2014 im Hotel "Zur Mühle" Bad Breisig unter der Wahlleitung von Kreisgeschäftsführer Hans-Josef Marx als Spitzenkandidat für die Kreistagswahl im Rahmen der Kommunalwahl 2014 nominiert. Auf die weiteren Listenplätze wurden gewählt: Jochen Seifert (Kempenich), Friedhelm Münch (zu dieser Zeit Ortsvorsteher von Löhndorf), Hans Joachim Bergmann (zu dieser Zeit Erster Beigeordneter der Stadt Remagen), Hans-Josef Marx (Gönnersdorf, zu dieser Zeit Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Bad Breisig), Richard Horn (Grafschaft), Udo Mergen (zu dieser Zeit Ortsbürgermeister von Müllenbach), Rolf Deißler (Bad Neuenahr-Ahrweiler), Ralf Degen (Niederzissen), Johannes Bell (Spessart, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal), Heinz-Wilhelm Schaumann (Dernau) und Elke Backes (Hoffeld). Spitzenkandidat Boes sagte, die FWG habe bei der Kreistagswahl 2009 das zuvor ausgerufene Ziel, die absolute Mehrheit der CDU erstmals in der Geschichte des Landkreises Ahrweiler zu brechen, auch durch eine Steigerung ihrer eigenen Mandate von fünf auf sieben erreicht. Das Ergebnis von 2009 will die FWG 2014 bestätigen. Dass die CDU ungeachtet der seit dem Jahr 2009 erstmals verlorenen absoluten Mehrheit bei ihren Verlautbarungen stets alle Kreistagsbeschlüsse und umgesetzten Maßnahmen nach wie vor für sich alleine reklamiere, sei "real nicht zu erklären", sondern offenbar der dort immer noch vorhandenen Sehnsucht zurück in die Zeit ihrer absoluten Dominanz im Kreistag Ahrweiler geschuldet. Am dicken Brett Runder Tisch "Energiewende im Kreis Ahrweiler" wolle die FWG in der Amsperiode 2014-1019 weiter bohren. Bei den Erneuerbaren Energien liege der Landkreis Ahrweiler weiterhin mit einem Anteil von nur zehn Prozent auf dem letzten Platz in Rheinland-Pfalz.[2]

Bei einer Delegiertenversammlung im Juni 2016 in Löhndorf wurde Jochen Seifert als Nachfolger des im Februar 2016 verstorbenen Hans Boes zum Vorsitzenden des FWG-Kreisverbands gewählt. „Wir wollen uns im Kreisgebiet flächendeckend präsentieren“, formulierte Seifert sein mittelfristiges Ziel in dieser Funktion. Auch in Altenahr, wo die FWG bis dahin nur schwach vertreten und organisiert war, wollte Seifert neue Strukturen schaffen. Bis zur Kommunalwahl 2019 solle in der Verbandsgemeinde Altenahr eine FWG-Gruppe aufgebaut werden. Nach der Kommunalwahl 2014 war die FWG zwar sowohl im Kreistag Ahrweiler als auch in nahezu sämtlichen Räten mit Mandatsträgern vertreten; aber in allen Städten und Gemeinden habe die FWG im Vergleich zur Kommunalwahl 2009 Federn lassen müssen – und zwar kräftig, wie Seifert konstatierte. Dass der Haushalt des Kreises Ahrweiler für das Jahr 2016 zum zweiten Mal in Folge ausgeglichen sei und dass auf eine Erhöhung der Kreisumlage verzichtet werden konnte, wertete Hans-Josef Marx, Mitglied der FWG-Kreistagsfraktion, auch als Erfolg der freien Wähler. Neben Jochen Seifert als neuem Vorsitzenden gehören im Juni 2016 dem geschäftsführenden Kreisvorstand an: Bernd Kriechel (Westum) als stellvertretender Vorsitzender, Hans-Josef Marx (Gönnersdorf) als Geschäftsführer und Richard Horn (Grafschaft) als Schatzmeister.[3]

Bei einer Mitgliederversammlung im Vorfeld der Kommunalwahl 2019 wurden als Kandidaten für den Kreistag Ahrweiler nominiert: Jochen Seifert (Kempenich), Hans-Josef Marx (Gönnersdorf), Friedhelm Münch (Löhndorf), Gregor Sebastian (Walporzheim), Rainer Doemen (Kripp), Richard Horn (Bengen), Elke Backes (Hoffeld), Heinz-Wilhelm Schaumann (Dernau), Ralf Degen (Niederzissen), Hans Dieter Felten (Waldorf), Alfred Förner (Bad Neuenahr-Ahrweiler), Johannes Bell (Spessart), Alexander Albrecht (Bad Bodendorf), Otto Lembke (Remagen), Reinhold Hermann (Gelsdorf), Udo Mergen (Müllenbach), Cornelia Köhler (Ahrbrück), Elisabeth Dahr (Oberdürenbach), Barbara Krebs-Haupt (Bad Breisig), Christoph Geron (Sinzig), Serkan Basar (Heppingen), Dieter Plath (Remagen), Julian Wuzél (Vettelhoven), Alwin Brenner (Schuld), Guido Schmitz (Kesseling), Simone Schneider (Burgbrohl), Hans-Peter Hornberger (Bad Breisig), Theresa Überbach (Löhndorf), Petra Calenborn (Walporzheim), Egmond Eich (Unkelbach), Peter Kündgen (Birresdorf), Udo Adriany (Müsch), Wilfried Kasper (Ahrbrück), Peter-Josef Schmitz (Weibern), Paul Delfs (Brohl), Ignaz Gemein (Sinzig), Klaus Beu (Walporzheim), Dagmar Koep (Kripp), Lothar Barth (Ringen), Karl Koll (Ahrbrück), Thorsten Kabuth (Hohenleimbach), Rainer Mosen (Brohl), Reiner Friedsam (Sinzig), Ronny Wolf (Bad Neuenahr-Ahrweiler), Günther Unkelbach (Kripp), Klaus Barthelt (Ringen), Christian Glees (Glees), Tanja Taplick (früher Tanja Felten) (Waldorf), Stefan Meyer (Remagen) und Guido Galle (Ahrbrück).[4]

Der FWG-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Ahrweiler, Jochen Seifert aus Kempenich, wurde bei einer Delegiertenversammlung Anfang 2020 im Gemeindehaus Löhndorf von den Delegierten für drei Jahre als Vorsitzender der Kreis-FWG bestätigt. Hans-Josef Marx aus Gönnersdorf wurde Nachfolger von Bernd Kriechel (Westum) im Amt des stellvertretenden Vorsitzenden. Nach einer 13-jährigen Tätigkeit in dieser Funktion hatte Kriechel nicht für eine weitere Amtszeit kandidiert. Richard Horn (Grafschaft) blieb Shatzmeister. Christoph Geron aus Sinzig wurde zum neuen Pressesprecher gewählt. Alle Wahlen erfolgten einstimmig. Der Vorsitzende Jochen Seifert blickte au die Kommunalwahl 2019 zurück. Im Kreistag habe die FWG die Zahl ihrer Mandate von fünf auf sechs erhöhen können. In den Gemeinden, Städten und Verbandsgemeinden im Kreis Ahrweiler hätten die Freien Wählergruppen/FBL ebenfalls fast ausnahmslos zulegen und die Zahl ihrer Mandate erhöhen können. Ein besonderer Erfolg sei die Wahl dies Verbandsgemeinderats Altenahr gewesen: Die neu gebildete Wählergruppe habe dort mit einem Stimmenanteil von 19,7 Prozent auf Anhieb sechs Mandate im Rat erreicht und sei zweitstärkste Fraktion geworden. Damit sei zugleich der letzte „weiße Fleck“ der FWG/FBL in den Verbandsgemeinden des Landkreises Ahrweiler beseitigt worden.[5]

Weblink

http://www.fwg-kreisaw.de

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 18. August 2012
  2. Freie Wähler im Kreis Ahrweiler: Hans Boes ist der Spitzenkandidat, general-anzeiger-bonn.de vom 21. März 2014
  3. Quelle: Victor Francke: FWG im Kreis Ahrweiler – Jochen Seifert ist neuer Kreischef, general-anzeiger-bonn.de vom 9. Juni 2016
  4. Quelle: FWG-Fraktion im Kreistag Ahrweiler – Aufbruchstimmung bei der FWG Kreis Ahrweiler, blick-aktuell.de vom 12. Februar 2019
  5. Quelle: FWG nach ihren Wahlerfolgen 2019 mit breiter Brust – Delegiertenversammlung in Löhndorf bestätigt Jochen Seifert einstimmig als Kreisvorsitzenden – „Vorzeigenswerte Ergebnisse“ im Kreistag, in: Rhein-Zeitung vom 4. Februar 2020